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Warum Kohlenhydrate?

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  • Warum Kohlenhydrate?

    Hallo und ein ganz schönes Danke für die, die sich meinen Beitrag wirklich aufmerksam durchlesen und dann erst wohlüberlegt Ratschläge geben.

    Ich bin männlich, 34 Jahre alt, 170m groß und wiege zur Zeit 105kg. Nach meiner Refluxoperation (Refluxsösophagitis, axiale Hiatushernie, Barrett-Ösophagus) am 15. Oktober d.J., die abgebrochen werden musste aus technischen Gründen und ein erhöhtes Verletzungsrisiko der inneren Organe bestand, teilte mir mein behandelnder Arzt mit, dass ich mindestens 30kg abnehmen muss - da vielleicht nach 20 Jahren die Gefahr besteht, dass ich an Speiseröhrenkrebs erkranken werde - und ich glaube das ist nicht heilbar. Ich muss dazu sagen, dass ich vor meiner OP noch 120kg gewogen habe.

    Ich bin danach zu meiner Ärztin gegangen und habe gefragt wie der weitere Werdegang ist. Meine Ärztin gab mir die Empfehlung zu einem Ernährungsberater zu gehen - die wollen aber alle nicht mit der Krankenkasse abrechnen, obwohl diese die Kosten vollständig übernehmen - nein, die Ernährungsberater wollen das Geld im Voraus. Das kann ich mir aber bei meiner momentanen finanziellen Situation nicht leisten. Außerdem habe ich mich gefragt, ob ich das überhaupt brauche, denn mir fallen immer so Fehler auf, wenn es um die Ernährung geht, die eben genau von diesen Ernährungsberatern gemacht werden.

    Um das besser zu verstehen, muss ich ein bischen was aus meinem Leben erzählen. Ich hatte schon als kleiner Junge und später dann auch in der Jugend starke Gewichtsprobleme. Das lag zu einem Teil daran, dass ich als Kind immer Süßigkeiten bekommen habe, auch wenn ich nicht danach verlangt habe. Durch eine Diät, die meine Eltern mit mir gemacht hatten, konnte ich auf normale Proportionen abnehmen.

    Das zweite mal, dass ich enorm Gewicht zugelegt hatte, war zu meiner Bundeswehrzeit, ich war damals 20 Jahre alt und wog um die 100kg.

    Diesmal wollte ich es genau wissen, warum ich wieder übergewichtig wurde und habe während meiner Azubizeit ab 2001 mich intensiv mit Fitness und Ernährung beschäftigt, habe verschiedene Quellen studiert und natürlich auch ausprobiert. Ich habe gelernt, dass ich einen endomorphen Körpertyp habe - und wenn Menschen dieses Körpertyps abnehmen wollen - müssen diese am meisten etwas tun, um ihr Gewicht zu reduzieren. Ich nahm über einen Zeitraum von 3 Jahren ab - bis sogar auf 68kg. Das Grundgerüst für meinen Erfolg war eine Ernährungsumstellung (keine Diät), Diziplin und ein wöchentliches Sportprogramm von 3 mal die Woche 1 1/2 Stunde Kampfsport und hauptsächlich Laufen auf einem Laufband im Fitness-Center mehrmals in der Woche oder auch am Wochenende.

    Da mir die Wirkung des Kraftsports zu diesem Zeitpunkt versagt blieb, baute mein Körper ständig Muskelmasse ab - ich sah am Ende eher magersüchtig aus als gesund.

    Dann probierte ich ein Fitnessprogramm von einem Personal Fitness Trainer aus - und ich lernte, dass während der Körper Muskelmasse aufbaut, irgendwie auch der Kalorienbedarf steigt - da ich aber mit 68kg meine Ernährung nicht darauf angepasst hatte - viel ich eines Abends einfach mal um. Jedoch war ich nicht allein und die Rettungssanitäter haben mir gesagt, dass ich doch einfach mal etwas Ordentliches essen solle.

