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Angst

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  • Angst

    Hallo,
    der Stichtag für die Geburt ist der 4. Januar.Es soll eine Hausgeburt werden....
    Leider ist meine Hebamme bis zum 7. Januar in Urlaub.
    Als Vertretung hat sie mir eine Klinikkollegin genannt.Seit gestern habe ich nun die Angst, dass keiner erreichbar ist, wenn mein Baby kommt...... Soll ich die Kollegin einfach schon mal anrufen und ihr von meiner Angst erzählen?Ich kenn sie doch noch garnicht! Wenn das Baby nun heute Nacht um Mitternacht zur Welt will, muß ich dann doch in die Klinik?


  • RE: Angst


    Hallo,

    ich verstehe, dass Sie so kurz vor der Geburt vielleicht Angst haben, dass nicht alles so laufen könnte, wie Sie sich das vorgestellt haben. Dass Ihre Hebamme in den Urlaub fährt und Ihnen nur eine Telefonnummer in die Hand gedrückt hat, das finde ich allerdings etwas seltsam.

    Trotzdem vielleicht noch eine Anregung. Warum haben Sie sich denn für eine Hausgeburt entschieden? Ich sage das nicht gerne, denn Angst haben Sie ja ohnehin schon und eigentlich möchte ich die nicht noch schüren, aber meiner Meinung nach gehen Sie da ein ziemlich großes Risiko ein.
    Bei einer Geburt kann man VORHER nie sagen, wie es laufen wird, auch wenn Sie vorher schon Kinder geboren haben. Manchmal zählen in einer Notsituation Minuten, so dass ich dieses Risiko niemals in Kauf nehmen würde. Warum haben Sie denn so große Angst vor einer Entbindung in der Klinik? Die meisten Kliniken gehen heute doch sehr auf die Wünsche der Schwangeren ein. Und wenn man sich da im Vorfeld gut informiert (Infoabende gibt's überall), findet man bestimmt eine Klinik, die einem liegt. Ich würde darauf achten, dass eine optimale medizinische Versorgung für Mutter und Kind gegeben ist, d.h. dass Sie darauf achten sollten, dass innerhalb kürzester Zeit eine Not-OP (Kaiserschnitt etc.) möglich ist (sprich: dass die Ärzte im Hause sind) und das Kind bei Problemen schnell und optimal versorgt werden kann.
    An Ihrer Stelle würde ich die Hebamme, die die Ihrige vertritt, kontaktieren und sie ausfragen, wie das bei ihr an der Klinik läuft. Vielleicht können Sie dort sich das zusammen mit ihr ansehen. Wenn es noch andere Kliniken gibt, dann würde ich auch da mal anrufen und nachfragen, obwohl das jetzt schon sehr knapp mit der Zeit ist.
    Im Übrigen sind die Statistiken, die so gerne von den Hausgeburtsbefürwortern vorgelegt werden und ein geringes Risiko vorgaukeln, nicht korrekt - jedenfalls habe ich noch keine gesehen. Sie berücksichtigen nicht, dass man ausgewählte Frauen hat (Risikogeburten werden eh abgelehnt). In der Klinik sind alle Risikostufen vertreten, so dass man die beiden eh nicht vergleichen kann. Und knapp 3/4 der Säuglinge, die in der Klinik sterben, sind zudem Früh(st)Geburten. Wenn man das Datenmaterial seriös auswertet, dann ist die Entbindung für Mutter und Kind in einem guten Krankenhaus mit einem wesentlich niedrigerem Risiko verbunden. Und selbst wenn im Krankenhaus nicht alles ganz so abläuft, wie man sich das vielleicht vorstellt, dann denke ich kann man das in Kauf nehmen, denn die Sicherheit sollte in solch einer Situation am wichtigsten sein.
    Also, nehmen Sie Kontakt mit der Hebamme an der Klinik auf und informieren sich. Ich kann Ihnen da eigentlich nur Mut machen, sich umzuentscheiden. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen sagen, dass unter der Geburt und hinterher Dinge passieren können, die man nicht vorhersehen kann. Bei meiner ersten Geburt (nach völlig problemloser Schwangerschaft) ging es dann dem Kind irgendwann plötzlich sehr schlecht. Die anderen Geburten verliefen normal (wenngleich vom Drumherum auch nicht immer so ganz so toll), aber die Jüngste musste nach der Geburt für eine Woche auf die Intensivstation - da gab es vorher keinerlei Anzeichen dafür.
    Ich hoffe, dass Sie den Mut haben, sich kurzfristig noch umzuentscheiden, packen Sie's am besten gleich an. Angst brauchen Sie keine zu haben, wenn Sie in guten Händen sind.

    Alles Gute und guten Rutsch ins neue Jahr.
    Degi

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    • RE: Angst


      Also ich würde versuchen anzurufen und von der Angst erzählen die du hast. Vielleicht kann sie dich auch vorher nochmal besuchen kommen, damit du sie kennen lernst, falls es doch schon los gehen sollte.
      Und ich finde es gut, daß du dich entschieden hast, eine Hausgeburt zu machen.
      Ich habe in einem Geburtshaus entbunden, wo ich die ganze Zeit von einer Hebamme und einer Helferin betreut wurde. Mein Mann war auch aktiv dabei.
      Bei meiner ersten Tochter habe ich im Krankenhaus entbunden, ganz alleine lag ich im Kreissaal und die zu betreuende Hebamme kam nur ab und zu mal nach schauen, ob alles in Ordnung ist.

