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Blutungen nach Gummibandligatur

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  • Blutungen nach Gummibandligatur

    Guten Tag Frau Dr. Schönenberg,

    vor einem Monat wurde bei mir (weiblich, 31 Jahre) eine Rekto-/Proktoskopie wegen Verdachts auf Hämorrhoiden durchgeführt, weil ich nach dem Stuhlgang immer mal wieder Spuren von Blut am Toilettenpapier hatte. Bei der Enddarmspiegelung stellte der Arzt eine Hämorrhoide fest, die seiner Aussage nach knapp an der Größe dran sei, die man operieren würde. Er behandelte sie mit Gummibandligatur und sagte mir, es könne noch zwei bis drei Wochen zu leichten Blutungen kommen.

    Nun sind gut vier Wochen vergangen und ich habe nach dem Stuhlgang nach wie vor immer mal wieder kleine Mengen Blut am Toilettenpapier. Es ist nur minimal, wie vorher auch schon. Kann das noch eine Nachwirkung der Rekto-/Proktoskopie sein oder muss ich davon ausgehen, dass die Gummibandligatur nicht erfolgreich war und die Hämorrhoide noch da ist? Sollte ich den Proktologen erneut aufsuchen? Ich würde, wenn möglich, natürlich gerne um eine OP herum kommen.

    Danke vorab und viele Grüße,
    S.


  • Re: Blutungen nach Gummibandligatur


    Hallo SternchenS81,

    Nachwirkungen der Untersuchung mit Rektoskop und Proktoskop in Form von Blutungen gibt es bei Gesunden in der Regel nicht.
    Blutabgänge sind aber bei einer Ligatur möglich, dann nämlich, wenn das abschnürende Band abfällt. Das geschieht dann innerhalb von 2-3 Wochen nach Anlegen der Ligatur.

    Wenn du immer noch Blut am Toilettenpapier siehst, lässt das vermuten, dass du noch weitere Hämorrhoiden hast. Ein einziger Knoten ist sowieso eher selten. Die Ligatur könnte auch nicht ausgereicht haben oder ist zu früh abgefallen.
    Lass deinen Arzt das kontrollieren.
    Eine Operation steht nach allem, was du geschrieben hast, nicht zur Debatte. Sie ist die allerletzte Maßnahme, wenn alle konservativen ausgeschöpft sind. Vergiss nicht deine Kost so zu wählen und bei der Analtoilette (Reinigung nach dem Stuhlgang) so vorzugehen, dass Hämorrhoiden vorgebeugt wird.

    Gruß
    Mörlinger

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    • Re: Blutungen nach Gummibandligatur


      Hallo Mörlinger,

      danke für Deine Antwort. Ich habe kommende Woche nochmal einen Termin beim Proktologen, um das ganze abklären zu lassen.
      Ich hoffe, der Arzt sieht das ähnlich und hält eine OP nicht für notwendig.

      Viele Grüße,
      Sternchen

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      • Re: Blutungen nach Gummibandligatur


        Auch ich vermute eher noch weitere Hämorrhoidenvergrößerungen, die leicht bluten. In der Regel sind auch mehrere Ligaturen im Verlauf notwendig, um eine gute Rückbildung zu erzielen.
        MfG
        Dr. E. S.

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        • Re: Blutungen nach Gummibandligatur


          Vielen Dank für Ihre Antwort.

          Gestern hatte ich erneut einen Termin zur Enddarmspiegelung. Der Proktologe stellte kleine Blutgefäße fest und dass die Schleimhaut sehr ausgeleiert wäre. Er sagte, die kleinen Blutgefäße wären aufgrund der Größe mit einer Gummibandligatur nur schwer zu behandeln und die leichten Blutungen, die ich immer wieder habe, würden vermutlich eher von der ausgeleierten Schleimhaut kommen, die beim Stuhlgang mit rausrutscht und dann einreisst (ich hoffe, ich habe das richtig verstanden und wiedergegeben). Der Arzt riet mir zu einer OP, bei der die kleinen Blutgefäße durch eine hindurchgehende Naht abgetrennt würden und bei der die ausgeleierte Schleimhaut gestrafft werden würde. Er sagte, sollte ich mich gegen die OP entscheiden, würden die bisher kleinen Blutgefäße vermutlich größer werden und mehr Beschwerden verursachen und durch die weiterhin ständig auftretenden Blutungen müsse man regelmäßig eine Darmspiegelung machen, um auszuschließen, dass die Blutungen nicht auch von weiter oben im Darm kommen könnten.

