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Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

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  • Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

    Moin,

    gestern gab's in der Zeit Online einen schönen Artikel zum Thema "Zuversicht" am Beispiel von Stephen Hawking:

    https://www.zeit.de/2018/47/stephen-...hrgeiz-vorbild

    Darin heißt es zum Ende:
    "Hat man sein Warum des Lebens, so verträgt man sich fast mit jedem Wie." (zitiert nach Friedrich Nietzsche)

    Diesen Satz habe ich schon ganz zu Anfang meiner Krise in einem Hörbuch aufgenommen, nur etwas anders formuliert: "Wer ein Warum im Leben hat, erträgt fast jedes Wie."

    Auch in den Beiträgen von Veit Lindau und zuletzt auf dem Life Charger Event in Düsseldorf sagt er, daß im Prinzip jeder von uns einen - wie er es nennt - "heiligen Grund" benötigt, um nicht dauernd kämpfen zu müssen, sich nicht ausquetschen zu lassen und erfüllt zu leben.

    Was ja alles im weitesten Sinne eben just auf ein Symptom und Problem von Depressionen abstellt, nämlich die Sinnkrise.


    Auch mir wurde schon mehrfach die Frage gestellt nach dem Warum. Bzw. umgekehrt, daß ich mich auf all das besinnen solle, was ich habe, was ich an Gutem habe - was implizit heißt, daß ich daraus meine Gründe machen sollte.

    Im persönlichen Bereich ist da sicher mein Sohn ein wichtiger "heiliger Grund", außer Frage. Und ich liebe die Zeit mit ihm und bin gern und möglichst immer für ihn da, wenn er mich braucht.


    Aber was die übrigen Bereiche meines Lebens angeht, bin ich fast immer noch so ratlos wie noch vor Jahren.


    Was ist mein "heiliger Grund", mein "Warum", wofür ich das alles durchstehe?
    Mit welchem "heiligen Grund" erlange ich mehr Zufriedenheit und Erfüllung zurück? Gerade auch, wenn ich an 8-10 Stunden Job von montags bis freitags denke, was ja eine nicht unerhebliche Zeit des Tages darstellt.

    Aber ganz egal, wie oft ich mir die Frage stelle: Eine eindeutige Antwort, für die ich ab dem Moment brennen würde, stellt sich irgendwie nicht ein. Vage Vermutungen, hier ne Idee, dort ne andere - aber nix, wo ich jetzt aus tiefstem Herzen sagen könnte: DAS ist es, DAS ist mein Warum, DAS ist mein heiliger Grund... *seufz*


    Wie geht ihr mit dieser/n Frage/n um? Habt ihr ein Warum, einen "heiligen Grund", so wie Stephen Hawking?



    LG und einen schönen Dienstag einstweilen
    Alex


  • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

    Hm, es gibt kein Warum.;-)

    Mich hat aber an Hawking immer schwer beeindrucke, dass er mit einer tödlichen Erkrankung, mit eher geringer Lebenserwartung, so alt geworden ist und mehr geleistet hat, mehr Leben gelebt hat wie die meisten anderen.
    Sein Warum muss für ihn wirklich heilig gewesen sein, um solche Kräfte und Magie freizusetzen.
    Er hatte aber auch einen vollkommen anderen Blickwinkel auf die Welt und den Menschen als wir, schon alleine durch sein Wissen und seine Forschung.

    Da sind wir schon um einiges eingeschränkter, bei der Suche nach unserem Warum.;-)

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    • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

      Hab das gerade gelesen.
      Meine Quintessenz daraus ist dass man nicht seinen Befindlichkeiten nachgehen sollte, sich keine tiefgründigen Gedanken darüber machen sollte, sondern weiter sein Leben ausbauen, egal in welcher Form dieses gestaltet ist".

      Besonders neu ist das ja nicht, eigentlich genau das was wir auch immer jenen sagen die ihren körperlichen und Gedanklichen Befürchtungen nachgehen und sich da hinein steigern.
      Such dir Abwechslung, mach was dir Spaß macht, ordne dein Leben soweit möglich so dass es zu passt und eine Aufgabe die dich ausfüllt, geht das eine nicht dann schau nach was anderem und konzentriere dich darauf, schau nach Außen und nicht zu verbissen nach innen.

      Im Kleinen ist der Sport und die Ablenkung das für Depressive, was für Hawking seine Frauen waren die ihn umsorgten, seine Wissenschaft war für ihn die Berufung die ihn am Leben hielt und die wir wohl nicht gefunden haben und da fehlt uns dann auch oft der nötige Humor um dies zu relativieren.

      Er war auch ein anderer Typ Mensch von Natur aus, das kann man sich nicht einfach mal so aneignen, aber es kann mit Blick auf sich selbst das ein oder andere relativieren.

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      • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

        "Habt ihr ein Warum, einen "heiligen Grund""

        Ich glaube, dass das wichtigste stabilisierende Element i.S. dieses heiligen Grundes ein Tun ist, dass nach außen gerichtet ist und weg von eigenen Belangen führt.

        Also wie ein Wissenschaftler, der bis zur Selbstverleugnung sich für seine Sache hingibt, persönliche Nachteile einschließlich einer gesundheitlichen Schädigung (Curie) in Kauf nimmt und von einer ungeheuren Kraft schöpft, die genau aus dieser Haltung erwächst.

        Ich habe gelegentlich Menschen, die ihre eigene Unzufriedenheit nicht verändert bekamen, eine erfüllende caritative Tätigkeit vermittelt und so erleben können, dass sie nicht nur stabiler wurden, sondern dass sich ihr ganzer Lebenssinn veränderte und sie Zufriedenheit kennen lernen konnten.

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        • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

          Hi Alex!

          Danke für das Thema!

          Lieber Doktor, wir haben von Curie gelernt. Sie war besessen, sie war wie Hawkins besessen und ich sag mir, pass auf, werde nicht wie sie...
          Ich finde ganz im Gegenteil keinen Sinn dahinter, sich aufzufressen durch eine bestimmte Obsession und gar Ruhelos nur noch für eine Sache zu leben, die anderen Sachen dadurch zu überhören, zu übersehen, zu übergehen, die WIRKLICH sehr sinnvoll sind und komplett gesund wären obendrein...

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          • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

            Wenn dies besessen sein wie eine Manie ist, dann kanns schon geil sein.;-)

            Ich glaube nicht das Hawking vollkommen besessen von seiner Arbeit war, der hat den Eindruck gemacht dass er auch fest im Leben steht, neben seiner Arbeit auch ein Lebensgenussmensch war und sich auch gut auf den Gegenüber einlassen konnte.
            Er hat so gewirkt als würde er nur selten etwas überhören und wenn dann mit Absicht.;-).

