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Erfahrungsbericht /AnalprolapsAnalfissur/Marisken OP

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  • Erfahrungsbericht /AnalprolapsAnalfissur/Marisken OP

    Hallo zusammen,

    jetzt möchte auch ich meine Erfahrungen zum oben genannten Thema aufschreiben in der Hoffnung sich mit Leidensgenossen, denen es ähnlich geht, auszutauschen. :-)

    Also, kleine Vorgeschichte...
    Ich bin weiblich, 36 Jahre alt, Probleme mit Hämorrhoiden seit ca. 15 Jahren, sichtbare Mariske seit 25 Jahren (ja ich war noch seeeehr jung als ich den Hautlappen das erste Mal bemerrkt habe. War etwas geschockt, hat mir aber nie Probleme bereitet, deshalb das Ganze erstmal elegant ignoriert).

    2007: das erste Mal beim Proktologen wegen mal kleineren mal größeren Blutbeimengungen im Stuhl. Diagnose Hämorrhoiden 2. Grades => einmalige Sklerosierung.
    Die nächsten Jahre überwiegend ohne gößere Probleme überstanden. Sehr selten wenig Blut am Toilettenpapier aber das war's.

    2014: jetzt ging es richtig los! Im November plötzlich starke Schmerzen und viel Blut beim Stuhlgang. Das Blut ist hin und wieder wie ein Bach herausgetropft als ich auf dem Klo saß. Panik! Inzwischen umgezogen hab ich mir einen neuen Proktologen gesucht. Der hat mich untersucht, wieder Diagnose Hämorrhoiden. Wieder wurde verödet und eine Nitritsalbe verschrieben um die Schmerzen einzudämmen. Sollte dann erst alle zwei Wochen, dann alle vier Wochen zur Nachkontrolle kommen. Inzwischen wurden die Schmerzen beim Stuhlgang besser, allerding trat immer häufiger das Gefühl der unvollständigen Entleerung auf. Oftmals musste ich dreimal morgens einen Anlauf nehmen bis ich einigermaßen fertig war. Immer hatte ich das Gefühl, ich drücke gegen etwas und der Stuhl war, wenn er rauskam, auch so platt gedrückt?!
    Ich war dann innerhalb eines halben Jahres sieben Mal beim Proktologen und jedes Mal wurde verödet. Eine wirkliche Besserung trat allerdings nie ein, die Schmerzen waren zwar weg, aber es blutete hin und wieder immer noch und auf die Frage, was ich denn noch tun könnte meinte der Arzt jedes Mal VIEL TRINKEN.
    Nun ist es so, dass ich ohnehin sehr viel trinke. Ich hatte auch nie extrem harten Stuhl, eher das Gegenteil, sehr weich bis bröckelig. Aber keine Verstopfung in dem Sinn. Nur eben immer das Gefühl nicht hundertprozentig fertig zu sein.

    Dezember 2015: kurz nach Weihnachten ging es wieder los. Brutale Schmerzen beim Stuhlgang oft mit viel Blut verbunden. Anfang Januar 2016 wieder zum Proktologen, allerdings einem neuen, weil ich das Gefühl hatte der "alte" konnte mir nicht wirklich helfen.
    Die sehr nette Dame untersuchte ganz vorsichtig und hatte auch schnell die Diagnose: Entzündete Mariske mit inkompletter Fistel, die beim Pressen anschwillt und den Darmausgang verengt. Therapie => ambulante Entfernung der Mariske mit Überweisung zum Enddarmzentrum München.

    Also eine Woche später dort hingestiefelt. Hierzu muss ich gleich mal sagen, geht am besten sofort in ein Enddarmzentrum wenn ihr die Möglichkeit habt. Da sitzen nur die Spezialisten, zum ersten Mal hatte ich das Gefühl die wirklich richtige Diagnose zu bekommen.
    Untersuchung ein wenig schmerzhaft aber offensichtlich gründlich. Diagnose: Analprolaps mit Hämorrhoiden 2. Grades, sehr große Mariske (inzwischen im übrigen sicherlich Kirsch-groß) und inkompletter Fistel auf 6 SSL. Der Arzt meinte es wäre definitiv keine ambulante Geschichte, stattdessen 3-5 Tage stationärer Aufenthalt mit Vollnarkose und anschließender voraussichtlicher 3-wöchiger Krankschreibung. Ich war geschockt!
    Ich bekam vorerst noch eine Hydro-Cortison Salbe und sollte drei Wochen später nochmal kommen um zu sehen, ob dies vielleicht noch eine letzte Besserung bringt.
    Beim nächsten Termin war nur eine leichte Besserung eingetreten, deshalb wurde somit ein OP Termin in der benachbarten Klinik fest gemacht.

