• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Trachelektomie

Einklappen

X
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Trachelektomie

    Guten Tag,

    Bei mir wurdebei einer Konisation ein Plattenepithelkarzinom (G3) [ Tumorformel: T1a1 R0, L0, V0] im Gesunden entfernt. (Tumor wuchs an einer Stelle etwas dissoziiert)
    Bei einem Gespräch sind mir drei Möglichkeiten angeboten worden:
    1. engmaschige Kontrolle
    2. Entfernung der Wächterlymphknoten
    3. Trachelektomie

    Irgendwie fühle ich mich jetzt sehr verunsichert und wende mich jetzt an Sie.

    Die Therapiemöglichkeiten sind ja schon sehr unterschiedlich. Zwischen gar nichts tun bis hin zu einer längeren Operation mit Nebenwirkungen in bezug auf die Schwangerschaft.



    Ist eine Trachelektomie zu viel? Welche Sicherheit bringt eine Trachelektomie im Vergleich zu 1. bzw. 2.?

    Was würden Sie mir raten?

    Vielen dank

    milky

  • Trachelektomie


    -- moved topic --

    Kommentar


    • Re: Trachelektomie


      Hallo milky,
      leider verstehe ich den Befund nicht restlos.
      Es wurden keine Lymphknoten entnommen aber als N0 beschrieben? Das würde bedeuten es wurde der Wächterlymphknoten untersucht und dieser ist tumorfrei. Ansonsten hieße es N x- für nicht bekannt. Haben Sie einen Kinderwunsch oder liegt bereits eine Schwangerschaft vor und wie weit ist diese Schwangerschaft?
      Wäre die Schwangerschaft schon weiter fortgeschritten, wären die engmaschigen Kontrollen vertretbar. Bei noch nicht eingetretender Schwangerschaft wäre ein radikaleres Vorgehen empfehlenswert. Das Entfernen des Wächterlymphknotens kann per Bauchspiegelung erfolgen, was auch bei vorliegender Schwangerschaft möglich wäre. Insgesamt rate ich zu einer zweiten Meinung, wenn Sie unsicher sind entweder durch Ihren FA oder in einer weiteren Klinik.
      Viele Grüße
      Annette Mittmann

      Kommentar


      • Re: Trachelektomie


        Hallo,

        nein, es wurden noch keine Wächterlymphknoten entnommen. Man hat nur keine Einbrüche in die Lymphbahnen gefunden. Daher das L0. Von N0 habe ich nichts gesagt.

        Kinderwunsch ist nicht ganz so wichtig, jedenfalls im Moment, aber ich würde mir gerne die Option dafür behalten, wenn es geht. Alle drei vorgeschlagenen Möglichkeiten hätten ja dieses Ziel.

        Schwanger bin ich nicht. Ich glaube, ich habe im falschem Forum geschrieben.

        Insgesamt habe ich nur Angst, unter- bzw. übertherapiert zu werden.

        Problem ist, dass ist mindestens meine dritte Meinung. Meine Frauenärztin rät dazu abzuwarten, die Zweitmeinung schlägt die oben genannten Möglichkeitenj vor.

        Ich bin also ziemlich verwirrt, da ja zwischen abwarten und Trachelektomie ja Welten liegen.

        Viele Grüße

        Milky

        Kommentar



        • Re: Trachelektomie


          Hallo Milky,
          zunächst L 0 und N 0 ist das selbe.
          Da Sie nicht schwanger sind, würde ich zu der invasiveren Methode tendieren und nicht warten, bis sich weitere Zellveränderungen zeigen.
          Der Kinderwunsch wird Ihnen so nicht genommen und die Strapazen einer Operation können Sie als junger Mensch noch verkraften.
          Alles Gute
          Annette Mittmann

          Kommentar


          • Re: Trachelektomie


            Hallo,

            ich habe das hier gerade zufällig gelesen und hoffe, dass ich mich da kurz einklinken darf, denn soweit ich orientiert bin, besteht da ein Unterschied, und zwar wird der auch extra in der Tumorformel differenziert:
            L0 = kein Lymphgefäßeinbruch nachgewiesen
            N0 = kein Lymphknotenbefall nachgewiesen

            L0 ist nach meiner Kenntnis gerade bei der Therapie eines T1a1-GBHTumors ausschlaggebend dafür, ob die Konisation reicht oder besser die Trachelektomie mit Entfernung der Wächterlymphknoten zur Anwendung kommen sollte.