            Nun war er ja auch körperlich eingeschränkt und die Lebenserwartung war nicht hoch, da beeilt sich mancher sicher um möglichst viel in sein Leben zu packen.
            Der Mann war dermaßen Intelligent, da war sein Schaffen vielleicht gar nicht so exzessiv, wie man als Normalo meint dass es hätte sein müssen.
            Die großen Schaffer dieser Welt erscheinen uns ja oft so exzessiv in ihrem Beruf, dass es kaum zu glauben ist dass sie dennoch ein Privatleben haben, was oft gar nicht so ruhelos ist wie ihre Arbeit.

            Ich glaube es geht auch beides, für etwas brennen und dafür leben und trotzdem noch andere Sachen machen, die Freude bereiten und für die noch genug Aufmerksamkeit übrig ist.

            Es geht ja auch darum dass jeder das findet was ihn mit dem Leben versöhnt, ihm einen Sinn gibt, wie Alex sagt den heiligen Grund.
            Ist es da nicht eigentlich egal ob der darin besteht sich nur in eine Sache zu stürzen, oder vieles zu tun, Ruhe und Muse zu haben, oder Action ohne Unterlass, wenn man dabei zufrieden und erfüllt ist?

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            • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

              Welchen Sinn hat ein Zahn? Zahn zu sein, denke ich. Er wird gebraucht für das Gesamtwerk Körper.
              Mein Heiliger Sinn ist wohl ähnlich- ich werde gebraucht für das Gesamtwerk rund um mich herum. Ich merke immer wieder, wie wichtig es ist, dass ich da bin. Meine Enkelchen alleine, was die alles von mir noch Bedeutendes erfahren und lernen- zum Beispiel, wie wunderbar es ist, nur daliegen und miteinander schmunzeln und erzählen, sonst nix und während sie und ich plaudern wird bereinigt, gefestigt, aufgebaut, abgebaut, zugeführt, abgeführt- bei mir, wie bei ihnen. Eines meiner gemalten Bilder verschönert die Wohnung dessen, der dieses Bild braucht, oder der Besuch von dem, der brauchts. Ich brauch den Alex und dieses Forum und die Gewissheit, tired ist immer da. Mich braucht die böse Nachbarin, dass sie sich an mir abreagieren kann, sie brauchts, mir ist es egal..oder sagen wir, ich brauche auch sie, weil mich klammheimlich freut, dass ich so nicht bin...
              Ich find, unser Platz, wo wir gerade eingesetzt sind ist Sinn. Keine Sekunde geht ohne Sinn dahinter vorbei. Wenn ich bloß in die Luft starre, so ist das sinnvoll. Ich sortiere dabei sicher im Gehirn etwas, das sortiert gehört. Oder wenn ich nicht gewesen wär, gäbs dann meine Kinder und deren Töchter und Söhne mit den Genen, die sie mitbringen in die Welt? Also ich bin der Hl. Sinn selbst und ihr und wir alle sind das.

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              • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                Tired, für dich selbst musst du schon auch sorgen- das bedeutet, es kann Krankheit verursachen, nicht aufzupassen, ob eh alles im Gleichgewicht ist. Das ist ja der Sinn- beobachte die, die sich überfordern, überlasten... statt mal auszurasten...oder erfahre es am eigenen Leib. Meine Geschwister fressen sich auf für Projekte. Ihre Kinder haben diesen Ehrgeiz sinnvollerweise nicht so, sie sehen ja die körperlichen Auswüchse und sind bereits klüger.
                Darum ist keiner ohne Sinn. Man kann ja als schlechtes Beispiel dienlich sein...ggg wie wir ja alle auch sind, sinnvollerweise.

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                • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                  "Mit welchem "heiligen Grund" erlange ich mehr Zufriedenheit und Erfüllung zurück?"

                  Das war die Frage von Alex.

                  Und ich meine ja nicht, dass er so "besessen" werden soll wie Curie o.a..
                  Aber da er ja nun mal nicht Ihre Persönlichkeitsstruktur hat wie Sie, Elektraa, benötigt er Dinge, die von destruktiven Zweifeln wegführen, zu Gelassenheit, Zufriedenheit, positiver Bilanz.

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                  • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                    "Mit welchem "heiligen Grund" erlange ich mehr Zufriedenheit und Erfüllung zurück?"

                    Das war die Frage von Alex.

                    Und ich meine ja nicht, dass er so "besessen" werden soll wie Curie o.a..
                    Aber da er ja nun mal nicht Ihre Persönlichkeitsstruktur hat wie Sie, Elektraa, benötigt er Dinge, die von destruktiven Zweifeln wegführen, zu Gelassenheit, Zufriedenheit, positiver Bilanz.
                    Was hat die Elektraa denn für eine Persönlichkeitsstruktur...???

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                    • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                      Alex, wieso sagst du "seufz..""

                      Seufz ist zugleich hängende Schultern, seufz ist zugleich Mundwinkel nach unten, seufz ist zugleich betreten herumschlurfen, seufz ist Verdrießlichkeit und das ist ein Stein, den man gerade herumträgt- obwohl es ohne diesen Stein weit besser wär.
                      Seufz macht schwach, seufz macht dich schwer, seufz hat Tonnen an Gewicht.

                      Schleppe dieses Seufz nicht mit dir rum. Legs ab.

                      Seufze nicht. Schau nicht trüb, mach die Mundwinkel nicht nach unten, sei Alex, der nicht seufzt. Dann bist du sofort raus aus der Zone, wo man müde ist, trübe ist, nichts weiß, bloß seufz..

                      Ich nehme an, das ist einem gar nicht bewusst, dass das der Grund ist, warum es einem schlecht geht- weil man sich beschwert, Schweres sagt, Schweres denkt, Schweres überlegt, obwohl man ja nicht müsste.

                      Schultern zurück, Kopf gerade, Wirbelsäule aufrecht, Mundwinkel straff ziehen, Arschmuskel anspannen, Füsse fest auf den Boden, Bauch einziehen- weg mit Schnief und Seufzdenke. Leicht denken, nicht schwer. Ich kanns, es geht, ich machs- gern sogar! Sinnvoll leben ist GERNE leben!

