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Strahlenbelastung CT Krebsrisiko

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  • Strahlenbelastung CT Krebsrisiko

    Hallo,

    ich, weiblich, 44 Jahre, wurde schon oft geröngt. Nun hatte ich eine Nasennebenhöhlenvereiterung und paralle dazu 4 mal
    blutigen Auswurf ohne starken Husten verteilt auf 2 Tage mit Unterbrechung und wurde zum Lungenfacharzt geschickt. Der ordnete ein CT an und meinte, die Strahlung sei völlig unbedenklich. Ein Lungen CT sei wie 7 mal konventionelles Röntgen. Blutiger Auswurf sei etwas wo man genau nach der Ursache Suchen muß.
    Ich wies ihn daraufhin, daß ich als Kind und Jungendliche schon sehr oft geröntgt wurde (Lungenentzündung, Beinbruch, Skoliose, Zähne....sogar ein Ganzkörperröntgen war dabei. Nun sollte ich eigentlich zur Mammographie, Osteoporose CT und zum Zahnröntgen. Angeblich alles unbedenklich laut dem Pneumologen. Die Dame in der Radiologie sagte etwas wie fliegen sei genauso, aber das stimmt nicht wie ich zwischenzeitlich weiß.

    Ich fragte nach dem Gerät, es war ein Somatom 4 Zeiler, ich hoffe, es sagt Ihnen was, mir nämlich nicht. Es wurde eine Low Dose Aufnahme gemacht, ich mußte 1 mal die Luft anhalten, wurde dann vorgeschoben und dann nochmal, allerdings etwas länger. Hinterher sagte er mir, daß er denkt die Belastung sei etwa 3 mal so hoch wie die natürliche Strahlenbelastung in einem Jahr. Nun kann ich mich nicht mal auf unseren Wanderurlaub in den Bergen freuen, denn da hats ja auch wieder Strahlen.

    Ich habe eine 5 Jährige Tochter und nun doch ziemlich Angst bekommen.

    Mein Vater hatte schon 2 mal Hautkrebs, meine Großeltern und deren Geschwister starben alle an Magenkrebs. Für eine Antwort wegen des Krebsrisikos wäre ich Ihnen sehr danbar.

    Mit freundlichen Grüßen

    BrigitteRose


  • Re: Strahlenbelastung CT Krebsrisiko


    Die natürliche Strahlenexposition liegt in Deutschland bei 1-2 mSv. Die effektive Dosis (also nach Umrechnung auf den ganzen Körper) eines Lungen-CT (low dose) liegt bei einigen mSv. Da hat Ihnen der Radiologe die korrekte Auskunft gegeben. Daraus resultiert rein rechnerisch ein Risiko von 1:20.000, dass Sie in den nächsten 30-50 Jahren an einem Karzinom versterben. Ihr tatsächliches Risiko (sog. Spontanrisiko) ist aber 25%, weil bei der steigenden Lebenserwartung fast jeder zweite Mensch eine Krebserkrankung bekommt (und etwa die Hälfte, also 25% daran sterben). Ich glaube, da kann man mit Fug und Recht von einem vernachlässigbaren Risiko sprechen: 0,005% zu 25%. Dabei gibt es durchaus Überlegungen, dass das Risiko bei diesen niedrigen Dosen noch viel niedriger ist, weil ja das Leben seit Anbeginn der Evolution mit solchen niedrigen Strahlendosen konfrontiert ist (und Reparaturmechanismen entwickelt hat). Es sind lediglich theoretische Abschätzungen.
    Das Risiko, an einem Unfall in Ihrer Wohnung zu sterben, z.B. von der Leiter zu fallen oder gegen einen Türbalken zu laufen, liegt jedenfalls etwa 200fach höher. Bei rationaler Betrachtung müssten Sie also davor viel mehr Angst haben.

