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Nervenschädigung durch Neckdissection

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  • Nervenschädigung durch Neckdissection

    Hallo,

    am 27.04.2010 musste ich mich einer kleinen Neckdissection (also nur 2er Arealte) unterziehen.

    Nach der OP hatte ich eine teiweise Faciliaparese. Diese ist ca. 8 Wochen später zurückgegangen. Geblieben ist, dass die linke Oberlippe nicht ganz so hoch zieht wie die rechte Seite.
    Ebenfalls geblieben sind "taube" Hautareale am Hals linksseitig bis übers Kinn auf die linke Gesichtshälte am Ohr hoch, sowie linksseitig der Nackenbereich hoch auf den Hinterkopf.

    Der Neurologe damals meinte nach 8 Wochen mehr könne er nicht machen, die Nerven heilen bis zu einem Jahr.
    Vitamin B hielt er für sinnlos.

    Nun ist das Jahr fast rum und eine weitere Besserung ist nicht eingetreten. Eher seit dem das Wetter zwischen warm und kalt schwankt, dass sich diese Areale merkwüdig anfühlen, sogar ohne sie zu berühren. Beschreiben kann ich es nicht besser.

    Hilft hier ggf. doch evt. noch Vitamin B und wenn ja welches? Bzw. ein Vitamin-B-Komplex und in welcher Dosierung?

    Leider habe ich hier kein Neurologenforum gefunden, deshalb hoffe ich hier auf Antwort von Betroffenen und Fachleuten.

    Danke
    Tatjana


  • Re: Nervenschädigung durch Neckdissection


    Eine Facialisparese ist möglich, wenn im Bereich der Gl. parotis (Ohrspeicheldrüse) operiert wird. Da wird aber typischerweise bei einer Neck Diss nicht operiert. Außerdem sind bei Ihnen (vermutlich) periphere Äste des N. trigeminus beeinträchtigt. Was Sie beschreiben, nennt man Parästhesien, also alle möglichen Missempfindungen. Das würde bedeuten, dass die Nerven nicht komplett zerstört sind, sondern nur beeinträchtigt. Hier würde ich langfristig noch Besserungen bzw. Gewöhnungseffekte erwarten. Es spielt sicher auch die Art der Wahrnehmung eine Rolle bzw. welche Aufmerksamkeit man diesen Missempfindungen schenkt.
    Bei Neuropathien werden häufig Vit B Komplexe eingesetzt. Es gibt aber nach meinem Kenntnisstand keinen Beleg, dass hier ein therapeutischer Effekt erzielt werden kann – es sei denn, es bestünde ein Vit B Mangel (was selten der Fall ist). Der Einsatz ist also spekulativ (schaden wird es wahrscheinlich nicht) und dient eher der Psyche, als dass es hilft.
    Es könnte möglicherweise eine Rolle als Placebo spielen, gerade wenn die subjektive Wahrnehmung mit im Spiel ist. Insofern ist es vertretbar, auf alles zurückzugreifen, was einen weiter bringt.

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