• *** Aus aktuellem Anlass ***

    Haben Sie Fragen zum Coronavirus, die Sie gerne von einem Experten beantworten lassen würden? In unserem neuen Corona-Forum beantwortet unsere Expertin Frau Dr. med. Athanassiou kostenlos all Ihre Fragen zum Thema!

  • Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Gefahr einer HPV-Ansteckung?

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Gefahr einer HPV-Ansteckung?

    Hallo zusammen,

    ich wende mich an ihr Forum, weil ich mir große Sorgen mache.
    Deshalb möchte ich auch meine Geschichte möglichst detailliert erzählen, wenn das erlaubt ist.

    So, folgendes ...
    Ich hab Ende 2008 eine Frau kennengelernt. Sie hat mir nach einer Zeit erzählt, dass sie Probleme hatte mit dem HPV-Virus.
    Es gab bei ihr Zellveränderungen am Gebärmutterhals ... sie hat mir zwar gesagt, welcher PAP so und so das war, aber mir war das Thema völlig neu und ich kann mich nicht wirklich erinnern. Es mag IIID gewesen sein, aber wie gesagt, ohne Gewähr.

    Auf jeden Fall wurde bei Ihr wohl eine Gewebeprobe entnommen und soweit ich weiß, wurden die betroffenen Zellen auch entfernt.
    Das muss so Anfang 2008 gewesen sein glaub ich

    Jetzt muss ich dazu sagen, dass sie generell ein sehr schwaches Immunsystem hat und auch deutliches Untergewicht hat.
    Sie hat mir aber auch erzählt, dass ihr ehemaliger Freund durchaus viele Frauenbekanntschaften hatte vor ihr.

    Ok, dann meinte sie, war wohl alles in Ordnung bei ihr ... sie hat dann aber wieder angefangen zu rauchen und irgendwas ist wieder aufgetreten ... genaueres kann ich dazu leider nicht sagen.

    Anfang des Jahres hatte sie dann eine neue Untersuchung ... und die Ärztin meinte zu ihr, dass alles sehr gut aussähe ... was ich mal so deute als: Ohne Befund.

    Einen Monat später haben wir uns dann getroffen.
    Es ist dabei nicht zum Geschlechtsverkehr gekommen, sehr wohl jedoch zu Petting (ist es hier erlaubt, Details zu nennen? es ist mir zwar sehr unangenehm, aber um eine möglichst genaue Einschätzung zu bekommen, wie groß die Gefahr einer Infektion ist, würde ich das gerne machen)
    Sie saß mit ihren Schamlippen auf meinem Genetal und ist auch zum Orgasmus gekommen, in sie eingedrungen bin ich alllerdings nicht ... wohl aber mit meinen Fingern.
    Zum Oralverkehr ist es glaube ich nicht gekommen (entschuldigen Sie die unpräzise Angabe, aber es liegt alles schon ein Jahr zurück).

    Ich habe mich einige Monate später, nachdem die Beziehung leider beendet wurde, von einem Gynäkologen untersuchen lassen auf äußere Zeichen an der Eichel, es wurde aber nichts auffälliges gefunden.

    Nun habe ich allerdings mehrere Fragen.

    Zum einen: wenn bei ihr Zellveränderungen aufgetreten sind, heißt das wohl, dass sie mit den sogenannten high-risk Viren in Kontakt war, richtig?
    Ist es richtig, dass diese Viren meist keine äußere sichtbare Zeichen entwickeln? Sprich, dass ich mich trotzdem damit infiziert haben könnte?

    Für wie wahrscheinlich bzw. für wie groß halten sie die Gefahr, dass ich mich infiziert haben könnte? Auch vor der Tatsache, dass ihr letzter Befund negativ war, wir uns erst einen Monat danach getroffen haben und es auch "nur" zu Petting gekommen ist.

    Die andere Frage, die ich habe ... ich lebe jetzt seit einem Jahr abstinent ... wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass selbst, wenn ich mich infiziert haben sollte, eine Übertragung von meiner Seite aus nicht mehr möglich ist?
    Ich hab da widersprüchliches gehört ... zum einen habe ich gelesen, dass nach 8-14 Monaten keine Übertragung mehr möglich wäre ... zum anderen gelesen, dass eine Ansteckung auch Jahre nach einer Infektion noch möglich ist ... da wäre ich für eine Antwort sehr dankbar.

