• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Hörsturz und beruflicher Stress

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Hörsturz und beruflicher Stress

    Hallo,
    ich hatte am 11.12.2006 einen Hörsturz, der am 13.12.2006 vom HNO-Arzt diagnostiziert wurde.
    Ich bekam eine "Tablettenkur" mit Prednihexal und Ruhe verordnet, da auch der Blutdruck mit 148:115 zu hoch war.Die Überweisung zum Hausarzt wurde veranlaßt.
    Nach 6 Tagen war ich wieder beim HNO-Arzt und er bescheinigte mir einen guten Besserungszustand.
    Allerdings habe ich immer noch einen Pfeifton auf dem betroffenen Ohr.
    Ich wurde als arbeitstauglich eingestuft und war zwischen den Feiertagen wieder im Büro.
    Dort merkte ich sehr schnell, dass ich das "Tempo" nur schwer mithalten konnte und war geschafft und kaputt von der Arbeit.
    Zudem begegnete mir ein Argwohn seitens der Kollegen und des Chefs, der seinesgleichen sucht!
    Mir wurde unterstellt, ich hätte gar keinen Hörsturz gehabt, da ich nicht zur Infusionstherapie im Krankenhaus war.
    Die Vorhaltungen zwecks der Arbeiten, die sich auf das Jahresende hin häufen (ich arbeite in einer kleinen Steuerkanzlei) und die nun andere Kollegen mittragen mussten, werde ich wohl nicht so schnell vergessen!
    Schon im Vorfeld des Hörsturzes war im Büro viel zu tun.
    Dazu kam noch, dass wir an unser Haus anbauen und dass wir eine kleine Tochter von drei Jahren haben.
    Mein Mann ist beruflich die ganze Woche auswärts, Großeltern o. ä. haben wir keine in der Nähe.
    Meine ehrenamtliche Tätigkeit als Schatzmeister unseres Sportvereins tat ihr übriges dazu.
    Meine Frage ist nun, kann ein Hörsturz wirklich durch Überlastung ausgelöst werden?
    Eigentlich fühlte ich mich im Vorfeld nicht ausgelaugt, eher wie ständig "unter Strom", weil es so viel zu tun gab.
    Mein Hausarzt empfahl mir eine "Mutter-Kind-Kur".
    Da ich meinen Arbeitsplatz nicht verlieren möchte, werde ich das wohl nicht machen können,denn einer Kollegin erging es so, dass sie aus "betrieblichen Gründen" entlassen wurde, nachdem sie mit dem Chef über eine Mutter-Kind-Kur gesprochen hatte.
    Zweite Frage:
    Kann ein Hörsturz wieder auftreten?
    Es wäre schön, darüber noch etwas mehr zu erfahren, auch über die "Abstellung" des Pfeifgeräusches.
    Vielen Dank!


  • Re: Hörsturz und beruflicher Stress


    Hallo B.,
    tja, leider gibt es für den Hörsturz bekanntlich ebenso viel Symptome wie Auslöser. In deinem Bericht hast du leider keine Symptome angegeben, die die Diagnose deines Arztes, unterstrichen haben. Bei dir hört es sich aber sehr stark nach einer phsychischen wie physischen Überlastung, deines wohl sehr stark ausgeprägten "ich will es allen recht machen" daseins an......denke mal, das waren erste kleine Warnzeichen, die deinen Tatendrang, mal ein wenig stoppen sollten...also, würde dir den Rat geben, mal einen Gang zurückzuschalten und du wirst sehen, dass wird deinem Tinitus auch ein wenig einbremsen...Und wenn deine Kollegen einen Hörsturz verharmlosen und dich sogar noch damit aufziehen, gebe ihnen doch einfach mal den link dieser Seite, dann sehen sie, was ein Hörsturz wirklich sein kann und wie er behandelt wird.
    In diesem Sinne wünsche ich dir eine gute Besserung.


    viele liebe Grüße
    jürgi

    Kommentar


    • Re: Hörsturz und beruflicher Stress


      Hallo Jürgi,
      danke für Dein Posting!
      Ja, Du hats es richtig erkannt, ich will es immer allen recht machen! Ist mir aber erst richtig aufgegangen, als Du das so formuliert hast.
      Tja, meine Symptome sahen so aus, morgens unterhielt ich mich im Büro mit meiner Kollegin. Und plötzlich "drehte" jemand mein linkes Ohr ganz leise! Von einem Moment zum anderen.
      Ich dachte zuerst an eine Erkältung, wird schon wieder, und stopfte mir Papier ins Ohr.
      Das dumpfe Gefühl blieb, dazu kam ein Pfeifton (wie Testbild TV, nur höher), der sich veränderte, wenn ich z.B. die Klospülung drückte oder wenn zwei Teller aufeinandergestellt wurden.
      Da mein Mann selbst zwei Hörgeräte trägt (Otosklerose) schechte er mich zum Arzt.
      Von alleine wäre ich wohl nicht hingegangen.
      Ein Glück, denn bei sowas sollte man schnell handeln.
      Das Unverständnis im Büro hat mich geschockt.
      Ich bin kein "Blaumacher" und war in den ganzen Jahren nur ein paar mal krank gewesen. Meist bin ich, sobald es irgendwie ging, wieder ins Büro, auch wenn ich für eine ganze Woche die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vom Arzt hatte.
      So wird das einem gedankt!
      Jedenfalls danke ich Dir nochmal, es tat mir gut, Dein Posting zu lesen.
      LG Bettina

