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ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

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  • ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

    hi mein name ist clemens. ich war hier schon mal vor ca. 1 Monat und habe meine Angst vor Schizophrenie beschrieben. Nachdem ich hier den Bestätigung bekommen habe, dass ich nicht an Schizophrenie leide hat es genau 1 Monat gehalten. Gestern sitze ich bei der Prüfungskommission und hatte meine Geografie Matura (ich habe sie auch geschafft, also ich habe nun die ganze Matura geschafft (endlich!!)). Doch ich bin irgendwie nicht dankbar dafür oder ich freue mich nicht richtig. Und ich habe seit einiger Zeit das Gefühl, dass ich nur im Kopf da bin und dass meine arme und beine manchmal nicht richtig zu mir gehören sondern einfach von irgendwo anders sind.... Zudem hatte ich heute in der früh als ich aufwachte selbstmordgedanken... und gestern abend vor dem Einschlafen auch schon. Ich denke mir immer wenn ich diese Gedanken habe am nächsten Tag wird alles sicher besser und ich schlafe einfach und dann ist Ruhe. Doch es ist nicht so. es kommt immer in der früh diese gedanken wieder und ziehen sich durch den ganzen Tag bis sie irgendwann schwächer werden. zudem leide ich an Zwangsgedanken, also denke ich öfters ja ich will jetzt mit dem auto einen Unfall bauen aber ich will das eigentlich GAR NICHT! ich müsste doch eigentlich glücklich sein weil ich etwas erreicht habe...

    Vor 3 Monaten hat alles begonnen. ich saß vor dem Laptop und habe mir einen Film angesehen der mit unterschiedlichen Realitäten zu tun hatte und es war ein Art Action Film. und Plötzlich als die Person in einer anderen Realität war, ist das Gefühl des verlorenseins plötzlich hochgekommen.. ganz plötzlich. aus dem NICHTS. und das geht nun seit 3 Monaten so. Manchmal ist es da, dann ist es wieder weg.... Ich bin seit 3 Monaten nur zuhause und habe nichts anderes gemacht als Schlafen, Lernen, zu meiner Oma fahren essen, Heimfahren, lernen, ein Haufen fernsehen, schlafen und diese Routine ca. 3 Monate durch.... Kann es vielleicht auch sein, dass ich diese Gedanken habe weil ich einfach keine Beschäftigung finde? ich fange zwar ab 1. November zu arbeiten an aber ich weiß nicht ob dieses ständige an sowas denken, dann irgendwann weggeht (also diese Zwangsgedanken, und dieses nicht richtig im Körper fühlen, dass die arme sich nicht so anfühlen als wären sie meine, oder diese selbstmordgedanken, oder die Stimme wo ich denke dass sie manchmal nicht meine ist obwohl sie aus meinem Mund kommt)....

    Ich dachte mir zuerst wow okay das geht sicher wieder weg... habe dann blöderweise zu googlen angefangen und bin auf den begriff depersonalisation oder schizophrenie gestoßen und habe mir dann auch die symptome durchgelesen... Habe auch so einen Test gemacht... auf einer App wo Fragen gestellt werden und wo man eine Diagnose stellen lassen kann... ich war in meinem Leben 2 mal beim Psychiater... einmal als kleines Kind weil ich so Konzentrationsschwierigkeiten hatte in der Schule und der Psychologe hat mit mir dann so Übungen gemacht wo ich zum Beispiel kleine Rechenaufgaben erledigen musste oder einfach bestimmte Zahlenfolgen erkennen musste. Das zweite mal als ich beim Psychologen war war als ich ständig so sagte nein ich stürze mich jetzt von der Brücke oder ähnliches... ich habe das aber nie so ernst gemeint... und wollte nie wirklich das tun...

    Ich brauche bitte Hilfe. ich möchte wieder normal sein und nicht mehr solche Gedankengänge haben Bitte... Was ist los mit mir?


  • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

    Hi,
    kann es sein dass du in einer Lebenskrise steckst, dass du auch durch die Veränderungen die auf dich zukommen verunsichert bist?

    Klar, wenn du nur zu hause bist und nichts tust außer lernen und Dinge die nicht richtig ordern, dann rebelliert irgendwann die Psyche und will dass du dich um dein Wohlbefinden kümmerst.