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                      • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                        Mit Curie habe ich mich noch nicht beschäftigt. Aber ich glaube auch, daß Hawking nicht besessen war. Wenigstens er hatte wirklich eine tiefe Faszination für das Universum und die kosmologischen Prozesse und konnte sich da hineinvertiefen. Gerade aufgrund seiner Krankheit und körperlichen Beschränkungen war das ein Segen für ihn, daß er dieses Betätigungsfeld hatte. Und daneben hatte er trotzdem noch Frau und Kinder und ist zuletzt Großvater geworden. Nach meinem Verständnis stand er definitiv mehr im Leben als viele "Gesunde" und auf jeden Fall mehr, als man es von jemandem wie ihm grundsätzlich erwarten würde.

                        Ich find, unser Platz, wo wir gerade eingesetzt sind ist Sinn.
                        Den Gedanken finde ich grundsätzlich schön und richtig.
                        Allerdings fällt es mir echt schwer, einen Sinn insbesondere im Beruflichen bei mir zu erkennen, wenn vieles von dem, was ich tue, teils nur mit Mühe umzusetzen ist, wenn es nicht gleich eh komplett für die Tonne ist, oder drum herum immer so viele Köche den Brei verderben, daß ich mich manchmal frage, was ich in der Runde eigentlich noch zu suchen habe - ich bin da nur ein weiterer Koch, und noch dazu häufig nicht der fachlich kompetenteste - falls ich überhaupt etwas konstruktives dazu beizutragen habe. Ich werde vielfach auch dazu gedrängt, Entscheidungen mitzutragen oder abzunicken, die ich in Wahrheit komplett anders sehe, bei denen ich aber aufgrund der Faktenlage eh keine andere Wahl habe.

                        Erst letzte Woche noch hatten wir ein Thema im Rahmen unseres langjährigen Dauerprojektes... Dieses Thema hat mein Chef vor rund drei Monaten wieder aufgeworfen, und ich hab damals schon angemerkt, daß ich mich daran bereits vor drei vier Jahren umsonst versucht hatte und es letztlich abgeschmettert wurde. Ich hab zum Kollegen gegenüber, der mit involviert war und noch deutlich jünger und enthusiastischer ist, damals schon gesagt, daß es ausgehen wird wie das Hornberger Schießen...
                        Und so kam es auch: Aus dem ganz großen Wurf, den mein Chef angedacht hat und dieses Mal endlich durchboxen wollte, wurde schon in der ersten Runde mit anderen Fachkollegen und Chef-Chef der erste Aspekt wieder gestrichen - nämlich als es darum ging, daß das auch mit allen Kunden besprochen werden müßte. Nee - wollte man nicht - würde zuviel Verunsicherung stiften.
                        Also gingen wir ne Nummer kleiner dran - nur um von der IT, die es dann hätte umsetzen müssen, gesagt zu bekommen, daß es so in der Form zum jetzigen Zeitpunkt zu aufwändig sei. Ergo wurde der nächste Punkt gestrichen und wir waren bei einer Minimalanforderung angelangt.
                        Zu diesem Zeitpunkt hatte der junge Kollege gegenüber bereits stundenlang über zwei Dutzend PowerPoint-Folien mit der kompletten Systematik entworfen... von denen nun gerade mal noch drei übrig geblieben waren.
                        Und selbst diese drei wurden dann letzte Woche Freitag und diese Woche Montag endgültig gestrichen, weil auch dafür während der nächsten fünf Monate bis zur Inbetriebnahme des Projektes keine Zeit und keine Ressourcen mehr zur Verfügung stehen.
                        Am Ende reduziert sich der Neuanlauf meines Chefs auf die Behebung zweier Bugs im neuen Programm bezüglich der jetzigen, bereits seit 30 Jahren bestehenden Systematik...

                        Drei Monate für die Tonne. Vier Besprechungen à 1-2 Stunden mit 4-8 Teilnehmern für die Tonne. Stundenlange Vorbereitungsarbeiten des Kollegen für die Darstellung des neuen Konzepts für die Tonne.

                        Die Unterlagen landen nun in einer Schublade und sollen "nach der Inbetriebnahme dann" genutzt werden, um "dann endlich" das ganze System zu ändern...

                        Wer's glaubt...

                        ... das nächste große IT-Projekt steht bereits in den Startlöchern und wurde lediglich deshalb noch nicht gestartet, weil das aktuelle sich verzögert. Ganz zu schweigen davon, daß das aktuelle Projekt bereits massiv zusammengestrichen wurde und weiterhin wird, um überhaupt irgendwann fertigzuwerden. So, wie es schon mit zwei anderen größeren Softwareprojekten seit 2000 geschehen ist. Es gibt bereits massig Pläne und Restarbeiten, die erst nach der Inbetriebnahme in Angriff genommen werden können - und von denen 100% mehr als die Hälfte am Ende auch wieder unerledigt bleiben wird - wie gleichfalls schon bei den beiden anderen Programmen seit 2000...

                        Die Unterlagen über dieses Einzelthema werden also alle paar Jahre wieder von jemandem "Naiven" mit etwas mehr Ehrgeiz und Enthusiasmus hervorgezogen, wie von mir vor vier Jahren und meinem Chef jetzt, und sie werden immer wieder in den Schubladen verschwinden, weil die jetzige Systematik trotz ihrer offensichtlichen, großen Mängel grundsätzlich funktioniert und niemand jemals Zeit, Geld und (zusätzliches) Personal dafür zur Verfügung stellen wird.


                        Obwohl ich Dir, liebe Elektraa, in Deinem Argument oben grundsätzlich zustimme und es gern genauso sehen möchte :

                        Aber darin soll jetzt mein Lebenssinn bestehen?
                        Bis zu acht Stunden am Tag = mehr als 1.750 Stunden im Jahr immer wieder mit solchen Themen konfrontiert zu werden, die sich nicht ändern lassen - an denen ich aber (mit)arbeiten und "gute Miene zum bösen Spiel machen" muß, weil's eben "mein Job" ist? Das soll wirklich mein Job sein? Dafür bin ich zur Schule gegangen, hab studiert, gelernt und gebüffelt - um regelmäßig für die Tonne zu arbeiten?


                        Ich weiß - diese Sichtweise ist sicherlich irgendwo wenig konstruktiv und eher hinderlich.

                        Trotzdem fällt es mir da schwer, nicht zu seufzen...


                        Ich hatte das in meinen anderen Threads ja schon ein paar Mal geschrieben, wenn es ansatzweise auf das Thema "Sinn" und "Lebenssinn" kam:
                        Selbst das Umräumen der Geschirrspül- oder Waschmaschine, das Aufräumen Zuhause oder das Einkaufen-gehen sind da für mich sinnvoller und konstruktiver - da habe ich am Ende wirklich etwas getan, was mir, meiner Familie und ggfs. auch anderen dient.

