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Bitte helft mir! Ich weiß nicht mehr weiter!

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  • Bitte helft mir! Ich weiß nicht mehr weiter!

    Hallo Leute!
    Ich bin links oberschenkelamputiert und kann seit Jahren keine Prothese mehr tragen. Seit sechs Jahren wohne ich in einem Haus in der dritten Etage ohne Fahrstuhl. Seit ca. viereinhalb Jahren habe ich eine Coxarthrose, d.h. ein fortschreitender, sehr schmerzhafter Verschleiß des rechten Hüftgelenks.
    Bis vor einem Jahr konnte ich die Treppen noch hinunter- und hinauf steigen, manchmal bin ich auf dem Popo herunter und heraufgerutscht.
    Ich muss ganz dringend zum Arzt, eigentlich zu mehreren Ärzten aber ich schaffe es nicht mehr die Treppen hinunter, auch nicht auf dem Popo rutschend, das tut ganz schrecklich weh, ich habe vor ca. einem halben Jahr nur ein paar Stufen geschafft und dachte, ich komme nie wieder zurück in meine Wohnung. Ich bin schon acht Monate ununterbrochen in meiner Wohnung, ich bin sehr oft traurig, an manchen Tagen stehe ich gar nicht mehr auf, weil ich darin manchmal keinen Sinn sehe.Mir ist klar, dass ich mich hängen lasse, doch dieses Wissen hilft mir nicht weiter. Ich habe schreckliche Angst, dass ich bis an mein Lebensende in dieser Wohnung bleiben muss. Kontakte zu anderen Menschen habe ich zur Zeit nicht, doch das ist eine andere, lange Geschichte.
    Mein Sohn, der bei mir lebt, versorgt mich mit Dingen, die ich brauche, darüber hinaus kann er mir nicht helfen, er ist behindert und wäre überfordert.
    Hat einer von Euch / von Ihnen einen Rat für mich, was ich tun kann, um aktuell wieder zu einem Arzt zu gelangen und langfristig wieder ein normales Leben zu führen.

  • Re: Bitte helft mir! Ich weiß nicht mehr weiter!


    Hallo,

    selbstverständlich haben Sie auch als schwerbehinderter bzw. nicht gehfähiger Mensch Anspruch auf ärztliche Betreuung !

    Verschiedene Organisationen (oder evtl. Firmen), etwa das DRK oder der ASB, führen Krankentransporte durch - sitzend oder liegend. Sie werden also in Ihrer Wohnung abgeholt und nach dem Arztbesuch wieder zurückgebracht.

    Hier ein Link (nur als Beispiel):
    http://www.drk.de/angebote/gesundhei...transport.html

    Rufen Sie also **bitte** umgehend Ihren Hausarzt oder einen anderen Arzt Ihres Vertrauens an, bitten um einen baldigen Termin und sagen, daß Sie nicht gehen können und deshalb einen Krankentransport benötigen.

    >> Ich bin schon acht Monate ununterbrochen in meiner Wohnung, ich bin sehr oft traurig, an manchen Tagen stehe ich gar nicht mehr auf, weil ich darin manchmal keinen Sinn sehe.

    Das klingt sehr nach einer Depression. Bitte schildern Sie auch diese Probleme vertrauensvoll dem Arzt.

    Ich bin sicher, daß Ihnen geholfen werden kann. Nehmen Sie also bitte Kontakt zu einem Arzt auf. (Manche Ärzte machen auch Hausbesuche.)

    Gute Wünsche,
    thomas

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    • Re: Bitte helft mir! Ich weiß nicht mehr weiter!