    Ich weiß nicht mehr genau, aber ich denke beim letzten mal hast du sicher auch Tipps bekommen was du selber tun kannst, Entspannungstechniken, ausgehen, alles was dir Spaß mach einfach machen und vor allem Sport?

    Mit Sport solltest du unbedingt beginnen, der wird auch als Therapie in solchen Fällen gezielt eingesetzt und ist sehr wirksam.
    Also geh raus, ab in den Wald und laufe dir die Gedanken aus dem Kopf.

    "Selbstmordgedanken" bedeuten auch nicht zwangsläufig dass eine Gefährdung da ist, sehr oft ist es einfach die Unzufriedenheit, die Sehnsucht nach Entlastung, der Wunsch nicht mehr in der Situation zu sein in der man ist und dann beginnen die Gedanken mit den Szenarien: Was wäre wenn".

    Versuche Selbsthilfemaßnahmen, sei da diszipliniert als wäre es ein Job der gemacht werden muss, ändere deinen Tagesablauf und überlege was dir gut tun würde.
    Der Sport sollte aber ein Muss sein, da er am schnellsten und effektivsten hilft.

    Wenn sich das nicht bald wieder legt solltest du einen Psychiater kontaktieren und vor allem, dich um eine Psychotherapie kümmern.
    Da wirst du sicher keine Rechenaufgaben lösen müssen, sondern lernen wie du da wieder raus kommst und Strategien dazu entwickeln.

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    • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

      ich hatte gerade erst eine Prüfung auf die ich 3 Monate hingearbeitet habe und die ich auch mit Bravour bestanden habe. aber es hört trotzdem nicht auf... ich habe einen Job den ich ab 1. November beginne und ich habe noch die praktische Führerscheinprüfung vor mir bei der ich das erste mal auch durchgefallen bin.... also beim ersten praktischen Versuch.

      ja also laufen tu ich jetzt eigentlich jeden tag das stimmt das hilft. ausgehen kann ich nicht besonders viel weil keiner von meinen Freunden wirklich Zeit hat. Ja die gedankengänge mit Was wäre wenn haben schon begonnen... ich will das einfach aufhören und normal leben...

      ja mache ich ich besorge mir einen Psychotherapeuten wenn es wirklich nicht besser wird.
      also ist das nicht eine spezielle Krankheit wie Schizophrenie oder Depersonalisation?

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      • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

        also ist das nicht eine spezielle Krankheit wie Schizophrenie oder Depersonalisation?
        Das hatten wir doch schon.
        Ich denke darüber immer noch so wie im letzten Thread.

        Kommentar



        • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

          Hi Clemens

          Du hast beschrieben, dass du wochenlang, monatelang ganz nur im Kopf warst, lernen, Fernsehen, lernen, reden, lernen..denken, denken, denken..

          Wundere dich nicht, dass du dann träumst, du hast keine Arme und keine Beine, die zu dir gehören.

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          • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

            Übrigens, herzlichen Glückwunsch, weil du nicht aufgegeben hast und die Matura geschafft hast.

            Du bist ein Gesamtpaket , hast einen Körper, hast einen Geist und hast eine Psyche.

            Für den Körper ist das Höchste, wenn er etwas tun darf, wenn er mit etwas beschäftigt sein darf, für das er bestimmt ist. Arbeit, Spiel, Sport, gehen, hüpfen, Holz hacken, Liebe machen, sich Essen zubreiten, etwas erledigen, etwas anfassen, etwas bauen, etwas polieren, Grillfeuer anzünden, mit Leuten zusammensitzen, Ball werfen, Mädchen umarmen, Garten umgraben und und und...... wenn du mal das machst, dann fühlst du dich garantiert wieder im Lot.

            Du hast dich zu einseitig beschäftigt. Kein Wunder, wenn du in dir hörst, ich will nicht mehr leben, das sagt der Teil von dir, dem du halt AUCH zuhören musst und dem du dich halt auch widmen musst.

