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Hyperproteinämie

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  • Hyperproteinämie

    Hallo!

    Bei mir wurde im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung eine leichte Hyperproteinämie festgestellt.
    Mir ist auch klar, woher das kommt: Ich bin SÜCHTIG nach Milchprodukten, könnte mich praktisch NUR davon ernähren. Milch, Eier, Käse, Jogurth,... Das muss jeden Tag sein und zwar reichlich.
    Ich weiß dass es falsch ist, aber ich bin sooo süchtig danach.
    Mein Arzt meinte "bloß" ich solle aufpassen dass der Wert nicht noch mehr steigt, indem ich meine Eiweißaufnahme reduziere und dafür mehr Kohlenhydrate zu mir nehmen.
    Was nicht leicht wird für mich
    Habt ihr vielleicht irgendwelche Tipps für mich?
    Wie kann ich meinen Heißhunger auf Milchprodukte reduzieren?
    Habt ihr Beispiele für eiweißarme Lebensmittel?

    Würd mich über Antworten freuen....


  • Re: Hyperproteinämie


    Um das Mißverständnis zu klären ein kleiner Exkurs in die Ernährungsphysiologie / Biochemie:

    Nahrungsproteine werden im Magen-Darm-Trakt zu Aminosäuren und niedermolekulare Peptiden abgebaut und über die Darmschleimhaut aufgenommen. Nahrungsproteine sind daher im Blut nicht mehr zu finden. Bei dem Protein im Blutplasma handelt es sich um körpereigene Proteine (Albumine, Globuline, Antikörper), zu deren Bildung natürlich Bausteine (Aminosäuren) erforderlich sind, und die dem Körper zumindest teilweise über das Nahrungsprotein zur Verfügung gestellt werden.

    Wenn wir nicht genügend Nahrungsprotein aufnehmen und daher die Bausteine zur Neubildung von Körperprotein fehlen, nimmt der Spiegel an Albumin im Blut ab; es kann eine Hypalbuminämie auftreten. Dies ist auch möglich bei einer bedarfsgerechten Proteinzufuhr mit der Nahrung, wenn zugleich die Energieversorgung nicht bedarfsgerecht ist. In diesem Fall werden die Aminosäuren, die beim Abbau von Nahrungsprotein entstehen, zur Energiegewinnung herangezogen und stehen als Bausubstanz nicht zur Verfügung.

    Nun der umgekehrte Fall: Nehmen wir mehr Nahrungsprotein auf als der Körper zur Neusynthese von Protein benötigt und wird der Energiebedarf gedeckt, werden Teile des Aminosäuregerüstes zur Bildung von Fettsäuren oder Traubenzucker (Glukose) verwendet. Die Fettsäuren werden in Form von Fetten gespeichert, die Glukose in Form von Glykogen.

    Physiologisch gesehen kann eine erhöhte Aufnahme an Nahrungsprotein daher nicht zu einer Hyperproteinämie führen – daher besteht keine Notwendigkeit, auf die heissgeliebten Milchprodukte, die übrigen eine 1A Quelle für Calcium darstellen, zu verzichten. Aber natürlich sollten der Verzehr von Milchprodukten "en masse" natürlich nicht auf Kosten anderer ebensowichtigen Lebensmittelgruppen wie Obst und Gemüse gehen.

    Von einer echten Hyperproteinämie spricht man übrigens erst bei Werten > 85 g/L. Eine Hyperproteinämie kann durch eine Verminderung des Plasmavolumens auftreten, z.B. bei alten Menschen, die viel zu wenig trinken und leicht "austrocknen", andernfalls durch eine gesteigerte Bildung von Körperprotein. Erkundigen Sie sich nach dem konkreten Wert und lassen sich wegen der „leichten“ Hyperproteinämie mal nicht beunruhigen.

    Kommentar


    • Re: Hyperproteinämie


      Hallo Sister,

      zu Ihrer Frage um Vorschläge, welche Nahrungsmittel wenig Eiweiß enthalten, wurde Ihnen ja schon der Hinweis gegeben, mehr Kohlehydrate zu bevorzugen, die, um es konkret zu machen, in Obst und Gemüse, aber auch in Getreideprodukten zu finden sind.

      Um den von Frau Dr. Ellinger als positiven Wert angesprochenen hohen Calciumgehalt bei Milchprodukten zu relativieren, darf ich bemerken, daß 90% davon wieder ausgeschieden werden.

      Im "Pschyrembel" ist übrigens nachzulesen, daß es sich bereits bei einer Vermehrung des Gesamteiweißes auf über 80g/l um eine Hyperproteinämie handelt.

      Wie von der Vorgenannten bereits an anderer Stelle richtigerweise bemerkt wurde, liegt eine allgemeine Empfehlung zur Aufnahme von Eiweiß bei o,8 g/kg Körpergewicht, ein Maß, welches von verschiedenen anderen Experten bei 0,5-0,7g/kg gesehen wird, wobei vom Normalkörpergewicht auszugehen ist, nicht vom tatsächlichen.

      Im Hinterkopf solcherart Betrachtungen sollte immer stehen, daß eine überschüssige Eiweißernährung krankheitsverursachend ist, vor allem bei gleichzeitigem Übergewicht.

      Frdl. Gruß
      Kurt Schmidt

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