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Meine Tochter

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  • Meine Tochter

    Hallo Dr. Glöckner,

    ich habe ein Problem.
    Meine Frau ist bei der Geburt meiner Tochter gestorben. Ich habe seitdem meine Tochter bei mir und ziehe sie alleine auf. Es gibt auch seither keine andere Frau in meinem Leben! Meine Tochter ist jetzt 14 Jahre alt und klagt immer über Bauchschmerzen. Ich war schon mit ihr beim Arzt, der konnte aber nichts feststellen und hat mir bzw. ihr eine Überweisung zum Frauenarzt ausgestellt. Tja, leider weigert sich meine Tochter so sehr, dass Sie sich dann immer wieder ins Zimmer einschließt oder mit Freundinnen weggeht, wenn der Termin vereinbart ist. Ich mache jetzt schon den achten Anlauf und dieser ist gestern wieder einmal gescheitert. Ich habe Sie dorthin gefahren und aussteigen lassen. Tja. Nur, hat mich dann die Sprechstundenhilfe angerufen, dass meine Tochter nicht dort war. Ich kann nicht mehr. Ich kann Sie ja verstehen, dass Sie Angst hat, aber ich kann ihr das nicht abnehmen. Ich habe auch mit meinem Bekanntenkreis gesprochen. Auch viele Bekannte haben mit Ihr schon gesprochen, aber alles ohne Erfolg. Ich dachte schon über eine psychologische Behandlung nach, aber davor Scheut sie sich dann wahrscheinlich auch. Sie tut mir so leid, wenn Sie diese schrecklichen Schmerzen hat! Sie hat diese Schmerzen fast jeden Abend! Ich möchte meine Tochter nicht auch noch verlieren!

    Ich bin so verzweifelt. Was soll ich tun? Sie ins Krankenhaus bringen und dann unter Narkose setzen lassen, dass sie sich untersuchen lässt??? Ich bin mit meinen Nerven so am Ende, dass ich jeden Abend weine. Es ist so schrecklich. Sie tut mir so leid!! Ich möchte ihr das am liebsten abnehmen! Sie ist doch mein ein und alles!!

    Bitte antworten Sie mir. Haben Sie einen Rat??

    liebe Grüße und danke im Voraus

    Ralph S.


  • RE: Meine Tochter


    frag sie doch mal, ob sie sich einverstanden erklärt nur mal mit dem arzt oder der ärztin zu reden, ganz ohne untersuchung. besser wäre vll. auch eine ärztin, als ein mann. vielen fällt das leichter. biete ihr an, daß sie den termin selbst macht, meinetwegen in deinem beisein, dann kann sie selbst sagen, sie möchte nur reden. möglich wäre dann auch einen bauchdeckenultraschall, mit dem kann man auch schon einiges sehen, ohne, daß sie sich ausziehen müßte. ich nehme jetzt mal an, daß es ums ausziehen und untersucht werden geht. ich denke, es ist wichtig, ihr zu erklären, daß sie dort zu nichts gezwungen wird, daß sie wirklich nur dort reden kann. sie kann dann ganz zwanglos vertrauen aufbauen und dann vll. ein andermal untersucht werden.
    vll. möchte sie auch zur moralischen unterstützung jemanden mitnehmen, eine freundin oder du selbst, brauchst ja nicht mit zum arzt reingehen, sondern nur im wartezimmer.

    wünsche euch beiden alles gute und das es deiner tochter bald wieder besser geht

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    • RE: Meine Tochter


      Hallo Nevermore,

      vielen Dank für deine Antwort. Leider habe ich das alles schon hinter mir.
      Nicht einmal eine Ultraschalluntersuchung lässt Sie machen. Der Normale Arzt hat sie abgetastet. Stuhl und Urin getestet. Ist alles normal. tja.. Auch ihre Freundinnen haben schon mit Ihr geredet. Wir kommen alle nicht an Sie ran! Aber was ist, wenn Sie etwas schlimmes hat. Ich habe sie jetzt schon eine Woche zu hause, weil sie manchmal nicht aufstehen kann vor lauter Schmerzen.

      Aber ich kann sie doch nicht einfach so ins Krankenhaus verfrachten! Ich will sie doch zu nichts zwingen! Ich meine, wenn ich sie ins Krankenhaus bringe, ist Sie mir vielleicht so böse, dass Sie mich hasst..

      Ich kann bald nicht mehr...

      Kommentar


      • RE: Meine Tochter


        Hallo Ralph,

        ich kann verstehen, dass Du Dich sehr um Deine Tochter sorgst. Was auch immer Du in der Vergangenheit versucht hast, um Deiner Tochter zu helfen und ihr alles Übel der Welt fern zu halten, jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, ihr die Möglichkeit zu geben, für ihr eigenes Leben die Verantwortung zu übernehmen. Glaub mir: kein Mensch hat gern Schmerzen. Sobald die Schmerzen wieder da sind, wird sie sich wünschen, dass etwas passiert, was ihr die Schmerzen nimmt. Und dann kommt Dein Einsatz: pack sie Dir und verfrachte sie ins Krankenhaus. Anders wird das nix, fürchte ich. Für irgendwelche Hinhaltetaktiken und gutes Zureden ist momentan keine Zeit, denn Schmerzen entstehen nicht grundlos und sollten dringend abgeklärt werden.