            Du wirst sehen, sobald deine Hände mit etwas gut beschäftigt sind, da schweigt der Geist. Es geht nicht, zugleich fliegen und ganz auf der Erde zu sein. Denken ist wie Fliegen, arbeiten wie gehen. Während man dahin..geht.. lösen sich viele Probleme wie von selbst. Also arbeite mal feste. Hilf der Oma und frag deine Eltern, was du für sie tun kannst. Werkle mal stundenlang und schau dann, wie schnell du wieder in deiner Mitte bist und merk, wie sehr du das brauchtest.

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            • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

              hallo zuerst möchte ich danke sagen wegen dem glückwunsch zur matura habe mich sehr darüber gefreut. ja ich habe die ganzen Ferien wirklich nichts anderes gemacht, als denken, lernen, schlafen, laufen und fernsehen wobei das fernsehen wirklich sehr sehr viel Zeit in anspruch genommen hat und auch jetzt noch tut...
              Ich habe eines abends jedoch plötzlich iwie ein seltsames gefühl gehabt... und dann hab ich nachgeschlagen im Internet was das ist, da kam dann Schizophrenie und depersonalisation. Seitdem denke ich wirklich pausenlos dass ich Schizophrenie habe oder depersonalisation ich habe auch schon ein oder andere Tests gemacht wo fragen gestellt wurden... und einerseits kam schizophrenie und andererseits generalisierte Angststörung heraus...
              deshalb wollte ich fragen... Was macht es so sicher, dass ich NICHT an einer dieser Krankheiten leide? Ich muss wirklich pausenlos daran denken und will dass das endlich aufhört...

              Kommentar



              • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                So sicher macht, dass du Symptome einer Psychose beschreibst, sondern glasklare Symptome einer Angststörung

                Kommentar


                • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                  okay danke.

                  lg
                  clemens

                  Kommentar


                  • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                    Ich meinte natürlich: Dass du "keine" Symptome einer Psychose beschreibst.:-)

                    Kommentar



                    • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                      okay ja ich weiß schon. aber ich versuche wirklich dieses ständige denken an schizophrenie oder depersonalisation aufzuhören weil wenn das aufhört hören andere schlimme gedanken auch auf..

                      Kommentar


                      • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                        Da fragte der Schüler den alten Meister: wie kann ich aufhören, ständig an meine Probleme zu denken?

                        Der Alte ging zu einem Baum, umklammerte diesen und rief, wie kann ich machen, dass mich dieser Baum loslässt??

                        Ich nehme an, lieber Clemens, dir ist fade und du weißt nichts besseres mit deiner Zeit anfangen, als dich da reinzusteigern.

                        Triff dich mit guten Freunden und steigere dich mit denen in irgendwelche Späße rein. Oder bastle an einem Modellschiff. Du konzentrierst dich in die falsche Sache hinein und hörst ja gar nicht, was du für Rat bekommst. Das bedeutet, du bist nicht interessiert, dass es anders ist.

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                        • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                          ja eigentlich ist es so.. ich weiß wirklich nichts mit meiner zeit anzufangen...

                          doch ich interessiere mich sehr wohl für den Rat, aber ich tue mir hald etwas schwer, das einfach so loszulassen.

                          Kommentar


                          • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                            Hallo Clemens,

                            vorweg auch von mir erst einmal einen herzlichen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung, super gemacht


                            Ich kenne mich leider mit Schizophrenie im engeren Sinne nicht aus, aber mit grundsätzlichen mit Ängsten und nicht enden wollenden Gedankenkreiseln.

                            Zunächst einmal:
                            Wenn Dir hier zwei drei Leute sagen, daß anhand Deiner Schilderungen nichts für eine Schizophrenie spricht und Dir diesbezüglich noch nicht einmal ein Arztbesuch empfohlen wird, dann kannst Du wirklich anfangen zu glauben und vertrauen.
                            Warum?
                            => Weil in Internet-Foren grundsätzlich keine Diagnosen gestellt werden dürfen, erst recht nicht vom die Forenmitglieder beratenden Arzt!
                            Soll heißen: Hätte Hr. Dr. Riecke anhand Deiner Schilderungen einen Verdacht, dürfte aber eben aus genanntem Grund die Diagnose eben nicht stellen, hätte er Dich deswegen eindeutig an einen Psychiater weiterempfohlen.
                            Da er das nicht hat (und auch sonst keiner), kannst Du Dir sicher sein, daß Du KEINE Schizophrenie hast!

