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lokale Therapien bei Leber-/Gallengangtumoren

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  • lokale Therapien bei Leber-/Gallengangtumoren

    Guten Tag, Herr Prof. Wust!
    ich hätte einige Fragen zu lokalen Therapiemöglichkeiten bei Leber- bzw. Gallengangtumoren. Bei meiner Mutter ist ein Gallengangstumor innerhalb der Leber festgestellt worden mit einer Größe von mittlerweile 10 cm. Darüberhinaus haben sich bereits Metastasen in den Knochen gebildet, die aber bereits strahlentherapiert wurden. Aufgrund der ungünstigen Lage des Tumors und der Metastasenbildung scheidet eine Operation aus.
    Meine Frage nun ist, ob es möglich ist, parallel zu einer systemischen Chemotherapie auch eine lokale Therapie, wie z.B. eine Radiofrequenzablation, eine Ethanolinjektion oder eine Photodynamische Therapie zur Behandlung des Primärtumors durchzuführen. Zum Beispiel in den Ratgebern der Deutschen Krebshilfe aber auch in anderer Literatur ist zu lesen, daß ein Leber- oder Gallengangtumor nicht besonders gut auf eine Chemotherapie anspricht. Bei einer zusätzlichen lokalen Therapie zur Behandlung des Primärtumors würde ich den Vorteil sehen, daß neben einer systemischen Therapie, die die Metastasen angreift und die auf den eigentlichen Tumorherd in der Leber ohnehin nicht effektiv wirkt, noch eine weitere Therapie direkt den Haupttumor angreift, mit dem Ziel, diesen am Wachstum zu hindern bzw. zu verkleinern. Wäre dies eine geeignete Strategie? Wenn nicht, warum nicht? Spielt die Größe des Haupttumors eine Rolle und wenn ja, warum? Was auf einen kleinen oder mittelgroßen Tumor wirkt, sollte doch auch auf einen großen Tumor wirken.

    Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich natürlich sehr freuen und ich denke auch, daß sie meiner Mutter und mir sehr weiterhelfen würde.

    Freundlicher Gruß,

    Wolfgang Meyer

  • Re: lokale Therapien bei Leber-/Gallengangtumoren


    Die von Ihnen genannten Verfahren sind für einen so ausgedehnten zentral sitzenden Tumor kaum anwendbar (auch wegen der Empfindlichkeit der zentralen Strukturen gegenüber thermischen Verfahren). Besser geeignet könnte die CT-gestützte Brachytherapie sein, mit der tatsächlich schon einige solcher Tumoren erfolgreich behandelt wurden. Allerdings ist es bei 10 cm in jedem Fall schwierig. Spezialisten für diese interstitielle Therapie gibt es in Magdeburg (Uni-Klinik, Radiologie, Prof. Ricke) und an der Charité Berlin (Dr. Gebauer: über 30-450557002). Allerdings müsste man erst einmal die CT- oder MRT-Bilder prüfen. Es muss auch vorausgesetzt werden, dass die übrigen Metastasen unter Kontrolle sind und nicht etwa weiter wachsen, während ein solches aufwendiges Verfahren für die Lokaltherapie eingesetzt wird.

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    • Re: lokale Therapien bei Leber-/Gallengangtumoren


      Guten Tag Herr Prof. Wust,

      vielen Dank für Ihre Antwort. Eine weitere unabhängige Antwort wie die Ihre hilft doch sehr, die jetzt eingeschlagene Therapie einzuschätzen.

      Freundlicher Gruß,

      Wolfgang Meyer

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