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Herz zu groß

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  • Herz zu groß

    Meine rechte Herzhälfte ist größer als die linke, lt. Chefarzt meines Krankenhauses ist das ungewöhnlich und muß geprüft werden. Außerdem befindet sich ein Loch in der Scheidewand zwischen linker u. rechter Herzkammer, so dass angereichertes Blut nicht zu den Organan fließt sondern über das Loch in die Herzkammer und so erneut zur Lunge transportiert wird. Mein Arzt meint, deshalb sei die Herzhälfte rechts vergrößert, weil sie mehr leisten müsse als notwendig. Er schlägt vor, nach einer Detailuntersuchung über ein sog. "Schluckecho" (Ultraschall über die Speiseröhre zum Mageneingang) über ein Gefäß ein kleines Schirmchen in die Scheidewand einzusetzen (Methode, die es angeblich erst seit zwei Jahren gibt), welches das Loch verschließt und so zu einer Rückbildung des überstrapazierten Herzmuskels führen kann. Nebenbei bemerkt, habe ich bisher keine Probleme, ich treibe regelmäßig Sport und bin nur wegen harmloser Herzrhythmusstörungen zur Untersuchung gegangen. Hat jemand Erfahrung mit dieser Methode, ist es überhaupt notwendig, etwas zu unternehmen?

    Charly1


  • RE: Herz zu groß


    Ein Loch im Septum (Herzscheidewand) ist problematisch, da normalerweise der Druck in linken Kammer wesentlich höher ist (entspricht in etwa dem Blutdruck, also 70-130mmHg) als in der rechten (etwa 10-20mmHg) - logisch, denn die linke Kammer muß das Blut durch den ganzen Körper pumpen, die rechte nur durch die Lunge.
    Wenn dazwischen jetzt eine Verbindung besteht, wird erstens die linke Kammer belastet, denn sie pumpt immer einen Teil in die rechte Kammer, muß also mehr oder öfter pumpen, damit der Körper ausreichend versorgt wird. Außerdem wird die rechte Kammer belastet, denn es wird ständig mit hohem Druck Blut hineingepresst, das er wieder rauspumpen muß - also muß auch er mehr leisten!
    Insbesondere bei Belastung (Sport, etc.) wird dadurch das Herz deutlich mehr belastet.
    Mögliche Komlikationen:
    1. der rechte Ventrikel (Kammer) wird dilatiert (vergrößert)
    =>
    - er kann sich nicht mehr so gut kontrahieren und pumpen, seine Leistung sinkt
    - irgendwo erreicht die Dilatation auch die Klappenebene, sie wird gedehnt und die Herzklappen schließen nicht mehr richtig (=> noch mehr Belastung, da ständig Blut wieder zurückfließt)
    - irgendwann wird auch der rechte Vorhof vergrößert, da sich Blut zurückstaut. Dort sitzt aber der Sinusknoten, der "Rhythmusgeber" des Herzens. Bei Dilatation kann das Reizleitungssystem evtl. nicht mehr richtig funktionieren, es kommt zu Herzrhythmusstörungen
    2. der linke Ventrikel wird vergrößert
    =>
    - er muß mehr leisten, die Muskulatur wird dicker, dadurch wird ihre Versorgung schlechter, es kann zu Minderversorgung kommen
    - Klappenproblem wie oben beschrieben (=> Blut fließt zurück => noch mehr Belastung)
    - evtl auch Rückstau in die Lunge (=> "Wasser in der Lunge")
    - evtl. auch Rhythmusstörungen

    Ich will Dir keine Panik machen - das ist einfach die normale Physiologie, reine Physik! Wann das passiert, was davon eintrifft und ob überhaupt, hängt von vielen Dingen ab: Wie groß ist das Loch, wieviel Belastung, persönliche Veranlagung, ...

    Aber prinzipiell ist es eine gefährliche Sache - wenn das Loch zu groß ist, müssen Neugeborene sofort operiert werden, da sie sonst nicht lange überleben!

