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Herpes - wie gefährlich mit 3 Monaten?

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  • Herpes - wie gefährlich mit 3 Monaten?

    Hallo,

    brauche dringend Expertenrat.

    mache mir Sorgen um meine 3 Monate alte Tochter.

    zur Situation:
    mein Mann hat heute morgen festgestellt dass er Herpes im Mundraum hat. Wurde vom Arzt bestätigt.
    Unsere 3 Monate alte Tochter hat bisher keinerlei Anzeichen.
    Trotzdem mache ich mir Sorgen da meine Nichte gerade mal 11 Tage alt wurde und an dem Herpes-Virus gestorben ist.

    Beim kinderärztichen Notdienst habe ich vorher angerufen.
    Man würde wohl sowieso nur bis zu 4 Wochen etwas unternehmen. Bei älteren Babys wird nichts mehr gemacht.

    Meine Fragen:
    1. wie gefährlich ist das Virus mit 3 Monaten und welche Folgen kann es haben?
    2. kann mein Kind unbemerkt das Virus in sich tragen und Schäden davon bekommen oder merke ich auf jeden Fall in irgendeiner Form, dass meine Maus den Virus hat?
    Sollte ich lieber vorsorglich auch ohne Anzeichen zum Kinderarzt?
    3. wenn der Virus rechtzeitig behandelt wird, wie stehen dann die Chancen, Folgeschäden zu vermeiden?
    4. wie kann festgestellt werden, ob meine Tochter den Virus hat? Blutentnahme etc.?
    5. bringt es in diesem Fall etwas, dass ich meine Tochter voll stille ("Nestschutz")?

    Vielen Dank im Voraus für eine schnelle Antwort.

    Bin wahrscheinlich übertrieben vorsichtig, aber habe eben Angst aufgrund des Todes meiner Nichte.

    Gruß
    s0042943


  • Re: Herpes - wie gefährlich mit 3 Monaten?


    Hallo,
    zu 1: Herpesinfektionen sind insbesondere in der Neugeborenenzeit gefährlich. Aber auch bei Säuglingen und Kleinkindern treten schwere Verläufe auf- insbesondere die Gehirnentzündung (Herpes-Enzephalitis) kann nicht selten tödlich verlaufen und ist häufig mit bleibenden neurologischen Schäden verbunden. Übringens können auch Erwachsene an einer Herpesenzephalitis schwer erkranken.
    zu 2/3: nur bei einer schweren Verlaufsform, bei denen auch das Kind sichtbar krank ist, sind bleibende Schäden zu befürchten- wichtig zur Vermeidung/Verminderung bleibender Schäden ist aber ein möglichst frühzeitiger Behandlungsbeginn. Sollte ihr Kind krank wirken oder/und Fieber oder Bläschen auf der Haut bekommen sollten sie sofort mit ihr zum Arzt.
    zu 4/5: möglicherweise hatten sie selbst bereits Lippenherpes gehabt, dann wird bei ihrem Kind noch ein so genannter Nestschutz vorhanden sein, durch vor der Geburt übertragene Antikörper-trotzdem sollten auch dann entsprechende hygienische Vorsichtsmaßnahmen durchgeführt werden (sorgfältiger Händereinigung, kein Küssen und Schmusen mit ihrem Kind, ggfs. auch Tragen eines Mundschutzes). Ob ihr Kind Antikörper gegen Herpesviren hat kann nur durch eine Blutabnahme festgestellt werden.
    Sprechen sie ihre Sorgen nochmals mit ihrem Kinderarzt ab.
    Viele Grüße
    P. Scheuermann

    Kommentar


    • Re: Herpes - wie gefährlich mit 3 Monaten?


      Liebe s0042943,
      bin auch grad in der Situation (Lippenherpes), so hat der Beitrag mir sehr geholfen.
      Wie hat sich die Infektion bei Deiner Nichte gezeigt?
      Wie sind die Eltern darauf aufmerksam geworden?
      Was heißt, man würde bis zu 4 Wochen was unternehmen, was würde man dann machen, würde man dann auch ohne Symptome was machen?
      Unser Kleiner ist 4 Wochen und 4 Tage nämlich alt und ich bin auch sehr beunruhigt. Habe mir die Herpes Pads gekauft, trage Mundschutz und schrubbe die Hände wie wild... Nun haben wir bis Dienstag Besuch, der auch Lippenherpes hat, da kann ich ja nicht immer dahinter sein, habe natürlich aufgeklärt. Aber vielleicht hat unser Kleiner ja auch diesen Nestschutz, da ich vorher ja auch damit immer mal wieder zu tun hatte.
      Freue mich über eine Antwort, falls Du es liest. Lg Sonnenschein

      Kommentar


      • Re: Herpes - wie gefährlich mit 3 Monaten?


