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Impfung für Säugling

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  • Impfung für Säugling

    Liebe onmeda-Gemeinde,

    ich habe folgendes Problem, welches mich zwar nicht direkt aber indirekt betrifft. Meine Tochter möchte meine Enkelin im Säuglingsalter partout nicht impfen lassen. Sie kommt mit dem Argument, dass die Impfungen eventuell Autismus oder andere Krankheiten hervorrufen könnte. Ich mache mir große Sorgen um meine Enkelin, gerade da jetzt wieder Masern ausgebrochen sind und sogar schon ein Kind gestorben ist. Zu allem Überfluss bin ich im Netz auch noch auf diese Diskussion gestoßen:

    http://www.seniorbook.de/themen/kate...rn-in-betracht

    Kann mir jemand triftige Argumente nennen, dass ich meine Tochter vielleicht noch umstimmen kann, zum Wohl meiner Enkelin?

    Danke im Voraus!
    Marianne


  • Re: Impfung für Säugling

    Liebe Marianne,

    ich kann Ihre Sorgen wirklich gut verstehen und leider hat sich Ihre Tochter sehr durch einige unsägliche Sichtweisen beeinflussen lassen. Leider gibt es überzeugte "Impfgegner", die in jeder Argumentation ausschließlich eine Verschwörung durch die Pharmaindustrie wittern und keine sachlichen Argumente mehr zulassen. Aber vielleicht ist Ihre Tochter ja bereit, noch einmal über die Fakten nachzudenken.

    Kurz zu meinen Infos: Ich selbst habe einige Jahre in der Grundlagenforschung zugebracht. Ich bin keine Ärztin, profitiere also nicht finanziell von Impfungen. Ich habe aber in der nicht-kommerziellen Impfstoffforschung gearbeitet und weiß daher wirklich, was Impfstoffe tun und was nicht.

    Quellen:
    http://www.chop.edu/service/vaccine-...accine-safety/
    http://www.cdc.gov/vaccinesafety/con...ism/index.html
    Toxic Exposures. Second edition. Lippincott Williams and Wilkins, Philadelphia, Pennsylvania 1999., S. 1008.
    http://www.bfr.bund.de/cm/343/quecks...h_seefisch.pdf

    Gute allgemeinverständliche Informationen auf deutsch: http://www.gesundes-kind.de/impfbera...rum-impfen.jsp

    http://www.sueddeutsche.de/gesundhei...acht-1.1898616



    1. Wirkverstärker (Adjuvantien) wie z.B. Aluminiumverbindungen und Squalene in Impfstoffen: Wirkverstärker werden eingesetzt, um die für die Immunantwort nötigen Zellen anzulocken: Bei einer "richtigen" Erkrankung entstehen durch die Viren oder Bakterien Schäden im Gewebe, so dass das Immunsystem auf die Eindringlinge aufmerksam wird. Bei einer Impfung sollen ja gerade die schädlichen Krankheitsauswirkungen nicht auftreten, und es werden inaktive Viren oder Bakterien verwendet, oder nur die Hülle oder sonstige Bestandteile. Daher wird in manchen Fällen ein Wirkverstärker benötigt, um die Immunzellen an den Ort der Impfung zu locken. Dort nehmen Sie dann die Bestandteile des Impfstoffes auf (die Antigene) und in mehreren Schritten werden anschließend Antikörper gegen den Impfstoff gebildet, welche auch bei einer späteren Infektion mit den "richtigen" Krankheitserregern schützen. Diese Adjuvantien bestehen entweder aus einer Aluminiumverbindung (Aluminiumhydroxid) oder Squalenen. Squalene sind ein natürlich vorkommendes, öliges Stoffwechselprodukt und werden in jedem höheren Organismus als Vorstufe für Vitamin D, Steroide, Cholesterin oder Hormone wie Östrogen, Testosteron, Cortisol gebildet. Man findet sie als Öl-Wasser-Mischung in den Adjuvantien AS03 und MF59. Was die Konzentration von Aluminium als Adjuvant angeht: Dieselben Aluminiumverbindungen findet man u.a. in Babynahrung und sogar Muttermilch. Dies ist darauf zurück zu führen, dass jede pflanzliche Nahrung Aluminiumverbindungen enthält. Ein den Empfehlungen nach geimpftes Kind erhält aufgrund der Impfungen in den ersten 6 Monaten insgesamt 4,4mg Aluminiumverbindungen. Ein voll gestilltes Kind allein durch die Muttermilch bereits 7mg, mit Säuglingsnahrung ernährte Kinder 38mg und mit Soja-Nahrung ernährte Kinder 117mg.

