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diffuses großzelliges B-Zell Lymphom im Gehir

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  • diffuses großzelliges B-Zell Lymphom im Gehir

    Hallo,

    nach einer Odyssee im Klinikum wurde bei meiner Schwiegermutter nach ACHT Wochen intensiver Diagnostik nun die o. g. Diagnose gestellt. Zuerst Enzyphalitis, dann Alzheimer, dann Demenz, dann wieder ein Virus - niemand wußte mit den Blut- und MRT-Werten etwas anzufangen - außer dass über diesen Zeitraum an ihr herumexperimentiert wurde (ich bin wütend!). Nach der Behandlung mit einem Antiviral-Mittel schien sie sich zu erholen - nun jedoch und nach Absetzen des Mittels vor 3 Wochen viele Dinge einfach weg (Essen, Trinken, Schlucken, Sprechen etc.). Alles begann im vergangenen Jahr mit einer Entzündung am Auge...

    Wie auch immer: das MRT-Bild hat sich von Woche zu Woche sehr verschlechtert, die von uns praktisch erzwungene Biopsie brachte das Ergebnis. Immer gab es andere Untersuchungen, die zuerst gemacht werden mussten - ein Ausweichmanöver folgte dem anderen, wertvolle Zeit wurde verloren..Frage: selbst wenn - wie auf dem MRT-Bild sichtbar, das Lymphom schon sehr weit fortgeschritten ist (fast die Hälfte des rechten Hirnteils), könnte es sein, dass eine kombinierte Strahlen- und Chemotherapie helfen könnte? Oder würde das das schlimme Leiden meiner Schwiegermami nur verschlimmern? Experiement -ja oder nein?

    Viele Grüße

    Fril


  • Re: diffuses großzelliges B-Zell Lymphom im Gehir


    Eine Bestrahlung des intrazerebralen Lymphoms sollte auf jeden versucht werden. B-Zell Lymphome sind eigentlich strahlensensibel, so dass selbst ausgedehnte Befunde behandelt werden können. Am Gehirn kann man ohne weiteres eine Dosis von 50-60 Gy in dem von Ihnen beschriebenen Anteil (ca 20% des Hirns) geben. Leider gilt die Strahlenempfindlichkeit nicht in dem Maße für intrazerebrale Lymphome, aber so genau weiß man das vorher nicht. Daher sollte man es versuchen.
    Man sollte eine Dosis von 60 Gy anstreben (mind. 50 Gy) und eine gute konformale Bestrahlungstechnik wählen.

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    • Re: diffuses großzelliges B-Zell Lymphom im Gehir


      Sehr geehrter Herr Professor Wurst,

      herzlichen Dank für Ihre Antwort. Meine Schwiegermutter wurde inzwischen auf die Neuro-Onkologie der Klinik verlegt. Dort soll ab nächste Woche eine Chemo-Therapie begonnen werden. Sie schreiben von einer Bestrahlung, das kann man auch im Internet lesen, wobei bei diesen Beiträgen nicht explizit auf das Gehirn eingegangen wird.
      Meine Schwiegermutter ist inzwischen körperlich geschwächt und wird künstlich ernährt (Magensonde). Die Klinik hat kein Bestrahlungsgerät, dazu müsste eine Verlegung in eine andere Klinik stattfinden.

      Frage: ist die Bestrahlung günstiger weil effektiver oder günstiger weil ggf. nicht so belastend für den Organismus? Ich verstehe die Ärzte dort nicht und habe mittlerweile auch (teilweise) berechtigte Zweifel an vielen eingeleiteten Maßnahmen und Meinungen. Mir ist eine zweite Meinung wichtig, da am Montag das Gespräch wegen der Chemo stattfinden soll. Hier habe ich allerdings ein eher schlechtes "Bauchgefühl"...

      vielen Dank und viele Grüße

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      • Re: diffuses großzelliges B-Zell Lymphom im Gehir


        Die empfohlene Standardtherapie (laut Lehrbuch) beim intrazerebralen Lymphom ist tatsächlich zunächst die Chemotherapie (Hochdosis MTX) mit anschließender Radiotherapie. Falls der Patient für eine Chemotherapie nicht in Frage kommt (schlechter Zustand), wird die primäre Strahlentherapie empfohlen. Allerdings gibt es kaum eindeutige Studien, so dass man über das beste Vorgehen diskutieren kann.
        Nach Ihrem ersten Bericht hatte ich Ihre Schwiegermutter eher zu den Kandidaten gerechnet, bei denen eine Chemo nicht in Frage kommt. Das muss aber nicht so sein, wenn die behandelnden Ärzte das anders sehen (und die müssten es am besten wissen).
        Die Bestrahlung könnte dann anschließend erfolgen, ev. ambulant. Zunächst wird das ganze Hirn bestrahlt (z.B. bis 36 Gy), dann wird von vielen eine Aufsättigung im Bereich des Lymphoms empfohlen. Über die Dosis kann man streiten. Wir würden bis 60 Gy gehen.
        Man würde zumindest sagen: die Chemotherapie mit anschließender Bestrahlung ist die effektivste (aber auch die aggressivste) Behandlung. Ob sie hier zu empfehlen ist, kann man aus der Ferne nicht entscheiden.

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        • Re: diffuses großzelliges B-Zell Lymphom im Gehir


          Sehr geehrter Herr Professor Wust,

          vielen herzlichen Dank für Ihre letzte Antwort. Der Onkologe der Klinik hat sich für eine Therapie aus Antikörpern und Chemo entschieden - der körperliche Zustand meiner Schwiegermutter hat sich gebessert, nachdem die künstliche Ernähung optimiert wurde.

          Jetzt bleibt uns nur noch zu hoffen, wir haben nach dem Gespräch mit dem Arzt seine Kompetenz und auch seine Offenheit schätzen gelernt. Er kann nicht sagen, inwieweit eine Heilung stattfinden wird, hält die Therapie allerdings nicht für aussichtslos.

          Vielen Dank nochmals an Sie - eine zweite Meinung war uns hier sehr wichtig.

          Viele Grüße

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          • Re: diffuses großzelliges B-Zell Lymphom im Gehir


            Hallo,
            bei meinem Vater (67 Jahre) wurde nach nach 5 monatiger Odyssee durch Kliniken heute ein ein "intravaskuläres diffus großzelliges B-Zell-Lymphom"des Kopfes diagnostiziert. Sein Zustand ist im Moment sehr schlecht. Er kann seit ein paar Tagen nicht einmal schlucken...
            Wie hat sich der Gesundheitszustand Ihrer Mutter nach der Therapie entwickelt? Ich hoffe die Behandlung war erfolgreich!

            Ich danke im Voraus für Ihre Antwort
            Viele Grüße,
            "itbauer"

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            • Re: diffuses großzelliges B-Zell Lymphom im Gehir


              Meine Schwiegermutter verstarb Anfang Juni diesen Jahres, tut mir sehr leid, ich hätte Ihnen sehr gern eine andere Nachricht geschrieben.
              Auch bei ihr traten u. a. diese Schluckbeschwerden gehäuft auf. Problematisch ist die Sache, wenn trotzdem versucht wird, Nahrung auf normalem Weg zu zuführen. Denn die kann in der Lunge landen - dann wird es gefährlich.

              Alle Therapien halfen nichts, sicher auch, weil das Lymphom zu spät erkannt wurde. Ich drücke Ihnen die Daumen und wünsche Ihnen viel Kraft!

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