    Nun, heute ist meine OP genau eine Woche her. Ich muss dazu sagen, dass ich zuvor noch nie im Krankenhaus war und totale Panik vor der Narkose geschoben hab. War ein totaler Witz! Alles super locker und unproblematisch. Am Mittwoch wurde ich morgens eingeliefert, nochmal untersucht, mit der Anästesie Arztin gesprochen etc. Dann am Donnerstag um 10:15 in den OP geschoben. Arzt hat nach Ferguson operiert, d.h. Wunde wurde innerlich vernäht aber unten wurde ein "Loch" offen gelassen damit das Sekret ablaufen kann. Um 11:45 war ich schon wieder auf meinem Zimmer. Schmerzen NULL! Hab allerdings auch einiges an Schmerzmitteln geschluckt. 3x Ibus 600, irgendwelche Voltaren Dinger und Antibiotika. Stuhlgang war bis Samstagmorgen gar nicht, was etwas merkwürdig war, weil ich sonst etwa 2x täglich gehe, aber vor der OP gab's ja auch noch ein Klistier, der Darm war also völlig leer. Am Samstagmorgen dann erster Stuhgang. Besser als gedacht, nur ein leichtes ziehen, minimal Blut aber absolut in Ordnung. Gegen 10 wurde ich entlassen. Schmerzmittel hab ich nur noch für abends mitbekommen, ansonsten sollte ich einfach Ibuprofen 400 nehmen, mindestens 3x täglich ausduschen und Panthenol Salbe drauf schmieren.

    Bis Montag lief das ganz gut. Aber dann wurde der Stuhlgang jeden Tag heftiger. Es ist wirklich unbeschreiblich! Solche Schmerzen kannte ich bisher nicht, und ich habe schon einiges mitgemacht! Bis Dienstag hatte ich das Gefühl, dass etwas aufreisst. Jetzt habe ich bemerkt, dass es eher ein sehr heftiges Brennen ist, sobald der Stuhl an die offenen Wunden kommt. Ich nehme morgens immer Flohsamenschalen um den Stuhl schön geschmeidig zu halten, was er auch ist. Gestern habe ich dann den RIESEN Fehler gemacht und Spargel gegessen. Die extremen Fasern waren heute morgen beim Geschäft die Hölle, alles ist hängengeblieben. Ich glaube es ist besser, wenn der Stuhl nicht allzu weich ist, denn sonst brennt es einfach abartig. Klopapier geht nur einmal zum tupfen, dann sofort unter die Dusche und alles gut ausspülen. Panthenol Salbe drauf, Kompresse drüber und gut ist. Danach hab ich eigentlich den ganzen Tag meine Ruhe und praktisch überhaupt keine Schmerzen. Das Problem sind nur die offenen Wunden wo vorher die Mariske war. Hab heute Morgen meinen Arzt angerufen und gefragt, ob ich die Wunde vor dem Stuhlgang nicht mit irgendwas betäuben kann, er hat mir dann Lidocain Salbe empfohlen. Das werde ich morgen mal ausprobieren.
    Am Montag muss ich dann nochmal zur Nachkontrolle. Eigentlich soll ich ab dem 20. auch wieder arbeiten, aber das kann ich mir im Moment gar nicht vorstellen. Es ist eine Odysee bis ich morgens mal fertig bin dann ständig das Ausduschen, dazu habe ich bei der Arbeit gar keine Möglichkeit...

    Also Leute, sorry, dass der Bericht so lang geworden ist. Ich freue mich natürlich sehr über weitere Tipps von euch, wie man die Anfangszeit noch besser überstehen kann und gebe natürlich auch selber gerne welche, falls jemand Fragen hat. :-)

    Wird schon!

    Liebe Grüße,
    Lala

  • Re: Erfahrungsbericht /AnalprolapsAnalfissur/Marisken OP

    Danke für Ihren ausführlichen Erfahrungsbericht, ich wünsche Ihnen eine gute und komplikationslose Genesung.
    Achten Sie mittelfristig nach dem Abheilen der Wunde darauf, nie lange auf der Toilette zu sitzen. Damit mit der Stuhl gut geformt ist, empfehle ich Quellmittel wie Macrogol, Dosis nach Wirkung. "Viel trinken" ist meist nicht ausreichend.
    MfG
    Dr. E. S.

