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Problem auf dem oder IM Kopf??

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  • Problem auf dem oder IM Kopf??

    Hallo zusammen!

    Ich wende mich heute mal hilfesuchend an dieses Forum, obwohl ich – im Vergleich zu anderen hier – vermutlich eher ein Luxusproblem habe.
    Beziehungsweise: Ich fühle mich extrem unsicher, worin genau mein Problem besteht und ob es eher auf körperlicher bzw. auf psychischer Ebene stattfindet.

    Aber ich erzähle mal lieber der Reihe nach.
    Also, eigentlich hatte ich nie Ärger mit meinen Haaren, die waren immer üppig, voll, kompakt und wirkten durch eine Naturwelle auch immer extra füllig. Phasen von leicht erhöhtem Haarausfall hatte ich schon öfter (nach Absetzen der Pille oder bedingt durch die Jahreszeit), da sich das Problem aber immer wieder von selbst gelegt hat, habe ich mich darüber nie großartig aufgeregt.

    Im Frühjahr des vergangenen Jahres hatte ich eine extrem stressige Phase (12 – 14 Stunden Arbeit am Tag, teilweise nur etwa drei Stunden Schlaf pro Nacht). Danach bemerkte ich erstmals eine leichte Schuppenbildung auf meiner Kopfhaut. (Ich weiß nicht, ob das vielleicht schon zuvor der Fall war, aber aufgefallen war es mir nie). Weil ich nicht unbedingt der Typ bin, der gleich zum Arzt rennt, versuchte ich, dem Problem mit einem Anti-Schuppen-Shampoo beizukommen. Und nachdem die Flasche leer war, vergaß ich das Ganze wieder.

    Im Herbst hatte ich dann den Eindruck, mehr Haare als gewöhnlich beim Waschen zu verlieren. Doch aus weiter oben genannten Gründen dachte ich mir auch dabei nichts, bis meine Friseuse dann in einem Nebensatz bemerkte: „Übrigens musste ich diesmal etwas mehr abschneiden, irgendwie sind deine Haare an den Spitzen etwas dünn geworden…“
    Dieser Satz versetzte mich in regelrechte Panik. Klar, dass das der „vermehrte“ Haarausfall die Ursache für die „dünnen“ Spitzen sein musste, dachte ich mir.

    Von da an verfiel ich in einen gewissen panischen Aktionismus, probierte ein gutes Dutzend Shampoos durch – und erwischte dabei irgendwann eines, das ich anscheinend überhaupt nicht vertrug. Das war irgendein Naturshampoo aus dem Reformhaus, also eigentlich etwas (angeblich) ganz Gutes und Schonendes, nur wohl nicht für meinen Kopf geschaffen. Nach jeder Haarwäsche sah das Duschsieb ganz übel voll aus. Ich zählte also mal durch (blöde Idee, ich weiß) und war erschrocken, wie viele das waren. (Zwar noch im Rahmen der erlaubten 200, aber trotzdem, so viel war das vorher nie…). Von da an war ich super gestresst wegen meiner Haare, hatte nur noch die Zahlen im Kopf, traute mich kaum noch, meine Haare anzufassen geschweige denn, richtig durchzuwaschen – und dann ging es erst so richtig los. Allein beim morgendlichen Kämmen waren es (an Nicht-Waschtagen) plötzlich 40 – 60 Stück und am Tag kommt ja noch mal so einiges dazu. Praktischerweise haben wir zu Hause Parkett und im Bad weiße Fliesen, und überschulterlange, dunkle Locken fallen da natürlich sehr auf.

    Ich hatte immer noch die leise Hoffnung, mir das Ganze vielleicht nur einzubilden. Aber der nächste Friseurbesuch war dann der Horror: Meine Friseuse legte mir dringend nahe, mich mal durchchecken zu lassen – erklärte aber auch, dass ihr beim letzten Mal (der Besuch mit den „dünnen Spitzen“) kein Haarausfall aufgefallen wäre, während ich ihn mir ja bereits eingebildet hatte. Netterweise gab sie mir aber wenigstens noch mit auf den Weg: „Du hast Glück, du hast zwar feine, aber unglaublich viele Haare, sonst würde man das vielleicht sogar schon sehen…“
    Sie fragte mich dann, ob ich manchmal das Gefühl hätte, dass meine Kopfhaut juckt.
    Davor war das eigentlich nicht der Fall. Nachdem ich verstärkt darauf achtete, plötzlich schon.

    Ich hab dann alles durch: Hautarzt, großes Blutbild, Hormoncheck.