    In der nun nachfolgenden Zeit, tauschte ich die gewöhnliche Waage gegen eine Waage, die auch den Körperfettanteil messen soll aus - inzwischen weis ich dass diese den Anteil nur in den Beinen misst - also irgendwie Schwachsinn - da der Fettanteil bei uns Männern eher um den Bauch herum zu finden ist. So trainierte ich mir in nur 2 Jahren mit Kraftsport (ohne Kreatinkuren oder sonst noch so'n Fitnessaufbaublödsinn) rein natural ein Gewicht von 90kg an.

    Vor sieben Jahren hatte ich dann aber eine schwere Krise und wurde durch das Krankenhausessen (jeden Tag opulentes Frühstück und Mittag) wieder übergewichtig bis auf 120kg.

    Jetzt wie gesagt, muss ich wieder abnehmen - meine Ärztin hat gesagt, dass die OP vielleicht überflüssig wird, da ja auch der Druck im Bauchraum geringer wird, und so die Magensäure nicht zurückfließen kann. Ich merke schon, dass es mir jetzt mit 34 Jahren bedeutend schwieriger fällt als mit 20 Jahren (ich habe zeitweise leistungsorientierten Kampfsport damals gemacht - habe auch viele Goldmedallien geholt).

    Nun nochmal zur Ernährung: was mir bei allen meinen Abnehmversuchen aufgefallen ist: Abgenommen habe ich nur, wenn ich den ganzen Tag nur Obst und Gemüse gegessen habe - in jüngeren Jahren kam jeden Abend noch der Alkohol in Form von Bier (höchtens maximal 4 0,5l Flaschen) dazu. Und ja, ich konnte mit 20/23 Jahren wirklich damit abnehmen, obwohl Alkohol nach Fett gleich die meisten Kalorien hat - aber der Körper kann ihn nicht speichern wie z. B. andere Nährstoffe. Inzwischen habe ich dem Alkohol gänzlich abgeschworen und ich muss feststellen, dass dieser Entschluss meine Lebensqualität gesteigert hat. Auch heute nehme ich nur ab, wenn ich möglichst nur ein bischen Obst und moderat Gemüse am Tag esse - ohne den Alkohol am Abend versteht sich.

    Des Weiteren ist mir aber die verkehrte Ernährungspyramide in vielen Ernährungsberatungsbüchern oder auf Internetseiten aufgefallen. Es wird noch immer, wie im vorigen Jahrhundert, den Leuten der Verzehr von Kohlenhydraten empfohlen - und das reichlich. Das mag für einen Radsportler oder Marathon-Läufer gelten, aber zum Abnehmen - Ne! Das kann ich mir nicht vorstellen.

    Ich poste mal einen Link (darf man machen - Quellennachweis ist ja da), der die Ernährungspyramide am Treffendsten darstellt, so wie ich das auch über die Jahre selbst in Erfahrung gebracht habe:

    http://thespiritofhealth.wordpress.c...rungspyramide/

    Kohlenhydrate wie sie in Reis, Nudeln, Brot und Kartoffeln vorkommen, mögen zwar wenig Fett haben, aber wenn diese Kohlenhydrate (die ja eine Form von Sofortenergie sind - wie Zucker es nunmal ist) nicht verbraucht werden, werden sie eingelagert in Fettzellen - also kontraproduktiv. Dasselbe gilt für Obst, das reich an Fruchtzucker ist - also auch nicht so zu empfehlen.

    Ich habe früher und auch heute es immer so gehandhabt, mir einmal in der Woche (vorzugsweise sonntags), ein Mittag zu gönnen - wo auch mal Kohlenhydrate vorkommen (meist Kartoffeln) - aber in absoluten Maßen. Das hält beim Abnehmen auch bei Laune und so züchtet man den Körper nicht auf Notstandszustand, indem er dann jedes Gramm Fett speichert was er bekommen kann.

