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Spermiengesamtzahl

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  • Spermiengesamtzahl

    Hallo Herr Doktor,
    mein Mann hat nun schon das 2. Spermiogramm mit einer viel zu hohen Spermiengesamtzahl bekommen: 1750 mill
    die anderen werte z.b.
    Motilität:
    a) schnell: 32
    b) langsam: 29
    c) ortsbeweglich: 29
    d) unbeweglich: 10
    vitalität 69 %
    (alle anderen werte auch im Normbereich)

    der urologe meint, dass mit dem wert kein kind gezeugt werden kann. mein mann muss nun versuchen mit einer testosteron-salbe seinen testosteronwert und somit die gesamtspermienanzahl zu senken, sonst gibt's nur künstliche hilfe (IUI??) der urologe spricht von einem "Defekt".
    wie ist ihre Einschätzung? Kann man mit diesen Werten wirklich kein kInd zeugen? Ich dachte immer, zu wenig Spermien sind ein Problem? Hilfe!! Ich weiß, Sie sind kein Urologe, trotzdem würde ich Ihre Antwort sehr schätzen! Vielen Dank!


  • RE: Spermiengesamtzahl


    Hallo,

    zu viele Spermien (Polyzoospermie) koennen auch eine Schwangerschaft verhindern. Leider fehlt mir aber das spezielle Fachwissen, um Ihnen dazu genauere Informationen geben zu koennen. In dem Fall kann Ihnen der Urologe besser helfen.

    Gruss,
    Doc

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    • RE: Spermiengesamtzahl


      Da kann ich vielleicht noch etwas beitragen...
      (Schließlich habe ich mal ein paar Jahre in einer großen Klinik für Reproduktionsmedzin gearbeitet und bin noch immer Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Andrologie.)

      Eine Spermienzahl von >250 Mio/ml nennt man Polyzoospermie.
      Die Männer haben zwar sehr viele Spermien, aber oft mit einer verminderten Akrosinmenge pro Spermium.
      Das Akrosin ist ein Enzym, welches die Spermien brauchen, um in eine Eizelle einzudringen.
      Es findet sich in der Akrosomkappe, die normalerweise 40 bis 70% des Spermienkopfes einnehmen sollte.
      Zuweilen fehlt die Akrosomkappe völlig. Dann haben die Spermien runde Köpfe, was man dann auch unter dem Mikroskop sehen kann.
      Wenn dies mehr als 70% der Spermien betrifft, ist von einer Störung der Zeugungsfähigkeit auszugehen.

      Man kann allerdings auch nicht sagen, dass es gar nicht klappen kann, nur die Wahrscheinlichkeit ist deutlich geringer.

      Eine IUI (intrauterine Insemination), bei der man die Spermien aufbereitet in die Gebärmutterhöhle gibt, bringt meines Erachtens nur etwas, wenn die Akrosinreaktion, die man in den meisten größeren Einrichtungen untersuchen kann, nur mäßig eingeschränkt ist.
      Ist dies nicht der Fall, dann bleibt aus meiner Sicht nur eine intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI), bei der man jeweils ein Spermium in eine entnommene Eizelle hineinbringt. Dies macht die Akrosinreaktion entbehrlich.

      Kommentar


      • RE: Spermiengesamtzahl


        Sehr geehrter Herr Glöckner,
        haben Sie ganz ganz herzlichen Dank für Ihre Antwort! Endlich beginne ich die Problematik zu verstehen...

        Wie wird das Akrosin gemessen? Wird es bei einem "normalen" Spermiogramm gemacht?

        HIer sind nochmal die Werte:
        Volumen: 5,0 ml
        ph-Wert: 7,5
        Viskosität: flüssig
        Farbe: gelb
        Verflüssigungszeit: 25 min.
        Spermienkonzentration: 350 mill/ml
        Spermiengesamtzahl: 1750 mill
        Motilität:
        a) schnell: 32
        b) langsam 29
        c) ortsbeweglich: 29
        d) unbeweglich: 10
        Vitalität: 69 %
        Rundzellen: 4,0 mill/ml
        Agglutinate: wenige
        Morphologie: ideale Form: 43 %

        Kann man hieraus auf die Akrosomkappe schließen? Oder muss man das in einer speziellen Untersuchung feststellen lassen?

        Ich habe die Werte mit den Referenzwerten verglichen und sie scheinen, bis auf die Gesamtzahl und die Konzentration doch in Ordnung zu sein, oder irre ich mich?
        Kann es also sein, dass die Werte alle passen, dass aber die Akrosinmenge nicht in Ordnung ist?

        Meinen Sie, dass häufiger GV die Zahl senken könnte?

        Für eine weitere Antworte wäre ich Ihnen EXTREM dankbar!!!


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