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HPV - Informieren des Ex-Partners

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  • HPV - Informieren des Ex-Partners

    Hallo,

    im Januar 2005 wurde bei mir ein positiver HPV Abstrich mit high-risk-Viren festgestellt. Danach musste ich drei Mal im Abstand von drei Monaten zur Nachkontrolle. Jedes Mal war alles in Ordnung. Die Infektion ist also schnell ausgeheilt.
    Nun zu meinem Problem:
    Die Infektion ist sechs Monate nach dem Ende meiner ersten Beziehung festgestellt worden, d.h. ich kann die Viren im Grunde nur von diesem Partner bekommen haben.
    Dieser Partner ist direkt nach dem Ende unserer etwa 2-jährigen Beziehung eine neue Partnerschaft eingegangen, die meines Wissens auch heute noch besteht.
    Ich habe damals die Infektion auf die leichte Schulter genommen und meinen Ex-Partner nicht darüber informiert. Ich habe das ganze verdrängt, doch irgendwann kam die Geschichte plötzlich wieder hoch und ich habe mich intensiv mit HPV beschäftigt. Nun habe ich ein furchtbar schlechtes Gewissen, dass ich damals nichts gesagt habe.

    Ich habe heute keinerlei Kontakt mehr zu meinem Ex-Partner. Wie teile ich es ihm am besten mit oder ist es dazu jetzt zu spät? Ich würde so gerne wissen, ob bei den beiden alles in Ordnung ist.


  • Re: HPV - Informieren des Ex-Partners


    Hallo, Novemberkind, das kann ja natürlich ein mehrfaches Problem darstellen. Zum einen gibt es das moralische, zum anderen könnte es ein juristisches Problem geben, wie es das bei HIV Betroffenen bereits gibt und es auch entsprechende Urteile gibt. Über diese juristischen Ansichten kann ich Ihnen nichts sagen. Dies müßte ein Jurist klären. Ich habe einen ähnlichen Fall in meiner Praxis und die Patientin wird zur Zeit anwältlich beraten. Medizinischer und damit auch moralischerseits möchte ich folgendes sagen: Es gibt keine Beweismöglichkeit oder einen Herkunftsnachweis von Viren. Es ist zwar so, daß die Männer diese Viren beim Sex übertragen können, wenn sie infiziert sind. Aber es gibt auch andere Übertragungswege wie z.B. durch die Geburt, Ansteckung durch Kontakt mit infizierten Türklinken, Toilettendeckel usw. Da bei Ihnen vor Ihrem ersten sexuellen Kontakt mit dem o.g. Partner kein HPV Test gemacht wurde, können Sie auch nicht sagen, daß Sie HPV frei waren und deshalb die Ansteckung vom o.g. Partner stammt. Insofern würde ich ganz beruhigt sein und ich glaube, daß Sie deswegen nicht alle Hebel in Bewegung setzen müssen, um o.g. Partner zu finden. Aber das ist meine private Meinung und keine juristische ! Alles Gute, Ihr Dr. Meinhard Leuth

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    • Re: HPV - Informieren des Ex-Partners


      Hallo, Herr Dr Leuth.

      Zunächst einmal vielen Dank für Ihre Antwort. Beim ersten Lesen habe ich einen Schreck bekommen, da ich an das juristische Problem gar nicht gedacht habe.
      Sie sagen, dass ich mich auch auf anderem Wege infiziert haben könnte. Also wäre es doch theoretisch möglich, dass nicht er mich sondern ich ihn angesteckt habe. Dieser Gedanke ist für mich noch schlimmer. Meine große Angst ist, dass jemand anderes gefährdet ist, weil ich geschwiegen habe. Wie konnte ich nur so dumm sein...? Meinen Sie wirklich, dass ich keinen Kontakt mit ihm aufnehmen sollte?

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      • Re: HPV - Informieren des Ex-Partners


        Hallo, Novemberkind, ich würde mir nicht so große Sorgen machen, denn ein Mann kann sich nicht so schnell anstecken. Zudem ist Ihnen nicht zuzumuten, Nachforschungen über den Verbleib Ihres Ex-Partners anzustellen. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Dr. M. Leuth

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        • Re: HPV - Informieren des Ex-Partners


          Hallo, Herr Dr. Leuth.

          Vielen Dank für Ihre ermutigenden Worte. Sie haben mich doch etwas beruhigt.
          Allerdings werde ich einfach die Angst nicht los, dass die neue Partnerin gefährdet sein könnte. Wie groß ist eigentlich die Wahrscheinlichkeit, sich als Frau zu infizieren und wie groß ist die Wahrscheinlichkeit bei einer High-Risk Infektion Krebs zu entwickeln?

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          • Re: HPV - Informieren des Ex-Partners


            Hallo, Novemberkind, bei ca. 80% der Frauen finden sich nach 2 Jahren keine Viren mehr. Die körpereigene Abwehr hat sich selbst geholfen. Das sind doch gute Aussichten ! MfG Dr. Leuth

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