    2. Formaldehyd: Formaldehyd wird als natürliches Stoffwechselprodukt vom Körper selbst gebildet und weiter verarbeitet und ist essenziell nötig für die Synthese von DNA und Aminosäuren. Im Körper eines Erwachsenen werden jeden Tag etwa 50g gebildet und wieder abgebaut. (Toxic Exposures. Second edition. Lippincott Williams and Wilkins, Philadelphia, Pennsylvania 1999, S. 1008). Ein Baby von etwa 5kg hat ständig ca. 1,1mg Formaldehyd im Blut. Der Impfstoff mit der höchsten Konzentration an Formaldehyd weist 0,2mg davon auf, die meisten Impfstoffe beeinhalten deutlich weniger (0,02mg - 0,1mg). Formaldehyd ist auch in vielen Früchten wie z.B. Äpfeln und Weintrauben zu finden. Große Mengen wirken toxisch, doch auch hier gilt eindeutig: Die Dosis macht das Gift, und die Dosis in Impfstoffen ist aufgrund der Beispiele als Vernachlässigbar zu bewerten.

    3. Thiomersal: Wird einigen Impfstoffen als Konservierungsmittel zugesetzt, damit es steril bleibt. Thiomersal enthält eine bestimmte Quecksilberverbindung, nämlich Ethyl-Quecksilber, welches sich von dem "normalen" Quecksilber unterscheidet und deutlich schneller abgebaut wird. Ist in keinem Impfstoff für Kinder mehr vorhanden, und auch in Impfstoffen für Erwachsene findet sich das Mittel nur noch in sehr wenigen Präparaten (K. Weisser, K. Bauer, P. Volkers und B. Keller-Stanislawski (2004): Thiomersal und Impfungen. In: Bundesgesundheitsblatt - Gesundheitsforschung - Gesundheitsschutz. Bd. 47, S. 1165–1174.). Die FDA hat hier eine Tabelle, in der die Rückstände von Thiomersal in zahlreichen Impfstoffen aufgezeigt sind. In den meisten Fällen ist Thiomersal nicht nachweisbar, die maximale Rückstandsmenge beträgt 0,01%: http://www.fda.gov/BiologicsBloodVac...fety/UCM096228. Da enthält Speisefisch (je nach Art) um einiges mehr an Quecksilber als jede Impfung! Angaben dazu finden sich in einer Stellungnahme des Bundesinsituts für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin: http://www.bfr.bund.de/cm/343/quecks...h_seefisch.pdf oder http://www.sueddeutsche.de/leben/war...ftung-1.926991

    4. Rückstände von Antibiotika: Zur Produktion einiger (nicht aller!) Impfstoffe werden Antibiotika verwendet, um den Impfstoff während der Herstellung keimfrei zu halten. Es werden keine Antibiotika verwendet, die erfahrungsgemäß Allergien auslösen können (wie z.B. Penicilline oder Cephalosporine). Nach Beendigung der Produktion ist lediglich das Antibiotikum Neomycin überhaupt nachweisbar, trotz genauester Analysemethoden. Die Mengen pro Impfdosis schwanken zwischen 0,025mg und 0,15mg. Eine allergische oder sonstige Reaktion auf diese Rückstände ist bestenfalls theoretisch.

    5. Autismus: Es gibt unzählige wissenschaftliche Studien, die eindeutig beweisen, dass es KEINEN Zusammenhang zwischen Impfungen und Autismus gibt. Eine oftmals zitierte Studie hat sich als pure Lüge erwiesen (http://de.wikipedia.org/wiki/Andrew_Wakefield). Natürlich gibt es autistische Kinder, die irgendwann mal geimpft wurden, ebenso sehr wie sie mal Hustensaft bekommen haben oder sich die Zähne putzen. Wer sich wirklich informieren möchte, findet ebenfalls unter diesem Link zahlreiche Publikationen: http://www.chop.edu/service/vaccine-...cs/autism.html