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      • RE: Angst


        Zu Degi's Beitrag möchte ich sagen, dass natürlich Komplikationen möglich sind, dass man in so einem Fall evtl. (das kommt trotz KH immer noch auf die individuelle Situation, Engagement des Personals im KH, und einfach auch dem Zufall an) auch Vorteile hat, wenn man im KH ist, aber dass das doch einfach nicht alles ist und man eine Geburt nicht einfach so versachlichen kann und nur med.-techn. Aspekte eine Rolle spielen. Leider muß ich sagen, hatte ich in den letzten Jahren viel mit KH und Ärzten zu tun, und oft fühlt man sich dort einfach sehr schlecht betreut. Es fehlt gerade sehr oft an der persönlichen, individuellen Betreuung, oft hat man überhaupt keinen Ansprechpartner, fühlt sich alleine gelassen, eigentlich überhaupt nicht wirklich betreut. Was nützen einem da tolle theoret. med. Möglichkeiten, wenn die Ärzte, Hebammen etc. gerade keine Zeit oder auch mal keine Lust haben?! Wenn sie hoffnungslos überlastet sind und man nur eine Nummer ist? Gerade aus diesem Grund kann ich verstehen, dass sich Frauen gegen ein Krankenhaus und für eine Hausgeburt mit individueller Betreuung entscheiden, auch wenn diese aus med. Sicht natürlich ihre Grenzen und auch Probleme hat. Und die Rolle der Psyche bei der Geburt halte ich für nicht unerheblich, ich denke, dass eine Geburt dort tendenziell besser ablaufen wird, wo sich die Frau wohler fühlt. Wenn ihr also techn. Möglichkeiten und Sicherheit auf diesem Gebiet am wichtigsten sind, dann ist sie wahrscheinlich im KH besser aufgehoben. Wenn ihr persönliche Nähe und Betreung wichtig sind, dann ist die Hausgeburt mit der Hebamme evtl. besser. Man sollte da niemendem pauschal etwas vorschlagen, sondern immer die Situation individuell betrachten.

        Zum Urlaub der Hebamme: natürlich muß das auch einmal sein, aber wenn man das schon vorher weiß, sollte man sich doch besser rechtzeitig eine andere auswählen, die dann auch Zeit hat, sonst macht das ja keinen Sinn.

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        • RE: Angst


          Sicherlich, das muss jeder für sich entscheiden.
          Aber was nützt es mir, wenn ich mich zunächst vielleicht (!) wohler fühle, wenn ich hinterher dann ein Leben lang mir Vorwürfe machen muss, wenn etwas schief gelaufen ist und das Kind behindert ist oder gar stirbt? Nein, für mich sind da die Prioritäten ganz klar. Ja, für mich ist die Sicherheit des Kindes (und meine) wichtiger. Und ich frage mich oft, wie man sich als (werdende) Mutter überhaupt anders entscheiden kann, nämlich für das Risiko und gegen die Sicherheit.
          Und noch etwas. Ihre letzten Sätze sind völlig korrekt:
          "Zum Urlaub der Hebamme: natürlich muß das auch einmal sein, aber wenn man das schon vorher weiß, sollte man sich doch besser rechtzeitig eine andere auswählen, die dann auch Zeit hat, sonst macht das ja keinen Sinn. "
          Ich frage mich (abgesehen von meinen prinzipiellen Bedenken), wo denn da der Vorteil ist, wenn eine Hebamme nicht mal ordentliche Vorsorge für ihre Schwangeren trifft. Und das gilt nicht nur für den Urlaub, sondern auch für den Krankheitsfall. In diesem Verhalten sehe ich keineswegs das Bild, das so gerne von den Hebammen gezeichnet wird, die Hausgeburten machen. Wo ist da das einfühlsame und vorausschauende Handeln? Wo bleibt denn da die individuelle Betreuung?

          Sicherlich spielt die Psyche bei der Geburt eine Rolle, aber genau aus diesem Grund haben die Kliniken ja einiges geändert. Man muss eben mal hingehen und vergleichen und sich alles genau ansehen.
          Ich hoffe, dass Babymama dafür noch Zeit hat und drücke ihr die Daumen, dass alles gut verläuft und sie ein gesundes Kind zur Welt bringt.

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          • RE: Angst


            Ich sehe das so wie Degi, auch wenn ich (bisher) keine Kinder habe. Die Sicherheit sollte eigentlich Priorität haben.
            Klar muss jeder das für sich entscheiden. So ganz verstehen kann ich den neuen Trend von Hausgeburten aber nicht so ganz. Bei anderen gesundheitlichen Risiken würde wohl jeder darauf bestehen, den neuesten Stand der Medizin zu erhalten. Und hier verzichtet man freiwillig.

            Wie dem auch sei, alles gute für die Geburt!

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            • RE: Angst


              Habe bei der Hebamme angerufen und war noch heute um 16.00 Uhr bei ihr, die ist total nett und meinte , das es wohl noch später als der 4. Januar wird und das ich jederzeit anrufen dürfe. Allen ein frohes neues Jahr....

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              • RE: Angst


                Ich kann Degi in allen Punkten nur Recht geben:
                Ein noch so unauffälliger SS-Verlauf sagt gar nichts über die Geburt aus.
                Sorgfalt und individuelle Betreuung sind hier ja wohl nicht so, wie man es sich vorstellt.

                Eine sinnvolle Alternative zur Hausgeburt ist für mich die ambulante Entbindung im KH.
                Man hat die Sicherheit bei plötzlichen Problemen und seine gewohnte Umgebung nach wenigen Stunden.

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