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Depression und Schmerzen?

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  • Depression und Schmerzen?

    Hallo,

    ich bin eine Frau, 29 Jahre, Partnerschaft, berufliche und finanzielle Situation sind gut. In meiner Familie sind schon mehrer Fälle von Depression bekannt (unter anderem meine Mutter).

    So wie es aussieht, bin auch ich jetzt an einer Depression erkrankt, mein Therapeut sagt, das sei erblich bedingt. Ich soll Antidepressiva schlucken und alle zwei Wochen zu einer Gesprächssitzung kommen.
    Ich habe viel im Internet über die Krankheit gelesen und die allgemeinen Synthome treffen auf mich zu!

    Seit ein paar Wochen habe ich starke Kopfschmerzen, nahezu den ganzen Tag - mal mehr mal weniger.
    Oft ist es so schlimm, dass mir richtig schlecht ist. Diese Kopfscherzen beeinträchtigen meinen normalen Tagesablauf. Auf der Arbeit kann ich mich nicht konzentrieren und fast täglich habe ich meine Mühe, meine normale tägliche Arbeitszeit zu schaffen. Ich nehme morgens schon Scherzmittel ein, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass sie nicht wirken.
    Die letzte Zeit hatte ich auch vermehrt ein Piepen im Ohr und Ohrenschmerzen.
    Letzte Woche war ich nun beim Arzt (normaler Hausarzt)deswegen. Ich wollte dass er mich einfach mal durchcheckt. Kopfschmerzen können ja viele Ursachen haben. Er hat mich noch nicht mal richtig untersucht. (Ich muss dazu sagen, er kennt meine Vorgeschichte - auch von den Depressionen meiner Mutter). Das erste was er innerhalb der ersten drei Minuten der Untersuchung machte, war eine Überweisung zum Schmerztherapeuten auszustellen. Die Kopfschmerzen wären psychosomatischer Ursache und eine Blutuntersuchung könnten wir uns sparen, da käme eh nichts dabei rum. Aber so einfach kann und will ich das nicht hinnehmen. Ich bin kein "Krankmacher" und ich bin auch nicht eine, die ständig beim Arzt hängt. Alles was ich möchte, ist, dass die möglichen körperlichen Ursachen für meine Kopfscherzen ausgeschlossen werden. Wenn man dann zu dem Schluss kommt, dass die Scherzen psychosomatisch bedingt sind, dann muss ich es wohl hinnehmen und mich einer Therapie unterziehen. Ist das nicht ein logischer vernümpftiger Ansatz erst mal einen Check und eine Blutuntersuchung machen zu lassen????? Aber das wird sich erst gar keine Mühe gegeben, man bekommt direkt eine Überweisung und dann ist man das Problem los. Ich werde mir auf jeden Fall einen neuen Arzt suchen, zu dem habe ich das Vertauen verloren.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
    Stehen starke Kopfscherzen und Depressionen wirklich so direkt im Zusammenhang?
    Ich bin so durcheinander und ich weiß auch nicht richtig wie ich damit umgehen soll.
    Im Internet habe ich jetzt gelesen, dass eine richtig behandelte Depression keine direkte Einschränkung in der Lebensqualität bedeutet. Aber es besteht zu jeder Zeit die Möglichkeit wieder in eine depressive Phase zu kommen - und diese Aussicht macht mir eine Menge Angst. Ich habe auch Angst, irgendwann nicht mehr arbeiten zu können........
    Kann mir jemand seine Erfahrungen schildern?

    Über ein paar ernst gemeinte Beiträge würde ich mich wirklich sehr freuen. Vielen Dank.

    Silja


  • RE: Depression und Schmerzen?


    "So wie es aussieht, bin auch ich jetzt an einer Depression erkrankt, mein Therapeut sagt, das sei erblich bedingt. Ich soll Antidepressiva schlucken und alle zwei Wochen zu einer Gesprächssitzung kommen."

    Das ist nicht unbedingt die beste Therapie, die man sich vorstellen kann.

    "Ich habe viel im Internet über die Krankheit gelesen und die allgemeinen Synthome treffen auf mich zu!"

    Die treffen auf ziemlich viele Menschen zu, die Frage ist, wie sehr sie ausgeprägt sind und wie sehr Du durch diese Symptome eingeschränkt bist.

    "Seit ein paar Wochen habe ich starke Kopfschmerzen, nahezu den ganzen Tag - mal mehr mal weniger.
    Oft ist es so schlimm, dass mir richtig schlecht ist. Diese Kopfscherzen beeinträchtigen meinen normalen Tagesablauf. Auf der Arbeit kann ich mich nicht konzentrieren und fast täglich habe ich meine Mühe, meine normale tägliche Arbeitszeit zu schaffen. Ich nehme morgens schon Scherzmittel ein, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass sie nicht wirken."

    Die Schmerzmittel sind sicher nicht optimal. Bei einer psychosomatischen Ursache würden sie eh kaum helfen, außerdem können Schmerzmittel auf Dauer selber Kopfschmerzen auslösen ("analgetikainduzierte Kopfschmerzen").