    Der Dermatologe hat sich die Kopfhaut kurz angesehen und meinte: „Hmm, wird wohl trockene Kopfhaut sein, Sie haben ja eh´ trockene Haut, waschen Sie mal mit mildem, rückfettendem Shampoo.“ Allergietest hat er auch gemacht, da hat aber nur eine Sache angeschlagen: Irgendein Färbemittel. Das könne aber nicht die Ursache sein, meinte der Doc, da meine Haare nicht gefärbt sind. Ich benutze sowieso eigentlich nix außer Shampoo, also auch kein aggressives Spray /Gel, keinen Conditioner und lasse (so möglich) immer an der Luft trocknen. Ich habe dem Arzt von der Aktion mit dem Anti-Schuppenshampoo und der Stressphase berichtet und er meinte: „Na, da haben wir´s doch! Austrocknung der Kopfhaut durch Stress und durch unsachgemäße Anwendung von Anti-Schuppenshampoo – die sind für fettige Schuppen, wussten Sie das nicht?! - hat es die Sache nur noch schlimmer gemacht.“ Und als ich ihn auf das Kopfjucken ansprach, meinte er, das sei zum Einen durchaus eine Begleiterscheinung bei trockener Kopfhaut, könnte in Anbetracht der Umstände aber auch psychosomatisch sein.

    Beim Gynäkologen war ich sowieso zum Routinecheck: Auch alles „normal“.

    Hausarzt stellte ein eigentlich tolles Blutbild fest (Eisen okay, Zink super, alles andere auch schick, nix zu meckern). Nur eine leichte Unregelmäßigkeit bei den Schilddrüsenhormonen fiel ihm auf. Er meinte aber, das könnte auch eine normale Schwankung sein, das müsste man in zwei Monaten noch mal gegenchecken, bevor er mir da irgendwas verschreibt. Ist ja auch richtig so, nur ich dachte natürlich: Boah, nix is, in zwei Monaten ist von meinen Haaren doch nix mehr übrig…!

    Allerdings beherzigte ich den Rat des Dermatologen und besorgte mir ein mildes Shampoo für trockene Kopfhaut. Außerdem nahm ich vorsorglich Priorin ein, weil ich dachte: Im schlimmsten Falle nützt es nichts, im besten hilft es. Zusätzlich „besserte“ ich meine Ernährung mit ein paar handelsüblichen Vitamintabletten auf (ich esse allerdings sehr gesund, fettarm, aber nicht vegetarisch mit viel Gemüse und täglich Obst, Fehlernährung würde ich als Ursache also ausschließen).

    Und siehe da: Nach kaum zwei Wochen wurde es besser. Der morgendliche Haarausfall ging rapide zurück und auch beim Waschen hielt sich das Drama bald wieder sehr in Grenzen.
    Der Gegencheck beim Doc nach zwei Monate ergab: Alles hübsch, alles (wieder?) im Rahmen.
    Und meine Friseuse (bei der ich vor lauter Angst ein halbes Jahr nicht war), fiel fast vom Stuhl und meinte: „Wahnsinn, deine Haare sehen super aus, weich und voll, man kann kämmen, wie man will, da kommt nicht ein Haar mit…“

    Es sollte also wieder alles im Lot sein, nur die trockenen Schuppen bin ich leider noch nicht losgeworden. In den Haaren selbst hängt allerdings nichts, nur wenn ich an den Kopfhaut reibe/kratze schuppt es sich ein bisschen. Dass ist allerdings – wie ich kürzlich festgestellt habe – auch am Körper der Fall. Daher vermute ich mal: Wenn ich meine Kopfhaut in Ruhe lasse und nicht daran herumfuhrwerke, dann hätte ich auch weniger Probleme damit (?).

    Mein Problem ist jetzt: Ich werde die Erinnerung an diese üble Zeit nicht los und habe immer noch wahnsinnige Angst, dass es wieder so kommt bzw. dann noch schlimmer wird. Außerdem war es vermutlich total bescheuert, mit der Zählerei bei den Haaren anzufangen. Es kommt mir nämlich immer noch wahnsinnig viel vor.

