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Ursache von Tinnitus

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  • Ursache von Tinnitus

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Suckfüll,

    ich (28 Jahre) habe seit fast 13 Jahren einen Tinnitus (vor allem auf dem linken Ohr, wobei ich mittlerweile nicht mehr deutlich sagen kann, ob es nicht auch auf der rechten Seite rauscht). Ich kann damit - nach anfänglichen Schwierigkeiten - sehr gut leben und höre ihn eigentlich nur noch, wenn ich mich darauf konzentriere. Mein Hörvermögen ist auch nicht eingeschränkt.
    Angefangen hat es nach einem Diskobesuch, ich stand sehr nah an den Boxen und als ich auf dem Heimweg war, habe ich das Piepen im Ohr bemerkt, das seither mein stetiger Begleiter ist.
    Ich war damals beim HNO, habe Infusionen und Ginkgo-Tabletten bekommen, aber es half nichts, der Tinnitus ist über die Jahre aber auch nicht schlimmer geworden.

    Nun habe ich mal in einem Artikel gelesen, dass Tinnitus sehr unterschiedliche Ursachen haben kann, dass dahinter auch andere ernstere Erkrankungen (Blutdruckprobleme, bis hin zu Hirnhautentzündung, Multiple Sklerose, Durchblutungsprobleme der Halsgefäße etc.) stecken können.

    Bei mir wurden aber nie andere Untersuchungen gemacht, ich hatte eigentlich immer den Diskobesuch als Ursache gesehen, da es ja direkt danach losging und ich auch bis heute sehr lärmempfindlich bin.
    Ich wurde vor einiger Zeit mal von einem HNO gefragt, ob damals ein MRT oder CT gemacht wurde, was nicht der Fall war.
    Hätte man das machen sollen? Wozu?

    Allerdings sind mittlerweile so viele Jahre vergangen, dass ich denke, dass sich eine schwerwiegendere Krankheit schon lange geäußert hätte, oder? Ein Ultraschall der Halsgefäße wurde mal aufgrund meiner Migräne gemacht, alles ok.
    Soll ich mich nun noch mal untersuchen lassen? Wenn ja, worauf genau?

    Oder ist der damalige Diskobesuch auf jeden Fall als Ursache für den Tinnitus verantwortlich?

    Vielen Dank für Ihre Hilfe!


  • Re: Ursache von Tinnitus


    Ich rate Ihnen sich bei einem HNO-Arzt vorzustellen, damit dort ein Hörtest angefertigt werden kann. Insbesondere ein Hörtest bis 16kHz kann eine Innenohrschwerhörigkeit als Ursache für den Tinntius nachweisen. Ein MRT wäre auch keine all zu schlechte Idee. Seltene Tumore am Hörnerven können Sich mit Tinnitus bemerkbar machen. Es handelt sich dabei um ein so genanntes Akustikusneurinom. Dieser Tumor ist gutartig und wie gesagt, als sehr seltene Ursache des Tinnitus zu sehen.

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    • Re: Ursache von Tinnitus


      Sehr geehrter Herr Dr. Suckfüll,

      ein Hörtest wurde erst vor kurzem bei mir gemacht, mir wurden keine genauen Werte genannt (das kann ich natürlich noch mal nachfragen), aber mir wurde gesagt, dass mein Gehör sehr gut ist, besonders auf dem Tinnitus-Ohr.
      Sollte ich dennoch auf eine weitere Untersuchung bzw. MRT bestehen?
      Kann so ein Akustikusneurinom denn schon in meinem Alter (28) vorkommen?
      Ich habe doch sonst gar keine Beschwerden. Bin nun etwas beunruhigt, da ich von so einem Tumor noch nie gehört habe und meinen Tinnitus immer auf den Diskobesuch geschoben habe (da er ja direkt danach auftrat und ich wirklich sehr nah an den Lautsprechern stand).
      Soll ich es also nach so langer Zeit noch mal abklären lassen?

      Vielen Dank.

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      • Re: Ursache von Tinnitus


        Ich empfehle die Abklärung mittels Hörtest. Wenn Sie besorgt sind, bitten Sie ihren HNO Arzt ruhig um das MRT. Wie gesagt, ein Neurinom ist eine sehr seltene Ursache! Allerdings kann es auch schon in Ihrem Alter auftreten. Letztendlich können Sie bei tatsächlich vollkommen normalem Gehör auch einen so genannten Tinnitus-Masker, oder Noiser ausprobieren. Gibt es bei jedem Hörgeräteakustiker.

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        • Re: Ursache von Tinnitus


          Sehr geehrter Herr Dr. Suckfüll,

          vielen Dank für Ihre Auskunft.

          Ich habe in meinen Unterlagen einen Befund gefunden. Bei mir wurde 2001, also 1 Jahr nach Auftreten meines Tinnitus, eine MRT des Kopfes mit Kontrastmittel (u.a. wegen meiner Migräne mit Aura) angefertigt.
          Hier der Befund:

          "Klinisch: Tinnitus aurium li., Migräne-Diagnostik.
          Untersuchung des Kopfes in transversaler Schnittführung in der Express-Sequenz und in der T1-Wichtung mit Gadolinium-Applikation und Dünnschicht-Untersuchung der Felsenbeine in der T1-Wichtung vor und nach Gadolinium-Gabe.

          Altersentsprechende Weite der äußeren und inneren Liquorräume. Mittelständiges, nicht deformiertes Ventrikelsystem. Keine Liquorzirkulationsstörung. Normales Signalverhalten der Marklager beider Hemisphären, der Stammganglien, des Hirnstamms und der Kleinhirnstrukturen. Kein Anhalt für einen Hirn-Tm sowohl supra- als auch infratentoriell. Normale Größe der Hypophyse.

          Regelrechte Signalgebung der Felsenbeine. Die intrameatalen neuronalen Strukturen lassen sich in typischer Weise differenzieren. Keine Hinweise auf ein AKN bzw. eine sonstige tumoröse Raumforderung im cerebellopontinen Bereich.

          Beurteilung: Altersentsprechende Hirnstrukturen. Unauffällige Verhältnisse an den KHBW. Kein AKN. Miterfasste NNH frei belüftet."

          Zum Zeitpunkt der MRT hatte ich den Tinnitus schon über 1 Jahr und es wurde ein Akustikusneurinom (ich nehme an, das ist die Abkürzung AKN?) ausgeschlossen.
          Danach kann es ja nicht mehr entstanden sein, da ich den Tinnitus ja vorher schon hatte.
          Mein HNO hat gesagt, dass man mit meinem Befund schwerwiegende Erkrankungen ausschließen kann und nun keine weitere Untersuchung notwendig ist.
          Was meinen Sie: Das MRT ist 11 Jahre her, sollte nun noch mal eins gemacht werden?
          Ich muss wegen meiner Migräne sowieso noch mal zum Neurologen, ich könnte das dort ansprechen.

          Vielen Dank für Ihre Einschätzung.

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