        Auf der anderen Seite braucht Deine Tochter die Sicherheit, dass nicht über ihren Kopf hinweg Dinge mit ihr unternommen werden, die sie weder versteht noch überblickt. Du bist kein schlechter Vater, wenn Du Mitleid mit dem leidenden Mädchen hast, aber sie tanzt Dir derzeit auf der Nase herum, weil Du das mit Dir machen lässt. Also sei konsequent, nicht mitleidlos. Sicher hast Du als Vater eine Verantwortung für ihre gesunde Entwicklung, aber das kann nicht soweit gehen, dass Du vor Sorgen nicht in den Schlaf findest, während sie ihre "Zickigkeit" oder pubertären Unberechenbarkeiten austobt. Sie muss jetzt Grenzen gesetzt bekommen und da darf dann auch ruhig einmal die Fetzen fliegen und gezankt werden. Das ist völlig normal.

        Deine Tochter braucht in dieser Phase des "Frau-Werdens" Vertraute. Väter sind da genau wie Mütter nicht immer die richtigen Ansprechpartner. Wenn sie also wieder diese Schmerzen hat und Du Dich nicht überwinden kannst, sie ins Auto zu packen und ins Krankenhaus zu fahren, dann bitte sie, sich einer Freundin anzuvertrauen und mit dieser zu besprechen, was weiter zu machen ist. Es gibt viele Mädchen, die einen Horror vor dem ersten Termin beim Frauenarzt haben. Wenn sie versichert bekommen, dass erstmal nur gesprochen wird und niemand irgendetwas gegen ihren Willen tut und die Freundin dabei sein darf, dann fällt es ihr vielleicht leichter, das Vertrauen zu haben, dass es lediglich darum geht, ihr zu helfen, die Schmerzen abzuklären und abzustellen.

        Sprecht ihr eigentlich über Dinge wie die Periode oder Sexualität? Menstruationsbeschwerden sind nicht selten. Wenn Du Deiner Tochter sagst, sie muss nicht mit solchen Beschwerden leben, es könnte ihr geholfen werden, wie reagiert sie dann?

        Nicht verzweifeln, Ralph, Mädchen von 14 sind ganz besonders empfindliche und eigensinnige Geschöpfe, die einem manchmal den letzten Nerv rauben können, aber sie sind in der Regel dankbar, wenn ihnen Hilfe zur Selbsthilfe angeboten wird, statt wehr- und hilflos ihrer eigenen Verwirrung ausgeliefert zu sein. Glaub mir, das Mädel ist mindestens so durcheinander wie Du.

        Viele verständnisvolle Grüße
        Anke

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        • RE: Meine Tochter


          Vielleicht hilft es, wenn eine gute Freundin und Sie mit zum Arzt gehen.
          Ansonsten können Sie ihr nur sagen, dass es evtl. auch etwas Schlimmes, wie eine Entzündung sein könnte, was zu irreparablen Schäden führen kann, wenn es nicht rechtzeitig behandelt wird.
          Wenn sie dann immer noch nicht will, könnten Sie auch noch Ihre verstrobene Frau ins Spiel bringen, wie "Mutti hätte sicher auch gewollt, dass Du Dich nicht so quälst."

          Echten Zwang würde ich nur ausüben, wenn es überhaupt nicht beser wird bzw. Fieber auftritt, wobei man die Messung diskret überwachen sollte.

          Kommentar


          • RE: Meine Tochter


            vielen Dank für ihre Antwort. Ich wünsche ihnen eine schöne Adventszeit! Ich hoffe es ist nichts schlimmes!!

            Ich muss mich zusammenreissen und das in Angriff nehmen. Es ist so schwer!!

            Kommentar


            • RE: Meine Tochter


              Also Fieber hat sie schon länger. Bestimmt schon drei Tage. Es erhöht sich aber nicht. Also meine letzte Messung war 38 Grad. Manchmal krampft Sie sich schon zusammen.

              Ich kann meine Frau da nicht ins Spiel nehmen! Jetzt denken Sie sicher, ich bin ein Weichei oder so.

              Mensch.. ich fahr Sie jetzt ins Krankenhaus. aber sie wird mir sehr böse sein!

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              • RE: Meine Tochter


                kann man denn unter Narkose oder Beruhigungsmittel so eine Untersuchung bei Minderjährigen durchführen? (wenn man Ihr dann z.B. sagt, dass sie ein Schmerzmittel bekommt das aber in wirklichkeit so eine Narkose oder so ist und sie dann untersucht und sie gar nichts merkt??)