    Was genau ich pro Tag verliere, kann ich nicht genau sagen, zumal ich, mit Rücksicht auf meine Psyche, mit dem Kämmen aufgehört habe und nur noch bürste. Kontrollkämmen mache ich nur noch einmal pro Woche, und der Durchschnitt liegt bei 5 Haaren (+/-). Ich hab mir allerdings nach 10 Tagen mal die Bürste vorgenommen (2 – 3 Mal am Tag durchgekämmt, vernünftig, nicht zaghaft) und nachgezählt, was da so drinhing. Das sah mir nach wahnsinnig viel aus, waren aber nur etwa 100 Stück. Da war ich natürlich erst mal erleichtert, aber das hat nicht lange vorgehalten…
    Beim Haarewaschen (mache ich inzwischen auch wieder „richtig“ und lasse auch immer noch 1 – 2 Minuten klares Wasser nachlaufen, wenn ich eigentlich schon glaube, das Shampoo ist raus) kommt es darauf an, wie viel Zeit dazwischen vergeht:
    Wenn ich täglich wasche (was man bei trockener Kopfhaut ja nicht machen soll und was ich demzufolge auch zu vermeiden suche) sind etwa 20 - 30 im Sieb.
    Wenn ich alle drei Tage wasche (was im Moment der Fall ist), sind es zwischen 30 und 70 (Durchschnitt: etwa 45).
    Diese 70 kommt mir nun aber schon wieder wahnsinnig viel vor, zumal nach dem Trocknen und Kämmen ja auch noch mal ein einige mit rauskommen und man über den Tag verteilt ja auch noch welche verliert.

    Wie gesagt, ich kenne die Zahlen (100 an normalen Tagen, 200 an Waschtagen). Und da ich laut meiner Friseuse ja so „unglaublich“ viele Haare habe, gehe ich mal davon aus, dass ich grundsätzlich auch einen gewissen „Haarumsatz“ habe und nicht gleich die Krise kriegen müsste, auch wenn es mal 101 Haare am Nicht-Waschtag sein sollten. Trotzdem ist leider im Moment das totale Gegenteil der Fall: Ich kriege ich immer noch die totale Panik, wenn ich irgendwo mehr als ein Haar auf einem Haufen finde, wenn ich auf meinen Klamotten abends welche finde (sind durchaus mal 5 oder 6 Stück, je nachdem aus welchem Material die Sachen bestehen), wenn ich mir durch die Haare fahre und es bleibt eins zwischen den Fingern hängen (ist nicht immer so, aber manchmal sind es auch zwei, in sehr seltenen Fällen drei…). Ich bilde mir ein (?), dass die ganze Wohnung voller Haare ist und das Bad auch.
    Ich hab sogar schon das Sieb aus der Dusche verbannt, damit ich gar nicht mehr die Möglichkeit habe, auf blöde Ideen (nachzählen) zu kommen. Mein Mann wird schon ganz wahnsinnig, weil ich ihn dauernd damit nerve, ob meine Haare sich anders anfühlen, dünner sind, dünn aussehen, ob schon immer so viele Haare in der Wohnung lagen. Er meint, nein, sieht alles super aus und ja, es lag schon immer so „viel“ herum, und wenn ich nicht mal langsam aufhöre, durchzudrehen, dann dreht ER bald durch. Er macht mich auch häufig darauf aufmerksam, dass ich gedankenverloren an meinen Haaren herumfummele, was entweder ein bisschen debil bzw. „tussig“ aussehen würde. Und auch damit hat er Recht, das habe ich vorher nie gemacht...

    Ich frage mich jetzt natürlich, ob ich wirklich langsam den Verstand verliere, weil ich immer noch überall Haare sehe (und die wenigen ausgekämmten Haare am Morgen sollten eigentlich für sich sprechen…) und was das gewesen sein kann. Denn eine Zeitlang war die Ausfallquote wirklich schlimm, OHNE, dass ich mir das eingebildet habe (sonst wäre es meiner Friseuse wohl kaum auch aufgefallen)

    Nur aufgrund einer Hormonschwankung?
    Etwas erhöhter saisonaler Haarausfall? (August, September, passt ja…)
    Unverträglichkeit des Shampoos bzw. temporäre Reizung auf der ohnehin ausgetrockneten Kopfhaut? (aber der Allergietest war ja negativ)
    Oder doch Stress?
    Oder eine Kombination aus allem…?

    Ich kann´s halt einfach nicht beurteilen, weil ich vorher nie darauf geachtet habe, wie viel ich verliere. Relativ voll war meine Bürste schon immer. Und was auch gut sein kann: Meine Haare waren über Jahre nur etwas mehr als kinnlang, jetzt reichen sie mir ein gutes Stück bis übers Schlüsselbein, klar, dass das Knäuel im Durchsieb da etwas umfangreicher ausfällt.

    Liebe Frau Latz, liebe Forumsleser, tut mir leid, dass es so lang geworden ist. Ich weiß, andere schlagen sich hier mit ganz anderen Problemen herum und ganz anderen Ausfallzahlen herum. Aber in meinem Kopf ist das „Problem“ eben noch nicht erledigt.

    Daher zwei Fragen: Sind die genannten Zahlen (bis zu 70 Haare allein im Sieb) bei der Wäsche nach drei Tagen (plus das, was noch obendrauf kommt) beunruhigend? Man erwischt ja auch nicht alles, was man im Laufe des Tages noch so verliert.