    Was ich nicht recht verstehe ist, dass die Proteine so weit oben stehen in der Ernährungspyramide auf onmeda? Aus Proteinen sind wir gemacht - und daher ist der Verzehr von fettarmen Fleisch wie Fisch/Geflügel und Eiern eigentlich nur zu empfehlen. Zum Vergleich: eine kleine Scheibe Toastbrot hat soviel Kalorien wie 250g Schweinegeschnetzeltes - um die 300kcal.

    Vollkornbrot hat in etwa das Dreifache an Kalorien weniger gegenüber Weißbrot - eine Vollkornbrotscheibe so ca. 117kcal - trotzdem wenn ich mal wieder Lust auf Brot habe - esse ich nur eine Scheibe davon mit z.B. einer Scheibe Putenbrustfilet (ca. 23kcal). Drei Scheiben Vollkornbrot ergibt wieder eine um 300kcal angereicherte Mahlzeit. Es wäre günstiger den Verzehr von zuviel Kohlenhydraten zu unterbinden und eine eiweißreichere Kost zu bevorzugen. Meine Frage (endlich lieber Leser wird sie gestellt):

    Warum werden Kohlenhydrate gegenüber Proteinen bevorzugt?

    Das möchte ich mal fachmännisch erklärt bekommen. Und damit nicht genug - kann jemand vorweisen - dass eine kohlenhydratreiche Ernährungsform auch Gewichtsverlust begünstigt und wenn ja - wie lange hat das angehalten?

    Die Ernährungsform, die modernere Fitnessforen auch empfehlen, (also die vitamin- und proteinreiche Kost) schlussfolgere ich auch aus der Entwicklungsgeschichte des Menschen. Schon australopithecus afarensis (vor 4 Mio. Jahren) ernährte sich hauptsächlich von Beeren, Kräutern und Wurzeln (heute Obst und Gemüse) aber auch von eiweißhaltigen Quellen wie z.B. Insekten (heute fettarme Wurst- und Käsescheibchen) und bei Gelegenheit wenn die Säbelzahnkatze mal ein Tier gerissen hat, welches dieses Tier nicht restlos verwerten kann, auch Fleisch.

    Wo kommt in dieser Ernährung Reis, Nudeln, Brot, Kartoffeln in reichlicher Menge vor?

    Und unser Vorfahr (der eigentlich nicht zu den Humanoiden gezählt wird, finde ich aber sehr unpassend, da dies ein sehr politisches Tier war und schon starke Verhaltensmuster des heutigen Menschen aufgezeigt hat) hatte kein mörderisches Fitnessprogramm zum Kalorienverbrennen (außer wenn Säbelzahnkatze nicht locker lässt).

    Vielen Dank für das Durchlesen meines Beitrages (ein großes TAPFER - ich musste das aber etwas ausführlicher machen, da sonst jemand denken könnte, dass ich von Fitness und Ernährung gar keine Ahnung habe).


  • Re: Warum Kohlenhydrate?


    Hallo Ente,

    ich verstehe nicht ganz, von wem du dazu eine Antwort erwartetst. Wenn du mit der KH-armen und proteinreichen Ernährung für dich etwas gefunden hast, was dir schmeckt und beim Abnehmen hilft, dann ziehe es durch. Es ist wesentlich vernünftiger, auf seinen Körper zu hören, als die unsinnigen Ernährungsempfehlungen der "Kellogspyramide" zu befolgen.

    KH sind nicht esentiell, das ist allgemein anerkannt. Worüber man sich bestenfalls noch streiten könnte wäre die Frage, ob eine Ernährung komplett ohne KH gesund sein kann. Da du aber nicht komplett auf KH verzichtest, sondern viel Gemüse in deine Ernährung aufgenommen hast, ist das für dich nicht wichtig.

    Ich selbst ernähre mich wegen meines Diabetes jetzt bereits 4 Jahre lang mit wenig KH, überwiegend ketogen und mir geht es gesundheitlich besser als je zuvor. Im Gegensatz zu dir habe ich allerdings auch keine Angst vor Fett und ernähre mich genussvoll nach LCHF. Es stimmt zwar, dass 1g Fett mehr Kalorien als 1g KH oder Eiweiß enthält, aber dafür sättigt Fett auch wesentlich besser. Nach meinen Erfahrungen ist man mit weniger Kalorien gesättigt, wenn eine Mahlzeit genügend Fett enthält. Probiere das ruhig mal aus.