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    • Re: Strahlenbelastung CT Krebsrisiko


      Ich bin 28 Jahre und hab seit ca. 5 Monaten entzündete Nebenhölen. Ich habe schon diverse Antibiotika in den letzten Wochen genommen. Nun habe ich mich entschieden, eine CT-Aufnahme des Kopfes (oberer Teil) machen zu lassen, die allerdings keine Ursache feststellen konnte für die Entzündung. Ich wurde in meinem Leben schon häufig geröngt. Allein in letzter Zeit wurden meine Zähne zweimal und meine Nebenhöhlen einmal geröngt. Nun kam noch die CT als Strahlenbelastung hinzu.

      Im Internet habe ich von der immensen Strahlenbelastung im Vergleich zu einer gewöhnlichen Röntgenaufnahme gelesen und mache mir Sorgen. Mein Immunsystem ist generell eher schwach und im Augenblick leide ich immer noch an entzündetetn Nebenhöhlen und nehme Antibiotikum (Doxycyclin Al 200).

      Ist das ein ernsthafter Nachteil für meinen Körper um mit der Strahlenbelastung fertig zu werden?

      Ist durch diese CT (meine erste CT) das Krebsrisiko ernsthaft gestiegen, da ich ja schon häufig geröngt wurde? Mein Vater ist an Bronchialkrebs gestorben. Es könnte eine familiäre Disposition vorliegen.

      Ich mache mir große Sorgen. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich eine Antwort erhalten würde.

      Ich habe noch gelesen, dass man neben frischem Obst und Gemüse auch mit grünem Tee Krebs vorbeugen kann. Ist das medizinisch belegt?

      mit freundlichen Grüßen

      Florian_P28

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      • Re: Strahlenbelastung CT Krebsrisiko


        Durch ein CT des Kopfes wird eine lokale Dosis von etwa 10 mSv verabreicht, aber nur in einem Bruchteil des Körpers (Kopf). Rechnerisch resultiert daraus ein Risiko für eine Krebserkrankung in den nächsten 50 Jahren von deutlich weniger als 1:10.000. Das ist wirklich ein vernachlässigbares Risiko, wenn man die üblichen Risiken des täglichen Lebens dagegen stellt: 1% (1:100) also 100x höher für einen tödlichen Verkehrsunfall, ebenfalls 1% für einen tödlichen Unfall im Haushalt usw.
        Außerdem ist es ein rein theoretisches Risiko, da fast die Hälfte der Menschen im Laufe ihres Lebens eine Krebserkrankung bekommen.
        Es gibt viele Gründe für eine Krebserkrankung. Es wäre schön, wenn man sie alleine mit Obst und Tee verhindern könnte.

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        • Re: Strahlenbelastung CT Krebsrisiko


          Vielen Dank für die schnelle Antwort!

          Ich würde gerne noch mehr darüber erfahren, wie sich mein geschwächtes Immunsystem und die Antibiotikum-Einnahme auf die Strahlenbelastung auswirken.
          Wird mein Körper dadurch ernsthaft beeinträchtigt, mit der Strahlenbelastung umzugehen? Können dadurch Zellen, die von Strahlung geschädigt wurden und vielleicht entarten, nicht so wirkungsvoll von meinem Immunsystem zerstört werden?

          In meinem Zimmer habe ich seit Jahren viele elektrische Geräte, die auch nachts nicht vom Stromnetz genommen werden (zB eine Telefonstation für ein kabelloses Telefon, PC, kabellose Maus und Tastatur). Ich werde in nächster Zeit viele Ger#te aus meinem Zimmer nehmen. Kann die bereits abgegebene Strahlung das Risiko, an Krebs zu erkranken ernsthaft erhöhen zusammen mit der CT?

          Seit die CT letzten Freitag durchgeführt wurde, habe ich im oberen und hinteren Teil des Kopfes ein Druckgefühl, einen leichten ziehenden Schmerz. Ist das normal nach einem Kopf-CT?