        Was heißt SICHTBAR krank? Sind sie dann eher ruhig und reaktionslos oder schreien sie???

        Kommentar



        • Re: Herpes - wie gefährlich mit 3 Monaten?


          Zunächst mal möchte ich Dir sagen, dass dieser schlimme Verlauf wie bei meiner Nichte nur sehr selten ist. Unser Kinderarzt hat gemeint, es sei vor allem dann kritisch, wenn sich das Kind unter der Geburt ansteckt. Aber die Wahrscheinlichkeit für einen so schlimmen und sogar tödlichen Verlauf bei einem 4 Wochen alten Säugling ist sehr gering. Man darf sich also nicht verrückt machen. Nichts desto trotz rate ich Dir, über Deine Ängste mit einem Arzt zu sprechen. Es ist ein heikles Thema und kann eben doch böse Folgen haben. Allerdings sind ja doch sehr viele vom Thema Herpes betroffen und trotzdem hört man nur sehr selten von so einem Fall wie bei uns in der Familie. Sozusagen wie ein Sechser im Lotto, nur leider im negativen Sinn.
          Bei meiner Nichte ging alles ziemlich schnell. Meine Schwester hat sich gewundert, dass Ihre Kleine so viel geschlafen hat. Dann kam die Frage auf, warum Sie so schlecht trinkt. Sie ist dann zum Arzt, Julie ist blau angelaufen und bekam keine Luft mehr. Es kam leider jede Hilfe zu spät. Man hat hinterher festgestellt, dass wohl die Speisröhre total kaputt war von dem Virus.
          Problematisch war, dass meine Schwester wohl zu den wenigen Menschen gehört, die das Virus nicht in sich tragen. Die meisten haben den Virus und er kommt mehr oder weniger häufig oder auch gar nicht zum Vorschein. Dazu hatte mein Schwager wohl eine besonders schwere Form von Herpes. Diese Konstellation war tödlich. Mein Schwager hat sich zwar von der Kleinen ferngehalten als er das Bläschen bemerkt hat, aber da war es schon zu spät. Da Du selber den Virus in Dir trägst und Euer Sonnenschein schon 4 Wochen ist, würde ich das ganze nicht überberwerten. Da ich jedoch kein Arzt bin und mir auch alles nicht genau merken konnte was er uns gesagt hat (ist ja schon wieder ein paar Monate her, Stilldemenz lässt grüßen ;-) ) würde ich Dir wie gesagt raten, auf jeden Fall nochmal beim Kinderarzt nachzuhaken.
          Hoffe, ich konnte Dir weiterhelfen. Wünsche Dir und Deiner Familie alles Gute!

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          • Re: Herpes - wie gefährlich mit 3 Monaten?


            Ich danke Dir ganz doll für Deine schnelle Antwort. hatte schon bedenken, ob Du überhaupt noch hier reinschaust...

            Es tut manchmal gut, einfach nur über die Ängste zu sprechen, mit denen die es kennen. Ich glaube, ich muss etwas runterfahren, aber es ist eben mein Beschützerinstinkt. Ich glaube, ich habe da auch Verfolgungswahn. Ich selbst kann ja auf mich gut aufpassen. Aber bei Fremden ist es schwierig. Meine Mama habe ich gut angelernt, aber heute der nächste Klopfer. Sollte ich das Haus nicht mehr verlassen, kleiner Scherz. Waren heute auf Besuch (wollen ja tausend Leute den Kleinen kennenlernen) und die Bekannte hatte auch einen Hepres, den ich aber zu spät entdeckt hatte (war recht klein), da war der Lütte schon auf dem Arm bzw an der Schulter. Wange an Wange. Ich bilde mir zur Beruhigung nun ein, dass der schon so gut wie abgeheilt war (blutige Kruste), sonst würde ich noch durchdrehen. Sie hatte ihn aber nicht geküsst. So werde ich mich mal weitertrösten. Weiß aber nicht, ob er hingelangt hat, aber ich glaube, er hatte da nur geschlafen und war ruhig, wenn ich so drüber nachdenke. Werde norgen aber mal beim KiA nachfragen. Da Kinder viel schlafen, ist das sehr schwierig zu erkennen... Aber unser Lütter guckt wenn er munter ist auch sehr munter und direkt einen an und formt seinen Mund, als ob er sprechen wollte. Ich denke, er würde das nicht machen, wenn er krank wäre.
            Weißt Du, wie lange man zittern müsste vor der Hirnentzündung nach einer Ansteckung?

            Grüße Dich ganz herzlich. Lg Sonnenschein

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