      Hallo,

      ich möchte versuchen Ihnen ein bißchen Mut zu machen.Auch ich bin in einer ähnlichen Lage wie Sie, ich bin aufgrund etlicher Krankheiten nichtmehr "wegefähig", wie es die Ärzte und das Jobcenter so dezent ausdrücken, das heißt, ich bin im Großen und Ganzen auch auf meine Wohnung im 3. Stock ohne Aufzug beschränkt. Und ich brauchte vor einigen Monaten auch ärztliche Hilfe. Ich habe mich im Internet,auf Telefonbuchseiten etc. umgesehen, welcher Allgemeinarzt in meiner Nähe praktiziert, dann habe ich schlichtweg einfach in der betreffenden Praxis angerufen und gebeten mit dem Doktor selbst sprechen zu können. Diesem habe ich mein Problem geschildert und um einen Hausbesuch gebeten. Nun,der 1. Arzt hat dies abgelehnt aber schon beim 2. Anruf und Arzt bekam ich zu hören "das ist gar kein Problem, ich komme morgen nachmittag zum Hausbesuch". Und seither bin ich bei betreffendem Arzt in recht guten Händen. Haben Sie einfach den Mut, tun Sie dies auch, Sie werden sehen, es wird geholfen. Auch Ihre Krankenkasse kann Ihnen sicherlich weiterhelfen, wenn Sie dort einmal anrufen und Ihre Probleme schildern, da bin ich sicher. Weiterhin lege ich Ihnen dringend nahe, sich mit dem für Ihren Wohnort zuständigen DRK in Verbindung zu setzen,die haben nämlich auch die Möglichkeit, Sie von zuhause abzuholen, zum Doktor oder auch woandershin zu fahren und sie wieder nach Hause zu bringen. Und dann wenn sie einen Arzt gefunden haben, bitte lassen Sie sich von diesem eine Überweisung für einen Pflegedienst ausstellen und rufen Sie dann dort an. Diese Menschen können Ihnen bei vielen täglichen Verrichtungen sehr helfen, die Ihr Sohn allein nicht bewältigen kann. Wie steht es bei Ihnen mit einem Schwerbehinderten-Ausweis, haben Sie den schon beantragt? Ich habe diesen beantragen auf Anraten einer Ärztin beim TüV, denn es besteht die Möglichkeit, später, wenn Sie einen Hausarzt haben und einen Schwerbehinderten-Ausweis, dann kann der Doktor Ihnen ein Attest ausstellen, das bescheinigt daß Sie eine Erdgeschoßwohnung brauchen, dieses legen Sie dann zB dem Wohnungsamt oder auch der ArGe vor (so werde ich es nämlich auch machen wenn ich den Ausweis bekomme) und so besteht dann die Möglichkeit auf eine für Sie besser geeignete Wohnung. Aber Step by Step,erstmal bitte klicken Sie sich auf einer Telefonbuchseite im Internet ein und telefonieren mit Ärzten in Ihrer Wohnungsnähe. Sie werden sehen, es ist gar nicht soooo aussichtslos wie es Ihnen im Moment erscheint. Nur nicht aufgeben, einfach alles versuchen nach dem Motto "ein Nein hab ich, ein Ja kann ich kriegen". Sie haben ein Recht darauf, daß Ihnen geholfen wird, reden Sie sich bitte nichts Anderes ein,sie müssen nicht in der Wohnung klebenbleiben. Also hopp, Sohnemann soll einen Kaffee kochen, dann ab zum Anrufen. :-)

      Alles erdenklich Liebe und Gute!

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      • Re: Bitte helft mir! Ich weiß nicht mehr weiter!


        Hallo Thomas,als ich Ihre Nachricht las, dachte ich, der hat leicht reden, das klingt alles so sachlich und, und.....aaaaber dann hatte ich auf einmal die Idee zu tun, was Sie mir empfohlen haben.Ich habe zwar nicht meine Hausärztin angerufen, sondern meine Krankenkasse. Die Sachbearbeiterin sagte, dass ich mittels eines Krankentransportscheines, den mir ein Arzt ausstellen soll, zum Arzt fahren kann. Sie hat mir zwei Adressen von Unternehmen genannt, das DRK und Mediserv und jetzt kann ich endlich zum Zahnarzt, zum Hautarzt , zum Augenarzt und zum Orthopäden.*Danke, danke, danke für Ihre Nachricht. Auf einmal hatte ich den Mut und die Kraft anzurufen und ich habe wieder Hoffnung, seit langer Zeit endlich wieder!
        Ja, ich habe eine chronische Depression, schon seit 18 Jahren, ausgelöst durch den Freitod meines Mannes, aber auch wenn ganz viele Leute das denken, man ist eher weniger traurig bei einer Depression, eher antriebslos, manchmal hoffnungslos und kraftlos. Ich will kein Besserwisser sein. Schließlich hatten Sie Recht mit Ihrer Vermutung. Ich habe mein ganzes Berufsleben lang anderen Menschen geholfen. Ich war in einer Bundesbehörde, dort jedoch von meinen dienstlichen Aufgaben befreit, um mich um die schwerbehinderten Kollegen/innen zu kümmern.
        Aber ich war nie fähig, um Hilfe zu bitten, ich habe fast alles allein gemacht.Ich möchte das gerne erklären, ich weiß nicht, was sich da gerade Bahn bricht, ich bin fast enthusiastisch.
        Als ich eine kleine Göre war, hat sich mein Vater an mir vergriffen, also er hat mich sexuell missbraucht. Ich wollte, dass meine Mutti mir hilft, dass sie meinem Vater sagt, er darf das nicht tun. Aber sie hat sie mir nicht geholfen, sie hatte dazu vielleicht nicht die Kraft. Und ich glaube, damals ist mir ein großer Teil meines Vertrauens zu anderen Menschen flöten gegangen.
        Ich hoffe, dass ich keine Grenzen überschritten habe und Sie nicht gelangweilt habe.
        Sie werden wahrscheinlich nie so richtig begreifen, was Sie für mich getan haben, wenn´s nach mir geht, haben Sie sich das Himmelreich verdient!!!
        Ganz liebe GrüßeGabriele

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        • Re: Bitte helft mir! Ich weiß nicht mehr weiter!