    Deshalb würde ich mir alles genau erklären lassen, wie bei Dir die Verhältnisse sind, ob bereits Komplikationen vorliegen (auch wenn Du noch nichts davon spürst), wer evtl. die Operation durchführen würde, welche Zahlen es zu dieser Technik gibt (wie lange gemacht, welche Erfahrungen, Erfolgsrate, etc.).
    Dann würde ich mich im Internet schlau machen, was Du dort zu dieser Methode findest.

    Ich würde mich also drum kümmern. Nicht ignorieren, aber auch nicht in Panik verfallen - schließlich hast Du bis jetzt gut gelebt, es ist also kein Notfall. Und durch das Internet stehen Dir ja massenhaft Informationsmöglichkeiten zur Verfügung.

    Gruß
    Thomas

    Kommentar


    • An Thomas


      Wow Thomas. Soviel Wissen..... :-))
      Natürlich zweifle ich Deine Aussagen nicht an, schließlich ist mir Deine Fachkmpetenz bewußt. Sei mir nicht böse, wenn ich einem (angehenden) Arzt Tips gebe. Leider habe ich schon so einige Arztgespräche gehört, die ähnlich ablaufen. Zum dargestellten Fall läßt sich das auch in Kurzform darstellen: "Ein Loch in der Herzscheidewand führt langfristig zum Tode, aber mache Dir in den nächsten zwei Tagen noch keine Sorgen". Für den jeweiligen Patienten ist das immer sehr tröstlich. Charly1 ging als Sportler wegen (subjektiver) Herzrythmusstörungen zum Arzt und ins Krankenhaus. Die bisher allein gültige Diagnose lautet auf eine Vergrößerung der rechten Herzkammer. Wie wurde das festgestellt? Eine spezielle Untersuchung steht doch noch aus, oder lese ich etwas falsch? Auch die Folgebehandlung nach der TEE steht bereits fest, obwohl noch kein Ergebis vorliegt? Also, ich für meinen Teil würde die Beine in die Hand und schleunigst Reißaus nehmen. Eine weitere Untersuchung bei einem renomierten Kardiologen scheint mir dringend angeraten.
      Als medizinischer Laie stelle ich mir die Folgen eines Loches in der Scheidewand auch etwas anders vor: Mit Sauerstoff angereichertes Blut strömt nicht in ausreichender Mende durch den Körper, sondern wird im Herzen nur hin und her gepumt. Damit ist eine Versorgung des Körpers nicht gewährleistet. Nach meinen Vorstellungen müsste der Körper mit „Leistungeverweigerung“ reagieren, also Kurzatmigkeit und Konditionsschwäche. Erst im viel späteren Stadium eventuell auch die von Dir beschriebenen Herzrythmusstörungen.
      Mich würde noch die neue Heilmethode mit „Schirmchen“ interessieren. Kansst Du mir eine URL nennen, damit ich dort nachlesen kann?

      Bitte nehme meine „Arztschelte“ nicht persönlich. Ich freue mich auf Deine Antwort und grüße Dich ganz herzlich.

      Frodo

      Kommentar


      • RE: An Frodo


        Hallo Frodo,
        ich denke, Thomas hat Recht. Wenn ich Charly1 richtig verstanden habe, ist das Loch dwfinitiv da, und dann sollte man's zumachen. Normalerweise wird das ja schon bei Neugeborenen gemacht, wenn man es rechtzeitig entdeckt (aber da geht es manchmal noch medikamentös). Infos über die Verschlußmethode mit "Schirm" findest Du übrigens unter:
        http://www.pflaum.de/hk.dir/1999/a_386-99.html
        Schöne Grüße Ho

        Kommentar



        • RE: An Frodo


          Hallo Ho.

          Vielen Dank für Dein Posting und besonders für die Adresse. Ich werde mir diese Seite bei nächster Gelegenheit zu Gemüte führen.

          Wie Du weist, bin ich ein misstrauischer Mensch. Charly1 schreibt: "Meine rechte Herzhälfte ist größer als die linke, lt. Chefarzt meines Krankenhauses ist das ungewöhnlich und muß geprüft werden. Außerdem befindet sich ein Loch in der Scheidewand.......". Warum muß die Vergrößerung der Herzkammer überprüft werden, wenn die Ursache schon definitiv ermittelt wurde?