    "Die letzte Zeit hatte ich auch vermehrt ein Piepen im Ohr und Ohrenschmerzen."

    Warst Du bei einem Ohrenarzt?

    "Letzte Woche war ich nun beim Arzt (normaler Hausarzt)deswegen. Ich wollte dass er mich einfach mal durchcheckt. Kopfschmerzen können ja viele Ursachen haben. Er hat mich noch nicht mal richtig untersucht. (Ich muss dazu sagen, er kennt meine Vorgeschichte - auch von den Depressionen meiner Mutter). Das erste was er innerhalb der ersten drei Minuten der Untersuchung machte, war eine Überweisung zum Schmerztherapeuten auszustellen. Die Kopfschmerzen wären psychosomatischer Ursache und eine Blutuntersuchung könnten wir uns sparen, da käme eh nichts dabei rum. Aber so einfach kann und will ich das nicht hinnehmen. Ich bin kein "Krankmacher" und ich bin auch nicht eine, die ständig beim Arzt hängt. Alles was ich möchte, ist, dass die möglichen körperlichen Ursachen für meine Kopfscherzen ausgeschlossen werden. Wenn man dann zu dem Schluss kommt, dass die Scherzen psychosomatisch bedingt sind, dann muss ich es wohl hinnehmen und mich einer Therapie unterziehen. Ist das nicht ein logischer vernümpftiger Ansatz erst mal einen Check und eine Blutuntersuchung machen zu lassen????? Aber das wird sich erst gar keine Mühe gegeben, man bekommt direkt eine Überweisung und dann ist man das Problem los. Ich werde mir auf jeden Fall einen neuen Arzt suchen, zu dem habe ich das Vertauen verloren.

    Das würde ich auch so machen. Sein Verhalten ist weder medizinisch noch persönlich in Ordnung. Psychosomatische Erkrankungen sind IMMER Ausschlußdiagnosen, d.h. es müssen zuerst alle organischen Ursachen ausgeschlossen werden, bevor man die Diagnose "psychosomatisch" stellen darf. Es zeugt von Ignoranz, von vorneherein den Patienten abzustempeln.

    "Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
    Stehen starke Kopfscherzen und Depressionen wirklich so direkt im Zusammenhang?"

    Nein. Kopfschmerzen sind kein typisches Syndrom von Depressionen. Es gibt genügend andere Ursachen. Zusammen mit Deinem "Piepen" im Ohr würde ich in erster Linie an Probleme der Halswirbelsäule denken, vermutlich gibt es da Probleme (Blockierungen, Verspannungen, muskuloskelettale Dysfunktionen). Das soltle von einem guten Manualtherapeut abgeklärt werden, vermutlich musst Du zuerst mal einen Orthopäden aufsuchen. Eine Freundin von mir hatte jahrelang Kopfschmerzen, war bei allen möglichen Ärzten, bis eine Neurologin (!) feststelle, dass sie eine Beinlängendifferenz hat. Aufgrund dessen kam es zu einem Beckenschiefstand mit Blockierung der Iliosakralgelenke, was über die Wirbelsäule bis in den Kopf ausstrahlte und die Kopfschmerzen verursachte. Seither trägt sie Einlagen, muss ca. einmal im halben Jahr noch zum Arzt, kleinere Blockierungen kann ihr Freund lösen. Nur mal als Anekdote...
    "
    Ich bin so durcheinander und ich weiß auch nicht richtig wie ich damit umgehen soll.
    Im Internet habe ich jetzt gelesen, dass eine richtig behandelte Depression keine direkte Einschränkung in der Lebensqualität bedeutet. Aber es besteht zu jeder Zeit die Möglichkeit wieder in eine depressive Phase zu kommen - und diese Aussicht macht mir eine Menge Angst. Ich habe auch Angst, irgendwann nicht mehr arbeiten zu können........
    Kann mir jemand seine Erfahrungen schildern?"

    Der Verlauf einer Depression kann kaum vorausgesagt werden. An Deiner Stelle steht jedoch mit Sicherheit zunächst die Abklärung der Kopfschmerzen (bis hin zu einem Kernspin/MRT des Kopfes) auf dem Programm. Außerdem eine muskuloskelettale Untersuchung.

    Das heißt, mindestens ein HNO-Arzt, ein Neurologe und ein Orthopäde sollten sich das anschauen. Oft können auch andere Manualtherapeuten (z.B. Osteopathen) sehr viel besser Dysbalancen feststellen als Ärzte, so etwas würde ich mir überlegen. Betreffs der Schmerzmittel wäre ein Schmerztherapeut prinzipiell schon richtig, auch eine Psychotherapie ist (je nach Symptomen) sicher sinnvoll. Allerdings sollte der Schwerpunkt hier sicherlich mehr auf dem Gespräch (mind. einmal pro Wochen, evtl. ist auch eine andere Therapieform wie Verhaltenstherapie sinnvoller) liegen als auf den Medikamenten. Die können sinnvoll sein, das muss man abwägen.

    Thomas

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