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Tachykardie

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  • Tachykardie

    Guten Tag,
    ich bin auf der Suche nach weiteren Informationen bzgl. folgendem Befund:

    "Nach Durchsicht Ihrer Akte lässt sich anhand früherer EKG Befunde eindeutig eine Tachykardienneigung feststellen. Ihr Ruhepuls lag oft weit über 100 Schlägen / min."

    "Anbei eine Kopie Ihrer Laborbefunde. Das rote Blutbild zeigt rel. Hohe Werte. Bei uns lag der HB-Wert in der Vergangenheit konstant bei 16,4mg/dl. Heute lag er bei 18mg/dl. Ich empfehle Ihnen weitere Kontrollen."

    Nun die Frage:
    Hängen beide Punkte miteinander zusammen? Kann eine Herzerkrankung vorliegen? Wie sind beide Punkte behandelbar? Sind ggf. sogar Ursachen bekannt?

    Vielen Dank im Voraus.





  • RE: Tachykardie


    Hallo,

    kurz zum Hämoglobinwert: es sind g/dl (Gramm pro Deziliter) - bei mg würdest Du nicht mehr leben :-(
    18 g/dl ist für einen Mann an der oberen Grenze, hat wohl für sich genommen noch keinen Krankheitswert.

    http://www.netdoktor.de/laborwerte/f...aemoglobin.htm

    Einige Zustände bzw. Krankheiten mit erhöhtem HB-Wert sind dort genannt. Weitere fand ich in dem Buch "Laborwerte endlich verständlich" von Dr.med. E. Wormer:

    - Hochleistungssport
    - Schwangerschaft
    - chron. Herz- und Lungenerkrankungen
    - Knochenmarkerkrankungen
    - Rauchen
    - bestimmte Arzneimittel (Carbamazepin, Furosemid)

    Das Problem ist eher die Tachykardie. Schon mal bei einem Kardiologen gewesen? Bin leider keiner...

    Übrigens wird die Pulsfrequenz durch Koffein erhöht. Damit solltest Du also sparsam umgehen.

    Grüße
    tommy5

    Kommentar


    • RE: Tachykardie


      Hallo Tommy5,
      danke für deine ausführliche Antwort.

      Zunächst zum Hb. Natürlich meinte ich gramm nicht mg ;-D. Sorry mein fehler.

      Wie kriege ich diesen Wert wieder nach unten gedrückt? Der Arzt schrieb ja, dass die Werte sehr hoch sind.
      Arzneimittel nehme ich keine, Hochleistungssport auch nicht, eher sogar negativ (--> sogut wie gar kein sport).
      Schwangerschaft kommt nicht in Frage, da männlich ;-). Rauchen tue ich nicht. Bleibt die Herzerkrankung übrig.

      Da bin ich auch bei punkt 2: Bei einem Kardiologen war ich schon. EKG unauffällig, Ultraschall unauffällig, HF94, P103ms, reine herztöne, systole und diastole geräuschfrei . Diagnose zusammengefasst: Ausschluss einer herzorganischen Erkrankung.

      Dagegen spricht jedoch der erste befund mit den hohen Pulsraten.

      Wer hat weitere Ratschläge.

      Vielen Dank für die Hilfe.

      Kommentar


      • RE: Tachykardie


        "Wie kriege ich diesen Wert wieder nach unten gedrückt? Der Arzt schrieb ja, dass die Werte sehr hoch sind."

        Hmm, ich glaube nicht, daß man bei 18 g/dl schon "drücken" muß. Das Hb ist ja lebensnotwendig und kein Gift... Regelmäßige Kontrolle schadet aber sicher nicht.

        Wenn der Kardiologe eine herzorganische Erkrankung ausschließt, sehe ich zunächst keinen zwingenden Grund, das anzuzweifeln. Evtl. noch eine Zweitmeinung einholen - und wenn's nur zur Beruhigung ist.

        Vielleicht mal ein Langzeit-EKG machen lassen? (man trägt ein kleines Aufzeichnungsgerät bei sich)

        Sinnvoll scheint mir auch, das Herz durch regelmäßigen Ausdauersport zu trainieren. Das könnte den Puls deutlich senken - ein kräftiges Herz muß weniger oft schlagen, um das Blut ausreichend zu bewegen.

        Viel Erfolg...
        t.5

        Kommentar



        • Vorsicht!


          bei Herzrhythmusstörungen (HRST) unklarer Genese.

          Kein Trainig ohne Absprache mit dem Arzt. Tachykardien können lebensgefährlich werden! Das sagt dir einer, der kardiologischer Pfleger ist. Es gibt mehrere mögliche Ursachen. Oft wird eine eindeutige Genese nicht erkannt. Das ist, sofern man andere organische Ursachen augeschlossen hat, auch nicht weiter schlimm.

