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Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

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  • Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

    Ich möchte eine neue Diskussion srarten und bitte auch um Einschätzungen und Erfahrungen von Experten.

    im folgenden geht's um die Frage

    Sind Depersonalisation- Derealisationsgefühle Folgeerscheinungen von Depressionen und Ängsten

    oder umgekehrt

    Entstehen aus Depersonalisation- Derealisationsgefühlen im weiteren Verlauf Ängste und Depressionen.

    Um von vornherein in eine richtige Richtung zu kommen bitte ich auch alle folgende Fragen zu beantworten um sich ein besseres Bild von euch machen zu können. Ich bin selbst Betroffener und bitte um konstruktive Diskussion und bitte weiters um keine Horrorgeschichten, da dies viele Betroffene mehr ängstigt als es ihnen hilft.

    1.Wann haben eure Beschwerden angefangen/mögliche
    Auslöser?
    2. Was habt ihr bisher dagegen unternommen?
    3. Was hat euch am meisten geholfen?
    4. Ihr seid darüber hinweg? Was war/waren die
    entscheidenden, nachhaltigen Lebensveränderungen

    Ich freue mich auf eine anregende Diskussion und vielen hilfreichen Erkentnissen

    ​​​​​​​lg

  • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

    Ja, die gehören durchaus zusammen. Sprich am besten mit einem Therapeuten

    Kommentar


    • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

      Naja Depressionen äußern sich bei jedem anders und somit kann man deine Frage auch nicht eindeutig beantworten. Wie das bei dir ist und wie das eine zum anderen kommt besprichst du am besten mit deinem Therapeuten. Der kennt deinen persönlichen Krankheitsverlauf am besten und kann dir so auch deine Fragen am gezieltesten beantworten.

      Kommentar


      • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

        Lify1972
        Hoods

        Danke für eure Nachrichten. Habt ihr meine Fragen die ich am Ende des Textes gestellt habe übersehen oder möchtet ihr nicht darauf antworten?

        Ich mache fallweise eine Therapie und nehme auch seit 7 Wochen Antidepressiva. Bin schon dabei die Ursachen aufzuarbeiten. Möchte meine Geschichte nicht nochmals von vorne erzählen. Die findet ihr auch im Forum. Von fachlicher Seite bin ich gut betreut.

        Ich versuche hier im Forum Betroffene und vielleicht auch ehemalige Betroffene zu finden die es geschafft haben die Depression zu überwinden bzw. noch in der Depression sind aber denen es bereits besser geht und was Sie selbst alles unternahmen damit es besser wurde.

        Lg




        ​​​​
        ​​​​​​​

        Kommentar



        • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

          Guten Morgen Natureboy

          Wir haben uns ja auch schon in Deinen anderen Threads ausgetauscht.
          Obwohl ich mittlerweile sehr versuche, nicht mehr zuviel zu analysieren (ist das schon Resignation...?!? ), kann ich Deinen Ansatz aufgrund der Hilflosigkeit sehr gut verstehen.
          Ich versuche mal, es möglichst kurz und knapp zu machen:

          1. Wann es angefangen hat:
          Sehr schleichend über wenigstens zwei bis drei Jahre hinweg.
          Zunächst in Form einer anderthalbjährigen Gastritis, im Herbst 2013 intensivierten sich dann Überforderungsgefühle, am 11.11.13 dann der akute "Ausbruch".
          Mögliche Auslöser:
          Streß im Job durch zwei unmögliche Chefs seit 2009; Tod meiner Mutter 2010; Geburt unseres Sohnes nur eine Woche danach; never-ending Projekte im Job von 2011 an; Herzinfarkt meiner letzten Großmutter im Oktober 2013; zunehmende Überforderung durch allen möglichen Groß- und Kleinschei**

          2. Dagegen unternommen mit persönlicher Wirkungsangabe (-- / - / O / + / ++):
          Wo soll ich anfangen... ich versuche, es mal zu clustern, jeweils von ++ bis --:

