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Segeln mit Diabetes

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  • Segeln mit Diabetes

    Zuerst einmal ein gutes, gesundes und glückliches neues Jahr :-)
    Ich habe da ein paar Fragen die mir auf der Seele liegen und ich weiß nicht, wen ich fragen soll. Vor 30 Jahren ist mein Bruder an Diabetes gestorben und das war genau wie seine Krankheit für mich ein ziemlich traumatisches Erlebnis.Ich habe jetzt einen Freund, der seit 38 Jahren Diabetiker ist und nach seinen Angaben seinen Diabetes gut im Griff hat. Aber.... er verhält sich so ganz anders, als mein kranker Bruder damals. Ich weiß noch, dass mein Bruder sehr aufpassen musste mit dem essen, aber er musste auch regelmäßig Essen. Mein Freund misst morgens seinen Blutzucker und wenn der zu hoch ist, dann isst er gar nichts. :-( Außerdem vergißt er das Trinken, wenn er Stress auf der Arbeit hat. Er gerät auch schon mal in einen Hypo und solche Dinge machen mir einfach nur Angst. Jetzt möchten wir gerne eine Woche zum Segeln gehen und ich weiß nicht, wo ich lernen kann, ihm eine Glukagon-Spritze zu setzen. Ist segeln überhaupt etwas für ihn? Es kann nämlich sein, dass wir auf offenem Meer ankern (statt in einem Hafen). Andererseits segeln wir rund um Mallorca und dort müsste es eigentlich immer ärztliche Hilfe geben, oder? Mein Halbwissen bringt mich um und mit ihm möchte ich nicht darüber reden, weil er nicht möchte, dass ich mir Sorgen um ihn mache. Aber durch mein Erlebnis mit meinem Bruder kann ich das nicht so einfach. Vielleicht könnt Ihr mir helfen und es ist alles nicht so schlimm, wie es sich im Moment für mich anfühlt.
    Vielen Dank


  • Re: Segeln mit Diabetes


    hallo,
    leider istdein post sehr tatsachenarm.
    zum 1. teil, vor dreißig jahren=1980 brauchte absolut kein diabetiker daran sterben, auch wenn die heutige ict noch nicht erfuden war. (ja damals galten strenge diätregeln, die allerdings zt auch sinnlos waren), heute sieht das völlig anders aus.
    zum 2. teil, da fehlt:
    1. welcher typ ?
    2. spritzt er insulin ?
    3. wie ist er geschult ?
    -----
    einige allg. antworten:
    1. die benutzung des hypokit ist absolut problemlos, und kann da in bildern erklärt sogar von analfabeten gemacht werden.(gesäßmaskel ist der optimale punkt) -
    wer nicht insulin spritzt benötigt keinen hypokit, sondern ein glas cola.
    wer insulin spritzt "sollte wirklich" darüber bescheid wissen.
    wer bei hohen werten statt zu korrigieren nichts ißt, weiß nicht bescheid. denn diese werte stammen nicht aus dem essen sondern aus der leber.
    wenn also dein freund kein insulin spritzt brauchst du weder arzt noch hypokit, nur ein paar dosen cola.
    wenn der freund insulin nach ict spritzt sollte er erstens wissen "was" er tut, (das bezweifle ich) und zweitens dir für den notfall sagen was zu tun ist.
    (ob jemand etwas trinkt oder nicht hat mit dm nichts zu tun.)
    -wie schon mal geschrieben es gibt sogar verkehrspiloten die diabetes typ 1 haben, da fliegt auch nicht die freundin mit, allerdings haben diese ihre therapie im griff --
    zu leuten die das nicht haben würde ich nicht mal ins auto steigen um zum bäcker zu fahren, von segeltörns mal ganz zu schweigen, ---soetwas "muß" vor so einer reise "komplett"
    besprochen und geklärt werden.
    ohne dies würde ich an deiner stelle nicht fahren.
    mfg. klaus

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    • Re: Segeln mit Diabetes