    Deine Frage konnte ich nicht beantworten, aber vielleicht tun das andere noch.

    Beste Grüße, Rainer

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    • Re: Warum Kohlenhydrate?


      Hallo Rainer,

      vielen Dank für deine Antwort.

      Eine Antwort möchte ich gern von den (meist weiblichen) Ernährungsberatern haben, die, so meiner Auffassung, viel Geld für ihre vielleicht manchmal irreführenden Beratungen verlangen. Außerdem hat mir meine Ärztin eine Ernährungsberatung empfohlen und ich möchte aber schon vorab wissen, ob sich das überhaupt lohnt. Denn für Dinge die ich schon weis, brauche ich nicht extra noch Geld ausgeben.

      Bei mir ist das übgrigens keine Angst vor Fett, aber wenn man 1,70m groß ist und 105kg wiegt, liegt schon, und so steht das auch in meinem Krankenhausbericht, "adipositas per magna" vor, also große Fettleibigkeit. Das heißt, dass ich auf ärztliches Geheiß abnehmen muss, damit es mir erstens besser geht - das fängt beim hohen Blutdruck an und betrifft letzten Endes auch die Refluxkrankheit, an der ich schon viele Jahre leide.

      Deiner Meinung bin ich übrigens auch, dass man immer auf seinen Körper hören sollte, nur er weis was er wirklich braucht. Und so wenig Fett ist in meiner Ernährung nun wieder auch nicht - es ist ja so, dass so gut wie in jedem Nahrungsmittel Fett dabei ist, das sollte man dabei nicht übersehen - und schnell mal zusammenaddiert ist man ganz schnell bei den empfohlenden 30 - 60g Fett pro Tag.

      Also ich weis ganz genau - kannst es ja mal ausprobieren - gib' bei der Google-Bildersuche einfach mal als Suchwort "Ernährungspyramide" ein - und du wirst sehen, dass die Kohlenhydrate bei den überwiegenden auftauchenden Bildern unten stehen.

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      • Re: Warum Kohlenhydrate?


        Unser Körper ist auf die Zufuhr von Kohlenhydrate angewiesen, da das Gehirn, rote Blutkörperchen und Nierenmark auf Glucose als Energiequelle angewiesen. Zwar kann das Gehirn (und nur dieses) auch auf Ketonkörper zurückgreifen, aber um diese herzustellen ist wiederrum Glucose notwendig. Um also nicht aus unseren Proteinspeicher (sprich Muskeln) Glucose zu gewinnen, benötigt der Körper in etwa 25% der Energie der aufgenommenen als Kohlenhydrate.
        Kohlenhydrate reiche Lebensmittel, welche im unteren Bereich der Ernährungspyramide stehen, sind außerdem sehr Nährstoffreich , sie enthalten viele Vitamine und Mineralstoffe bei einem niedrigen Energiegehalt. Sie sind somit auch eine gute Sättigungsgrundlage. Man darf nicht nur den Kalroiengehalt eines Lebensmittels sehen, sondern was liefert es darüberhinaus an Nährstoffen. Schauen sie mal auf die Portionsgrößen, wenn sie die Kalorien vergleichen. Wieviel Müsli/Kartoffeln/Obst und Gemüse sie essen können im Vergleich zu einem Stück Fleisch mit gleicher Kalorienanzahl, wie lange diewses dann sättigt und welche Nährstoffe gleichzeitig mitgeliefert werden.
        Desweiteren liefern Obst und Gemüse auch noch Ballaststoffe, welche wichtig für die Darmgesundheit sind und auch einen positiven Einfluss auf den Lipidstoffwechsel haben. Denn Kohlenhydrate sind nicht nur gleich Zucker, sondern auch vorallem Polysaccharide und Ballaststoffe.

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