      Kommentar


      • Re: Hörsturz und beruflicher Stress


        Insbesondere von der Laienpresse wird der Hörsturz gern auf Stress zurückgeführt. Hr. Platzek ist ein entsprechendes Beispiel. Tatsächlich gibt es keinen Beweis dafür, dass derHörsturz durch Stress ausgelöst wird und es entspricht auch nicht meiner klinischen Erfahrung. Das Risiko einen zweiten Hörsturz zu erleiden ist nicht wesentlich erhöht. Von meiner Seite aus ist der Hörsturz kein Grund für eine Kur und auch kein Grund die Arbeit nach ein paar Krankeheitstagen nicht fortzusetzen.

        Kommentar



        • Re: Hörsturz und beruflicher Stress


          lieber Herr Sückfüll,
          wenn Sie schon Laienbeiträge anzweifeln, dann bitte doch richtig.
          Bewiesen ist es wohl nicht, dass Stress einen direkten Hörsturz, herbeiführen kann, aber eben auch nicht das Gegenteil. Stress ist IMMER schädlich und das wird aus Studien, auch wohl Ihnen bekannt sein und dürfte somit bei der Enstehung eines Hörsturzes, wohl auch seinen teil dazu beitragen. Erwiesen oder auch nicht.Zu einer weiteren Aussage von Ihnen über die Arbeitsfähigkeit eines Patienten oder Users hier, können Sie sich gar kein Urteil bilden, weil sie ja gar nicht wissen, wie er sich physisch oder und auch phsychisch,fühlt. Ich war z.B. nach meinem Hörsturz 3 Monate krankgeschrieben und auch eine evtl.Kur, hätte ich durchaus beantragen können, da hatte ich schon das ok, meiner Krankenkasse. Auch sagten Sie schon einmal zu einem Beitrag zu dem Medikament Tentral, es würde nach 4 Wochen nichts mehr bringen es zu nehmen. Ich habe laut Anweisung meines HNO u. meines Hausarztes 8 Monate lang Tentral 600 genommen und nach 8 Wochen langer u. völliger Taubheit auf einem Ohr, bin ich nun wieder zu fast 100,% beschwerdefrei. Studie hin, Studie her, auch wenn sie es nicht gerne hören wollen, man sollte, wenn man Zweifel hat, immer die Meinung eines 2. Arztes, in Betracht ziehen. Ich finde um eine Objektive Bewertung der einzelnen anfragen hier abwickeln zu können, sollten Sie Ihre Anregungen , doch ein wenig gründlicher formulieren, um so, missvertsändnissen vorzubeugen.

          In diesem Sinne
          herzlichst
          User jürgi00

          Kommentar


          • Re: Hörsturz und beruflicher Stress


            Sehr geehrter Herr Suckfüll,
            danke für Ihr Posting!
            Ich muß sagen, dass ich nun wieder verunsichert bin.
            Welche Ursachen kann denn ein Hörsturz haben?
            Die erste Frage meiner Ärztin war die nach der Arbeitsstelle, was ich sonst so zu erledigen habe, familiäres Umfeld etc. und
            ob ich gestresst sei.
            Sie riet mir auch zu absoluter Ruhe, von Weihnachtsvorbereitungen, die das Mass übersteigen, hat sie mir dringend abgeraten.
            Nun, ich habe Vertrauen zu meiner Ärztin.
            Auch mein Hausarzt, zu dem sie mich überwiesen hatte, führte ein langes Gespräch mit mir. Er riet mir zu der Kur.
            Ich bin bestimmt nicht jemand, der froh ist, seinem Arbeitgeber den "Gelben Schein" präsentieren zu müssen.
            Dennoch steht Ihr Posting im Gegensatz zu all dem.
            Nach dem Motto "Ist ja nur eine Kleinigkeit"!
            Nebenbei bemerkt war ich zwischen Weihnachten und Neujahr wieder im Büro.
            Nach den "ein paar Tagen zu Hause".
            Fakt ist, dass der "Fiepton" in meinem Ohr immer noch nicht weg ist und dass ich merke, es wird schlechter, wenn ich Termindruck habe.
            Nun ja, trotz alledem habe ich beschlossen, da, wo es geht, etwas kürzer zu treten.
            Auch wenn es wissenschaftlich nicht bewiesen ist, dass Stress der Auslöser eines Hörsturzes sein kann.
            Wahrscheinlich habe ich zu viel Laienpresse gelesen, das in mein Unterbewußtsein übertragen, und zack - war der Hörsturz da!
            Bettina