          Tabletten / Medikamente:
          • Citalopram 20mg (Nov 13 bis Mär 14) (++)
          • Fluoxetin 30-40mg (seit Aug 14) (O bis +)
          • Vitamin D (anfangs Tropfen mit bis zu 4000 IE/Tag; seit zwei drei Jahren nur noch 1000er Vigantoletten) (+)
          • Baldriparan für die Nacht (+)
          • Neurodoron 2-3x tgl. (+)
          • Iberogast gegen Magenbeschwerden (+)
          • Zirkulin Magenpastillen gegen Magenschwerden (+)
          • Pantoprazol gegen Gastritis (+)
          • Rescue Tropfen Bachblüten (O bis +)
          • Passiobalance (O bis +; kurzfristig bringt es was; langfristig nicht)
          • Lasea (O bis +; dito; reicht allein scheinbar nicht)
          • Vitamin B-Präparate (O)
          • Schüssler-Salze (O)
          • Heilerde gegen Magenbeschwerden (- bis O)
          Therapien:
          • "Bibliotherapie": Einlesen und Beschäftigen mit der Materie "Depression" und "Angststörungen" (++)
          • Onmeda-Forum (O bis ++ je nach Tagesform )
          • Ernährungsanpassung gerade auch wegen der Gastritis (+)
          • 1. Verhaltenstherapie (+ wegen einiger Impulse; langfristig O)
          • 2. Verhaltenstherapie (+ bzw. O, dito)
          • Psychiater (- ; abgesehen von der Medikamentenverordnung. Und auch da gibt es mittlerweile Zweitmeinungen, die der Ansicht sind, daß Sertralin evtl. besser bei mir wirken würde als Fluoxetin)
          Sonstiges / Aktivitäten:
          • Trotzdem aktiv sein (morgens aufstehen; u.a. auch arbeiten gehen) (++)
          • Bewußt und gezielt aber auch die "Notbremse" für 1-2 Wochen ziehen, wenn es gar nicht mehr geht (++)
          • Gespräche mit sehr guten Freunden (+ bis ++)
          • Meditation / Achtsamkeit (+ bis ++)
          • Neues Outdoor-Hobby: Caching seit Aug 14 (+ bis ++)
          • 15 Minuten Sonnenstudio im Monat (+)
          • Thai-Massage ein paar Mal im Jahr (+)
          • 1x / Herbst-Winter-Monat Sauna mit nem Freund und meinem Bruder (gleich geht's wieder los ) (+)
          • Stimmungstagebuch (+)
          • Ablenkung durch Neues (kurzfristig jeweis immer ++; langfristig meistens O)
          • Entsäuerungsbad (O)

          Das wäre mal so das, was mir auf die Schnelle eingefallen ist; ich muß jetzt gleich los, saunieren
          Hoffe, Du kannst mit dieser Aufstellung was anfangen

          3. Deine dritte Frage hat sich mit meinen persönlichen Bewertungen eigentlich beantwortet, denke ich.

          4. Nein, bin ich leider nicht... Aber es geht. Gerade die "++"er oben helfen mir immer wieder.


          Ansonsten will ich es mal dabei bewenden lassen.

          LG und einen schönen Dienstag,
          Alex


          PS: Hattest nicht Du selbst mal gesagt, Du wolltest nicht mehr soviel Zeit im Forum verbringen...? Wieso machst Du dann schon wieder zwei neue Threads zu alten Themen auf?
          Halt die Ohren steif

          Kommentar


          • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

            Morgen , danke für die ausführlichen Zeilen und ja das sind die letzten Treads und ich werde mich auch daran halten, was ich mir vorgenommen habe. viel Spaß beim Saunieren und genieße es

            Kommentar


            • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

              alex_77

              Ist es bei dir am Morgen auch am blödesten und gegen Nachmittag und Abend besser bzw. alles normal und hast du was gegen das Morgentief gefunden?