            Wenn ich betroffen und 34 Jahre alt wäre, würde ich mich für eine der beiden Gebärmutter-erhaltenden Therapien entscheiden.

            Ich hoffe, mein Hinweis ist willkommen, obwohl ich gar nicht gefragt war und mich gerade heute erst in einer eigentlichen anderen Angelegenheit (Lymphödem) angemeldet hatte.

            LG
            PandoraH

            Kommentar


            • Re: Trachelektomie


              Hallo milky
              @ PandoraH,
              im Prinzip ist die Unterscheidung korrekt zwischen N und L. Die offizielle Einigung, welchen Eingang es in die TNM Klassifikation findet, steht noch aus. Momentan gibt es klinisch noch keinen Unterschied im Vorgehen.
              Viele Grüße
              Annette Mittmann

              Kommentar



              • Re: Trachelektomie


                Hallo Milky,
                Hallo Frau Dr. Mittmann,

                nach meiner Kenntnis der Leitlinien-Algorithmen wäre die Therapie trotz Konisation in sano (R0) geringfügig anders, wenn ein Risikofaktor (RF) wie Lymphgefäßeinbruch (L1) vorliegt, und zwar wäre mindestens eine Rekonisation vorgesehen, während bei Figo 1A1 mit L0 (kein Lymphgefäßeinbruch eingewiesen) u.U. eine langfristige und engmaschige Kontrolle evtl. auch möglich wäre.

                Aber der Fall des Lymphgefäßeinbruchs liegt ja auch nicht vor, so dass Milky jetzt frei entscheiden kann/muss über die im Ursprungsposting genannten Optionen in Abhängigkeit ihres eigenen Sicherheitsbedürfnisses.

                Kommentar


                • Re: Trachelektomie


                  Hallo PandoraH, hallo Milky

                  Insgesamt ist die Entscheidung nicht einfach. Auch in den unten aufgeführten Leitlinien der AWMF(dem Tumorboard, nachdem sich jeder Arzt in Deutschland richtet), ist keine absolut eindeutige Empfehlung in jeder Situation zu entnehmen.
                  Entscheidend hierbei ist die G3 Situation, das heißt, dass ein wenig differenziertes Carzinom vorliegt, das aggressiver eingschätzt wird als z.B. G1 Carzinome, die dem ursprünglichem Gewebe noch ähnlicher sind.

                  Bei nicht vorliegendem Kinderwunsch und ausgeprägter Sorge der Patientin, ist hier die Empfehlung zur Hysterektomie mit Lymphknotenentfernung gelistet.

                  Eine eindeutige Empfehlung ist somit nicht leicht und am besten mit dem behandelnden Gynäkologen zu diskutieren, wenn ihm das Vertrauen geschenkt wird.

                  Viele Grüße

                  Annette Mittmann

                  PS: im Anhang der Auszug der Leitlinien und die Adresse, wo sie zu finden sind.


