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Röteln

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  • Röteln

    Hallo!

    Sollte man bevor man sich entschließt schwanger zu werden den Röteltiter bestimmen lassen und bei welchem Grenzwert (Titer) im Blut solte man in jedem Fall nachimpfen (wurde mit 14 lebend geimpft). Habe im Forum gelesen, dass man nach einer Impfung in jedem Fall 3 Monate warten soll. Stimmt das weiterhin?

    Danke für eine kurze Antwort.

    Schöne Grüße
    Michi


  • RE: Röteln


    Wenn Sie geimpft sind, ist sicherlich ein ausreichender Titer vorhanden.
    Dies läßt sich leicht überprüfen.
    Selbst, wenn der Titer nicht hoch genug ist, besteht nach bisherigen Erfahrungen kaum ein Risiko für das Kind.

    Bei einer Impfung, ggf. auch mal Nachimpfung, wird ein Lebendimpfstoff aus abgeschwächten Rötelnviren verwendet. Daher ist eine potentielle Gefährdung des Kindes gegeben.
    Abgeschwächte Röteln-Viren können in geringen Mengen 7 bis 28 Tage lang im Rachenabstrich von Geimpften nachgewiesen werden. Erkrankungen von ungeschützten
    Personen sind jedoch laut Fachinformationen nicht zu befürchten.

    Das amerikanische Komitee für Impfempfehlungen hat im Oktober 2001 Daten untersucht, welche zeigen, dass kein Fall des typischen Röteln-Syndroms bei Kindern gefunden wurde, deren Mutter zufällig innerhalb von 3 Monaten vor der Schwangerschaft oder früh in der Schwangerschaft gegen Röteln geimpft worden waren.

    Die Untersuchungen wurden durchgeführt in den USA (U.S. Rubella Vaccine in Pregnancy Registry), in England (U.K. National Congenital Rubella Surveillance Programme) in Schweden und in Deutschland (G. Enders, M.D., Labor Enders und Partner, und Institut für Virologie, Infektologie und Epidemiologie) anhand von 680 Lebendgeburten, bei denen die Mutter innerhalb von drei Monaten vor Schwangerschaftsbeginn bzw. zu Beginn der Schwangerschaft gegen Röteln geimpft worden war. Keines der Kinder hatte das typische Röteln-Syndrom. Nichtsdestotrotz bleibt ein Restrisiko von 0,5%.

    Das Risiko bei den 293 Kindern, deren Mütter innerhalb von 1-2 Wochen vor und 4-6 Wochen nach der Befruchtung eine Rötelnimpfung erhielten, wird mit 1,3% angegeben. Es ist also deutlich geringer, als die >20% Risiko, die bekannt sind, wenn die Mutter innerhalb der ersten 20 Schwangerschaftswochen an Röteln erkrankt.

    Aufgrund dieser Untersuchungen ist die Empfehlung für Frauen, nach einer Rötelnimpfung eine Schwangerschaft in den ersten drei Monaten zu vermeiden, angeblich auf 28 Tage reduziert worden. Ich konnte dies allerdings so in den Fachinformationen nicht finden.
    Daher würde ich tatsächlich weiterhin d r e i Monate Abstand zur Impfung empfehlen.

    Kommentar


    • RE: Röteln


      Vielen Dank für Ihre schnelle und sehr ausführliche Antwort:
      Ich lasse mein Blut dann jetzt auf jeden Fall untersuchen. Können Sie mir noch einen untersten Grenzwert nennen bei dem ich in jedem Fall nachimpfen lassen sollte?

      Danke und schöne Grüße
      Michi

      P.S. Sie machen hier im Forum eine tolle Arbeit. Herzlichen Dank für ihrem unermüdlichen Einsatz!

      Kommentar


      • RE: Röteln


        Da legt sich keiner so richtig fest.
        Das Robert-Koch-Institut (Ständige Impfkommission) empfiehlt die Impfung bei seronegativen Frauen, gibt aber keine Grenze an, wann das sicher so ist, da Impftiter doch erheblich abfallen können, jedoch keine sichere Aussage zum gegebenen oder nicht gegebenen Schutz möglich ist.
        (http://www.rki.de/INFEKT/EPIBULL/2004/30_04.PDF)
        Eine Röteln-Immunität ist anzunehmen bei Titern von über 1:32, aber auch bei 1:8 / 1:16 und IgG-EIA positiv.
        Bei einem Titer 1:8 / 1:16 und IgG-EIA negativ muss man von einer nicht bestehenden Immunität ausgehen.
        (http://endokrinologikum.commas.neust...diagnostik.pdf)

        Liegt der Titer bei 1:32 oder darüber, sind Sie ausreichend geschützt. Liegt er bei 1:16 oder sogar darunter, sollte man vorsichtig sein, ggf. sogar nachimpfen, idealerweise ausreichend vor der Schwangerschaft.
        Nachimpfen sollte man eher auch, wenn nur einmal geimpft wurde. Meist ist es aber zweimal in der Kindheit passiert.

        Wenn man ohne ausreichenden Titer trotzdem mit einer möglicherweise infizierten Person in Kontakt gekommen ist, kan man innerhalb von bis zu 5 Tagen nach einer möglichen Infektion noch eine passive Immunisierung mit Röteln-Immunglobulin durchführen. Der Röteln-Titer wird dann im weiteren Verlauf der Schwangerschaft kontrolliert, damit eine Neuinfektion sicher erkannt wird.

        Aber vorbeugen ist immer besser.

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