          Sind Sie der gleichen Meinung und würden Sie mir in diesem Fall auch zu einer OP raten?

          Danke vorab!

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          • Re: Blutungen nach Gummibandligatur


            Hallo SternchenS81,

            es ist immer schwierig, eine Empfehlung zu geben, wenn man auf die Beschreibung des gegenwärtigen Befundes angewiesen ist und den Zustand nicht persönlich in Augenschein nehmen kann. Zumal da sich immer Missverständnisse einschleichen können. Sagst du doch selber, du hoffst, richtig verstanden zu haben!
            Ich kann deshalb nur wiederholen, dass grundsätzlich eine Op. immer der letzte Schritt sein sollte, dann, wenn alle anderen, konservativen Verfahren ausgeschöpft sind. Aus meiner Sicht böte sich noch an, eine Verödungsbehandlung zu versuchen; allerdings muss der Behandler wirklich Erfahrungen mit dieser Methode haben. Die Gummibandligatur hat das Veröden, das einst die einzige eingreifende konservative Methode war und eine lange Tradition hat, ja weitgehend verdrängt.

            Damit, dass nicht endende Blutungen aus dem After die Frage nach einer höher im Darm gelegenen Blutungsquelle immer wieder neu stellen können, hat dein Arzt gewiss recht. Wie oft dazu eine Dickdarmspiegelung gehört, kann man per Distanz nicht entscheiden.

            Ich möchte betonen, dass dieser Text meine ganz persönliche Meinung wiedergibt, und dass ich abweichende Ansichten durchaus für möglich halte.

            Gruß
            Mörlinger

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            • Re: Blutungen nach Gummibandligatur


              Für mich ist schwer vorstellbar, wie ihr Problem operativ gelöst werden könnte, ich würde eher versuchen, mit Verödungen diese erweiterten kleinen Blutgefäße zur Rückbildung zu bringen. Eine Darmspiegelung ist natürlich zum sicheren Ausschluß einer höher im Darm gelegenen Blutungsquelle erforderlich, bei negativem Befund kann man sich aber auf größere Zeitintervalle verständigen, z.B. 5 Jahre Abstand zwischen den Untersuchungen (hängt naturgemäß ab von Alter und Begleitrisiken.
              MfG
              Dr. E. S.

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              • Re: Blutungen nach Gummibandligatur


                Danke für die Antworten.

                Soweit ich das verstanden habe, war die ausgeleierte Schleimhaut für den Proktologen das größere "Problem" als die Blutgefäße. Er vermutet ja, dass die Blutungen von der Schleimhaut kommen. Daher war sein Vorschlag, diese ausgeleierte Schleimhaut mit einer OP zu straffen. Und zusätzlich würden die kleinen Blutgefäße mit einer Naht durchtrennt werden, damit sie zukünftig keine Probleme machen könnten.

                Was würden Sie mir raten? Eine zweite Meinung von einem anderen Proktologen einzuholen?

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                • Re: Blutungen nach Gummibandligatur


                  Hallo Sternchen,

                  "ausgeleierte Schleimhaut" ist keine Diagnose, sondern der Versuch des Arztes, einem Laien das Hämorrhoidalleiden sprachlich verständlich zu machen. Die Schleimhaut ist beim Hämorrhoidalleiden vorgewölbt, weil sich das Blut in den an dieser Stelle unter ihr normal vorhandenen Blutgefäßknäulen gestaut hat. Diese Vorwölbungen sind das, was man dann "Hämorrhoiden" nennt.

                  Operativ kann man die vorgewölbten Hämorhoidalknoten entfernen oder zunächst nur die Adern, die das Blut zu den Knäulen führen, unterbinden oder auch beides kombinieren, indem man z.B. zusätzlich zur Unterbindung die Schleimhaut rafft. Letzteres scheint Ihr Arzt vorzuhaben. Es gibt derzeit verschiedene erprobte Verfahren.