    6. "Überforderung des Immunsystems": Ab dem Moment, in dem ein Baby den Mutterleib verlässt, wird es mit Milliarden von Keimen konfrontiert. Ein gesunder Mensch besitzt eine körpereigene Bakterienpopulation, die mehr Bakterien beinhaltet als der Mensch selbst Körperzellen hat (http://www.scinexx.de/dossier-detail-563-4.html). Bereits in der ersten Lebenswoche ist ein Baby im Bereich der Nase, des Mundes, der Haut und des Verdauungstraktes mit zehntausenden verschiedener Bakterien besiedelt. Die meisten dieser Bakterien sind harmlos, da das Immunsystem selbst eines Neugeborenen problemlos in der Lage ist, mit diesen Erregern fertig zu werden. Bei diesen natürlichen "Dauerbeschuss" durch Bakterien und Viren aus der Umgebung, fallen die wenigen Antigene aus den Impfstoffen überhaupt nicht ins Gewicht, zumal es sich dabei NICHT um lebensfähige Krankheitserreger handelt!

    7. "Krankheiten durchmachen stärkt das Immunsystem und die Persönlichkeit". Zu dieser gewagten These kann nur gesagt werden, dass bei einer Impfung exakt die gleichen Abläufe im Immunsystem ablaufen wie während der eigentlichen Erkrankung - jedoch ohne mögliche schwerwiegende oder tödliche Folgeschäden. Den einzigen Unterschied kann es geben, dass man nach einer durchgemachten Krankheit in einigen Fällen lebenslang geschützt ist, eine Impfung jedoch aufgefrischt werden muss. Die kürzere Dauer des Schutzes wird dadurch ausgeglichen, dass man die Krankheit nicht bekommt und somit auch keine Folgeschäden. Davon abgesehen sind gerade kleine Kinder sowieso alle Nasen lang krank und das Immunsystem wird sich bestimmt nicht langweilen. Durch Impfungen wird das Kind jedoch vor schwersten und teilweise tödlichen Krankheiten geschützt. Ein Schnupfen hat keine Konsequenzen, viele der früher nicht impfbaren Krankheiten (darunter auch die angeblichen "Kinderkrankheiten") können jedoch in einigen Fällen schwere Folgewirkungen haben. Nur weil der Opa und der Nachbar vom Onkel als Kind Masern und Mumps prima überstanden haben, ist dies kein Beweis dafür, dass diese Kranheiten immer harmlos sind! Gerade Masern werden unterschätzt. Je nach Region treten in einem von 1000 Masernfällen schwere Hinhautentzündungen auf. Eines von 3300 Kindern erkrankt an einer "subakuten sklerosierenden Panenzephalitis (SSPE). Dieser Krankheitsverlauf kann noch Jahre nach der eigentlichen Masernerkrankung auftreten und verläuft immer tödlich.

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    • Re: Impfung für Säugling

      8. Grundsätzliche Reaktionen auf Impfungen: In einigen Fällen tritt eine leichte Rötung und Schwellung an der Impfstelle auf. Dies liegt an der natürlichen Immunreaktion, die lokal an der Impfstelle auftritt und ist ein Zeichen dafür, dass das Immunsystem die Erreger erkennt und bekämpft. Leichtes Fieber kann dadurch auch entstehen. Auch das liegt ausschließlich an der Reaktion des Immunsystems.

      9. Zum Thema Impfschäden: Ja, es gibt Impfschäden, aber bei Weitem nicht so viele wie behauptet! Im Falle von Impfschäden haben einzelne Personen übermaßig stark auf den Impfstoff reagiert, vergleichbar mit einer allergischen Reaktion wie z.B. auf Bienenstiche. Teilweise treten Muskelentzündungen an der Einstichstelle auf und in sehr seltenen Fällen können auch noch nach einem längeren Zeitraum nach einer Impfung gesundheitliche Probleme auftreten, die durch eine individuelle Überempfindlichkeit bedingt wurden. Bei der Impfung gegen Masern beispielsweise tritt in einem von 1.000.000 Fällen eine Hirnhautentzündung auf (zum Vergleich: Bei der Masernerkrankung je nach Region in bis zu einem von nur 1000 Fällen). Dies ist für die betroffenen Familien sehr tragisch. Jedoch handelt es sich um absolute Einzelfälle, so wie manche Kinder aufgrund einer allergischen Reaktion nach einem Insektenstich oder einer Einnahme von Aspirin oder Antibiotika erkrankt oder verstorben sind. Eine 100%-ige Sicherheit gibt es nicht im Leben. Es gibt zahllose Belege dafür, wie häufig welche Erkrankungen auftreten und welche Komplikationen möglich sind (z.B. beim Paul-Ehrlicher-Institut, welches mögliche Impfschäden begutachtet:http://www.pei.de/DE/arzneimittelsic...bank-node.html).