              Kommentar



              • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                Moin,
                ich denk mal auch der Input sollte nicht zu viel sein.
                Du hast ja schon einiges gesammelt, mit dem du sicher etwas anfangen kannst, vielleicht erst mal in Ruhe versuchen damit zu arbeiten, umzusetzen und zu schauen wie es funktioniert.
                Wenn es nicht so gut klappt, neuen Input sammeln.
                Ich denke bei Selbsthilfemaßnahmen muss man auch schauen dass nicht überdosiert wird, die Neuerungen und Reize müssen auch Zeit haben sich zu setzen, verarbeitet und überdacht zu werden.

                Wenn es davon zu viel gibt, dann artet es wieder in Stress aus.
                Schritt für Schritt, nicht alles auf einmal.

                Kommentar


                • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                  Tired

                  Hy komme gerade wieder von einer grandiosen Schneeschuhwanderung zurück. Für mich sind das tolle Naturerlebnisse und irgendwie auch ein Training zu meinem momentanen befinden. Heute gingen wir 900 Höhenmeter und waren bereits wieder nach Mittag im Tal bevor der große Wintersturm kam. Bei solchen Touren habe ich immer zur Sicherheit eine Beruhigungstablette mit für alle fälle wenn mir "die Pferde durchgehen".

                  Beim umziehen vor Ort stellte ich fest, dass ich sie entweder verloren habe oder Zuhause vergessen. Na was soll ich sagen, es ging auch ohne dem "Talisman".

                  Leider schreiben die meisten , die raus sind aus der Depression oder Angsterkrankung nicht mehr in den Foren. Ich sammle für mich so viele Infos wie möglich und versuche dann gewisse Dinge wo ich mir denke es passt für mich umzusetzen.

                  Ich habe mir auch schon einige Erfolgsberichte durchgelesen. Allen ist eines fast gemein. Speziel eine Depression bleibt so lange bestehen, wie es notwendig ist.

                  Ich bin jetzt Anfang 8 Woche mit Citalopram 20mg.
                  Die Depersonalisation/Derealisation wird immer besser und ich bin jeden Tag draussen unterwegs und bewege mich.

                  Schwankungen sind normal und ich versuche auch meine Situation anzunehmen und zu akzeptieren. Gleichzeitig versuche ich aber auch wie gesagt außerhalb der Psychotherapie (die letzte war Mitte Dezember) mir zusätzlich vieles an nützlichen Hilfen und Erfahrungen.

                  Meine Fragen an Mitbetroffene sind mir wichtig und wer will kann mir darauf antworten wie Alex_77. Ich habe aber sicher nicht vor 5-10-20.000 Posts im Internet zu schreibenk, verspreche mit aber durch den Ausstausch mit anderen doch einiges an Erkenntnissen zu gewinnen.

                  Lg

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                  • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                    Das schreiben im Forum hat noch einen Vorteil, ähnlich wie bei einem Tagebuch kannst du ganz gut verfolgen wie sich dein Befinden verändert und eventuell auch warum.

                    Austausch ist immer gut, solange er nicht zu verbissen wird, auf der Suche nach dem Stein der Weisen.:-)

                    Kommentar



                    • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                      alex_77

                      Ist es bei dir am Morgen auch am blödesten und gegen Nachmittag und Abend besser bzw. alles normal und hast du was gegen das Morgentief gefunden?
                      Ja, in der Regel verläuft es bei mir ebenso: Morgens teils echt erstmal Überwindung aufzustehen. Dann ziehe ich mich durch den Vormittag, freue mich auf jede Tasse Kaffee oder Tee, weil ich dabei immer versuche, bewußt zu trinken und dabei zur Ruhe zu kommen. Dann freue ich ich i.d.R. auf's Mittagessen, weil ich weiß, daß es im Verlauf des Nachmittags dann aufwärts geht. Abends meisten relativ symptom- und beschwerdefrei. Nachts beim Gang auf die Toilette manchmal sogar so gut, als sei nie was gewesen

                      Gibt aber auch ein paar Tage im Jahr, ca. einen im Monat vielleicht +/-, da geht's mir mittags recht gut, ich denke, das wird schon noch besser. Und dann kriecht es doch im Laufe des Nachmittags wieder an und ist abends auch recht zäh... Ist aber zum Glück die Ausnahme.