                            Was Du allerdings hast – darin stimme ich mit Tired überein -, ist Angst, was Du ja eigentlich selbst auch schon schreibst. Ängste gibt es in verschiedensten Formen, üblicherweise kennt man so Geschichten wie Flugangst, Platzangst oder ne Spinnenphobie und sowas. Es gibt aber insbesondere auch eine übersteigerte Angst vor Krankheiten, und wenn ich mich recht erinnere, sogar ziemlich häufig.

                            Diesbezüglich macht es unter Umständen dann wirklich einmal Sinn, Dir einen Termin bei einem PsychoTHERAPEUTEN (nicht Psychiater) geben zu lassen, der Dir hilft, Deine Sichtweise anzupassen und damit zurechtzukommen.


                            Ich habe selbst einen bereits sechsjährigen „Leidensweg“ in Bezug auf Ängste, Depressionen und Gedankenkreisel hinter mir, und ich bin immer noch nicht raus. Immer wieder holt mich die Scheiße ein, und oft genug macht es mich fertig.
                            Trotzdem komme ich irgendwie aber auch immer besser damit klar. Weil ich von Tag zu Tag jedesmal wieder erkenne, daß es „nur“ Angst ist, nur angstmachende Gedanken, und daß ich trotz alledem in Sicherheit und geborgen bin. Da ist KEINE echte Gefahr!
                            Klar – würde allein diese Sichtweise immer und ausschließlich helfen, wäre ich aus dem Mist bereits draußen – ein Allheilmittel ist es also (noch) nicht
                            Trotzdem helfen mir solche Erkenntnisse durchaus, besser mit der Situation zurecht zu kommen. Mal weniger, mal mehr, aber im Großen und Ganzen okay. Manchmal krieg ich die Gedankenkreisel zwar nicht abgestellt, aber ich schaffe es immer öfter, sie einfach da sein zu lassen und ihnen keine besondere Bedeutung beizumessen: Es sind Gedanken, nicht mehr, nicht weniger. Sie haben nur soviel macht über Dich, wie Du ihnen zugestehst. Wenn Du sie Dir ansiehst, sie wahrnimmst und Dir einfach sagst „ah okay, wieder so ein Gedanke. Egal.“, fällt es leichter, sie und die aufsteigenden Gefühle auszuhalten.
                            Und glaube mir: Ich bin wirklich kein Meister darin; ich fühle mich oft genug noch verzweifelt und depri und verängstigt *grins-gequält*

                            Aber: Ich habe mittlerweile tief drin in mir auch eine gewisse Grundüberzeugung, daß diese Phasen vorübergehen – die Gedankenkreisel, die Angst, die Verzweiflung, die Hilflosigkeit. Zwar ist bei mir hintendran nicht unbedingt immer (sofort) strahlender Sonnenschein, aber zumindest ein erträglicher und teils sogar schöner Sonne-Wolken-Mix, wenn Du verstehst

                            Soll heißen: Lerne, Deine Gedanken einfach nur zu beobachten und zuzulassen. Sie gehen von allein wieder, sobald die Zeit reif ist und solange Du ihnen wie gesagt nicht zuviel Bedeutung beimisst


                            Was mich zum nächsten Punkt Deiner Überlegungen bringt: Dem Loslassen.

                            Die Geschichte von Elektraa ist super, denn sie verdeutlicht sehr schön, wie herum es eigentlich ist: In Wahrheit halten wir bzw. in etwas in uns an den Dingen fest, nicht umgekehrt.
                            Soviel zu dem, was ich verstanden habe
                            In Bezug darauf, wie Loslassen aber ganz genau jetzt funktionieren soll, tappe auch ich immer noch ziemlich im Dunklen.
                            Im Gegenteil habe ich in den vergangenen Monaten mehrfach gehört, daß Loslassen etwas ist, was man – je nach Situation – nicht unbedingt aktiv herbeiführen kann, sondern was „einfach“ „nur“ (ich setze das bewußt in Anführungszeichen) aufgrund einer getroffenen, diesbezüglichen Einstellung irgendwann geschieht, sobald die Zeit reif dazu ist. Leider hilft mir diese Aussage nicht wirklich weiter, ebensowenig wie Dir eventuell, aber doch insoweit, daß es eben NICHT an meiner persönlichen Unfähigkeit liegen würde – ich kann da offenbar eben nur wenig AKTIV für’s Loslassen machen. Punkt.