                        Oder eben das Schreiben hier im Forum, der Versuch anderen zu helfen - sowohl ganz allgemein zu helfen und zu unterstützen, als auch speziell andere von Depris und Ängsten Betroffenen - das ist für mich sinnvoll. Da habe ich anschließend das Gefühl, etwas sinnvolles getan zu haben, insbesondere und erst recht, wenn dann auch noch positives Feedback kommt. Dazu zählen auch die drei System-Schulungen, die ich vor anderthalb Monaten für einen größeren Mitarbeiterkreis in der Firma durchgeführt habe: Anderen Menschen Dinge beibringen und erklären, die ihnen helfen, irgendeinen Aspekt ihres Lebens, ihres Alltags oder eben auch ihres Jobs besser begreifen, handhaben und/oder erledigen zu können.

                        Und ansonsten natürlich wirklich Sohn und Frau/Frau und Sohn, Familie, Freunde - alles außer Frage natürlich

                        Aber blöderweise verbringe ich eben mehr als die Hälfte meiner Wachzeit von Montag bis Freitag mit eher drögen, langweiligen und wie oben beschrieben noch dazu auch noch größtenteils unsinnigen und unproduktiven Tätigkeiten. Und eben nicht mit dem, was mir Sinn und Leichtigkeit bescheren würde.
                        (Was übrigens nicht heißen soll, daß ich mich nach Feierabend Zuhause auf den Haushalt stürzen würde - so ist das schon auch nicht gemeint Vor allem in den letzten Wochen bin ich abends häufig einfach nur total platt und müde, daß ich meistens zwischen acht und neun im Bett liege.)

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                        • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                          Und damit sind wir wieder am Anfang, du hast den falschen Job, aber dagegen etwas zu tun endet genauso wie bei deinem Chefchen, schafft zu viel Verunsicherung, wahrscheinlich bei ihm mehr als beim Kunden.
                          Oder?

                          Im Grunde kann man sich da nur in der Freizeit Aufgaben suchen die wirklich Sinn machen und ie Arbeitszeit als Ruhephase mitnehmen, was aber auch wieder nicht geht durch die festen Familienstrukturen.

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                          • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                            Alex- das ist keine erfundene Geschichte- ich habe von einem Herrn gehört, der seit Jahren in der Nervenklinik lebt und sich einbildet, er ist Firmenchef und betreibt ein Unternehmen. ER lebt diese Vorstellung aus, als wär sie echt und deinem Chef geht es nicht anders. hihihiihilolhahaha...das ist echt nicht anders!!

                            Weißt du was? Es ist egal, tooooooooooootal egal, mit was du deine Zeit verbringst, es ist wirklich absolut wurscht, ob du nun Kugeln auffädelst auf einen ewig langen Faden, oder dich in einem Büro als Chef betätigst- oder Zettel befüllst und sie anschließend in die Mülltonne legst- es ist echt alles bloß Zeitvertreib- nichts anderes.
                            Es gibt nichts, das wichtig ist- oder alles ist gleich wichtig.

                            Wir müssen siebzig, achzig Jahre oder länger beschäftigt sein- mit was, das ist nicht relevant- wir werden geboren und dann sterben wir und dazwischen machen wir irgendwas- jeder, wie er meint und glaubt.

                            Du könntest dich amüsieren, es wäre möglich. Du könntest einen mords Spaß haben. Du nimmst monatliches Einkommen in Empfang und was dazwischen passiert, das soll dir ein Vergnügen sein.
                            Studiere alle Insassen dort- mach eine private Leute-Erforschung-Station aus diesem Job, mach deine Aufgaben perfekt, liebe diese Tätigkeit und wirf sie anschließend gern weg- auf zu einem neuen leeren Blatt Papier- selbst wenn du das hundert Jahre machen müsstest, auch gut. Alles ist gut. Alles ist gleich gut wie das andere. Ist so, ob du mir glaubst oder nicht.

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                            • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                              Hallo Alex,

                              du hörst ja gerne Podcast´s, der folgende ist wahrscheinlich nicht für jeden etwas.
                              Aber vielleicht kannst du ja was damit anfangen, zumindest phasenweise.
                              Zwar geht es um vieles was dir schon klar ist, aber ein paar interessante Aspekte und Ansetze sind vielleicht dennoch dabei.
                              Der Anfang ist etwas holprig, aber das Thema Salutogenese (wusste gar nicht dass es diese Bezeichnung gibt) ist recht spannend und vielleicht ein kleiner Mosaikstein auf der Suche nach dem heiligen Grund und dass das Sinngebende nicht unbedingt was großes sein muss.


                              http://psychcast.de/pc076-salutogene...n/#t=29:48.132

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                              • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                                "aber das Thema Salutogenese (wusste gar nicht dass es diese Bezeichnung gibt) ist recht spannend"

                                Schön, Tired, dass Sie das Thema Salutogene ansprechen.
                                Es hilft nämlich, von dem üblichen Pathogenesebegriff wegzukommen und sich mehr nach vorn auf den Gesundungsprozess zu orientieren.

                                Ich erinnere mich an heftige Diskussionen in Fachkreisen etwa in den 80ern über das biotechnische Krankheitsmodell. Mit dem Salutogenese-Thema wurde es dann plötzlich ganz still.

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                                • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                                  Alex ist demnach, laut Salutogenese einer, der sich mal gesund wähnt, mal krank. Wenns um die Arbeit geht, dann fühlt er sich krank. Beim Sohnemann recht fit und gesünder- wo und wann, lieber Alex fühlst du dich total gesund?

                                  Es wäre möglich, dich auch bei der Arbeit in den grünen Bereich zu bringen. Nimm diese Betätigung als sportliches Ereignis wahr zum Beispiel. Die Anreise alleine schon lässt sich gestalten als Highlight des Tages, man kann aus allem ein privates, persönliches Gewinnspiel machen. Egal, womit du dich abgibst und beschäftigst- alles kann eine glücksbringende Herausforderung sein für dich selbst. Lerne dich zu amüsieren über alles...zum Beispiel.. spiele spiele spiele, statt grantig und ernst malochen. Rede dir nicht ein, dass es "Arbeit" ist. Es ist Denken, lernen, gelenkig bleiben, es ist Aufbauen, Abbauen, Ziele setzen und bewältigen lernen- was auch immer gerade vor dir steht, ran an die Maus!
                                  Normalerweise müsstest du voller irrsinnigem Stolz heimreisen wieder und herzhaft happy sein darüber, wer du bist, wie du bist, was du alles kannst und schaffst und bereits geschafft hast! So ein Tag setzt sich zusammen aus unendlich vielen vergnüglichen Anforderungen an dich.
                                  Ich will dir einfach nur erzählen, dass BEIDES machbar ist, sich abmühen, oder mit Genuß tun, was man alles so zu tun bekommt.
                                  Bloß nicht lachen..ggg...es ist alles, sehr, sehr ernst und extrem schwer..gggg.
                                  Durchschaus halt. Nichts ist wert, die Mundwinkel runter zu lassen.

