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"Spiegel" zum Hörsturz

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  • "Spiegel" zum Hörsturz

    Auf mindestens 17000 wird die Zahl der Menschen geschätzt, die alljährlich neu in Deutschland an einem Hörsturz erkranken. Mit einem nervtötenden Klingeln und Rauschen im Ohr gehen sie zum Arzt, Abertausende von ihnen bekommen Dextranlösungen, Glukokortikoide, Betäubungsmittel, Hydroxyethylsärke, Ginkgoextrakte und manches mehr in den Blutkreislauf gespült. Viele Stunden hängt ein gutgläubiger Patient jeweils am Tropf, das Ganze muss er bis zu zehnmal über sich ergehen lassen. Doch die scheinbar so ausgeklügelte Infusionsbehandlung ist therapeutischer Trug. Die Substanzen wurden in Studien mit anderen Therapien und Scheinmedikamenten verglichen: Die Wirksamkeit keiner einzige Substanz konnte wahrscheinlich gemacht, geschweige denn belegt werden.
    Im Gegenteil: Die Infusionstherapie kann lebensgefährlich werden, warnt der Wuppertaler Internist Johannes Köbberling. Beispielsweise, wenn Bakterien über den Infusionsschlauch in den Körper geraten und - was schon vorgekommen ist - eine tödliche Blutvergiftung auslösen.
    Zwar gibt es unter Infusionstherapien sehr viele gute Verläufe, aber das hat einen banalen Grund: In bis zu 90 Prozent der Fälle gehen die Symptome des Hörsturzes von allein zurück. Kein Wunder also, dass Ärzte gern Substanzen und Chemikalien in anderer Leute Körper spülen und dies Geschäft mit den "traditionell guten Erfahrungen" begründen. Die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde schlägt die einträgliche Infusionstherapie, die ihren Mitgliedern und anderen Ärzten jedes Jahr schätzungsweise knapp 500 Millionen Euro einspielt, in einer Leitlinie vor - und rechtfertigt das mit "Intuition" und "persönlicher Erfahrung".


  • RE: "Spiegel" zum Hörsturz


    Das ist ja mal interessant!

    Danke für den Bericht!

    Kommentar


    • RE: "Spiegel" zum Hörsturz


      Passt gut zu meiner Erfahrung:
      Möglichst häufig wiederholte Hörtests, div. Computermessungen und Ins-Ohr-Gucken, Beratung, bei der man nur sehr invollständig informiert wird, dann Standardbehandlung (von der man gerade lernt, dass sie - wenn überhaupt - auf einem Placeboeffekt beruht). Hauptsache, man kann möglichst viele Ziffern aufschreiben...
      Und da wundern sich die Mediziner über mangelndes Patientenvertrauen...

      Kommentar