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depressiv

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  • depressiv

    Wie ich schon im Forum Sexualität beschrieben hatte, habe ich schon seit sehr, sehr vielen Jahren keine Lust auf Sex, weder mit einem anderen Menschen noch mit mir selbst (Selbstbefriedigung). Aus diesem Grund kann ich wohl keine Partnerschaft führen. Freunde habe ich auch sehr wenige. Dabei finde ich beides sehr wichtig. Wenn ich abends von der Arbeit komme, weine ich oft,, manchmal stundenlang. Im Alltag merkt fast niemand etwas. Ich bin zurückhaltend, freundlich und wirke seltsamerweise ausgeglichen. Meine Arbeit macht mir Spaß und ich habe nette Kollegen. Ich fehle fast nie, weil ich krank bin, oder so.Trotzdem kann ich mit niemanden über meine Probleme reden, weil ich sehr distanziert bin. Suchen andere Menschen Kontakt zu mir, weiche ich zurück. Eine klassische Therapie lehne ich allerdings ab, da ich schon einmal schlechte Erfahrungen gemacht habe. Zudem sind diese sehr Zeit aufwendig und ich möchte ja weiter arbeiten. Gibt es die Möglichkeit im Internet einen kompetenten Therapeuten zu dem ich regelmäßig abends Kontakt aufnehmen könnte?


  • RE: depressiv


    Ich bin überzeugt, daß eine psychotherapeutische Behandlung - in welcher Form auch immer - dringend notwendig ist für Dich und daß sie Deine Lebensqualität deutlich verbessern kann. Ich bin auch überzeugt, daß eine Therapie die Zeit wert ist, und ich kann Dich nur ermutigen, Dich selber und Dein Wohlergehen wichtig zu nehmen, wichtiger als Deine Arbeit (die Du für eine Therapie übrigens nicht einschränken mußt!) Ein schlechtes Erlebnis soltle Dich davon nicht abhalten, es gibt so viele verschiedene Therapieformen und Therapeuten, da ist für jeden was dabei! Ich hatte auch einmal Probestunden, die mich total fertig gemacht haben, dann habe ich eben einen anderen Therapeuten gesucht.

    Wenn Du erstmal Infos sammeln willst, kann ich Dir die Seite
    http://www.psycho-ffm.de/
    empfehlen, die haben vor einiger Zeit auch einen Ratgeber Psychotherapie zusammengestellt, den man per Post anfordern konnte. Mail doch mal hin oder ruf an, die können Dir sicherlich weitere Infos geben. Aber kümmer Dich darum, Dein Leben sollte es Dir wert sein - Du hast nur dieses eine, und das sollte entsprechend gut sein!

    Thomas

    Kommentar


    • RE: depressiv


      Hallo Thomas,

      ich arbeite jeden Tag bis 19.30 Uhr, danach hat doch kein Therapeut mehr Zeit, oder? Warum hast du denn eine Therapie gemacht? Was genau hat dir geholfen?

      Kommentar


      • Vielleicht Sport am Wochenende?


        Hallo maria-mond,

        nur ein kleiner Vorschlag, der sich bei mir günstig ausgewirkt hat. Versuche es doch mal mit Sport. Sportliche Aktivitäten heben den Serotonin-Spiegel an. Vielleicht findest du am Wochenende dafür ein bisschen Zeit. Und wenn du dir beim Hausarzt Serotonin-Wiederaufnahmehemmer, wie Citalopram, verschreiben lässt? Man hat auch herausgefunden, dass Omega 3 Fettsäuren depressiven Menschen helfen können (Fischöl).

        Aber mein Vorredner hat schon recht. Du solltest reden oder über deine Sorgen und Probleme schreiben. Irgendwie muss man es rauslassen. Vielleicht möchtest du beginnen über deine Gefühle in einem Tagebuch zu schreiben. Sicher hast du schon darüber gelesen, welche Ursachen Depressionen haben können. Das reicht von schlechter Kindheit, kaltherzigen Eltern, Missbrauch, Gewalt, nicht gestillt worden zu sein, Verlust eines Kindes, traumatischen Erlebnissen bis hin zum Verlust von nahen Menschen oder nicht verarbeiteten Ereignisse im Leben. Irgendwas belastet dich. Vielleicht kannst du auch erst einmal mit einer Brieffreundin o.ä. über deinen Kummer sprechen (bzw. schreiben), ehe du mit den anderen Unterstützungsmaßnahmen (wie eben beschrieben) beginnst.