          Ich weiß, dass das ziemlich viele Fragen sind. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich trotzdem eine Antwort bekommen würde, weil ich mir ziemliche Sorgen mache.

          mit freundlichen Grüßen
          Florian_P28

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          • Re: Strahlenbelastung CT Krebsrisiko


            Das Wort Strahlenbelastung ist in diesem Zusammenhang nicht angebracht. Es ist eine Strahlendosis, die immer noch der natürlichen Strahlenexposition entspricht, an die unser Organismus aufgrund der Millionen Jahre laufenden Evolution gewöhnt ist. Wenn man von so minimalen Risiken (1:10.000) spricht, die man weder messen noch beweisen kann, sind Beeinflussungen durch das Immunsystem sehr spekulativ.
            Wie kommen Sie aber darauf, dass Ihr Immunsystem geschwächt ist? Wenn gerade eine Infektion abläuft, ist Ihr Immunsystem sogar sehr aktiv (und eher stärker).
            Elektromagnetische Wellen haben mit ionisierender Strahlung nichts gemeinsam. Diese Strahlung wird allgemein als harmlos angesehen. Es ist schwer vorstellbar, warum von einem CT ein Druckgefühl im Kopf kommen soll. Vielleicht vom Liegen (Verspannung?). Bestimmt nicht von der Strahlung. Die Dosis war so gering (s.o.), dass sie keine Auswirkungen auf das Befinden haben kann.

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            • Re: Strahlenbelastung CT Krebsrisiko

              Hallo Herr Doktor,bei einer ct Untersuchung Kopf würde ich gleich nach einander zweimal ct Aufnahmen gemacht , einmal ohne Kontrastmittel und einmal mit meine Frage Herr Doktor wie hoch ist bei den ct Aufnahmen meine Strahlenbelastung .ich danke im voraus

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              • Re: Strahlenbelastung CT Krebsrisiko

                Hallo Livit!

                Welche Antwort erwartest du denn jetzt?Egal ob die Strahlenbelastung hoch oder vergleichsweise niedrig ist-du kannst es nicht mehr rückgängig machen!Wenn man solche Angst vor diesen Untersuchungen hat,sollte man sich evtl. im Vorfeld und dort wo diese CT stattfindet kundig machen.Die Geräte variieren meist etwas,es kommt auf das Alter und den Typ an.Aber ich denke mal den Supergau warst du nicht ausgeliefert!Ob man ein Kontrastmittel bekommt ,kommt auf die Fragestellung an.Besser ist aber immer mit,damit unnötige Doppelaufnahmen unterbleiben können.
                Gruß suleikah


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                • Re: Strahlenbelastung CT Krebsrisiko

                  Hallo, habe 2008 eine ct abdome Untersuchung gehabt. Auf der CD steht Abdomen 03_Abdomen 2Phasen. Wie hoch war hier die Strahlendosis ? Gruß

                  Kommentar


                  • Re: Strahlenbelastung CT Krebsrisiko

                    damals war ich 33 Jahre alt, männlich

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                    • Re: Strahlenbelastung CT Krebsrisiko

                      Hallo, auf der Seite der Uni Bonn steht für CT des Bauchraumes 7 mSv. Eine zweite Phase (wird häufig nur über dem Oberbauch gemacht) hat i.d.R. eine geringere Strahlenbelastung, sodass insgesamt etwas mehr als 10 mSv realistisch sind.
                      Wie genau das Krebsrisiko in Ihrem speziellen Fall ist kann Ihnen niemand sagen, weil
                      1) Niemand Studien mit Röntgenstrahlung am Menschen vornimmt
                      2) Die Daten die man dazu hat stammen von den Reaktorunglücken / Atombomben, bei denen die Menschen höheren Dosen ausgesetzt waren (Stichwort LNT-Modell)
                      3) Es sich um ein stochastisches Risiko handelt

                      Wie Prof Wust jedoch schon ausgeführt hat ist das zusätzliche Krebsrisiko im Vergleich zum natürlichen Krebsirisko so gering, dass es in den meisten Fällen tatsächlich vernachlässigbar ist.

                      Und vergessen sollte man dabei nie: eine Erkrankung die möglicherweise aufgrund eines nicht durchgeführten CTs unentdeckt bleibt, kann ein viel höheres Risiko haben als die CT Untersuchung selber!


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