    Ich möchte im Grunde einfach nur abklären, ob ich Gefahr laufe, eine zukünftige Partnerin mit dem Virus infizieren zu können und somit ein Risiko darzustellen.
    Ich hab zwar den Gynäkologen gefragt und er meinte, ich solle mir keinen Kopf machen, die Gefahr wäre äußerst gering, aber ich muss sagen, dass ich ein sehr vorsichtiger Mensch bin, wenn es um solche Sachen geht und ich mich deswegen auch ärgere, dass ich an sowas nicht früher gedacht habe ...

    Ok, ich freue mich auf Ihre Antworten und bedanke mich im Voraus


  • Re: Gefahr einer HPV-Ansteckung?


    Noch ganz kurz zwei Anmerkungen ...

    zum einen, ich habe Ihr vor meiner Untersuchung beim Gynäkologen geschrieben und sie gefragt, ob denn eine Gefahr beständen hätte und sie meinte natürlich nicht, zu dem Zeitpunkt, wo wir uns getroffen hätten, hätte sie es ja nicht mehr gehabt und wär deshalb auch nicht ansteckend gewesen ... und wir hätten ja auch keinen Geschlechtsverkehr gehabt ...

    zwei kurze Fragen hierzu ... ähnlich wie bei mir, ist es wirklich so, dass ein negativer Befund bedeutet, dass man nicht mehr ansteckend ist? Oder kann man durchaus auch Jahre später trotz negativem Befund den Virus übertragen?
    zweite Frage ... ist eine Übertragung wirklich nur durch Geschlechtsverkehr möglich?

    Und eine kurze Frage noch zu den sogenannten high-risk Viren ... bedeutet das, dass wenn eine Übertragung stattfindet, dann genau dieser Typus übertragen wird? Und bedeutet dass dann wiederum, dass das Auftauchen von Zellveränderungen sehr wahrscheinlich ist?

    Weiterhin gilt, vielen Dank schonmal für Ihre Antworten

    Kommentar


    • Re: Gefahr einer HPV-Ansteckung?


      Hallo, Besorgt ! Sie haben recht: die Beiträge sind ziemlich lang für dieses Medium. Dennoch eine kurzgefaßte Antwort: Üblicherweise sind Männer die Überträger des HPVirus und die Frauen die Leidtragenden! Obwohl alle möglichen Übertragungswege bekannt sind, könnte es unwahrscheinlich sein, daß Sie ihre damalige Freundin angesteckt haben, wenngleich es nicht auszuschließen ist. Deshalb sollten - auch wenn sie nicht 100% schützen - Kondome benutzt werden, auch zur Verhütung anderer sexuell übertragbarer Krankheiten bis eine stabile Partnerschaft besteht. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Dr. Meinhard Leuth

      Kommentar


      • Re: Gefahr einer HPV-Ansteckung?


        Sehr geehrter Dr. Leuth,

        vielen Dank für Ihre Antwort.
        Leider zielte meine Frage auf etwas anderes.
        Es ging mir nicht darum, ob ich meine damalige Freundin angesteckt habe. Das kann nicht sein, weil sie es vor meiner Zeit bekommen hat ... darum ging es mir nicht.

        Vielmehr geht es mir darum, ob ich mich bei Ihr angesteckt haben könnte (vor dem Hintergrund, dass ihr letzter Befund negativ war und wir "nur" Petting und keinen Geschlechtsverkehr hatten).

        Wobei es mir noch konkreter darum geht, ob ich dann Gefahr laufe, den Virus einer neuen Partnerin weiterzugeben und sie ebenflls Zellveränderungen entwickelt.

        Daher meine Fragen ganz kurz zusammengefasst:
        Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit/Gefahr, mich bei einer Frau, die Zellveränderungen hatte, aber ihr letzter Befund nichts auffälliges mehr ergeben hat, angesteckt zu haben?
        Wie groß ist die Gefahr, sich bei Petting mit dem Virus zu infizieren?
        Das ganze liegt nun ziemlich genau 13 Monate zurück: Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit/Gefahr, dass selbst wenn ich den Virus haben sollte, ihn jetzt nach so langer Zeit noch zu übertragen?
        Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit/Gefahr, dass selbst, wenn ich den "worst case" annehme und den Virus weitertrage, es auch bei einer neuen Partnerin zu Zellveränderungen kommen wird?

        Ich bedanke mich für Ihre Mühe und hoffe auf eine baldige Antwort, da mich das Thema sehr belastet und mich im Umgang mit möglichen neuen Partnerinnen sehr hemmt.

