• *** Aus aktuellem Anlass ***

    Haben Sie Fragen zum Coronavirus, die Sie gerne von einem Experten beantworten lassen würden? In unserem neuen Corona-Forum beantwortet unsere Expertin Frau Dr. med. Athanassiou kostenlos all Ihre Fragen zum Thema!

  • Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Blasencarcinom mit Metastasen

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Blasencarcinom mit Metastasen

    Hallo,
    bei meiner Oma hat man vor einigen Wochen Blasencarcinom mit Metastasen in den Lymphknoten bis in den Halsbereich reichend festgestellt. Operieren konnte man sie selbst in der renomiertesten Klinik Münchens nicht, da das Carcinom 7cm groß ist und wohl schlecht liegt, die Ärzte sagen sie kämen nicht durch um die Blase zu entfernen. Nach einem MRT hat man dann den Befall sämtlichen Lymphe, bis zum Hals reichend, mit Metastasen diagnostiziert. Der Allgemeinzustand meiner Oma ist sehr schlecht sie kann nicht mehr Essen selbst Fresubin erbricht sie. Nun wollen die Ärzt obwohl der Primärtumor nicht entfernt werden kann eine Chemo durchführen.
    Da ich selbst aus dem med. Bereich bin und mir die Befunde eingehend angesehen habe denke ich das eine Chemo nur ein Rettungsversuch ist.
    Deswegen wollte ich mir hier einen Expertenrat einholen.
    Ist bei einer 76 jährigen Patientin in so einem Zustand wirklich eine Chemo noch sinnvoll??

    Vielen Dank im Voraus für die Antwort.
    Krause


  • Re: Blasencarcinom mit Metastasen


    Das Blasenkarzinom ist eigentlich chemosensitiv. Allerdings sind die Remissionen meist kurz. Die mediane ÜL-Zeit kann beim metastasierenden Blasenkarzinom mit den neuen Schemata auf 15 Monate erhöht werden (unter Einsatz von Taxol). Ich kenne zwar keine Studie, aber man kann unterstellen, dass aus einer Chemotherapie ein ÜL-Gewinn resultiert. Allerdings ist dieser begrenzt. Daher ist die Indikation zur Chemotherapie relativ und insbesondere von der Einstellung des Patienten abhängig. Manche Patienten wollen alle Möglichkeiten ausschöpfen (die ja auch Chancen bieten), andere wollen zufrieden gelassen werden. Erklären Sie Ihrer Oma die Zusammenhänge und überlassen Sie ihr die Entscheidung. Man sollte berücksichtigen, dass sich tumorbedingte Beschwerden unter einer Chemotherapie auch bessern können.

    Kommentar