    Und wenn nicht: Wie kriege ich es hin, nicht mehr so fixiert auf meine Haare zu sein? Ich habe im Moment einfach das Gefühl: Früher hab ich nie auf Haare geachtet, und jetzt kriege ich einfach jedes einzelne der 100 ausfallenden Haare pro Tag live und in Farbe mit und rege mich dementsprechend auch etwa 100 mal am Tag auf...
    Meine Laune hängt inzwischen wirklich etwas extrem davon ab. Und das Ganze zieht sich jetzt schon seit fast 10 Monaten hin. Und ich kann sehr gut verstehen, dass mein Mann das langsam überhaupt nicht mehr lustig findet. Geht mir ja genauso.

    Eigentlich sollte ich mich ja freuen, dass sich das Ganze scheinbar von selbst wieder gelegt hat. Mich macht das allerdings eher misstrauisch. So frei nach dem Motto: Was von selbst geht, das kommt vielleicht auch von selbst wieder…

    Ich erwäge inzwischen ernsthaft, mir therapeutische Hilfe zu suchen, schrecke auf der anderen Seite natürlich auch davor zurück. Tatsache ist nämlich auch: Wenn ich beschäftigt oder abgelenkt bin, dann achte ich weder auf Haare noch bemerkte ich Kopfhautjucken. Vielleicht müsste ich mich einfach nur mal ordentlich zusammenreißen?

    Liebe Frau Latz, was meinen Sie denn dazu?

  • Re: Problem auf dem oder IM Kopf??


    Nachtrag:

    Es waren 100 Haare in der Bürste, nachem ich sie zehn Tage lange nicht saubergemacht hatte (hörte sich etwas missverständlich hab, hab ich eben festgestellt...).

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    • Re: Problem auf dem oder IM Kopf??


      Wow, zumindest haben Sie den längsten Post seit 2007 eingestellt. ;-)
      Haare müssen ausfallen, damit neue nachwachsen können. Ihre Zahlen sind im Normbereich.
      Wenn die Haare in so starkem Maß zum Hauptthema und Lebensinhalt werden, sollten Sie sich in der Tat psychologische Hilfe suchen.
      Ich hoffe, Sie nehmen mir die offenen Worte nicht übel.

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      • Re: Problem auf dem oder IM Kopf??


        Hallo Frau Latz,

        erst mal vielen Dank für die Rückmeldung.

        Und nein, natürlich nehme ich Ihnen diese Offenheit nicht übel: Wer nur sozial erwünschte Antworten hören will, der sollte besser keine heiklen Fragen stellen.

        Ich werde jetzt erst mal schauen, wie sich das Ganze entwickelt - IN meinem Kopf, meine ich, und dann ggfs. wirklich mal einen Therapeuten aufsuchen, wenn ich es nicht in den Griff kriege.

        Auf Anraten eines guten Freundes habe ich jetzt mal ein "Tagebuch" erstellt für die Phasen, in denen mir der Haarwechsel etwas extremer aufgefallen ist und irgendwie Thema war. Und siehe da: Es waren tatsächlich immer Phasen, in denen es entweder wohl saisonal bedingt war (Herbst) - oder Phasen, in denen ich irgendwie unter Druck stand, entweder beruflich sehr gefordert war oder viel Leerlauf hatte (z. B. das Warten auf meine Examensnote). Und genau so etwas war im vergangenen Herbst auch wieder mal der Fall.
        Vielleicht kann ich mich jetzt, wo ich das weiß, etwas besser dagegen wappnen - dieser Zusammenhang ist mir vorher nie klar gewesen.

        Unabhängig davon finde ich Ihre Worte dennoch auch sehr beruhigend, ich denke, das wird mir sehr weiterhelfen.

        Generell finde ich Ihre Art, zu beraten sehr ansprechend, kompetent und einfühlsam (kombiniert mit der Fähigkeit, auch mal Tacheles zu reden. Daher würde ich Ihnen an dieser Stelle gern ein dickes Kompliment für Ihre Arbeit ausprechen.

        Hoffe, das ist erlaubt.

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        • Re: Problem auf dem oder IM Kopf??


          Wow, DANKE, liebe Dana!
          Für das dicke Kompliment!
          Ich versuche, dass umzusetzen, was mir zu Beginn meines HA viel Zeit und fruchtlose Rumprobiererei erspart hätte, von den Geldausgaben und Enttäuschungen ganz zu schweigen.
          Der Tipp Ihres Freundes ist super. Nur sollten Sie dies einmal machen, um Klarheit zu erhalten und dann wieder lassen.

          Ich wünsche Ihnen, dass Sie gestärkt in den Frühling gehen und diesen genießen können.

          HG
          Jenny Latz

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