            Kommentar


            • Re: Hörsturz und beruflicher Stress


              Hi Bettina,
              nach Deinen Schilderungen kann ich mir gut vorstellen, dass Du nicht nur beruflichen Stress hast, sondern Dich rundrum überforderst und das dauerhaft. Bekömmlich bleibt das weder für Körper noch für Seele. Die Einsicht dessen wäre ein erster Schritt. Erkenntnisse in Entschlüsse umzusetzen ist ohne Hile Dritter oft fast unmöglich.
              Eine Kur schafft Distanzen, Du solltes sie nutzen.
              Alles Gute und Carpe Diem Konrad1

              Kommentar



              • Re: Hörsturz und beruflicher Stress


                Hallo,

                Stress ist nicht unbedingt der Auslöser für einen Hörsturz bzw. ist es wohl wissenschaftlich nicht nachgewiesen. Das ist wohl so richtig ..!!

                Ich kann nur aus meiner Erfahrung heraus berichten, dass ich vor meinem Hörsturz nach außen hin nicht unbedingt Stress hatte. Ich bin eher eine gelassener Typ, der alles sachlich und mit genügend Abstand angehen kann. Im Unterbewusstsein war ich wohl doch etwas überfordert => viele Dienstreisen, kleine Kinder, viel Sport (ja, auch Freizeitstress kann Stress sein).

                Auf jeden Fall war ich nach dem Hörsturz (egal, ob durch Stress oder was auch immer ausgelöst) ziemlich down ... und ich war 6 (!!) Wochen krank geschrieben ... ich war total ausgebrannt. Alles war mir zuviel. Ich hatte aber einen sehr verständnisvollen Arzt ... und letztendlich hat die Ruhe mir sehr gut geholfen.
                Ich denke, dass man wegen eines Hörsturzes nicht unbedingt lange krank gechrieben sein ... aus rein medizinischer Sicht. Aber auf Grund der Folgen des Hörsturzes, und das wirkt sich bei jedem Menschen anders aus ...

                Und, übrigens, ich war davor 10 Jahre lang überhaupt nicht krank gewesen .... !!!!

                @Bettina
                Mein Vorgesetzter war sehr verständisvoll ... !!! Ich kann dich gut verstehen wegen Deines Arbeitsplatzes ... mit manchen Chefs ist eben nicht zu reden. Und ich weiß auch, dass die Umwelt darauf sehr unterschiedlich reagiert, auch in der eigenen Familie. "Fiepton, was ist das schon?" Man sieht es nicht ... Ich rede seit Jahren überhaupt nicht mehr davon ... höchstens mit Betroffenen, die können mich da wenigstens verstehen.

                Bezgl. des Piepsens ... ich will Dich nicht erschrecken, aber ich habe schon seit 10 Jahren einen Tinnitus ... aber ich kann heute SEHR GUT damit leben. Nach dem Hörsturz war mein Geräusch auch intensiver, aber ich habe schon so viel Höhen und Tiefen durchgemacht, so dass ich weiß es ist mal schlimmer und auch mal wieder besser. Ich kenne auch Betroffene bei denen der Ton wirklich auf einmal einfach verschwunden war. Es ist zwar schwierig, aber denk einfach nicht zuviel darüber nach. Vielleicht solltest Du doch noch eine Infussionstherapie nachholen ... auf jeden Fall beruhigt es die Psyche und vielleicht hilft es ja auch. Ich war damals ruhiger als alle organischen Krankheiten/Auslöder ausgeschlossen wurden. Spreche auf jeden Fall noch mal mit Deinem HNO ... evtl. auch einfach mal´den Arzt wechseln.

                Ich wünsche Dir auf jeden Fall gute Besserung.

                LG, Peter

                Kommentar


                • Re: Hörsturz und beruflicher Stress


                  Hallo an alle,
                  danke für Eure Postings!
                  Ich war gestern bei der HNO-Ärztin zum Hörtest.
                  Sie bescheinigte mir ein völlg gesund(det)es Gehör.
                  Hallelujah!
                  Ich bin so froh!
                  Der "Fiepton" ist auch fast weg.
                  Ich habe einiges geändert.
                  Erstens, die Arbeit als Schatzmeister unseres Vereins in Bälde aufgeben.
                  Zweitens, Steuererklärungen für Freunde und Bekannte spätabends anfertigen - nöö!
                  Drittens - neue Stelle suchen, da mir die Art und Weise, wie mit meinem Hörsturz umgegegangen wurde, gründlich míßfällt.
                  Viertens - egoistisch sein!
                  Wenn ich Ruhe brauche, nehme ich sie mir!
                  Egal, ob Haushalt nicht blitzblank ist!
                  Tja, ich hoffe, das genügt, damit ich nicht wieder "zurückfalle".
                  Danke nochmal an alle, die geantwortet haben!
                  LG Bettina

                  Kommentar