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                                  • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                                    Hallo zusammen,

                                    zunächst mal danke für eure Antworten

                                    Elektraa
                                    Weißt du was? Es ist egal, tooooooooooootal egal, mit was du deine Zeit verbringst, es ist wirklich absolut wurscht, ob du nun Kugeln auffädelst auf einen ewig langen Faden, oder dich in einem Büro als Chef betätigst- oder Zettel befüllst und sie anschließend in die Mülltonne legst- es ist echt alles bloß Zeitvertreib- nichts anderes.
                                    Es gibt nichts, das wichtig ist- oder alles ist gleich wichtig.

                                    Wir müssen siebzig, achzig Jahre oder länger beschäftigt sein- mit was, das ist nicht relevant- wir werden geboren und dann sterben wir und dazwischen machen wir irgendwas- jeder, wie er meint und glaubt.
                                    Ja, ich verstehe, was Du meinst.
                                    Noch vor zehn Jahren oder so hätte mir eine solche Lebensphilosophie wahrscheinlich nicht viel ausgemacht, weil ich noch ausgeglichener war, mehr Spaß an meinen Hobbies hatte und die alltäglichen, sich wiederholenden Routinen noch nicht so in meinen bewußten Fokus gerückt waren.

                                    Aber ich kann mich noch gut daran erinnern - das war irgendwann Mitte 2013 vor dem ersten akuten Zusammenbruch -, daß ich am Beispiel von Rollenspielen am PC zu meiner Frau meinte, das würde mir nicht mehr so die Erfüllung bringen wie früher: Ich hätte schon so viele Quests erledigt, so vielen (imaginären) Menschen, Elfen und Wesen geholfen, so viele Zwerge und Halb-Elfen gespielt, Orks und Drachen bekämpft, etc. Kann sein, daß ich das vor Jahren schonmal erzählt hab, weiß ich nicht mehr.
                                    Rückblickend wird mir heute klar, daß das ein erstes Anzeichen für meine Lebens-Müdigkeit war. Damals nur noch sehr unbewußt.

                                    Aber so zieht es sich eben mittlerweile durch sehr vieles durch: Bücher, speziell Romane, erzählen eigentlich alle das gleiche; Filme und Serien auch, abgesehen davon, daß sie immer plastischer und teils beklemmender (für mich) werden; PC-Spiele spiele ich zwar weiterhin, aber alle 1-2 Wochen brauche ich auch da ne Abwechslung, weil's eintönig wird und mir temporär der Sinn für's Weiterspielen abgeht; und im Job ist es eben auch an allen Stellen jeden Tag die gleiche Leier, dazumal hier noch vielfach wirklich für die Tonne und unsinnig.

                                    Weißt Du - es ist echt sehr zweispältig:
                                    Einerseits liebe ich mein Leben wirklich, und natürlich erlebe ich auch jeden Tag hier und da Kleinigkeiten, die ich noch nicht kenne, und auch schöne Momente und Phasen, in denen ich lächeln und lachen kann und gute Laune habe. Und ich gebe mir auch große Mühe, diese bewußt wahrzunehmen und auch laut mir gegenüber zu betonen. Als bewußten Kontrapunkt zu den Momenten, in denen ich eben deprimierter und negativer drauf bin.


                                    Ich gestehe aber auch, daß ich zur Zeit wieder etwas mutloser bin:
                                    Ich war jetzt nochmal vier Tage krankgeschrieben und hatte die Hoffnung, in diesen Tagen Zuhause wieder etwas mehr Energie und Freude zurückzugewinnen. Aber ironischerweise war stimmungsmäßig sehr sehr gemischt, irgendwas zwischen ok und gut, und zwischendurch immer wieder leichte Angst und Sinnkrise.

                                    Ich fühle mich mal wieder so mut- und machtlos gegen diese Stimmungskrisen...


                                    Ich hab immer noch kein wirklich tragendes Fundament für mich gefunden, welches mich stabil(er) durch die nächsten 30 bis 40 Jahre führt. Keinen dauerhaften Sinn, keine Sichtweise, keine Lebensphilosophie. Es muß sicher nichts großes sein - ich muß und will mich da sicher nicht zwangsläufig in irgendwelchen hoch-wissenschaftlichen oder ähnlichen Fachgebieten austoben und wer-weiß-was für Entdeckungen machen

                                    Aber einfach ein zuverlässig tragendes, mutmachendes Konzept. Das würde wahrscheinlich schon reichen.

                                    Alex ist demnach, laut Salutogenese einer, der sich mal gesund wähnt, mal krank. Wenns um die Arbeit geht, dann fühlt er sich krank. Beim Sohnemann recht fit und gesünder- wo und wann, lieber Alex fühlst du dich total gesund?
                                    Ich muß mich mit der Salutogenese noch genauer befassen, in jedem Fall schonmal danke Tired und dr.riecke

                                    "Krank" bemühe ich mich ganz bewußt mich nicht zu sehen. Ich bin mir nach wie vor nicht sicher, ob ich wirklich krank bin. Obgleich das Wortklauberei sein mag...
                                    Aber Fakt ist, ja, daß ich ziemliche extreme Stimmunsschwankungen und Ausschläge inbesondere in den negativen Bereich habe.
                                    Wenn ich mit meinem Sohn zusammen bin, so wie die letzten drei Nachmittage, als ich eben krankgeschrieben war und ihn nach der Schule abgeholt habe, dann fühle ich mich in der Tat fitter und "gesünder", etwas unternehmungslustiger und auch leichter für Spaß und richtigen Quatsch zu haben
                                    "Total gesund", um bei Deiner Wortwahl zu bleiben, Elektraa, fühle ich mich nur sehr sehr selten, und leider ist es mir noch nicht gelungen, da ein eindeutiges Muster herauszufinden. Ich hab mich bei der gleichen Sache schon super gefühlt und ein paar Tage oder Wochen später grad mal noch ok... Ich bin schon mit Angstgrummeln in der Magengrube cachen gegangen, und es ließ kaum nach (obwohl ich mich ingesamt schon etwas besser gefühlt habe), und an anderen Tagen bin ich hoch motiviert zwei drei Stunden lang losgezogen.