          Man kann sowas leicht unter Kontrolle kriegen. Mit einem Beta- Blocker z.B.! Ich weiß nicht, wie alt du bist, das würde mir jetzt sehr helfen, jedoch haben Beta- Blocker einen entscheidenen Nebeneffekt! Daher muss man für junge Männer das richtige Präparat wählen!

          Welche Ursache ein Hb von 18 hat, kann ganz unterschiedlich sein. Wäre schön, auch den Rest des Blutbildes zu kennen. Hb allein hilft mir im Moment recht wenig. Zumindest der Hk- Wert wär noch günstig.

          Kommentar


          • RE: Vorsicht!


            Hallo,
            danke für eure antworten.

            HK Wert 54

            Mein Alter 22

            Viele Grüße

            Kommentar


            • RE: Vorsicht!


              Laborwerte sagen für sich alleine genommen erst mal (fast) nichts aus. Entscheidend ist, was für ein klinisches Bild vorliegt, also welche Beschwerden denn bestehen, erst auf dieser Grundlage kann man die Laborwerte interpretieren.

              Wenn der Hb bisher meist normal war, jetzt aber einmal erhöht, dann würde ich da erstmal überhaupt nichts drauf geben, sondern einfach in ein paar Wochen nochmal kontrollieren. Wahrscheinlich ist er dann wieder normal. Wenn er immer noch zu hoch ist, kann man sich dann Gedanken machen.

              Die Tachykardieneigung ist ebenfalls klinisch zu werten:
              Tritt denn subjektiv immer wieder Herzrasen auf? Schlägt das herz unregelmäßig? Wie oft? Bei welchen Gelegenheiten? Wie schnell ist es dann? Wie lange hält das an?

              Das alles muss man wissen, um das beurteilen zu können. Ein Zusammenhang zwischen Hb und Ferzfrequenz gibt es schon, allerdings andersherum: Wenn der Hb niedrig ist, man also eine Blutarmut (Anämie) hat, kommt es u.U. zu Tachykardie.

              Thomas

              Kommentar



              • Danke Marc!


                Danke Marc für die Angaben. Der HK ist zwar grenzwertig, jedoch noch im grünen Bereich. Thomas hat schon ganz Recht. Beobachte die Sache in der nächsten Zeit und geh in 4 Wochen einfach nochmal zur Kontrolle. Dann wirst du ja sehen. Sind diese Werte jetzt erstmalig erhöht gewesen oder wiederholt?

                Thomas hatte auch gefragt, ob diese Tachykardien nur gelegentlich, also in Form von "Herzrasen" auftreten oder ob du ständig eine hohe Pulsfrequenz hast. Würd mich auch mal interessieren.



                Hier will ich dir mal MEINEN Fall kurz schildern:

                Vor etwa anderthalb Jahren merkte ich, das ich immer recht hohe Pulswerte hatte. Da ich in der Kardiologie arbeite, hab ich mir also häufiger mal ein EKG geschrieben. Immer um die Hundert war der Puls. Ohne erkennbaren Grund. Das überraschte mich zwar, aber gab mir erstmal keinen Grund zum Handeln.
                Einige Zeit später merkte ich dann so einen Kloß im Hals. So als ob mir jemand versucht, den Hals zuzuschnüren. Ich war mir sicher, es ist die Schilddrüse. War´s aber nicht. Also bekam ich ein Langzeit- EKG. Und siehe da... Es waren Herzrhythmusstörungen (HRST). Diese HRST waren vermutlich die Folge des hohen Pulses, der lange Zeit unbehandelt blieb. Mein Arzt verglich es mit einem Motor, den man ständig im 2. Gang fährt und nicht hochschaltet. Da ist die Drehzahl dann auch zu hoch und das hält eben der Motor nicht lange aus.

                Er meinte, ich solle mal ein paar Tabletten nehmen. Damit ginge es mir dann besser. Und er hatte Recht. Der Puls liegt jetzt in Ruhe immer so zwischen 60 und 70, ist unter Belastung jedoch sehr adaptiv, d.h., er passt sich Belastungen gut an! Nebenbei ist auch der Blutdruck absolut im grünen Bereich, obwohl der damals nicht so stark erhöht war. Aber nun ist wie gesagt, fast alles gut! Fast bedeutet, das man natürlich mit Tabletten die HRST nicht ganz ausschalten kann. Aber sehr einschränken.

                Also, beobachte deine Laborwerte und die HRST und warte einfach noch ein wenig ab!

                Alles Gute!

                Kommentar


                • RE: Danke Marc!


                  Hallo,
                  und nochmal danke für die zahlreichen Ratschläge.