          Hallo, liebe Erica,

          ich habe mich gerade schon bei Thomas bedankt und mich da auch ein bisschen erklärt.

          Jetzt möchte ich Ihnen auch ganz herzlich danken.
          Ich habe ja eine Hausärztin und die macht auch Hausbesuche. Sie war auch schon mal bei mir. Aber Fachärzte wie Zahnärzte, Hautärzte etc. machen keine Hausbesuche. Mir ist vor zwei Jahren eine Brücke förmlich aus dem Mund gefallen, jetzt habe ich im oberen Frontzahnbereich keine Zähne mehr und die restlichen Zähne kann ich auch vergessen. Ich ernähre mich mit halbfüssigen und flüssigen Sachen und Süssigkeiten, die ich lutschen kann. Zu meiner Gehunfähigkeit kommt noch eine wahnsinnige Angst vor zahnärztlichen Behandlungen und weil ich schrecklich aussehe, so ohne Zähne, habe ich mich auch völlig isoliert. Ich habe monatelang außer meinem Sohn und dem Briefträger mit keinem Menschen mehr geredet.
          Ich müßte auch ganz dringend zum Hautarzt, ich habe seit ca. einem Jahr eine Neurodermitis oder eine Schuppenflechte, dass ist noch nicht ganz abgeklärt. Wenn der Briefträger mir etwas gibt, sehe ich, dass er sich vor meinen Ausschlägen ekelt und ich kanns ihm nicht verdenken, es sieht schrecklich aus. Ein weiterer Grund, dass ich mich anderen Menschen nicht zumuten möchte.
          Aber ich habe wieder Mut gefasst, ich habe nicht erwartet, dass die Menschen hier im Forum mir helfen können und es ist so.

          Einen Schwerbehindertenausweis habe ich seit fast vierzig Jahren, ich habe mein Bein mit zwanzig Jahren verloren. Ich war verheiratet, habe nach meiner Scheidung mehr als zwanzig Jahre im öffentlichen Dienst gearbeitet und bin seit ca. sechs Jahren in Rente. Es ist eine Erwerbsunfähigkeitsrente wegen meiner Depressionen, die ich bekam, als mein zweiter Mann sich in unserem Keller erhängt hat.
          Ich kann Ihnen noch so viel Dinge berichten, aber Sie sind ja auch in einer bescheidenen Lage. Ich findes es daher auch richtig supertoll, dass Sie mir trotzdem geschrieben haben.
          Aber Sie haben auch eine Menge bei mir bewirkt. Vielleicht können wir uns noch Mal schreiben, ich weiß nicht, ob Sie Lust haben, mich auf diesem Weg etwas besser kennenzulernen.
          Ich hätte große Lust dazu und ich bin nicht immer eine trübe Tasse.
          Ich glaube SIe auch nicht, kann das sein?!

          Nochmals lieben Dank fürs kümmern.
          Gabriele

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          • Re: Bitte helft mir....


            Hallo Gabriele,

            nein, Sie haben mich nicht gelangweilt. Ich bin nur möglicherweise etwas rot geworden - so überschwänglich hat sich hier wohl noch niemand bei mir bedankt! Freut mich natürlich, wenn ich Ihnen etwas helfen konnte.

            Depressive Zustände sind mir auch nicht unbekannt. Bisher waren Sie glücklicherweise immer nur vorübergehend.

            Sie können gut schreiben und sind vermutlich ziemlich intelligent. Nutzen Sie also Ihre Intelligenz, um Ihr Leben so gut wie möglich zu gestalten. Und lassen Sie bitte, bitte zu, daß andere Ihnen dabei helfen.

            Ich glaube, daß auch Gespräche mit einem (einer) Psychotherapeuten/-in für Sie hilfreich sein könnten. Ihr Mitteilungsbedürfnis ist offensichtlich und in Anbetracht der langen Kontaktarmut auch sehr verständlich. Ein guter Therapeut kann Ihnen verständnisvoll zuhören, auch wenn Sie zur Zeit vielleicht nicht besonders gut aussehen (vgl. Ihre Antwort an Erica). Einem solchen Menschen können Sie in einer geschützten Atmosphäre vieles sagen, was Sie anderen - in "alltäglichen" sozialen Situationen - nicht sagen können oder wollen.
            (Wenn sich durch einen solchen Kontakt eine psychische Entlastung ergibt, könnte dies auch Ihre Gesundheit verbessern, ich denke insbesondere an das Schmerzempfinden und die Haut. Man sagt ja, die Haut sei der "Spiegel der Seele".... Letztlich wichtig ist ohnehin weniger Ihr "objektiver" körperlicher Zustand, sondern wie Sie sich **fühlen**. )

            So, jetzt ist es 3 Uhr nachts. Ich bin wohl ein ziemlicher "Nachtmensch", aber irgendwann sollte man dann doch mal in's Bett gehen ;-)

            Weiter guten Erfolg und viele Grüße aus der Vorderpfalz,
            thomas

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