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                • RE: Meine Tochter


                  das würde ich nciht machen, dann verliert sie das vertrauen vll. sogar endgültig in dich und die medizin und wird immer mit angst bei so etwas reagiern. versuch es doch bitte ncoh einmal mit vernunft. läßt sie sich denn auf ein gespräch ein ? anrufen geht auch. vll. kann ihr der FA/FÄ eher begreiflich machen, daß es sein muß.

                  Kommentar


                  • RE: Meine Tochter


                    Tja. also ich muss jetzt was tun...Ich möchte Sie nicht verlieren.

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                    • RE: Meine Tochter


                      dann fahr mit ihr ins krankenhaus, aber laßt sie mit entscheiden so lange es nicht lebensbedrohlich ist. nicht einfach hinter ihrem rücken etwas machen. erst wenn alle stricke reißen. schildere denen die situation ggf. wissen die im krankenhaus ja auch, wie man mit solchen fällen umgeht.

                      wünsche euch viel kraft

                      Kommentar


                      • RE: Meine Tochter


                        Danke.. Ich versuche es! Am liebsten würde ich einen Rettungswagen holen, denn ich kann sie nicht einfach so nehmen..und sie ins Auto verfrachten

                        Kommentar


                        • RE: Meine Tochter


                          ruf doch mal schnell hin an und frag, wie du dich verhalten sollst, bzw. was die für das beste halten. dann siehst du weiter.

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                          • RE: Meine Tochter


                            Hömma Ralph,

                            wir können nicht immer nur die liebevollen, rücksichtsvollen, von den Kindern geliebten Eltern sein wollen. In der Not ist Durchgreifen gefragt, egal wie uneinsichtig und wie wütend das Kind dann wird und wie sie Dich auch verfluchen wird für den Moment. Das musst Du AUSHALTEN! Du bist erwachsen. Und die Welt geht nicht unter, nur weil Deine Tochter sagt, wie sehr sie Dich im Moment für die Aktion hasst. Sie meint das nicht so. Morgen ist sie Dir dankbar. Setz Dich um Himmels Willen durch und sei konsequent, nur so bist Du als sorgender Vater glaubwürdig. Konsequenz zählt, glaub mir! Kumpels, die ja ach so viel Verständnis haben, hat Deine Tochter bestimmt auch. DU BIST VATER! Das ist ein Unterschied! Da musst Du auch mal den Nerv haben, gehasst zu werden für seine Konsequenz. So sieht das aus. Kopf hoch! Da müssen wir alle mal durch, wenn wir Eltern sind.

                            Liebe Grüße

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                            • Was mir grad noch einfällt


                              Sei mir nicht böse, Ralph, aber es könnte genau das sein, was Deiner Tochter diese Panik macht:
                              Du hast ständig den Tod ihrer Mutter vor Augen und hast mehr als deutlich Angst! Wie soll da das Kind Vertrauen haben, dass ihr nichts passiert, dass alles gut gehen wird?

                              Gut, wir sind nicht immer alle überlegen rational, aber Du solltest dringend etwas gegen Deine Angst tun. Mit Angst kannst Du nicht argumentieren, jedenfalls nicht, wenn Du Deine Tochter zu vernünftigem Verhalten überzeugen willst.

                              Es kann, es muss aber nicht unbedingt etwas sein, was unbehandelt zum Tode führt. Und je gelassener und bestimmter Du reagierst, desto sicherer und vernünftiger wird sich Deine Tochter für eine Behandlung entscheiden. Arbeite an Dir. Und wenn Du nicht "vernünftig" überlegen und handeln kannst, dann übergib einen Teil dieser Verantwortung an jemanden, der das besser kann: Großeltern, Tanten, Onkeln andere Bezugspersonen des Kindes eben. Das ist kein Zeichen von Schwäche, wenn man zugibt, dass einem die Dinge über den Kopf wachsen, sondern von Stärke. Es kostet Mut, sich und anderen einzugestehen, Hilfe zu brauchen. Hab den Mut. Tu's für Dich und für Deine Tochter. Lass Dir helfen, damit ihr geholfen werden kann. OK?

                              Grüße
                              Anke

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                              • RE: Meine Tochter


                                Hallo Ralph,

                                nicht böse sein, aber vielleicht hat sie auch Angst, dass Du entdeckst, dass sie nicht mehr Jungfrau ist oder sie schwanger ist oder so.
                                Auch mit 14 kann sowas vorkommen.
                                Sag ihr mal, dass Du auch in solchen Fällen nicht böse wärst und hinter ihr stehen würdest! Dass sie sich für nichts schämen muss.
                                Sag ihr mal auch, dass der Arzt Dir gegenüber Schweigepflicht hat und dass sie Dir nur erzählt, was sie hat, wenn sie es will, sie es aber auch für sich behalten darf.

                                Ist nur so ein Verdacht, vielleicht steckt auch was ganz anderes dahinter, aber ein Versuch wäre es doch mal.

                                Liebe Grüße und viel Glück!

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