                  Ob die Werte erneut erhöht sind kann ich nicht sagen, es war die erste Untersuchung dieser art seit ca. 3 jahren. Normal schaue ich mir arztpraxen nur von außen an ;-) .
                  Ich beabsichtige aber mit dem Urbefund noch einen 2. Kardiologen aufzusuchen.

                  Die hohen Pulswerte treten vor allem in Stresssituationen und Leistungsdruck auf. HRST wurden daraus resultierend keine festgestellt , da natürlich bei Kardiologen das EKG absolut normal war. (s. Befund weiter oben im Beitrag).

                  Vielen Dank.

                  Kommentar


                  • RE: Danke Marc!


                    Ich weiß zwar nicht wie alt der "Urbefund" jetzt ist. Aber lass dich nochmal richtig checken und dann wart ab, was rauskommt. Vielleicht hattest du ja nur damals diese Entgleisung. Warum auch immer.
                    Ich dene, man sollte auch mal eine Ergometrie machen, damit man sieht, wie dein Herz auf Belastung reagiert. Aber das wird dir der Arzt ggf. schon raten...

                    Auf jeden Fall alles Gute!

                    Kommentar



                    • Tabletten nur Kurzlösung


                      Hallo,

                      Tabletten sind m.E. keine echte Lösung. Hier sollte man eher nach den Ursachen forschen und diese ausschalten. Tabletten unterdrücken!
                      Aber was wir nicht mehr sehen oder fühlen, ist noch lange nicht behoben!!

                      Einen Grund muss es schon haben, wenn dein Organismus "nicht rund läuft" und sich mit erhöhter Herzfrequenz oder Arhythmien meldet.
                      Unterdrücke ich diese Warnzeichen, wird es sich an anderer Stelle wieder bemerkbar machen, das ist nur eine Frage der Zeit und kann dann aber umso heftiger sein.

                      Einfach eine Tablette einnehmen ist leicht und bequem, aber bedenke jede Pille hat Nebenwirkungen.

                      Denke darüber nach.

                      Gruß Urmeli

                      Kommentar


                      • RE: Tabletten nur Kurzlösung


                        "Tabletten unterdrücken! "

                        Pauschale Aussagen sind fast immer Quatsch, so auch diese.

                        "Aber was wir nicht mehr sehen oder fühlen, ist noch lange nicht behoben!!"

                        Nicht immer, aber schon recht oft.

                        "Einen Grund muss es schon haben, wenn dein Organismus "nicht rund läuft" und sich mit erhöhter Herzfrequenz oder Arhythmien meldet. "

                        Einen Grund gibt es sicherlich. Ob man diesen dingfest machen kann, ist eine andere Frage. Eine mögliche Ursache für gelegentlich auftretendes Herzrasen (paroxysmale Tachykardien) ist z.B. ein kleines zusätzliches (akzessorisches) Leitungsbündel im Herzen, das gelegentlich "kreisende" Erregungen im herzen verursacht. Dieses Problem ist zwar theoretisch zu beheben, indem man mit einem Herzkatheter versucht, die entsprechende Stelle abzutragen bzw. zu koagulieren (auf deutsch: Das Gewebe dort verbrutzelt), das ist aber relativ schwierig und klappt oft nicht. In so einem Fall sind beta-Blocker (die die Überleitung verlangsamen) einfach das Mittel der Wahl, denn es gibt keine andere Möglichkeit, diese Tachykardien ursächlich zu behandeln. Man muss sie auch nicht unbedingt behandeln, aber wenn sie sehr oft auftreten, können sie schon mal bedrohlich werden.

                        Nur mal so als Beispiel, dass nicht jede Krankheit "ursächlich" behandelbar ist und dass Tabletten "nur" Symptome vertuschen. Die meisten Tabletten wirken "ursächlich" - wobei man darüber streiten kann, ob hinter dieser Ursache noch eine weitere, "tiefere" Ursache steckt.

                        Thomas

                        Unterdrücke ich diese Warnzeichen, wird es sich an anderer Stelle wieder bemerkbar machen, das ist nur eine Frage der Zeit und kann dann aber umso heftiger sein.

                        Einfach eine Tablette einnehmen ist leicht und bequem, aber bedenke jede Pille hat Nebenwirkungen.

                        Denke darüber nach.

                        Gruß Urmeli

                        Kommentar


                        • RE: Tabletten nur Kurzlösung


                          Hallo!

