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Haarausfall und erhöhtes Thromboserisiko

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  • Haarausfall und erhöhtes Thromboserisiko

    Liebes Forum,

    nachdem ich heute zum x-ten Mal im letzten Jahr in einer Badewanne voll mit meinem eigenen Haar gestanden bin und mittlerweile meine Kleidung beim Ausziehen nur noch angewidert von mir werfe, habe ich mich dazu durchgerungen, mich hier im Forum anzumelden. Wahrscheinlich hoffe ich hier auf den letzten Rat von Glickgesinnten, noch schöner wäre es, jemand hätte ein ähnliches Problem wie ich.

    Ich bin 28 Jahre alt, weiblich, und leide seit 1 Jahr unter starkem Haarausfall. Anfangs war dieser v.a. im vorderen Bereich, jetzt verteilt er sich auch auf den Hinterkopf. Mittlerweile habe ich eine komplette Tortur durch sämtliche Ärzte jeglicher Couleur und in verschiedenen Städten hinter mir. Ich will hier keinen ellenlangen Sermon schreiben, ich bin jedoch komplett enttäuscht von ihrer Arbeit und dem offentsichtlichen Desinteresse an meiner "kleinen Lappalie".

    Im Oktober 2013 war ich bei einem Dermatologen, dieser hat ein Trichogramm und ein Blutbild gemacht:
    Ergebnis: wohl nährstoffbedingter HA, verschrieb mir Eisen, Selen und Zink = keine Verbesserung

    Im Dez. '13 war ich dann bei einem Internisten, der zusätzlich zu einem weiteren Blutbild meine Schilddrüse untersucht hat:
    Nachdem die Schilddrüse ok aussah, ich jedoch den Fehler gemacht hatte, zu erzählen, dass ich gerade mein Abschlussarbeit schreibe, wurde der HA auf Stress geschoben. Die Praxis habe ich mit einem Rezept for Vitamin D3 verlassen und dem guten Rat, das Leben zu genießen und mir nicht immer alles so zu Herzen zu nehmen.

    Im März 2014 bin ich, nachdem sich meinen Pillendöschen mittlerweile auf Biotin, Selen, Eisen und Vitamin D3 ausgeweitet hatte, zu einem Hautarzt mit Haasprechstunde gefahren.Ergebnis war hier wieder ein Blutbild und dieses Mal ein Trichoscan. Dieser Arztbesuch war der Gipfel an Unverschämtheit. Die Ärztin ließ mich ellenlang warten, kam dann für max. 5 min hineingeschneit, schaute auf mein Trichoscan und sagte mir: "Sie haben ganz klar androgenetischen Haarausfall. Man sieht, dass Sie im vorderen Bereich in den nächsten Monaten 40 % Ihrer Haare und im hinteren Bereich ca. 30 % Ihrer Haare verlieren werden." Ich fragte Sie, woran sie ohne eine Untersuchung meiner Hormone und obwohl niemand aus meiner Familie so etwas hatte, erkennen könne. Dieser Einwand war ihr irgendwie zuwieder. Sie sagte:" Da kann man leider nichts machen. für alles Hormonelle bin ich nicht zuständig, das müssen Sie mit Ihrem Frauenarzt klären. Was sie aber sehr wohl machen konnte, war, mich mit einem Werbeprospekt von Regaine nach Hause zu schicken. Außerdem sagte sie mir ,dass ich mich wohl im Laufe der Jahre auf eine Perücke einstellen müsse und dass so ein Haarausfall häufig mit einer Unfruchtbarkeit einherginge, aber um das herauszufinden, sei meine nächste Anlaufstelle eben der Frauenarzt.

    So, das ist alles viel zu lang geworden. Ich kürze das jetzt ab.
    Ich war dann beim Frauenarzt. Einen Hormonspiegel hielt er für überflüssig. In Kombination mit einer starken Akne und PMS hielt er es für ausreichend bewiesen, dass ich einen niedrigen Östrogenspiegel habe und erzählte mir etwas von Pillen wie Androcur und Diane.

    An dieser Stelle habe ich dann den Fehler gemacht, den ich seitdem bereue. Ich habe ihm gesagt, dass meine Mutter bereits eine Thrombose hatte und ob man da mit östrogenhaltigen Pillen nicht aufpassen sollte. Daraufhin schickte er mich in die Uniklinik. Raus kam ein Faktor V/Faktor II Leiden und die Empflehlung, mir weder Östrogene noch Gestagene zu verschreiben. Der Frauenarzt schaute sich das Ergebnis besorgt an, sagte dann: "Ach Kindchen, das tut mir so leid für Sie. Da kann ich dann nichts machen. Es gibt so viele arbeitslose Juristen, die nur darauf warten, mich zu verklagen, wenn ich Ihnen jetzt Östrogene verschreibe und Sie eine Thrombose kriegen." Mein Weinen und meine Ratlosigkeit taten ihm sichtlich leid, entlassen hate er mich aber nur mit der Aussage, dass meine Haare doch immer noch sehr schön aussähen und dass das Risiko einer Fehlgeburt mit einem erhöhten Thromboserisiko nun noch mehr angestiegen sei. Mittlerweile ging es also nicht mehr nur um Haare, sondern um meine ganze Lebens-/Familienplanung!

