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Diabetes und die Entwicklung des Nüchternblutzuckers

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  • Diabetes und die Entwicklung des Nüchternblutzuckers

    Hallo,

    da bei mir wegen meinen vielen Krankheiten ständig Blutwerte kontrolliert werden, habe ich mir mal die "Hunderte" von Nüchternblutzuckerwerte von früher angesehen.
    Irgendwie ist im Laufe der Jahre der Nüchternblutzucker immer weiter gestiegen. Je höher das Körpergewicht damals war desto höher war auch der Nüchternblutzucker war mein Eindruck. Mein Gewicht ist durch die Psychopharmaka um 50kg über die Jahre damals gestiegen. Dementsprechend der Blutzucker mit. Dann kam das Problem mit der Kortisondauertherapie irgendwann noch hinzu und dann ging es mit der Erhöhung des Zuckers schnell. Dann half auch das Abnehmen nach Absetzen der Psychopharmaka nicht mehr wirklich.
    Wie ist das bei Typ 2 Diabetikern. Tritt der langsam auf? Also ich hatte zu Beginn normale Nüchternzuckerwerte von 90, irgendwann dann 100, dann 110,...
    Als der Nüchternblutzucker und der Langzeitwert dann einen bestimmten Punkt erreicht hatte, bin ich damals zum Diabetologen. Dieser bestand damals leider auf einen Blutzuckerbelastungstest schon als von Prädiabetes gesprochen wurde.

    Eine weitere Frage: Welche Auswirkungen hat Stress auf den Blutzucker? Geht er bei euch hoch? Ich habe zum Glück so gut wie nie Stress, aber es würde mich einfach mal interessieren.

    Viele Grüße und danke für Eure Antworten


  • Re: Diabetes und die Entwicklung des Nüchternblutzuckers

    https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nurs...9_Health_Study ist die einzige mir bekannte länger angelegte Studie, die auch den Blutzucker berücksichtigt, und da wird der Verlauf so wie auch in Deiner Beobachtung und Interpretation beschrieben.

    Die Herausforderung bei Betrachtungen dieser Art ist, dass sie keinerlei Anfänge berücksichtigen können, sondern nur schon relativ weit fortgeschrittene Stadien. Damit werden die facto langfristige Entwicklungen weit von ihren Ursachen getrennt und die Tendenz nimmt zu, Korrelationen mit Ursachen zu verwechseln.

    Sehr schönes Beispiel für so eine Verwechslung das Spiel mit dem Gewicht. Wenn es den T2 begründete, müssten alle Dicken, ok, wenigstens 50% von ihnen, T2 haben. Haben aber nur 10-20% der Dicken. Aber etwa 80% der T2 sind auffällig gewichtiger. Also sind über den Daumen praktisch alle T2 dick und dann im twittermäßigen Umkehr-Kurzschluss eben: Alle Dicken sind T2

    Noch umgekehrter lässt sich so ein Kurzschluss häufig auf den ersten kurzschlüssigen Blick völlig logisch beweisen: Wenn die Betroffene nach dem zunehmenden Gewicht und dem zunehmenden Blutzucker wieder abnimmt, nimmt auch der Blutzucker wieder ab. Also ist sonnenklar das Gewicht der Schlüssel.

    Bis zum systematischen Blick hinter die Statistik-Kulissen direkt auf den Blutzucker im Tagesverlauf. Da ist dann nämlich sehr schön zu sehen, wie der Blutzucker nach kleineren Essensportionen weniger hoch ansteigt und wie in der beständigen Abfolge niedrigerer alltäglicher Spitzen nach Wochen auch der Nüchternzucker niedriger gemessen werden kann und nach 3-4 Monaten auch der HBA1c-Wert.

    Das Normalisieren des Blutzuckers ist also tatsächlich unabhängig vom Gewicht. Es ist abhängig von den Portionsgrößen, die einverleibt werden, und von den Blutzuckerspitzen, die sie verursachen. Kleinere Portionen machen direkt weniger hohe Spitzen und damit schon recht kurzfristig niedrigere alltägliche BZ-Kurven und niedrigeren Nüchtern-BZ und langfristig auch weniger Lebendgewicht.

    ABER die krankhaft immer höheren BZ-Spitzen machen die größeren Portionen nicht bei jedem Menschen, der sich damit immer mehr überfüttert, sondern nur bei denen, die sich überfüttern und Diabetes haben oder wenigstens eine wie auch immer geartete besondere Veranlagung dafür.