        Vielen Dank im Voraus

        Kommentar



        • Re: Gefahr einer HPV-Ansteckung?


          Hallo, Besorgt, das kann Ihnen keiner sagen. Wenn Sie so besorgt sind, dann lassen Sie einen HPV Test bei einem Urologen oder Hautarzt vornehmen. Dann erhalten Sie ein Ergebnis. Dieses können Sie dann mit dem Dr. besprechen. Mit freundlichen Grüßen, Ihr Dr. M. Leuth

          Kommentar


          • Re: Gefahr einer HPV-Ansteckung?


            Hallo, Besorgt,

            Zu deinen Fragen: Zu erst einmal ist festzuhalten, dass die Wissenschaftler auf diesem Gebiet auch noch nicht alle Antworten auf diverse Fragen haben. Da muss noch weiter geforscht werden. Es ist sowohl möglich, dass nach überstandener HPV-Infektion, der Körper in der Lage ist, dass Virus zu eliminieren, als auch die Vermutung, dass das Virus sich erst mal tief in die Zellen zurückzieht, dort erst mal inaktiv bleibt und später wieder ausbricht. Das bleibt derzeit noch ungeklärt. Wenn deine Partnerin wieder HPV-negativ war, halte ich es für sehr, sehr unwahrscheinlich, dich bei ihr mit HPV angesteckt zu haben. Aber auch hier gilt: Es wird seitens Wissenschaftler vermutet, dass ein HPV-Test unter Umständen auch negativ ausfallen kann, wenn die Viruslast zu gering ist, um ein positives Ergebnis zu bestätigen. Zudem sind die HPV-Tests nicht zur Aufspürung aller HPV-Typen ausgelegt! Es werden nur die gängigsten HPV-Typen positiv angezeigt und es gibt ca. über 130 verschiedene HPV-Typen! Ferner, gibt es auch aufwändigere HPV-Tests, die im Gewebe auf HPV-positives Verhalten testen. Heisst: Wenn ein "normaler" HPV-Test negativ ausfällt, dennoch aber Dysplasien bestehen, oder auch nicht, ist es möglich, dass Frau im Gewebe HPV-positiv ist! Solche Testverfahren sind aufwändiger und teurer und werden daher nicht von vielen Pathologen angeboten. Beim Petting kann man sich, je nach Verlauf, natürlich auch mit HPV infizieren, denn HPV ist eine infektion, die über Hautkontakt übertragen wird und nicht über Körperflüssigkeiten. Und ob du nun HPV-positiv oder negativ bist und somit das Virus weitergeben kannst, kannst du, wie Dr. Leuth schon anmerkte, beim Urologen oder Hautarzt der auf Geschlechtskrankheiten spezialisiert ist, feststellen lassen. Und ob du, falls du positiv sein solltest, Angst haben musst, dass deine zukünftige Partnerin Zellveränderungen oder ein Zervixkarzinom entwickelt, hängt auch viel von der Frau ab: z.B.: wie ihr Immunsystem arbeitet, ob sie raucht, ihr Alter, ob sie schon früh Sex gehabt hat und die Anzahl ihrer Partner bisher, usw. Du siehst, dass Thema ist sehr komplex und eine Garantie gibt es da nicht! Ich möchte dir/euch aber auch aus eigener Erfahrung etwas berichten: Ich war bis 2005 sexuell aktiv und HPV-positiv. Als ich davon erfuhr, beschloss ich sexuell abstinent zu leben. 2006 war ich dann immer noch HPV-positiv. 2007: dann HPV-negativ und seither auch normale PAP-Werte. 2008: PAP I, kein HPV-Test. 2009: auf eigenen Wunsch einen HPV-Test, den ich auch selbst bezahlen musste (60 Euro), weil IGel (Individuelle Gesundheits Leistung), Ergebnis: wiederholt HPV-negativ und PAP II (Östrogene in den Zellen, wahrscheinlich von der Pille), laut Ärztin: "alles bestens".
            Mein persönliches Fazit: Ich denke, dass der Körper in der Lage ist, das Virus zu eliminieren. Denn seit meiner Abstinenz seit 5 Jahren nun schon, ist kein einziges Mal HPV erneut aufgetreten. Nach einer HPV-infektion braucht der Körper wohl ca. 18-24 Monate, um das Virus zu eliminieren. Das zeigte mir mein Test, der 2005 positiv war und erst 2007 wieder negativ.

            Gruss, lollo

            Kommentar