      Moin Sternfrau,

      die Erinnerung an den Tod Deines Bruders ist sicher traurig. Damals konnten wir noch nicht einmal selbst unseren Blutzucker messen. Sondern damals konnten Ärzte und Betreuer und vor allem auch Eltern von Kindern mit Diabetes nur für Essen und Spritzen nach einem strengen Fahrplan (daher der Begriff "Einstellen") sorgen und hoffen, dass sich der Blutzucker damit in erträglichen Bahnen bewegte. Die wurden mit den Nüchternblutentnahmen im kranken Haus oder beim Dok mit Laborverbindung alle paar Wochen kontrolliert, und ansonsten gab es noch diverse Möglichkeiten, den Zucker im Urin zu bestimmen. Allerdings ist der Blutzucker dann schon deutlich zu hoch, wenn im Urin welcher messbar wird, und zudem dauert's vom Eintreten einer hohen Blutzucker-Spitze bis zur entsprechenden Messbarkeit im Urin etwa 2 Stunden, und dann kann der Betroffene längst in einer Unterzuckerung zittern. Deine Eltern hatten damals also denkbar schlechte Karten.

      Diabetes mellitus können wir uns am einfachsten so vorstellen, dass die Automatik defekt ist, die den Blutzucker bei einem gesunden Menschen unter allen Umständen in einem erstaunlich engen Bereich hält und regelt. Gesund kannst Du's hier schön in der Grafik sehen http://www.phlaunt.com/diabetes/16422495.php Und unsere Aufgabe als Betroffene ist nun, unsere defekte Automatik mit Essen und Medis und Bewegen (kann die Wirkung des gespritzten Insulins um den Faktor 2 und mehr verstärken) so zu unterstützen bis ersetzen, dass unser BZ meistens möglichst so flach & niedrig verläuft, als wenn die Automatik gar nicht defekt wäre. Das kann heute mit ganz wenigen Ausnahmen jeder Diabetiker bringen, der aktiv im normalen Leben steht. Bei jedem besseren Marathon laufen heute auch Diabetiker mit, und auch beim Iron Man sind Diabetiker häufig sogar vorn mit dabei. Und unser Olympia-Gewichtheber ist Diabetiker. Und ...

      Dabei gibt es heute normal keine Ess- und Spritzpläne mehr, sondern wenn ich kein Frühstück esse, spritze ich halt nicht dafür und gut. Und wenn ich später was esse, spritze ich dafür passend später. Natürlich muss ich für meine basale Grundversorgung spritzen und die z.B. u.U. verringern, wenn ich mich mehrere Tage sehr viel mehr als sonst bewege. Aber wann wieviel von welchem Insulin notwendig ist, ist bei jedem Diabetiker verschieden. Und was bei ihm wann passt, kann eigentlich nur Dein Freund wissen.
      Natürlich kannst Du nicht wissen, wie gut oder weniger gut Dein Freund sich mit seinem Blutzucker auskennt. Und wahrscheinlich würdest Du das auch dann nicht beurteilen können, wenn er's Dir haarklein auseinander dröseln würde. Denn allein für's grobe Lernen hat er damals wahrscheinlich schon Wochen gebraucht.
      Klar wär ausführliches Reden wahrscheinlich gut und vertrauensbildend. Aber dem Mann kann peinlich sein, was er da mit Blutzucker-Messer und Pen tut, denn viele Betroffene empfinden ihren Diabetes als gewaltigen Defekt und keineswegs als Herausforderung, die sich auch voll positiv bewältigen lässt. Nicht zuletzt weil der Diabetes uns Männer ja auch durchaus schon in jüngeren Jahren (erektile Dysfunktion) mit unserem besten Stück hängen lassen kann :-(

      So viel zur Hintergrund-Skizze. Mehr kann ich eigentlich nicht für Dich tun, denn Dein Freund hat seinen Diabetes, nicht Du. Du kannst nicht für ihn verantwortungsvoll damit umgehen, sondern das kann er nur selbst. Und bis Du das Gefühl hast, dass er das tut, hilft Dir keine Angst, sondern nur z.B. Deine Sicherheit, dass Du den Kahn im Notfall auch ohne seine Hilfe in den nächsten Hafen bringen könntest.
      Dass Du dir über sone Glukagonspritze Gedanken machst, kann ich verstehen. Aber dafür kannst Du eigentlich nur verantwortlich sein, wenn er Dich dazu einlädt - oder wenn zwischen Euch längst normal ist, dass Du auch in anderen persönlichen Belangen die Verantwortung für ihn übernimmst.