                            ABER:
                            Es könnte umgekehrt funktionieren, indem man/ich/du AKTIV etwas für etwas anderes tust – womit ich meine Vorredner ebenfalls nur bestätigen kann:
                            Du sagst, Du weißt mit Deiner Zeit nicht viel anzufangen.
                            • Such Dir Hobbies. Mach Sport. Triff Dich mit Freunden. Geh ins Kino. Geh spazieren. Mach Städtetreisen.
                            Auch das alles ist für mich leider auch kein Allheilmittel, weil die Depri-Komponente meiner Geschichte mir da oft genug in die Suppe spuckt.
                            Aber Fakt ist schon: Es lenkt mich zumindest zeitweise ab, wenn mich etwas (neues) interessiert. Manchmal nur für ein paar Stunden, manchmal für ein paar Tage oder Wochen. Um bei Elektraas Bild bzw. Geschichte zu bleiben: Ich lasse den Baum zwar leider nicht komplett los, aber ich lockere zumindest schonmal die Umarmung, drehe den Kopf, richte meine Augen auf etwas anderes und strecke mindestens einen Arm danach aus Daß ich dann irgendwann wieder in die Umarmung des Baumes zurückfalle, ist zwar nicht prickelnd (beschönigend ausgedrückt; manchmal ist es echt zum Kotzen *ächz* ) – aber nur so kann ich in meinem „Leidensweg“ der letzten sechs Jahre auch viele, viele schöne Dinge und Ereignisse sehen und erkennen und mich an sie erinnern

                            Und ja – der erste Angang mag schwer sein, kann ich ein Lied von singen. Aber es geht

                            Deutlichstes Beispiel: Ich bin während eines Klinikaufenthaltes vor fünf Jahren zum Geocaching gekommen, wenn Dir das was sagt (falls nicht, google mal danach; lenkt Dich mal wenigstens für fünf Minuten ab). Und ich bin über all die Jahre echt begeisterter Geocacher geworden und bin in Ecken gekommen und hab welche gesehen, die ich anders nie entdeckt hätte. Ein wunderbares Konzentrations- und Fokustraining, das noch dazu Spaß macht und gesund ist Nur mal als kleines Beispiel wie gesagt und vielleicht als Anregung.


                            Zuguterletzt: Selbstmordgedanken
                            Hab ich auch. Immer noch, immer mal wieder.
                            Wobei meine weniger aktiv sind (also selbst Selbstmord zu begehen), als vielmehr „passiv“, also einen Ziegelstein auf den Kopf zu bekommen, nen Meteoriten oder eben am nächsten Morgen „einfach“ nicht mehr aufzuwachen.
                            Auch hier gilt: Eine gewisse Ernsthaftigkeit dem gegenüber ist angebracht! Aber solange Du Dir jetzt keine konkreten Pläne zurechtlegst, wie Du Dich ins Jenseits befördern könntest, sind auch das erstmal nur Gedanken. Gedanken eines verängstigten, verzweifelten Menschen bzw. seiner Psyche, die sich ausdrücken möchten. Ich habe die besten Erfahrungen damit gemacht, auch sie möglichst neutral zuzulassen: Ich lasse sie ein zwei Momente bewußt in meinem Kopf herumspuken, auch länger, akzeptiere sie, verstehe sie als einen Ausdruck der jeweiligen Situation, und messe ihnen ansonsten keine übermäßige Bedeutung bei. Dann „fange“ ich mich und kontere sie mit ein paar richtig guten Gründen, warum ich weiterhin am Leben sein möchte und warum es sich weiterhin lohnt, zu leben.
                            Dieser ganze Prozeß geht manchmal zügig, manchmal ist es zäh, und schön sicherlich nie… Aber es hilft, daß ich mich da nicht länger als nötig hineinsteigere.


