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Denkfehler?

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  • Denkfehler?

    Hallo,

    bis vor 5 Jahren hatte ich einen BMI von ca 17, war also untergewichtig. Ich habe damals auch weder besonders viel noch besonders gesund gegessen, nur höchstens eine Fertigpizza pro Tag dafür jede Menge Zuckerwasser (Cola, Eistee).
    Dann habe ich die Vorzüge von leckerem und reichhaltigem essen für mich entdeckt, habe von allem was ich wollte so viel gegessen wie ich wollte und meinen Flüssigkeitsbedarf weiterhin über Zuckerwasser gedeckt. In diesen 5 Jahren habe ich dann auch fast 15kg zugelegt, so dass ich jetzt auf einen BMI von ca 22 komme - also Normalgewicht.
    Das Gewicht ist okay, aber ich möchte auch nicht mehr dicker werden, also habe ich mich doch ein bisschen mit Ernährung, Kalorien, Körperfett und so weiter auseinandergesetzt.
    Ich habe herausgefunden, dass 100ml Cola ca 40 kcal haben, und dass der durchschnittliche Kalorienverbrauch eines Erwachsenen 2000kcal pro Tag beträgt. Dann habe ich herausgefunden, dass Fett zwar ca 9 kcal pro gramm hat, Körperfett aber zwischen 7 und 7,7.
    Und dann habe ich gerechnet:
    Wenn ich in 5 Jahren 15kg zugelegt habe, dann habe ich in diesen 5 Jahren maximal 15x7700kcal "Überschuss" aufgenommen - Überschuss deswegen in Anführungszeichen weil ich ja bei Untergewicht angefangen habe. Wenn ich jetzt also 15x7700 durch 5x365 Tage teile, dann komme ich auf den Überschuss pro Tag, und das wären nach dieser Rechnung gerade mal 63kcal. Sprich, ich müsste meinen Zuckerwasserkonsum von 1,5 Litern am Tag lediglich um 150ml reduzieren, und die Gewichtszunahme wäre gestoppt. Ganz ohne dass ich auf Steaks, Pizza, Sahnesoßen und Schokopuddings verzichten müsste.

    Das wiederum bereitet mir Kopfzerbrechen, denn dieses Ergebnis wäre zu schön um wahr zu sein. (Mein Freund im Übrigen ist seit 2 Jahren mit mir zusammen, isst unwesentlich mehr als ich, nimmt dafür bedeutend weniger Flüssigkalorien auf - nämlich gar keine - und hat in diesen 2 Jahren mit mir über 15kg zugenommen. Ich schreibe das deswegen, weil es mich zum einen erstaunt, zum anderen aber betonen soll, dass ich mich mit meiner Einschätzung dass ich wirklich mehr als reichlich Kalorien pro Tag aufnehme sicher nicht irre)

    Habe ich mich bei dem, was ich am Tag einsparen muss um nicht dick zu werden irgendwie verrechnet? Liegt hier ein grundsätzlicher Denkfehler vor?

    Und, ganz Allgemein, wenn man eine "vernünftige" Ernährung niemals gelernt und noch nie ein gesundes Gewicht längere Zeit gehalten hat - woher weiß man dann, was und wieviel man am Tag Essen sollte, um bei einem Gewicht konstant zu bleiben?

    Ich habe nun zum Beispiel, weil es gesünder sein soll, überlegt nur noch Wasser und ungesüßten Tee zu trinken. Bei unveränderter Ernährung würde ich also ca 600kcal am Tag weniger zu mir nehmen . Wenn ich vorher 60kcal am Tag zu viel zu mir genommen habe, bekäme ich dann plötzlich 540kcal am Tag zu wenig? Würde ich dann also in 2 Wochen 1kg abgenommen haben, wenn ich nicht doch wieder anfinge, Cola zu trinken?

    Ernährung scheint mir kompliziert zu sein, vielleicht kann mich hier jemand erhellen?


  • Re: Denkfehler?

    Grundsätzlich ist ihre Berechnung richtig. Sie haben in den letzten 5 Jahren ca. 60 kcal pro Tag mehr aufgenommen als sie verbraucht haben.
    Dass ihr Freund in der gleichen Zeit ebenso 15 kg zugenommen hat, obwohl Ihnen es vorkommt, dass er nur unwesentlich mehr isst und über Getränke keine Kalorien aufnimmt, kann mehrere Gründe haben. Vielleicht bewegt er sich weniger als Sie und hat damit einen geringeren Energievrebrauch oder er isst doch mehr als Ihnen und vielleicht ihm bewußt ist bzw energiereichere Lebensmittel. Außerdem hängt es auch vom Stoffwechsel ab, der auch sehr unterschiedlich sein kann, da der Hormonstatus etc eine Einfluß hat.

    Wie sie sich ausgewogen ernähren können und wieviel von welchen Lebensmittelgruppen Sie essen können, erfahren Sie z.B. über die 10 Regeln der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für eine vollwertige Ernährung oder auch über die aid-Ernährungspyramide, bei der auch Portionsgrößen erläutert werden.

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