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    • Re: Erfahrungsbericht /AnalprolapsAnalfissur/Marisken OP

      Vielen Dank!

      Das mit dem Macrogol ist ein guter Tipp. Ich mache auch sehr gute Erfahrungen mit den Flohsamenschalen, obwohl mein Stuhl auch weiterhin eher zu weich ist. Leider ist auch das Gefühl der unvollständigen Entleerung immer noch leicht vorhanden und dann auch in Verbindung mit einem leichten bis mittelstarken Druck Richtung Steißbein, der erst verschwindet, nachdem ich noch ein weiteres oder sogar ein drittes Mal auf der Toilette war und letzte kleine "Reste" nachgekommen sind. Ich meine auch, dass die Stuhlform noch immer ein bisschen platt gedrückt ist. Kann es denn sein, daß innerlich noch eine leichte Schwellung vorhanden ist, die das auslöst?
      Ich nehme nun immer morgens gleich nach dem Aufstehen Ibu 600, dann frühstücke ich gefolgt von einem Päckchen Mucofalk mit einem Glas Wasser + eine Tasse Tee hinterher. Lidocain Salbe auf die Problemzone und ab aufs Klo. Somit lässt sich der Stuhlgang einigermaßen gut ertragen. Hoffe wirklich sehr, dass sich das in den nächsten Tagen noch bessert.
      Im Vergleich zu den ersten Tagen nach der OP habe ich allerdings das Gefühl, dass alles wesentlich erträglicher geworden ist. Also wenn es auch langsam geht, es wird besser! :-)

      Viele Grüße!

      Kommentar


      • Re: Erfahrungsbericht /AnalprolapsAnalfissur/Marisken OP

        Ich wurde auch vor 1 Woche operiert wegen meiner marisken , die Schmerzen die ich hatte oder sozusagen immer noch habe sind unbeschreiblich ! Jetzt sind es schon 2 Woche her und nach der Stuhlgang habe ich immer das Gefühl als ob da noch was hängen bleiben würde und innerlich tut das so weh das ich wirklich denke das ich gleich zusammenbrechen muss trotz Medikamente ibu 800 bringt es nichts , von der Wunde her sieht alles in Ordnung aus es ist sozusagen fast verheilt man sieht es nicht mehr aber innerlich tut es so dermaßen weh. Ich weiß nicht ob das jetzt normal ist ? habe sehr Angst ob das immer so bleiben wird muss demnächst auch arbeiten gehen mir wurde gesagt das man mindestens 3 Wochen zu bleiben muss aber was ist wenn ich dasselbe Problem dann auch bei der Arbeit habe nachem Stuhlgang

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        • Re: Erfahrungsbericht /AnalprolapsAnalfissur/Marisken OP

          Hallo Lala,

          habe deinen Bericht gelesen ,hast sicher auch schon viel durch.
          Ich bin männlich 49Jahre, hatte im Februar 2018 meine erste Hämorrhoiden OP nach Hal RAR , 3Grades mit Prolaps
          habe mich davor ein halbes Jahr echt gequält, dachte ich bekomme es hin, falsch!
          War im Krankenhaus mit Top Proktologen Team . Schmerzen nach OP hatte ich starke, mit Harnverhalt wäre oft bei schlanken Menschen.
          Dann fing es im November 2018 wieder an ,starkes brennen Fremdkörpergefühl . In Krankenhaus, Untersuchung hämos wieder da, Arzt sagt hier müssen wir nochmal nachbessern .
          wieder op, naja hilf nix. OP hinter mir, alles soweit gut, dachte ich.6 Tag nach OP Nachmittag s im Stuhldrang erst wenig Blut danach immer mehr. Alle halbe Stunde auf Toilette und immer nur Blut. Ich ins Auto und ab in Krankenhaus 1h entfernt . Untersuchung und ab in op, Notfall abgestorbenes Gewebe!! Etliche Umstechungen genäht. Danach höllische Schmerzen!
          Letzte Kontrolle war im März 2019 ,soweit alles okay.
          Seid 2 Wochen habe ich wieder Probleme, starkes brennen. Muss dazu sagen das ich durch die OP s auch größer Marisken bekommen habe. Habe nächste Woche Termin bei Proktologen, hoffe mal nicht schon wieder einen Rückfall zu haben.
          Nehme auch jeden Tag Flohsamenschalen 2x, schon viele Jahre bin zufrieden.

          Grüße Ralph

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