      Dir auch einen guten Rest von 2010! Jürgen

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      • Re: Segeln mit Diabetes


        Lieber Klaus,

        zum 1. Punkt, mein Bruder hätte vielleicht nicht sterben müssen, aber er ist es nun einmal und ich war allein zu Hause, als die Polizei kam, um uns das mitzuteilen und irgendwie habe ich wohl davon ein Trauma. Ist ja auch egal.

        Zu Punkt 2: Er hat den Typ 1
        Ja, er spritzt Insulin und er sagt, dass er das alles im Griff hat, was ich ihm auch glaube. Aber falls er auf dem Schiff in eine Hypoglykämie fällt, möchte ich nicht untätig herumsitzen. Und da er genauso reagiert, wie einige andere Diabetiker (die Krankheit verschweigen, nicht darüber reden usw.) wollte ich diese Informationen hier haben. Ich will ihn mit meinen Ängsten nicht noch belasten und wir sind nicht alleine auf dem Schiff und ich hoffe doch, dass wir rund um Mallorca auch handyempfang haben. Ein Funkfgerät gibt es auch, so dass ich hoffe, dass alles gut geht.
        Liebe Grüße
        Sternenfrau

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        • Re: Segeln mit Diabetes


          Lieber Jürgen, vielen Dank für Deine Antwort (8)) wie Du lesen kannst, habe ich schon Klaus geantwortet. Mir ging es einfach nur darum, auf die Gefühle meines Freundes Rücksicht zu nehmen und trotzdem so viel wie möglich über die Behandlungsmöglichkeiten (die sich doch sehr geändert haben) zu erfahren. Er hat seinen Diabetes gut im Griff (sagt er und ich glaube das). Trotzdem kann es immer einmal vorkommen (habe ich auch gelesen) dass etwas aus dem Ruder läuft, auch wenn wir auf dem Schiff selbst kochen, ich darauf achten werde, dass er genug trinkt usw. Und für diesen Fall will ich einfach gerüstet sein. Wenn ich ein zuckerkrankes Kind hätte, hätte ich das auch alles wissen wollen. ()
          Dazu kommt, dass er der Crew nicht sagen will, dass er Zucker hat. Das ist für mich in Ordnung, es ist seine Sache. Aber wie gesagt, es ging nur um Informationen .
          Liebe Grüße
          Sternenfrau

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          • Re: Segeln mit Diabetes


            hallo,
            das mit deinem bruder ist belastend, ist verständlich,
            und mein schreiben war auch nicht als vorwurf gemeint,
            nur als hinweis daß man so einfach nicht an diabetes stirbt,
            nur eben beim typ1 nach ketose ketoascidose koma, und das geht nicht von jetzt auf gleich, sondern über tage.
            den rest hätten wir uns gespart wenn du vollständiger gefragt hättest,
            daher kurz und knapp, bei hypo mit ohnmacht, oder nicht mehr trinken können, glukagen hypo kit von novonordisk, wirkt!. wenn er trinken kann hilft am schnellsten cola.
            da ihr nur mitsegler seid, brauchst du dich in der zeit nicht ums schiff zu kümmern.
            deine sorge mit dem trinken ist mir immer noch nicht klar.
            und essen tut er das gleiche wie alle.
            und wenn er sagt er kommt klar ist auch keine hypo in sicht.
            - übrigens wir laufen alle nicht mit dem aufdruck diabetiker rum. da es inzwischen recht große fortschritte in der selbstbehandlung gibt, fühlen sich die allermeisten, -wie mathias immer sagt -bedingt gesund.-
            mfg. klaus

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