                      Ansonsten bedanke ich mich beim lieben Gott trotzdem dafür, daß es mich nicht so schlimm erwischt hat wie es mich hätte erwischen können... habe wirklich genug Beispiele kennengelernt im Laufe der letzten Jahre, die kommen morgens praktisch gar nicht aus den Federn und vegetieren total apathisch durch den Tag Dagegen kann ich mich echt glücklich schätzen

                      Ein sehr guter Freund hat seit Jahren immer wieder tierisch Probleme mit dem unteren Rücken und aktuell auch noch dem Nacken. Teilweise kommen selbst ne 600er Ibuprofen oder Novalgin nicht dagegen an... Er hat zwar keine Depri deswegen, aber nicht übel Schmerzen immer wieder.
                      Die beste Freundin meiner Frau hat vor einem Jahr ihren Vater verloren, ihre wichtigste Bezugsperson innerhalb der Familie. Zusätzlich seit ein paar Jahren geschieden, keine Kinder, obwohl sie gerne welche hätte. Und seit rund nem Jahr sowas macht sie auch mit üblen psychosomatischen Beschwerden herum (Herzschmerzen, Gastritis), bekommt Psychotherapie, hat vor ein paar Monaten die Schilddrüse entfernt bekommen wegen nicht mehr regulierbarem Hashimoto... und jetzt spielt der Hormonhaushalt etc. natürlich erst recht verrückt...

                      Mir geht's manchmal dreckig, auch heute waren die ersten 50% des Tages eher zum Abhaken.
                      Trotzdem möchte ich mit keinem von beiden tauschen...
                      Es heißt zwar allgemein, es gäbe kein relatives Elend. Aber mir helfen solche Relationen dann doch immer wieder, daß es mir wesentlich schlimmer gehen könnte.

                      LG,
                      Alex

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                      • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                        alex_77

                        Ich möchte auch mit keinem tauschen. Ich kann mich erinnern, dass ich vor 16 Jahren mal auch so einen depressive Phase hatte die Ende August begonnen hatte und mit beginnendem Frühling des darauffolgendem Jahres einfach verschwand. Dazumal hatte ich keine Therapie und auch keine Antidepressiva eingenommen und es ging auch - was soll man davon halten

                        Ich habe gelesen, dass der Großteil der Depressionen von alleine verschwindet ob mit oder ohne Medikamente. Sie bleibt solange wie sie halt will und das Depressionen bei Menschen nach dem 40 Lebensjahr eher im abklingen sind. Hurra ich werde heuer 40 dann hoffe ich mal .

                        Ich muss mir noch einen Therapeuten/Therapeutin suchen, wo ich mich total öffnen kann und eine gute Gesprächs- und Vertrauensbasis sich aufbauen kann. Vor allem steige ich von meiner Meinung nicht herunter, dass man ohne die Ursache zu behandeln immer wieder Rückfälle hat, es sei den, man leidet endogen an einer Depression bzw. man hat immer wieder Symptome eine Winterdepression. Dann kann man machen was man will, dann ist es halt mal so wie es ist und man kann nur genauso wie ein Diabetiker oder Herzkranker die notwendiger Medikamenten einnehmen damit man ein lebenswertes Leben hat.

                        Ich versuche mal meine Ursachen euch näher zu bringen und vielleicht dämmert oder hat ja auch jemand von euch eine Idee was ich noch machen könnte.

                        2002
                        Hatte ich im Zuge von Arbeits- und Gebietserweiterungen mehr Arbeit ab Sommer vor mir.
                        Ab Anfang Sommer hatte ich viel Sport betrieben, viel Kaffee und viel Red Bull aber wenig gegessen. Hochzeitsvorbereitungen ab Anfang Sommer da wir im Herbst Heiraten wollten bzw. ja dann auch gemacht haben. Im Juli hatte ich mich aufgrund eines Todesfalles in der Familie irgendwie näher mit dem Tod befasst. Da hier einfach viele Fragen offen blieben und ich keine Antworten darauf wusste steigerte ich mich so rein dass ich quasi ein paar mal leichte Panikattacken hatte. Die erste heftige Panikattacke hatte ich dann im Ausland bei Freunden im Stau. Ich dachte ich müsste sterben. Ein paar Tage später wieder die gleiche Panikattacke im Stau von der Arbeit. Dies alles entwickelte sich zwischen Juli und Oktober.