                                    Das einzige, wenn ich so drüber nachdenke beim Schreiben, bei dem ich es fast immer ziemlich zuverlässig schaffe, abzuschalten und mich einzulassen, ist Lego-bauen mit Sohnemann. Das weckt Erinnerungen an meine eigene Kindheit, als ich stundenlang in meine Steine und Anleitungen vertieft bauen und bauen und bauen konnte...
                                    Was sicherlich schonmal eine gute Sache ist

                                    Aber alles andere funktioniert mal, für zehn Minuten, ne Stunde oder auch zwei oder wenn ich viel Glück habe, auch nen ganzen Tag; mal funktioniert es nicht.

                                    Ja, laut meinen Stimmungsaufzeichnungen ist 2018 definitiv erkennbar ein besseres Jahr als 2017. Aber ich hab irgendwie auch das Gefühl, es stagniert jetzt auf dem Level: Solange keine Katastrophen passieren (wie letztes Jahr die Fehlgeburt), komme ich halbwegs klar; ist irgendwas, zieht's mir sehr oft den Boden unter den Füßen weg.

                                    Ich krieg diesen Mist einfach nicht komplett abgeschüttelt.

                                    Die Anreise alleine schon lässt sich gestalten als Highlight des Tages, man kann aus allem ein privates, persönliches Gewinnspiel machen.
                                    ....
                                    Ich will dir einfach nur erzählen, dass BEIDES machbar ist, sich abmühen, oder mit Genuß tun, was man alles so zu tun bekommt.
                                    Schon richtig.
                                    Und glaub mal: Trotz meiner Stimmungsschwankungen lache ich nach wie vor gern und vergleichsweise viel und häufig. Bilde ich mir zumindest ein. Ich kann mich auf jeden Fall noch dran erinnern, wann ich zuletzt gelacht habe - vor ner Stunde mit zwei Kollegen nämlich. Und ich gebe mir auch ansonsten viel Mühe, die Mundwinkel nicht hängenzulassen

                                    Aber Hand auf's Herz: Gelingt Dir das immer so einfach...??

                                    Ich bin trotz aller Emotionalität, die ich mittlerweile in mir drin spüre und auch zu akzeptieren bereit bin, auch hochgradig rational: Wenn's was lustiges und was zu lachen gibt, wird gelacht. Und ich liebe auch Blödsinn
                                    Aber diese Sichtweise gelingt mir leider nicht überall...


                                    Tired
                                    Danke für den Link auf den Podcast. Ich werde ihn mir auf jeden Fall die nächsten Tage mal anhören, vielleicht schaffe ich es heute schon


                                    Keine Ahnung, warum und wo ich mir da immer wieder selbst im Weg stehe....

                                    Das Fieseste daran ist auf jeden Fall, daß es mir immer wieder an die Zuversicht und den Mut geht. Mit mehr Mut und Zuversicht ließe es sich sicher leichter aushalten.

                                    Wobei ich gleichzeitig stolz auf mich bin, den Kopf trotzdem irgendwie über Wasser zu halten, außer Frage. Würde nur langsam echt gern mal wieder in ruhigere Gewässer kommen und Land sehen

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                                    • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                                      Rückblickend wird mir heute klar, daß das ein erstes Anzeichen für meine Lebens-Müdigkeit war. Damals nur noch sehr unbewußt.
                                      Mich erinnert das auch an mich, plötzlich macht das was man immer machte keinen Spaß mehr, wird öde.

                                      Denkst du nicht dass das Öde werden daran liegt, dass es auch im Bezug auf Sinn und Erfüllung öde ist?
                                      So Spiele bringen einem eigentlich nichts, die Welt wird dadurch nicht besser, in echt wurde auch keinem geholfen und beim nächsten Mal geht es wieder von vorne los ohne dass sich jemals was an dem Spiel verändert?
                                      Und wie ist es im Job?
                                      Erst macht er Spaß, dann wiederholt sich alles und die Arbeit die du gestern erledigt hattest liegt am nächsten Tag in etwas anderer Form wieder auf dem Schreibtisch, immer dasselbe.

                                      Ich glaube nicht dass es eine Lebensmüdigkeit ist, sondern die Berechenbarkeit und das abarbeiten, ohne dass am Ende ein Sinn dabei heraus kommt an dem man sich wirklich nähren kann.
                                      Bist du nicht da dann arbeitet es ein anderer ab, spielst du nicht dann spielt ein anderer, es und außerhalb dieses Minikosmos interessiert es keine Seele.
                                      Es kommt bei sich wiederholenden Tätigkeiten nicht darauf an wer sie ausführt, es gibt nicht einmal ein Ergebnis das irgendjemandem hilft und das ist öde.

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                                      • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                                        Alex, wenn du mich fragst, dann ist dir mal fade, mal nicht. Wenn dir fade ist, dann macht sich Lebensmüdigkeit breit und Sinnlosigkeit.

                                        Das ist doch logisch, wenn man nicht das macht, wofür man "gebaut" ist, dass man sich langweilt.

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                                        • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                                          Elektraa,
                                          schon...
                                          ... aber was ist jetzt die Lösung...?

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                                          • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                                            Für mich gesehen fühlst du dich mal überfordert, mal unterfordert, mal "gut" bedient, mal schlecht bedient, mal ausreichend beglückt, mal so gar nicht.

                                            Mir gehts zufällig gleich

                                            Ich weiß, dass mir das keiner abnehmen kann, das Suchen nach "DER" Beschäftigung, die mal so richtig gut tut. Das muss ich für mich selbst herausfinden und helfen tut mir dabei mein "Geist", meine Intuition, meine innere "Gottheit", die meiner Meinung nach jedem innewohnt und jedem hilft, wenn er sich dafür bereit erklärt. Das tun wir aber nicht..wir lassen uns nicht "helfen" zu wachsen, ( das anzugehen, was förderlicher wäre) weil wir ängstlich sind, Vorurteile haben, weil wir regelmässig müde sind und ganz, ganz schwach immer wieder.