                            Ich nehme mal an, wenn Du meinen Beitrag aufmerksam und bewußt liest, erkennst Du, daß ich auch noch an sehr sehr vielen Stellen herumeiere und mich oft auch nur durchwurschtele. Diese ganzen Psychothemen klingen für mich oft einfach, logisch und einleuchtend, aber die Umsetzung erfordert viel Zeit und Geduld und an vielen Stellen hab ich den Dreh selbst noch nicht raus. Vielen Dingen auf diesem Gebiet kommt man mit dem Verstand letztendlich nicht bei, und solange es dann nicht auch auf anderen Ebene „Klick“ macht, dreht man sich im Geiste immer wieder im Kreis – gerade als analytischer Verstandesmensch, der alles begreifen will.
                            Manchmal kotzt mich das tierisch an, daß ich einfach nicht mehr möchte, keinen Bock auf gar nichts mehr habe – aber oft genug reicht es, den Kopf über Wasser zu halten und nicht zuviel Wasser zu schlucken.


                            Je nach Perspektive mag das alles auf den ersten Blick nicht super motivierend klingen
                            Andererseits soll es Dir durchaus Mut machen, daß es immer weitergeht, wenn man nur ein kleines bißchen aktiv bleibt und etwas dagegen bzw. für sich unternimmt Vor allem aber soll es Dir zeigen, daß Du mit deinen grundsätzlichen Gedanken und Sorgen nicht allein dastehst; das geht sehr sehr vielen Menschen so in unserer Situation. So vielen Menschen, daß es Foren wie dieses gibt, damit man sich darüber austauschen kann Das gibt zumindest mir wiederum etwas Hoffnung.


                            Also, nochmal zusammengefaßt:
                            • Termin beim Therapeuten organisieren (dauert i.d.R. eh ein paar Monate)
                            • Aktiv bleiben bzw. werden und Dir Hobbies suchen bzw. wieder neu entdecken – eins für Zuhause und eins für draußen reichen für’s erste, nicht übertreiben!
                            • Und ganz ganz wichtig: Gedanken Gedanken sein lassen – wahrnehmen, neutral die Bedeutung erkennen und benennen, (versuchen) abzuhaken

                            Liebe Grüße, gute Besserung, und halt die Ohren steif,
                            Alex

                            Kommentar


                            • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                              Ach so, kleiner Nachtrag zum Stichwort "Film", der mir erst jetzt einfällt:

                              Ich hab vor rund zwei Jahren (glaube ich) mit meiner Frau zusammen "The Life of Pi" gesehen; ich weiß nicht, ob Du den Film kennst. Ich denke, der bzw. seine Botschaft ist schon für "Gesunde" keine leichte Kost, und mich ängstlich Angeschlagenen hat er noch Tage und Wochen verfolgt... Noch jetzt denke ich da nur ungern dran zurück.
                              Und auch ansonsten tue ich mich je nach Tagesform in der Tat auch mit Filmen oder Serienfolgen schwer, in denen es um alternative Dimensionen und Paralleluniversen - also gewissermaßen eben auch alternative Realitäten - geht.
                              Auch damit bist Du also nicht allein

                              Ich habe in einem anderen Forum mal jemanden sagen hören, er wünschte sich, die Menschheit würde sich irgendwann nicht mehr mit Krimis, Actionfilmen, (übertriebener) Gewaltdarstellung, Mord, Krieg etc. im Kino, vor dem TV und in Büchern beschäftigen...

                              Auch, wenn ich es für unwahrscheinlich halte, daß wir uns jemals ausschließlich nur mit "schönen, liebevollen und wunderbaren" Dingen beschäftigen und Sex&Crime in der genannten Form "aus der Freizeit" verschwinden werden, so muß ich gestehen, daß ich demjenigen in der Theorie nicht wirklich widersprechen kann.

                              Ich hab seitdem auf jeden Fall auch gelernt, auf meine innere Stimme zu hören, wann ich mir etwas bestimmtes bei Netflix oder Amazon Prime angucken kann und wann nicht... Game of Thrones ist da auch so ein schönes Beispiel: Ich hab alle Staffeln durchgeguckt im Laufe der Jahre - aber über die Pausen zwischen den Staffeln war ich zeitweise echt nicht böse, und es gab Tage und Wochen, da konnte ich auch erstmal nicht weitergucken, auch, wenn mich die Story als solche interessiert hat.