        Ich wünsche dir ganz viel Glück!

        FreundinSteffi

        Kommentar



        • RE: depressiv


          Also, wenn Du täglich von morgens 8 Uhr bis abends 19.30 arbeitest, dann ist das sicherlich nicht gesund und alleine schon etwas, was Du ändern solltest! Da würde ich auch krank werden... ;-)
          Abgesehen davon bieten aber durchaus manche Therapeuten auch morgens oder abends an, gerade für berufstätige Personen.

          Welche Therapie ich gemacht habe, spielt eigentlich keine Rolle, denn für Dich es wichtig herauszufinden, welche Therapie oder generell was für Dich wichtig und "richtig" ist. Bei Krankheiten (und letzten Endes ist das eine Krankheit) sind Vergleiche oft hinderlich, weil sie die Sicht auf die eigenen Probleme verstellen bzw. weil eben jeder individuell ist, an anderen Sachen "leidet" und deshalb verschieden therapiert weren muß.
          Was mir geholfen hat war auf jeden Fall generell die Beschäftigung mit meinen eigenen Wünschen, Bedürfnissen, Fantasien, wodurch ich mich besser kennegelernt habe und besser in der Lage bin, mich abzugrenzen und mich selbst und meine Bedürfnisse mehr zu berücksichtigen - und dadurch sowohl selber zufriedener bin als auch für andere Personen klarere Konturen gewinnen kann.
          Ich kann es Dir wirklich empfehlen, es ist mti Sicherheit eine bereichernde Erfahrung. Und wenn Du die Zeit von der Arbeitszeit abknapsen mußt, ist es darum garantiert nicht schade!

          Thomas

          Kommentar


          • Dein anderer Beitrag


            Hallo Maria-Mond noch einmal,

            da mich dein "Fall" interessiert hat, habe ich noch mal deinen Beitrag im anderen Forumsraum gelesen. Nun, bin ich mir sicher, dass deine Probleme wirklich von den traumatischen Erlebnissen aus der Vergangenheit herrühren. Mache mir so meine Gedanken.

            1. Dein Vater
            Ich kann mir vorstellen, dass dich das noch immer belastet. Was er dir angetan hat, ist nicht von deiner Seele richtig aufgearbeitet worden. Sicher hat er auch keine Strafe für sein Verhalten bekommen, was es noch schwerer für dich macht. Meine Frage: Hast du sog. Flashbacks? Kommen immer mal wieder in bestimmten Situationen Gedanken an damals zurück? Mein Rat: Sprich darüber. Lebt dein Vater noch? Hast du ihn angezeigt, ihn zur Rede gestellt, mit Anzeige gedroht? Wo war damals deine Mutter? Vielleicht kannst du ehem. Arbeitskollegen von deinem Vater davon erzählen, damit alle wissen, was für ein Schwein er ist oder war. Ich weiß ja nicht, ob er noch lebt. Das täte dir sicher gut. Mir scheint, du verbindest mit Sex. Handlungen nichts Positives. Auch kein Wunder. Dein Vertrauen wurde schließlich missbraucht. Glaub mir, deine Vergangenheit sitzt dir noch ganz erheblich im Nacken.

            2. Der Überfall
            Auch hier hast du es erlebt, wie du Opfer geworden bist. Dich ausgeliefert gefühlt hast, hilflos. Bei intimen Interaktion, wie Sex, muss du dich ja auch hingeben und der anderen Person Vertrauen schenken. Nun, ja - das ist in der Tat schwierig, wenn man das alles hinter sich hat, wie du. Ich glaube, du kannst dich nicht einlassen. Willst die Situation nicht aus den Händen geben.