                                            "Folge deinen Träumen" sagt sich so leicht. Man will Autofahren, aber vorher muss man den Führerschein schaffen. Man will in die Karibik, aber vorher muss das Geld dafür herangeschafft werden, man will tollen Sex, aber vorher muss man sich den "erarbeiten". Das zermürbt, diese Erwartung in sich spüren, und zugleich die Hürden, die davor liegen, sehen.

                                            Wir könnten so viel, aber es geht nicht...das macht trostlos und traurig. Stimmts?

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                                            • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                                              Nachdem du, lieber Alex nicht schaffen kannst, der Firma den Stinkefinger zu zeigen ( weil dir der Mut, die Kraft, die Gelegenheit fehlt, einen Neubeginn zu starten) sinkst du regelmässig zusammen und gehst du regelmässig wütend und frustriert vorm Bildschirm und versuchst dort zu vergessen, welch "Versager" du doch bist... Du hast dir so viel versprochen von dir, aber so wenig davon geht in Erfüllung.... so ungefähr geht es auch mir.
                                              Zugleich sehe ich, he, eigentlich bin ich erfolgreich- weeeeeiiiiiiil- diese Karrierepläne, die mich antreiben und angetrieben haben stets, NICHT in Erfüllung gegangen sind! Ich hätte weit weniger Zeit, weit weniger anderes, würde alles gelungen sein, was ich könnte, wenn ich wollte.
                                              Mir hat meine höhere Intelligenz "verschrieben", du machst dich klein, nicht groß und lerne das endlich zu schätzen. In dieser Kleinheit hast du zwar nicht Beifall, Anerkennung, Lob und Berühmtheit ( nach der man ja strebt ständig)- du hast dafür Gelegenheit Blumen zuzusehen beim Wachsen.
                                              Ich sehe das jetzt so nach und nach ein, dass man besonders viele Vorteile hat, wenn man eher fade lebt, als überrandvoll Faszinationen ausgesetzt und Betätigungen, bei denen alles abverlangt ist, was wir in uns hätten.
                                              Du hast so viel in dir, das sich ausleben möchte.
                                              Das ist menschlich, dass wir immer höher wollen, immer weiter, immer breiter werden wollen. Immer wieder erleben wir, das kann ich bereits, das ödet schon, mir wär nach Neuem, nach einer Herausforderung, nach Mehr.
                                              Einerseits kasteien wir uns, weil wir nicht können, wie wir könnten- ( klingt paradox, aber so ist es nun mal) andererseits....es ist gut so, ehrlich gesagt, dass wir nicht alles machen, was wir könnten.
                                              Das ist kein Leben, um erfolgreich zu sein, es ist ein Leben, um zu schnuppern, zu grasen, zu schreiten und nicht zu laufen. Lerne das halt schätzen- dein angeblich ödes Dasein. Freue dich darüber, dass du eher unterfordert bist, als überlastet.
                                              Für dich muss das gleiche gelten wie für mich: ich bin so stark, aber weil ich auch schwach bin, muss ich mich fügen. Der Schwache bin ich nämlich auch. Der ist Teil von mir und der muss mithalten können, dürfen, sollen.

                                              Ich liebe es, auf mich selbst Rücksicht zu nehmen können schön langsam und selbstverständlich mal auch genießen: nur ein-zweimal am Tag zu schmunzeln, als ständig hellauf zu lachen- oder in aller Stille die Tastatur hier im Forum zu bedienen, als dort draussen, wo die Kassa klingeln könnte, wenn ich das wo anders machen würde. Mag ich nicht. Ist mir zu steil. Lieber hier bleiben im kleinen, aber netten Kreise von ein paar wirklich netten Leuten...

                                              Bist du sicher, dass du schlecht hast, lieber Alex? Ich habe dich schrecklich gern, so wie du bist.

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                                              • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                                                Elektraa,
                                                schon...
                                                ... aber was ist jetzt die Lösung...?
                                                Die Lösung ist wie immer: wenn man nicht ändern kann, was ist, dann muss man akzeptieren lernen, was ist und vor allem sehen lernen, das ist auch wertvoll, was ist.

                                                Dr. Riecke hat anempfohlen bedürftigen Menschen zu helfen, eine soziale Tätigkeit auszuüben. Das hat nämlich in sich, dass man merkt, mir geht es eigentlich besser als vielen. Dieses Feeling kann beitragen, zufriedener zu werden über seine eigene Situation, wenn man sich mal vor Augen geführt hat, wie wenig nett es andere haben.

                                                Für mich hast du eigentlich einfach noch nicht den Blick dafür, wie reich du bist und wie extrem schön du es hast.

                                                So, ich geh mal den Dachboden weiter entrümpeln- oder besser gesagt, stundenlang meine Schätze da oben raus aus den Schachteln, dann wieder rein in die Schachteln und wieder wissen: boah, hab nicht gewusst, dass ich das auch noch habe, habs fast vergessen....
                                                Ich fühle mich wie Dagobert Duck, der von Zeit zu Zeit ein Bad nimmt in seinem Vermögen- für andere Müll, für mich lebenslange Spiel-Zeit.
                                                Ich kann, aber ich muss das nicht spielen, was ich alles vor hab und hatte. Aber falls ich wirklich möchte, ich habe alles bereit liegen dafür. Du ebenso.
                                                Jetzt schmunzle halt mal über das tolle NICHTS- das du hast. Es könnte befüllt werden, aber dann kannst du hier nicht mehr schreiben. Das wär soooooooo schade!

                                                Bussi, deine Elektraa
                                                Fan seiner Hoheit Herr Alex Schreibgern. DAS ist doch sicher beglückend, dich hinzusetzen und dich ausgiebig schreiben zu lassen, ist das etwa nichts? Das ist Fülle pur!

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                                                • Re: Zuversicht, das Warum und der "heilige" Grund

                                                  Ich danke Dir für Deine lieben Worte
                                                  Es tut gut zu wissen und durch Deinen Text wirklich zu erfahren, daß ich nicht allein bin mit diesem "Problem".


                                                  Du hast dir so viel versprochen von dir, aber so wenig davon geht in Erfüllung....
                                                  Bist du sicher, dass du schlecht hast, lieber Alex?
                                                  Ganz klar:
                                                  Ich hab's nicht schlecht, absolut nicht.

                                                  Ich HABE ein schönes Leben, und ich HABE ein gutes Leben.
                                                  Und ich BIN ein guter und liebenswerter Mensch, der insbesondere versucht, für seinen Sohn ein guter und liebenswerter Papa zu sein. Und ich LERNE und WILL das auch lernen, ein guter und liebenswerter Mensch und Freund für mich selbst zu sein.