                              Kommentar


                              • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                                Sex&Crime in der genannten Form "aus der Freizeit" verschwinden werden, so muß ich gestehen, daß ich demjenigen in der Theorie nicht wirklich widersprechen kann.
                                Hallo Alex, schön dass du wieder da bist.;-)

                                Dazu habe ich einen interessanten Beitrag gesehen, ich glaube es war Lechs Kosmos.
                                Das Gehirn muss trainieren, auch Gefahrensituationen müssen immer wieder geübt werden.
                                Das ist der Grund warum wir bei Horror den bekannten wohligen Schauer empfinden, wir trainieren den Ernstfall und das ist wohl auch gut so.
                                Nur wenn es aus dem Rahmen läuft, dann kehrt sich das Ganze um und warnt nicht mehr, sondern schürt die überzogenen Ängste.

                                Kommentar


                                • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                                  Na endlich, mir war schon fade , hallo Meister über die Finsternis und alle, die es noch werden wollen, ggg..Alex wo warst du so lang?

                                  Kommentar


                                  • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                                    Zitat Alex: """"....an vielen Stellen hab ich den Dreh selbst noch nicht raus. Vielen Dingen auf diesem Gebiet kommt man mit dem Verstand letztendlich nicht bei, und solange es dann nicht auch auf anderen Ebene „Klick“ macht, dreht man sich im Geiste immer wieder im Kreis – gerade als analytischer Verstandesmensch, der alles begreifen will.......""""

                                    Ich glaub, das ist wie schwimmen lernen. Auf einmal kann man es und ab da geht man nicht mehr ( so leicht) unter.

                                    Jetzt google ich diesen Film. The life of PI.. Der soll grausig sein? Na dann erst recht, der wird gesucht jetzt.

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                                    • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                                      Hallo Alex, schön dass du wieder da bist.;-)
                                      Danke.
                                      Dachte, ich meld mich mal wieder

                                      Das Gehirn muss trainieren, auch Gefahrensituationen müssen immer wieder geübt werden.
                                      Das ist der Grund warum wir bei Horror den bekannten wohligen Schauer empfinden, wir trainieren den Ernstfall und das ist wohl auch gut so.
                                      Nur wenn es aus dem Rahmen läuft, dann kehrt sich das Ganze um und warnt nicht mehr, sondern schürt die überzogenen Ängste.
                                      Nun ja, ich denke, letztlich ist Angst eine übersteigerte Streßreaktion, und all diese Emotionen laufen durch die Amygdala. Die ist aber heutzutage ohnehin schon ordentlich gefordert bis überlastet durch die alltäglichen Stressoren in der Schule, dem Studium, dem Job, der Familie, bzgl. Zukunfts- und Versagensängsten, usw. Da bleibt dann für eine "Überdosis" an Adrenalinkick via Film&Fernsehen oder auch schon nem Thriller- oder Horrorroman nicht mehr viel Luft, und das System schießt über's Ziel hinaus. Letztlich kann unser uraltes Stammhirn nicht unterscheiden zwischen realen und künstlichen Angstreizen.

                                      Wenn also der Streßlevel in bestimmten Bereichen des Lebens steigt bzw. schon übermäßig zugenommen hat, muß man an anderen Stellen (temporär) streichen.

                                      Na endlich, mir war schon fade , hallo Meister über die Finsternis und alle, die es noch werden wollen, ggg..Alex wo warst du so lang?
                                      Hab den 2. Meistergrad in Finsterniskunde gemacht

                                      Jetzt google ich diesen Film. The life of PI.. Der soll grausig sein?
                                      Ist kein Horrorfilm. Ganz im Gegenteil wohl sogar nach einer wahren Begebenheit. Er beschreibt eine Grenzerfahrung menschlichen (Zusammen)Lebens und ist gerade deshalb eben keine leichte Kost, erst recht, sobald man die Metaphern mal durchschaut hat. Wußte ich nur vorher alles nicht; denke, so gut er gemacht ist, hätte ich dann doch irgendwo drauf verzichten können...
                                      Aber vielleicht bin ich dafür einfach zu sehr Weichei

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                                      • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                                        Ich habe nur Werbung über den Film gefunden und bei Wikipedia eine Inhaltsangabe.