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    • Re: Diabetes und die Entwicklung des Nüchternblutzuckers

      Hallo,

      da bei mir wegen meinen vielen Krankheiten ständig Blutwerte kontrolliert werden, habe ich mir mal die "Hunderte" von Nüchternblutzuckerwerte von früher angesehen.
      Irgendwie ist im Laufe der Jahre der Nüchternblutzucker immer weiter gestiegen. Je höher das Körpergewicht damals war desto höher war auch der Nüchternblutzucker war mein Eindruck. Mein Gewicht ist durch die Psychopharmaka um 50kg über die Jahre damals gestiegen. Dementsprechend der Blutzucker mit. Dann kam das Problem mit der Kortisondauertherapie irgendwann noch hinzu und dann ging es mit der Erhöhung des Zuckers schnell. Dann half auch das Abnehmen nach Absetzen der Psychopharmaka nicht mehr wirklich.
      Wie ist das bei Typ 2 Diabetikern. Tritt der langsam auf? Also ich hatte zu Beginn normale Nüchternzuckerwerte von 90, irgendwann dann 100, dann 110,...
      Als der Nüchternblutzucker und der Langzeitwert dann einen bestimmten Punkt erreicht hatte, bin ich damals zum Diabetologen. Dieser bestand damals leider auf einen Blutzuckerbelastungstest schon als von Prädiabetes gesprochen wurde.

      Eine weitere Frage: Welche Auswirkungen hat Stress auf den Blutzucker? Geht er bei euch hoch? Ich habe zum Glück so gut wie nie Stress, aber es würde mich einfach mal interessieren.

      Viele Grüße und danke für Eure Antworten
      Der Verlauf Ihres Blutzuckers ist typisch. Mit dem Alter steigt der BZ langsam, das ist normal-

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      • Re: Diabetes und die Entwicklung des Nüchternblutzuckers

        Hallo,

        Eine weitere Frage: Welche Auswirkungen hat Stress auf den Blutzucker? Geht er bei euch hoch? Ich habe zum Glück so gut wie nie Stress, aber es würde mich einfach mal interessieren.

        Viele Grüße und danke für Eure Antworten
        Das ist sehr unterschiedlich. Bei manchen stiegt er, bei anderen sinkt er, mal bleibt er gleich.

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        • Re: Diabetes und die Entwicklung des Nüchternblutzuckers

          Whitehall-Studies haben mal gründlich mit dem Verständnis von Stress und seinen Auswirkungen aufgeräumt.

          Denn entgegen der allgemeinen Annahme, dass höhere Posten mit mehr Entscheidungsdruck mehr gesundheitlich belastenden Stress machten, wurde der vor allem in den unteren Rängen gefunden, in denen praktisch keine Entscheidungen getroffen werden können und die einfach durch beständigen konstant hohen und individuell in keiner Weise veränderbaren allgemeinen Überlebensdruck ohne jede Aussicht auf Verbesserung gekennzeichnet sind.

          Bestimmt wurde das Stresslevel in der Studie u.a. durch regelmäßige Speichel-Cortison-Messungen, und die waren in dieser Gruppe ununterbrochen beständig besonders hoch. Und selbstverständlich wurden in dieser Gruppe auch vielfach mehr Fälle von krankhaft erhöhtem Blutdruck, erhöhten Blutfetten, erhöhtem Blutzucker, … und nicht zuletzt Depression gefunden, als in den Entscheider-Etagen.

          Weswegen ich das hier anspreche/-schreibe: Ich stelle mir vor, dass auch chronische Krankheiten und damit verbundene beständig präsente/chronische Angstzustände und Phobien so ein beständiges Stresslevel produzieren und damit eben auch beständig und über die Jahre zunehmend höheren BZ fördern können.

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          • Re: Diabetes und die Entwicklung des Nüchternblutzuckers


            Weswegen ich das hier anspreche/-schreibe: Ich stelle mir vor, dass auch chronische Krankheiten und damit verbundene beständig präsente/chronische Angstzustände und Phobien so ein beständiges Stresslevel produzieren und damit eben auch beständig und über die Jahre zunehmend höheren BZ fördern können.
            Hallo Jürgen,

            ich verstehe jetzt nicht so ganz, ob deine Aussage bedeutet, dass man durch chronischen Stress zwar erhöhte Blutzuckerwerte hat, diese aber dank Stress erklärt werden können, ohne dass ein Diabetes dahintersteckt.

            Oder soll es heißen, dass chronischer Stress als ein "Risikofaktor" oder "Auslöser" für Diabetes gesehen werden kann.

            Vielleicht magst du mir das beantworten, wie du das meinst.

            LG July

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            • Re: Diabetes und die Entwicklung des Nüchternblutzuckers

              Über die Jahre zunehmend höherer BZ ist ab wiederholtem Überschreiten einer Diagnoseschwelle Diabetes. ALLES, was dazu führt, ist kein Risikofaktor, sondern Auslöser und Förderer.

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              • Re: Diabetes und die Entwicklung des Nüchternblutzuckers

                Danke.
                Also ist das einzige wirklich neue an der Studie, dass Stress eher in niedrigeren Bevölkerungsgruppen zu finden ist.

                Das chronischer Stress ein Auslöser für Immunerkrankungen, Herzinfakt, etc. pp. und sogar für harmlose Infekte ist, habe ich schon häufiger gehört.

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                • Re: Diabetes und die Entwicklung des Nüchternblutzuckers

                  Da is nix neu. Die Whitehall Studies haben 1967 angefangen, lange bevor die Wirkung von Cortisol auf den Blutzucker allgemein bekannt war.

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