          Das menschliche Gehirn ist schon ein Wunderwerk, aber kein technisches Präzisionsintrument. Es kennt, soviel ich weis, keinen Kontrolmechanismus, der sagt Hallo! In der Scheidewand ist ein Loch. Bitte stopfen. Allerdings meldet der Controler Hey Jungs, der Körper bekommt keinen ausreichenden Sauerstoff. Daraufhin werden die Kollegen den Herzschlag erhöhen und vor allem auch die Lunge zu Rekordleistungen veranlassen. Das bedeutet aber doch Herzrasen und Keuchen (natürlich übertrieben). Ich kann mir noch nicht vorstellen, daß solches einem Sportler nicht auffällt. Also: Mein Misstrauen bleibt noch.

          Natürlich hat Thomas mit der Aussage vollkommen recht, daß eine Behandlung unbedingt erforderlich ist, wenn ein solches Loch tatsächlich vorhanden. Wobei aber noch keine übertriebene Eile geboten sein sollte.

          Meine „Schelte“ ging aber in eine andere Richtung. Nämlich die Angewohnheit einiger Ärzte, den Patienten zu verunsichern. Lasse mich das bitte an einem Beispiel verdeutlichen. Als wir erfuhren, daß unser Sohn einen schweren Arbeitsunfall erlitten hatte, eilten wir sofort ins Krankenhaus, und dort auf die Unfallstation. Die Notärztin konnte uns schon das Untersuchungsergebnis mitteilen: Acht Rippen waren 14 (!) mal gebrochen, die Niere war gequetscht und die Milz stark angeschwollen. Unser Sohn war in intensivmedizinischer Behandlung und solange nicht akuter Lebensgefahr, als kein Milzriss einträte. Für diesen Fall war jedoch der Op.-Bereich informiert und in Alarmbereitschaft. Mit dieser Auskunft hätte ich mich gerne begnügt. Doch dann ging es erst richtig los. In epischer Breite wurde uns geschildert, was (u.U. bis zum Tode des Sohnes) in den nächsten Stunden theoretisch noch für Komplikationen eintreten könnten. Davon abgesehen, daß meine Frau erst danach einem Nervenzusammenbruch nahe war, hatte diese Zusatzauskunft doch überhaupt nichts bewirkt. Meinem Sohn ging es danach keinen Deut besser.

          In bezug auf Charly1 bedeutet das für mich, die Information ggf. Eine Behandlung durchführen zu lassen reicht doch vollkommen. Die Darlegung der möglichen Folgen des Leidens ist m.E. fehl am Platze. Thomas (von dem ich wohl annehmen darf, daß er diese Kritik einordnen kann) möchte ich nur einmal die begleitenden Folgen einer solchen Darstellung vor Augen halten.

          Wie immer hoffe und warte ich auf reichlich Beiträge von Thomas und Ho zu den gestellten Fragen.

          Viele Grüße
          Frodo

          Kommentar


          • RE: An Frodo


            Hallo Frodo,
            prinzipiell stimme ich Dir natürlich zu, daß es nichts bringt, alles zu dramatisieren und immer den GAU zu prognostizieren. Besonders in den Medien ist das ja beliebt, und nachdem wir vor kurzer Zeit beinahe alle an BSE, Nitrofen oder Dioxin eingegangen wären, wundert man sich, daß man inzwischen davon praktisch nichts mehr hört. War wohl doch nicht so schlimm...Aber dafür sollen jetzt laut "Ökotest" Badelatschen brandgefährlich sein, weil womöglich Weichmacher durch die Fußsohle inkorporiert werden könnten.
            Naja, man sollte wohl vieles mit ein wenig mehr Augenmaß sehen. Trotzdem fand ich das Posting von Thomas gut und richtig, weil seine Beiträge immer sehr fundiert und informativ sind, und ich meine auch, man sollte Charly1 dazu drängen, etwas zu unternehmen, bevor eventuell Dauerschäden eintreten.
            Schöne Grüße Ho

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