                                        Wär sicher ein interessanter Film. Vielleicht kommts eines Tages dazu, dass ich ihn sehen kann.

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                                        • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                                          @alex...


                                          Nun ja, ich denke, letztlich ist Angst eine übersteigerte Streßreaktion, und all diese Emotionen laufen durch die Amygdala. Die ist aber heutzutage ohnehin schon ordentlich gefordert bis überlastet durch die alltäglichen Stressoren in der Schule, dem Studium, dem Job, der Familie, bzgl. Zukunfts- und Versagensängsten, usw. Da bleibt dann für eine "Überdosis" an Adrenalinkick via Film&Fernsehen oder auch schon nem Thriller- oder Horrorroman nicht mehr viel Luft, und das System schießt über's Ziel hinaus. Letztlich kann unser uraltes Stammhirn nicht unterscheiden zwischen realen und künstlichen Angstreizen.

                                          Wenn also der Streßlevel in bestimmten Bereichen des Lebens steigt bzw. schon übermäßig zugenommen hat, muß man an anderen Stellen (temporär) streichen.
                                          Kann es nicht sein, dass das alles komplett alte Programme im Kopf sind, die noch nicht überarbeitet wurden und noch feuern, wie früher?

                                          So ähnlich wie ein überliefertes, geerbtes Erinnern, das in den Genen eingegraben ist.

                                          Ich bin jemand, der auf einem Hügel Leichen trohnt, unter mir sind alle Vorfahren, aus denen ich gewachsen bin und was die erlebt haben, das ist in meinem Erbgut eingraviert.

                                          Manchmal sehe ich schreckliche Szenen, zum Bespiel total real, wie man jemand ( ich sehe es, als ob ich das wär) unter Wasser drückt, wie ich in Panik bin und leide. Das könnte so eine Vorfahrin erlebt haben und vieles mehr.

                                          Ich sehe extrem viele Grenzen immer wieder und weiß inzwischen, sie sind nicht echt, sie sind von einer anderen Zeit. Ich habe schon enorm viele gesprengt, wie wir alle, aber immer wieder stehen wir vor solchen diffusen Wänden, oder Befürchtungen, wo man denkt, Gefahr, aus, vorbei.

                                          Die Mutter meines jüngsten Enkerls hat wieder die Arbeit aufgenommen und die kleine fürchtet sich schrecklich, merke ich. Mama nicht sichtbar, sterben bedeutet das..
                                          Oder umarmt werden, anschmiegen können- alles ist gut, ich bin versorgt..das sind doch Programme, oder nicht?

                                          Wenn du also in Panik verfällst, wär vielleicht angebracht, Erbarmen zu haben mit diese Seele, die damals in dieser Panik war bei solcher "Bewegung", die gerade da ist. Du bist anders, du kannst umgehen damit und zeigst es, indem du diese Panik übergehst.
                                          Neu überschrieben, das alte Muster. Eins nach dem anderen.

                                          Vielleicht ist das unsere Aufgabe und alles, was wir zu tun haben. Praktisch denen über uns helfen, sich nicht mehr wegen jedem Pups gleich zu verkriechen. Die Zeiten haben sich geändert und unsere Reaktionen ja mit. Oder nicht?

                                          Dann müssen wir dran arbeiten.

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                                          • Re: ich weiß wirklich nicht mehr was ich machen soll

                                            "ja eigentlich ist es so.. ich weiß wirklich nichts mit meiner zeit anzufangen..."

                                            Hallo Clemens,

                                            wenn ich mich richtig erinnere, müssten Sie nun seit einer Woche einen Job haben.
                                            Das Problem mit der vielen Zeit hat sich also sicher relativiert.

                                            Aber wie geht es mit den speziellen Gedanken?

                                            Einen guten Start wünsche ich Ihnen!

                                            Beste Grüße

                                            Dr. Riecke

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