                                                  Aber ja: Spätestens seit den Worten meines Therapeuten vor zwei Jahren, der zu mir sagte, er glaubte, ich würde mich hassen, und einer sehr guten Freundin, die ihrerseits meinte, ich würde mich nicht mögen, gehen mir diese Worte nicht so recht aus dem Kopf. Von außen sieht man häufig klarer, heißt es - was also haben diese beiden Menschen über mich gesehen und erkannt, was ich nicht erkenne.

                                                  Was nicht heißen soll, daß ich jeden Wesenszug von mir ausgesprochen lieben würde Aber mir ist beim besten Willen nicht bewußt, daß ich mich jetzt für irgendetwas ausgesprochen HASSEN würde. Auch zwischen Liebe und Haß gibt es einen großen Graubereich bzw. ein buntes Farbspektrum, und nur, weil ich nicht alles an mir LIEBE, heißt das nicht, daß ich mich diesbezüglich gleich HASSEN müßte.

                                                  Welches innere Geheimnis verbirgt sich da also noch vor mir?


                                                  Was Wünsche und Versprechungen angeht, hatte ich eigentlich nie irgendwelche hochtrabenden Erwartungen an mich selbst. Geschweige denn Karrierepläne. Ganz im Gegenteil war mir schon recht früh bewußt, daß ich nicht "unendlich" hoch hinaus wollte - dieses permanente Höher-Schneller-Weiter-Noch-Besser war mir schon sehr bald zuwider und unbegreiflich. Ich wollte "genug" haben um zufrieden zu sein, und ich glaube, diesen Level hatte ich mit Anfang 30 bereits erreicht. Mehr - nach oben - wäre vielleicht gegangen, aber ich wollte nicht mehr.

                                                  Das andere, was Du schreibst, trifft es vielleicht eher:
                                                  Ich wollte/will eigentlich etwas ganz ganz anderes machen, etwas, wofür mein Herz eher schlägt. Wo ich aber mittlerweile nicht mehr dran komme, weil ich von der Startposition schon zu weit entfernt bin. Das fühlt sich - so wie ich gerade schreibe - ein bißchen so an, als würde ich kurz vor der Landung auf dem Mars feststellen, daß ich eigentlich zur Venus wollte... Blöderweise ging "Venus" damals nicht, und jetzt den Kurs zu ändern, ginge zwar vielleicht, wäre aber mit enormen Risiken verbunden; von meinen persönlichen "Treibstoffreserven" gar nicht zu reden


                                                  Mir hat meine höhere Intelligenz "verschrieben", du machst dich klein, nicht groß und lerne das endlich zu schätzen. In dieser Kleinheit hast du zwar nicht Beifall, Anerkennung, Lob und Berühmtheit ( nach der man ja strebt ständig)- du hast dafür Gelegenheit Blumen zuzusehen beim Wachsen.
                                                  Ich sehe das jetzt so nach und nach ein, dass man besonders viele Vorteile hat, wenn man eher fade lebt, als überrandvoll Faszinationen ausgesetzt und Betätigungen, bei denen alles abverlangt ist, was wir in uns hätten.
                                                  Ja, ich kann den Gedanken nachvollziehen und finde die Sichtwiese gut

                                                  Ich vermute nur auch, daß im heutigen gesellschaftlichen Umfeld und unserem bisherigen Lebensweg da auch zu viele eingeschlichene, neuronale Netze eine wesentliche Rolle spielen: Unser Gehirn hat sich im Verlauf von einigen Jahren und erst recht Jahrzehnten einfach auch daran gewöhnt, immer wieder diese Dopamin- und Endorphin-Kicks in Form von Neuem zu erhalten.
                                                  Ich bin somit gewissermaßen irgendwo wahrscheinlich auch ein wenig "dopamin- und endorphin-süchtig", und wie das bei solchen Trips ist (ohne, daß ich jemals selbst Drogen versucht hätte, aber so in etwa stelle ich mir das vor): Als Süchtiger schwebt man wahrscheinlich permanent an dieser Schwelle, mal ist man knapp drunter und es geht noch was, dann wieder ist man drüber und das System fährt sich zeitweise runter. Dann geht's wieder von vorne los.

                                                  Aber ganz egal, wie man es dreht und wendet: Es ist auf jeden Fall ein super-komplexes, mehrdimensionales Problem, und wäre ich nicht unmittelbar unbetroffen, könnte es faszinierend sein...

                                                  Ich habe mich heute Morgen noch mit einem Kollegen darüber unterhalten, daß womöglich auch unsere moderne Ernährung insbesondere in Bezug auf die großen Mengen an Kohlenhydraten da evtl. eine größere (negative) Rolle spielen könnten. Und letzten Endes bekommen wir ja auch hier von Kindesbeinen an antrainiert, wie Kohlenhydrate und speziell Zucker / Süßes uns immer wieder Glückshormone ausschütten. Die Süßwarenindustrie ihrerseits wird nicht müde, jedes Jahr wieder neue Kreationen zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, um auch hier einen stetigen Nachschub an Neuem zu gewährleisten...

                                                  Man kann's also wahrscheinlich von jeder Warte aus aufziehen, wie man möchte: Am langen Ende wird es mir - und anderen Betroffenen auch - deshalb immer wieder öde, weil selbst das Neue zur alltäglichen Gewohnheit geworden und nichts Besonderes mehr ist. Egal, ob wir jetzt vom Beruf, von Hobbies, von Büchern, Spielen oder der Ernährung sprechen. Unser Gehirn hat schlichtweg gelernt, auch Neues kurz für den Kick wahrzunehmen, und dann flaut es schon wieder ab und wartet auf den nächsten Kick. Man könnte auch vermuten, daß unser Gehirn durch die Reizüberflutung auch an stetig Neuem nicht mehr in der Lage ist, Beständigem in ausreichendem Maße etwas Beruhigendes und Sicheres abzugewinnen.

                                                  Keine Ahnung, ob ich das gerade klar ausgedrückt habe, was ich meine... Ich bin, glaube ich, gerade wieder dabei, mich gedanklich selbst zu umdribbeln


                                                  Wie dem auch immer sei:
                                                  Ich teile Deine Ansicht, daß meine "Größe" wahrscheinlich auch im "Kleinen" und Bescheidenen steckt, in der Ruhe und der Genügsamkeit. Blöderweise sind das Tugenden, die sich insbesondere heutzutage nicht mehr so leicht leben lassen, wie das früher vielleicht mal der Fall gewesen sein mag...

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