                        Ab da entwickelte ich aufgrund dieser Panikattacken eine leichte Agoraphobie mit ihren typischen Verhaltensmustern (in geschlossenen Räumen immer irgendwo am Rand sitzen nur ja nicht in der Mitte). Unter vielen Menschen ging es mir oft sehr unwohl, weite Reisen, alleine Reisen (Urlaub,Ausland, weite berufliche Reisen) waren immer mit zum Teil starken körperlichen Anspannungen verbunden wie Schulter/Nackenverspannungen, Unkonzentriertheit, innere Unruhe, unbegründete Nervosität. Wie vorhin beschrieben, überwand ich in den nächsten Monaten bis Anfang April 2003 alles (ohne Medikamente und Therapie) und es kehrte wieder Normalität ein. Was mir geblieben ist waren je Stress und Situation meine Schulter-Nackenverspannungen.

                        2005 im August hatte meine Mutter die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs. Sie überlebte und lebt heute noch. Mein damaliger Chef äußerte sich sehr abfällig zu diesem Thema in meiner Abwesenheit. In diese Situation hätte ich dann wirklich kündigen sollen bzw. Ihm meine Meinung rein hämmern sollen. Doch irgendwie wickelte er mich um den Finger und ich blieb mit Aussicht auf bessere Jobchancen in der Führungsebene.

                        2006 wollten wir zu dem schon stressigen Job und der veränderten Gesundheitssituation meiner Mutter Hausbauen. Arbeit, Hausbau, berufliche Fortbildung und die Belastungen der letzten Jahre waren für mich zu viel. Im Juli 2006 hatte ich beim Laufen wieder eine heftige Panikattacke. In den nächsten 2-3 Wochen 2x Notaufnahme durch Panikattacken. Das ganze Prozedere. Ergebnis immer alles o.B.

                        Ich war einfach fertig, keine Kraft, nichts ging mehr. Hausbau blies ich ab. Den gebuchten Urlaub wollte ich nicht antreten. Meine Frau war böse und enttäuscht und Verstand es einfach nicht was los war mit mir. Statt NEIN zu sagen gab ich wieder nach und wir fuhren in den Urlaub nach Kroatien. Es war für mich die Hölle. An Entspannung war absolut nicht zu denken. Nach einer Woche fuhren wir wieder nach Hause. 2 Wochen später wurde ich in meiner damaligen Firma fristlos gekündigt. Das war der Todesstoß. Der Vorbildmitarbeiter, der nie gefehlt hatte, immer loyal zu allen (Nur nicht zu sich) war, gedemütigt durch eine fristlose Kündigung.

                        Ich viel in ein Loch, fraß wieder alles in mich hinein anstatt es rauszuschreien, all die Wunden, die Verletzungen, die Ängste, die Enttäuschungen der letzten Jahre. Schön verpackt im tiefsten Labyrinth meiner Seele. Daraufhin war ich das erste Mal bei einer Psychiaterin.

                        es sollte so sein, dass ich schon vor meiner fristlosen Kündigung eine Terminvereinbarung beim Psychiater hatte. Genau 2 Tage danach war ich bei der Psychiaterin.


                        Top vorbereitet und alles genau für Sie aufgeschrieben was zwischen 2002 und 2006 alles sich zutrug. Sie machte mir Mut und mit fast mütterlichen Einfühlungsvermögen, nahm Sie sich für meine "geschundene Seele ausreichend Zeit". Mit der Diagnose Erschöpfungsdepression und einer Angst und Panik Störung bekam ich Mitte August 2006 das Antidepressivum Tresleen 50mg. Ich begann auch eine klientenzentrierte Gesprächstherapie, welche ich ca. ein halbes Jahr wahrnahm.

                        Mit Therapie und Medikament erfing ich mich bis in den Herbst hinein. Beruflich stand auch fest, dass wir uns in unserer alten Berufssparte selbstständig machen.