                  Empfehlenswert ist gewiss immer die Methode, mit der der behandelnde Arzt die meiste Erfahrung hat.
                  Es ist niemals falsch, vor einer Op. eine Zweitmeinung einzuholen.

                  Gruß
                  Mörlinger

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                  • Re: Blutungen nach Gummibandligatur


                    Ich warne vor voreiligen Operationen !
                    Ich kenne keine "Schleimhautstraffung", kann den Befund aber auch nicht richtig nachvollziehen.Holen Sie eine kompetente Zweitmeinung ein, dies ist ein sehr guter Gedanke.
                    MfG
                    Dr. E. S.

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                    • Re: Blutungen nach Gummibandligatur


                      Sehr geehrte Frau Dr. Schönenberg,
                      bei mir wurde im 4. Sept.`12 4 Hämorrhoiden per Gummiband verödet.
                      Jetzt mehr als 4 Monate später habe ich noch immer große Probleme beim Stuhlgang und bei Blähungen. Blähungen vor einem Stuhlgang sind sehr schmerzhaft und bluten sehr stark. Meine Ernährung habe total umgestellt.
                      Zu Zeit lebe ich in China und möchte nur im äußersten
                      Notfall zurück nach Deutschland.
                      Gibt es etwas, was ich selbst zur Besserung beitragen kann?

                      Viele Grüße aus China

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                      • Re: Blutungen nach Gummibandligatur


                        Schmerzen sind kein Hämorrhoidensymptom, die Blutung könnte allerdings von weiterhin vergrößerten Hämorrhoiden stammen.
                        Versuchen Sie zunächst eine Hämorrhoidensalbe zum Abschwellen. Manchmal sind Sitzbäder mit Gerbstoffen (schwarzer Tee) hilfreich, um die empfindliche äußere Analhaut zu beruhigen, anschließend außen dünn Zink- oder Heilsalbe auftragen.
                        MfG
                        Dr. E. S.

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                        • Re: Blutungen nach Gummibandligatur


                          Vielen Dank Frau Dr.Schönenberg,

                          da es diese Salben hier nicht gibt, werde ich mir sie zuschicken lassen.

                          Mit freundlichen Grüßen aus China
                          Hama8888

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                          • Re: Blutungen nach Gummibandligatur

                            Guten Morgen. Ich bin neu im Forum, 66 Jahre, männlich, und leide unter Hämorriden, Grad 2.
                            Dreimal wurden diese bereits mit Gummibandligatur erfolgreich, und ohne Koplikationen, entfernt.

                            Bei der vierten kam es zu (relativ) heftigen Nachblutungen.
                            Der Arzt hat, ohne Betäubung, eine halbe Darmspiegelung (bis nach dem zweiten Knick im Darm, dem höchsten Punkt) gemacht, um auszuschließen, das die Blutung aus höheren Bereichen kommen kann. Das Ergebnis war OK. Die Blutungen waren nach etwa vier Tagen vorbei.

                            Nach der nun fünften Ligatur traten nach 3 Tagen immer noch Blutungen auf. Der Arzt sagte, es handele sich um eine neu entdeckte Hämorride, welche Auslöser sein soll, und hat diese mit einer ölhaltigen Substanz (???) unterspritzt. Nach weiteren fünf Tagen wurde dies wiederholt, da noch immer Blut auf dem Stuhl zu sehen war.
                            Etwas unwirsch teilte er mir nun mit, das diese Blutungen etwa SECHS Wochen anhalten können.
                            Nun sind insgesamt 12 Tage vergangen, doch es ist noch immer Blut im Stuhl.

                            Meine Frage nun. Bin ich zu ängstlich, ist das also normal,oder sollte ich mir einen anderen Arzt suchen?
                            Für eine hilfreiche Antwort wäre ich dankbar.

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                            • Oldman
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                              Frau Dr. Schöneberg. Es wäre nett, wenn auch ich hier eine Antwort bekommen könnte.
                              Oder habe ich da etwas falsch gemacht?