      10. Informationsquelle Internet und Bekanntenkreis: Ganz einfach gilt: Wer etwas im Internet finden will, der findet es auch. Wer lange genug sucht, findet immer irgendwo einen Artikel oder einen sogenannten "Beweis" für jede noch so obskure These. Daher ist umso wichtiger, kritisch zu hinterfragen, wo die Informationen herkommen. Alle hier genannten Thesen sind durch wissenschaftliche Studien in angesehenen, unabhängigen und streng kontrollierten Fachzeitschriften belegt. Dies gilt in der Wissenschaft als Standard. Wer jedoch der Meinung ist, irgendwelchen Verschwörungstheorien aus alternativen oder populistischen Quellen mehr zu vertrauen, wird sich von Tatsachen in seinem Meinungsbild sowieso nicht verwirren lassen. :-) Dies gilt ebenso für persönliche Erfahrungen oder Erzählungen aus dem Bekanntenkreis. Natürlich kennt man immer jemanden, der eine impfbare Krankheit problemlos überstanden hat. Herzlichen Glückwunsch! Dies ist aber absolut kein Beweis dafür, dass das immer der Fall ist. Es gibt verlässliche Zahlen zu Infektionen und den Folgen. Gegen eine harmlose Krankheit würde niemand einen Impfstoff entwickeln.

      11. Und als Letztes: "Impfstoffe dienen nur der raffgierigen Pharmaindustrie". Nun, da kann ich mit einer großen Überraschung auswarten: Ja, die Pharmafirmen sind Unternehmen. Und man stelle sich vor - die haben Mitarbeiter zu bezahlen. Die Entwicklung von Medikamenten jeder Art ist extrem aufwändig und sehr teuer und langwierig. Zudem hat das Unternehmen keine Garantie, dass ein entwickeltes Medikament später auch den strengen Anforderungen genügt und auf den Markt kommt. Mit viel Pech war die ganze Entwicklung umsonst. Warum also sollten die Unternehmen kein Geld verlangen für ihre Arbeit? Es kommt ja auch niemand auf die Idee, vom Autohändler ein kostenfreies Auto einzufordern, bloß weil man es gerne hätte. Wären Sie bereit, ihre Arbeit ohne Lohn zu verrichten, bloß weil irgendjemand es gerne so hätte? Darüber hinaus bleibt zu beachten, dass die Unternehmen an einer Impfung nur so oft verdienen, wie diese auch verabreicht wird. An Medikamenten, die zur Behandlung von Schäden durch die jeweiligen Krankheiten eingesetzt werden müssten, jedoch jahrelang. Die Gewinnspannen sind gerade bei Impfstoffen sehr niedrig. Ein aktuelles Beispiel: http://www.sueddeutsche.de/gesundhei...aria-1.1790427



      Als Nachtrag eine sehr nette rechnerische Überlegung, die ich in einem anderen Beitrag gefunden habe. Die angegebenen Prozentangaben schwanken ein wenig, je nachdem welche Quelle man bemüht, die Grundüberlegung ist aber absolut richtig:

      Unser Körper baut den Impfschutz mit weißen Blutkörperchen auf: Ein Säugling besitzt etwa 10000 weiße Blutkörperchen in einem millionstel Liter Blut. Die für den Impfschutz wichtigen Körperchen sind die Lymphozyten, die ca. 60% der weißen Blutkörperchen ausmachen (also 6000 pro millionstel Liter Blut). In einem tausendstel Liter hat der Säugling also sechs Millionen davon.
      Für den Impfschutz sind aber nur spezielle Lymphozyten nötig (B-Lymphozyten), die etwa 20% ausmachen. Ein Säugling hat 1,2 Millionen in einem Milliliter Blut. Pro Erreger-Bestandteil braucht man ca. 1000 Lymphozyten.
      Da in einer Impfung höchstens 100 Erreger-Bestandteile von B-Lymphozyten erkannt werden müssen, ergibt sich, dass ein tausendstel Liter Blut genug Blutzellen enthält, um zwölf Impfungen zu verarbeiten.
      Der Säugling könnte also mit seinen B-Lymphozyten mit etwas über 1000 Impfungen gleichzeitig fertig werden! Tatsache ist, dass unser Körper diese B-Lymphozyten ständig erneuert, sie werden also nie aufgebraucht.

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