            3. Trauma?
            Vielleicht findest du im Web Infos über das posttraumatische Belastungssyndrom. Ich denke, du könntest davon betroffen sein. Viele Menschen wissen keinen Namen für ihr Problem. Du hast traumatische Erlebnisse aus der Vergangenheit nicht verkraftet. Sie sind immer noch da, im Hinterkopf. Wenn du aber weißt, warum du in bestimmten Situationen so oder so reagierst, kommst du der Lösung deiner Probleme vielleicht schon etwas näher und erkennst, dass du als Überlebensstrategie genau richtig reagiert hast und dein Verhalten dafür "normal" ist und war.

            4. Deine Einstellung zum Schicksal
            Nun ich bin kein Experte, aber ich denke diese Sichtweise der Welt hat sich bei dir so eingestellt, um irgendwie mit allem klarzukommen. Aber daran solltest du dich nicht so festhalten. Du kannst dein Schicksal ändern, glaub mir. Den ersten Schritt musst du aber selbst gehen, oder dir helfen lassen. Es ist natürlich einfacher, erst einmal zu sagen, so ist mein Leben eben und ich kann nun auch nichts daran ändern, das war für mich so bestimmt. Nur damit kommst du nicht weiter und wirst auf Dauer nicht glücklich. Ich finde es klasse, dass du hier über dein Problem schreibst. Das ist der Anfang. Du bist nun auf dem richtigen Weg. Ich bin sehr zuversichtlich, dass du bald viel zufriedener bist. Ich will hier nicht deine Weltanschauung zerstören, aber du kannst dir ja auch folgendes sagen: Das Leben ist eine Art Weg. Vielleicht ist die Richtung ja grob vorgegeben, aber ich suche mir aus, dass ich den geraden Weg nehmen will, auf leicht begehbaren Pfaden und glücklich werde. Noch scheinst du ein bisschen auf dem beschwerlichen Holperweg unterwegs zu sein, aber du siehst schon, wo man besser voran kommt. ;-) ...hab ich mir das nicht schön ausgedacht? ....alles ein bisschen Galgenhumor...

            5. Nähe

            Wie du im anderen Forum schreibst, machst du dir Gedanken, dass du nie Lust hast. Ich würde erst einmal klein anfangen und dich selbst wieder neu entdecken. Kann mir denken, dass du mittlerweile erotische Gedanken negierst oder du vielleicht sofort neg. Erinnerungen bekommst, wenn du in solchen Situationen bist. Ich hoffe, Erotik kommt irgendwann doch wieder in dein Leben, wenn du erst einmal den ganzen ollen Seelenmüll entsorgt hast. ;-) Entdecke deinen Körper neu und mache dir erst einmal selbst schöne Gefühle. Dabei tut dir keiner Weh und du hast alles voll unter Kontrolle. Da ist nicht Schmutziges dran. Und wenn du selbstsicherer geworden bist und dann mit der Zeit wieder (oder zum erstem mal) weißt, was dir Spaß macht, würde ich mich ganz langsam an Männer rantrauen. Das sagt sich so leicht, ich weiß. Aber vielleicht kannst du irgendwo erst einmal "üben", indem du dir irgendwo ein "Weichei" aufgabelst, bei dem du die Richtung angibst und bestimmst, was gemacht wird. Ein Schüchterner, der vielleicht auch ein bisschen Hemmungen hat. Einer, der dir nichts tuen kann, vielleicht sogar in einer anderen Stadt wohnt, wo du erst einmal ein bisschen anonym bleiben kannst, und wenn du dich dann nicht meldest, ist es auch egal. Ich meine, damit kannst du sehen, wie weit du es psychisch in sex. Hinsicht schaffst, ohne all zu viele Gefühle zu investieren.

            Nun ja, ich denke, wenn du deine Vergangenheit aufgearbeitet hast, wird alles besser für dich. Alles, alles Gute!!! ;-) Ich hoffe, ich habe nicht nur Blödsinn geschrieben.

            Herzliche Grüße von Freundin Steffi

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