                  AWMF online - S2-Leitlinie Onkologie / Gynäkologie: Zervixkarzinom file:///C:/Daten/www/awmf/ll/032-033.htm

                  Therapie der invasiven Karzinome
                  FIGO-Stadium IA1 (Invasion maximal 3 mm) und keine ungünstigen Prognosekriterien (d.h. kein
                  dissoziiertes, netzförmiges Wachstum, keine Lymphangiosis, keine Hämangiosis, kein schmaler oder
                  nicht beurteilbarer Absetzungsrand, Messung der Ausdehnung sicher, kein G3):

                  nach abgeschlossener Familienplanung bzw. bei besonderem Sicherheitsbedürfnis der
                  Patientin auch (einfache) Hysterektomie
                  bei Kinderwunsch: Konisation mit Zervixkürettage (in sano)
                  Stadium IA2 (Invasion > 3-5 mm, Oberflächenausbreitung bis 7 mm) und Stadium IA1 mit ungünstigen

                  Prognosekriterien (G3):
                  radikale Hysterektomie mit Resektion der Parametrien und mit systematischer Entfernung der
                  pelvinen Lymphknoten
                  bei Kinderwunsch: Konisation, ggf. radikale Trachelektomie mit pelviner Lymphonodektomie

                  Kommentar


                  • Re: Trachelektomie


                    Hallo,

                    nun ist die Entscheidung gefallen. Aufgrund des Tumorvolumens soll eine Trachelektomie vorgenommen werden und schon wieder tauchen Fragen auf, auf die ich keine Antworten weiß.

                    Nachdem ich nicht darüber informiert wurde, dass ich die Pille abzusetzen habe (das habe per Zufall auf dem Beipackzettel der Pille gelesen), bin ich jetzt total verunsichert, was den Termin der OP angeht.

                    Wie verhält sich der Körper, wenn ich nach 14 Jahren zum ersten Mal eine Pillenpause mache.? Wann ist mit den nächsten tagen zu rechen? Kommen sie dann auch pünktlich, oder eher früher oder später?

                    Und ist es gut, wenn nach einer solchen OP die Tage dann relativ schnell einsetzen?
                    Oder sollte ich den Termin so legen, dass sie möglichst gerade vorbei sind?


                    Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen.

                    Viele Grüße

                    milky

                    Kommentar



                    • Re: Trachelektomie


                      Hallo,

                      die OP sollte nicht unter der Blutung stattfinden.

                      Wie der Körper auf das Absetzen der Pille reagieren wird, kann man nie genau vorhersagen. Die Abbruchblutung wird normal einsetzen - danach kann es ein paar Wochen dauern, bis sich der Zyklus wieder reguliert hat.
                      Genaue Vorhersagen lassen sich da aber nicht machen.

                      Viele Grüße,
                      Claudia

                      Kommentar


                      • Re: Trachelektomie

                        Bitte geben Sie sorgfältigere Antworten!
                        Schauen Sie doch mal zum selben Thema, auch die selbe Patientin, in die Diskussion bei Ihrem Kollegen Dr. Leuth.

                        Nicht nur, dass Frau M. zunächst ein Lymphknotenstadium N0 gelesen haben wollte, wo keines angegeben war, nein, auf die sehr kompetente Aussage der Patientin hin wollte Frau M. uns auch noch weismachen L0 und N0 seien das selbe! Hier hilft bereits Wikipedia weiter, oder auch die Seite vom DKFZ: Außerdem möglich, aber nicht zwingend notwendig sind die Angaben zu:
                        • L (= Lymphgefäßinvasion): Gibt an, ob sich auch in Lymphbahnen der Tumorregion Tumorzellen gefunden haben (L1) oder nicht (L0). Nicht zu verwechseln mit "N" für die Angabe zu den regionären Lymphknoten.
                        Ich ärgere mich öfters über (selbsternannte?) Experten in diesen und jenen Foren. Ich bin beruhigt, über die doch recht qualifiziert wirkenden Aussagen des Herrn Kollegen Leuth.
                        Ich hoffe ohnehin, das die Pat. - da ja nun seit Beginn der Diskussion hier mehrere Jahre vergangen sind - mittlerweile ihr Problem gut in den Griff bekommen konnte und sich hoffentlich weiterhin einer guten Gesundheit erfreut!

                        Kommentar