                          Da würde ich doch auch gerne was dazu scheiben.
                          Ich selbst leide an einer sinustachykardie und nehme auch beta-blocker seit mittlerweile fast drei jahren (bin 28). ich war auch immer der meinung, daß tabletten nur vorübergehend genommen werden sollten, nur mein internist hat mir deutlich klar gemacht, wenn diese tachykardie nicht in den griff zu kriegen ist, daß mein herzilein irgendwann den geist aufgeben wird. nun gut, ich nehme jetzt also seit drei jahren beta-blocker und hatte in der zwischenzeit auch zwei kontroll-holter-ekgs (24-stunden-ekg), die sehr deutlich zeigten, wie gut es meinem herz jetzt geht. ich habe einen durchschnittspuls von 72 (vor den tabletten 95), in der tiefschlafphase 45 (vormals 62), also ganz wunderbar und einen tollen nebeneffekt habe ich auch bemerkt: ich bin, was sport betrifft viel belastbarer und das kann nur von vorteil sein.

                          also, jeder, der NICHT auf tabletten angewiesen ist, sollte nicht mit solchen pauschalierungen herumschießen! mein lebensstandard hat sich um 80% verbessert und ich KANN (leider) diese tabletten nicht absetzen, da sonst in kürzester zeit die selbe situation wieder eintreten würde...

                          zu marc: laß mal ein 24-stunden-ekg machen, dann wirst du mehr sehen, ich wünsch dir jedenfalls viel glück!

                          liebe grüße
                          kueka

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                          • @ Urmeli


                            Liebe(r) Urmeli,

                            Sie sollten Mediziner werden und dann am Besten nach allen Ursachen für alle Erkrankungen forschen. Dann wäre zwar die Pharmaindustrie bald pleite, jedoch würde es den Menschen sicher besser gehen.
                            Ich bin völlig Ihrer Meinung. Krankheitsursachen müssen eruiert werden. Jedoch sind die Ursachen oft nicht anders therapierbar, als mit Tabletten. Oder besser: Wofür würden Sie sich entscheiden? Tabletten oder OP? Manchmal kann man die Ursache auch gar nicht operieren. Was dann?
                            Häufig wird der Auslöser auch gar nicht gefunden.

                            Wäre es so, wie Thomas beschrieben hat könnte man eine EPU, so nennt man diese Form eines Therapieversuches, durchführen. Aber es ist eben nur ein Versuch. Leider endet dieser zu oft erfolglos! Dafür muss ein Herzkatheter gesetzt werden. Die Risiken und Komplikationen dieses Eingriffs hier aufzuzählen, wäre unangebracht.

                            Wie Sie auch an dem Beitrag von Kueka erkennen können, berichten fast alle Patienten, die unter einer Beta- Blocker- Therapie stehen, über eine deutlich verbesserte Lebensqualität. Und glauben Sie mir, auch ich schließe mich Kueka an.

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                            Einige Worte noch zu:
                            "Unterdrücke ich diese Warnzeichen, wird es sich an anderer Stelle wieder bemerkbar machen, das ist nur eine Frage der Zeit und kann dann aber umso heftiger sein."

                            --> Diese "Warnzeichen" werden durch Tabletten nicht unterdrückt. Sie werden therapiert. Das ist ein gehöriger Unterschied! Beta- Blocker werden grundsätzlich erst nach ausgiebiger Untersuchung verordnet.
                            Ein Ausbleiben der Therapie kann hingegen schwere Folgen haben.

                            - - - - - - - - - -

                            "Einfach eine Tablette einnehmen ist leicht und bequem, aber bedenke jede Pille hat Nebenwirkungen."

                            --> Muss sie? Oder kann sie Nebenwirkungen haben? Und wenn ja, in welchem Ausmaß? Ich habe bei mir keine bemerkt.
                            Fragen Sie mal Betroffene mit Rhythmusstörungen (HRST), ob sie lieber die ein oder andere kleine Nebenwirkung in Kauf nehmen oder ihre HRST zurück möchten. Ich kann Ihnen die Antwort schon jetzt geben...

                            Ich denke, es ist als anscheinend nicht Betroffene(r) nicht abschätzbar, wie unangenehm solche Symptome sein können. Daher ist ein solcher Tipp wie Ihrer meiner Meinung nach eher unangebracht.

                            Mein Rat war sicher keiner, der ohne Bedenken angewandt werden soll. Ich glaube, das geht aus meinen Kommentaren auch deutlich hervor. Ich habe nicht ohne Grund den Namen des Präparats nicht veröffentlicht. Außerdem sind ALLE Beta- Blocker verschreibungspflichtig. Ein Mißbrauch ist somit nicht nur lebensgefährlich, sondern auch recht schwierig.
                            Der Arzt hat zum Glück also das "letzte Wort"!

                            Kommentar


                            • RE: @ Urmeli


                              Hallo nochmal,
                              habe grade ein 24-Stunden langzeit EKG hinter mir. Am 24. gibts das ergebniss. Halte euch am laufenden!


                              Viele Grüße

                              Kommentar