    Ich bin vollkommen verzweifelt. Ich habe alles durch an Nahrungsergänzung (Biotin, Selen, Vitamin D3, Vitamin B12, Bierhelfe), Haarwässerchen (Regaine, Ell Cranell) ohne irgendeine Verbesserung. Mittlerweile trage ich meine Haare fast nur noch Tag und Nacht im Zopf und verhänge meine Spiegel, wenn ich sie im Anschluss an das Waschen kämmen muss, wobei ich das Kämmen mittlerweile aus Ekel fast komplett weglasse. Meine Familie will das Wort "Haare" an manchen Tagen gar nicht mehr hören, an anderen Tagen sagt sie mir, es sähe alles nur halb so schlimm aus wie ich mir das einbilde.

    Ich war letzte Woche beim Endrokrinologen, der endlich einen Hormonspiegel gemacht hat. Auf die Frage, ob es ein Thromboseriskio bei mir in der Familie gibt, habe ich gesagt, nicht dass ich wüsste...

    Es muss doch eine Möglichkeit geben, dass ich irgendeine niedrigdosierte östrogenhaltige Pille bekomme, vielleicht in Kombination mit blutverdünnenden Mitteln? Ich bin NR, treibe regelmäßig Sport, hatte trotz jahrerlanger Einnahme einer Minipille kein Thrombose. Es kann doch nicht sein, dass das RISKO einer Krankheit, die ich nicht habe, die Behandlung einer Krankheit, die ich habe, so blockiert?

    So, entschuldigen für den langen Beitrag. Falls er zu lang ist, bitte löschen.

  • Re: Haarausfall und erhöhtes Thromboserisiko

    Hallo noch einmal,
    gibt es denn niemand, der etwas dazu sagen kann? Bin ich wirklich die Einzige, die eine fatale Kombination aus erhöhtem Thromboseriskio und einem hormonellen Haarausfall hat?
    Ich bin wirklich sehr verzweifelt

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    • Re: Haarausfall und erhöhtes Thromboserisiko

      Hallo Aurorash,
      da Sie mich nicht direkt ansprachen, hatte ich mich zunächst mit einer Antwort zurückgehalten. Aber hier ist sie nun doch...
      Ob Ihre Antwort lang ist oder nicht, hier wird nichts gelöscht, außer es will jemand dieses Forum zu Werbezwecken nutzen.

      Sie haben eine Odyssee hinter sich, wie sie leider viele Betroffene erleben. Ich will versuchen, die Dinge in die richtige Reihenfolge zu bringen.
      1.
      Bei starkem HA ist in der Tat der Dermatologe der richtige Ansprechpartner. Er sollte auf Haare spezialisiert sein. Nun waren Sie anscheinend bei einer solchen Ärztin. Meine Frage: Woher wissen Sie, dass diese etwas von Haaren versteht? Ist diese auf der Dermatologen-Liste auf meiner Homepage verzeichnet?
      Was mich nämlich hier stutzig macht, ist dass die Ärztin das Trichoscan als Diagnosemittel einsetzt. Das ist es nicht. Es sagt lediglich aus, wie viele Haare sich in welcher Phase befinden.
      Außerdem wäre interessant zu wissen, ob es im Blutbild Auffälligkeiten gab, wie z.B. Ferritin, TSH etc.

      2.
      Haarausfall ist nicht gleich Haarausfall. Es macht keinen Sinn, einfach Hormone zu nehmen, ohne dass man weiß, ob die denn überhaupt Schuld sind.
      Was in Ihrem Fall nötig ist, ist eine klare Diagnose. Dann kann erst über eine passende Therapie nachgedacht werden.

      3.
      Wer hat denn gesagt, dass Sie an einem hormonellen Haarausfall leiden? Das ist bitte nicht zu verwechseln mit dem erblichen HA.

      Hoffe, dass wir für Sie eine Lösung finden.
      HG
      Jenny Latz

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      • Re: Haarausfall und erhöhtes Thromboserisiko

        Sehr geehrte Frau Latz,

        vielen Dank für Ihre Antworten. Ich bin bei einer Ärztn mit einer Haarsprechstunde gewesen, insofern denke ich ,dass sie mit dem Thema Haarausfall häufiger zu tun hatte, Ergebnis des Trichscans war hier, dass sich 40% der vorderen und 30% der hinteren Haare in der Ausfallphase befänden.

        Diese Untersuchung ist schon einige Monate her, in der Zwischenzeit war ich auch bei einem Endokrinolgen, der ein Blutbild gemacht hat. Ergebnis ist unauffällig, TSH ok, Biotin ok, kein erhöhter Testosteron-, Östrogen- oder erhöhtes DHT-Wert. Ferritin ist im unteren Bereich (um die 45 mg).

        Ich kann ihnen nicht sagen, ob es erblicher oder hormonell bedingter Haarausfall ist, da ich die Begrifflichkeiten bzw Unterscheidungsmerkmale nicht kenne. Sollte erblich eine Vererbungsanlage bedeuten, so kann ich diese ausschließeh, Mütterlicher wie väterlicherseits haben alle bis in die Großelterngeneration volles Haar gehabt.

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