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Speiseröhrenkrebs

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  • Speiseröhrenkrebs

    Sehr geehrter Herr Prof. Wust,

    bei meiner Mutter (über 80 Jahre) wurde ein Speiseröhrenkrebs festgestellt. Nach einem schwierigen Entscheidungsprozess hat sie sich für die Strahlenbehandlung entschieden. Einer OP fühlt sie sich wegen deren Schwere und Risikobehaftung nicht mehr gewachsen. Die Strahlenbehandlung soll in Kürze beginnen. Meine Fragen sind folgende:

    1. Ist bei meiner Mutter eine zusätzliche Hyperthermie-Behandlung sinnvoll und möglich?

    2. Wenn dies der Fall ist, in welcher zeitlicher Einordnung zur Strahlenbehandlung sollte bzw. könnte das erfolgen?

    3. Läuft eventuell in Ihrer Klinik in dieser konkreten Hinsicht (Hyperthermie) eine Studie, bei der eine Einbindung noch möglich ist?

    4. Meine Mutter ist Kassenpatientin und müsste eine Klinik finden, bei der die Hyperthermiebehandlung von der Kasse getragen wird. Können Sie eventuell dazu einen Hinweis geben?

    Übrigens hat meine Mutter Ihr Leben lang jeglichen Alkohol- und Nikotingenuss - beides häufig für diese Krebsart verantwortlich gemacht - absolut gemieden.


    Mit freundlichen Grüßen

  • Re: Speiseröhrenkrebs


    Es gibt derzeit in Deutschland keinen Ansatz, mit dem eine Hyperthermie beim Ösophaguskarzinom in der Primärtherapie durchgeführt wird. Es läuft eine Studie an der Charité, bei der eine Nanotherapie am Tumor durchgeführt wird. Aber diese Studie läuft nur bei Speiseröhrentumoren, wenn schon Metastasen bestehen (Eingangskriterium). Ein anderes Hyperthermieverfahren (mit einer Elektrode in der Speiseröhre) wird nach meinem Kenntnisstand an der Universität Amsterdam erprobt (Freie Universität). Es wäre sehr aufwendig, dort anzufragen. Aufgrund des Alters wird man kaum einer Studienteilnahme zustimmen (es gibt bei Studien eine Altersgrenze). Auf jeden Fall ist der zusätzliche Einsatz einer Hyperthermie beim Ösophaguskarzinom nicht belegt. Viel wichtiger scheint mir hier die zusätzliche Chemotherapie. Diese kann das Therapieergebnis erwiesenermaßen verbessern. Eine Chemotherapie könnte auch in diesem Alter in einer milden Form durchgeführt werden. Das würde ich auf jeden Fall diskutieren.

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    • Re: Speiseröhrenkrebs


      Sehr geehrter Herr Prof. Wust,
      vielen Dank für Ihre Antwort. Die Chemotherapie wurde seitens der behandelnden Ärzte bisher allerdings ausgeschlossen Diese wäre bei der vorliegenden Diagnose (Adenokarzinom, Barrett-Karzinom) nicht sinnvoll.
      Eventuell haben Sie dazu noch einen Hinweis.

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