                        2007
                        Mit Anfang 2007 fing ein neuer beruflicher Lebensabschnitt an. Endlich für sich arbeiten und eigene Ideen umsetzen. Quasi aus dem nichts ohne Eigenkapital und Finanzierung etablierten wir uns als professionelles Familienunternehmen in unserer Branche. Antidepressiva wurde mit Juli 2007 abgesetzt. Tresleen von 50mg auf 25mg die nächsten 4-8 Wochen und dann komplett aufgehört.

                        Dennoch ging es mit meiner Mutter seit ihrer schweren Operation die Sie 2005 hatte gesundheitlich auf und ab. Sie hatte 2005 Bauchspeicheldrüsenkrebs der früh genug erkannt wurde und erfolgreich operiert werden konnte. Unter 1000 Patienten überleben gerade mal 20 davon die ersten 5 Jahre. Jedes Mal wenn mich mein Vater anrief in den ersten Jahren danach, rechnete ich mit dem schlimmsten. Am schwierigsten war das Sie ihr Gewicht halten konnte bzw. Gewicht dazugewann. Irgendwie habe ich in der Zeit nach ihrer Operation nur funktioniert und viel verdrängt. Auf der anderen Seite konnte ich ihr durch weltweite Recherchen Nahrungsergänzungen und Methoden finden das Sie stetig an Gewicht dazugewann. Aber natürlich war vieles nicht mehr so wie davor.

                        2007 hatte unsere älteste Tochter und eine Woche später auch meine Frau Gehirnhautentzündung. Zum Glück war es "nur" die Virale aber das genügte schon!
                        Wieder Stress pur und Nächte voller Ängste. Ich begann wieder mit der Einnahme von einem Antidepressivum. Ich erhielt vom Hausarzt in anderes Medikament das unter dem Namen Citalopram läuft in der Dosierung von 20mg.

                        2009
                        hatten wir eine handfeste Ehekrise. Vieles was in den letzten Jahren unter Oberfläche dahin schwellte brach aus. Wie bei so vielen wars bei uns auch das verflixte 7 Jahr! Wir konnten vieles klären und fanden wieder zueinander. Antidepressiva wurde mit Dezember 2009 abgesetzt. Citalopram von 20mg auf 10mg die nächsten 4-8 Wochen und dann komplett aufgehört.

                        2010
                        Nachdem wir uns immer noch ein drittes Kind gewünscht haben, aber wir beide nie den passenden Moment für geeignet fanden, war es im April so weit und meine Frau wurde Schwanger. Ich arbeitete viel und freute mich schon auf die Geburt unserer dritten Tochter.

                        2011
                        Im Jänner kam unsere Tochter zur Welt. Alles war perfekt, außer dass ich wieder mit den Antidepressiva anfing da ich wieder knapp vorm Burnout stand oder wahren es zeit-verzögerte Absetzsymptome. In dieser Zeit vermutete ich das erste Mal, dass es vielleicht nicht die Belastung und der Stress ist der mich auslaugt, sondern eventuell Richtung Winterdepression ging, da ich immer am beginnenden Winter mit der Energie und meinem Wohlempfinden am Ende bin. Egal ich machte so weiter. Ende 2011 hatte sich der Schuldenstand unseres SF-Kredites fast verdoppelt. Entgegen meiner Vermutung, dass der Franken zum Euro wieder an Wert verliert ging es fast bis zur Parität.

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                        • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                          2012
                          war unser finanzielles Waterloo. Unsere Kontorahmen in der Firma wie Privat wurden über Nacht fällig gestellt. Im gleichen Atemzug als wie wenn sich unsere Banken abgesprochen hatten wurden wir Quasi auch von unsere Hausbank durch die Blume gezwungen den SF-Franken wieder in Euro zu konvertieren. Ergebnis über Nacht 60.000 Euro mehr Schulden. Mit viel Überzeugungskraft und Einfühlungsvermögen konnte ich unsere Firmenbank überzeugen, dass wir das Ruder herumreißen können und aus eigener Kraft den Gewinn für die kommenden Monate erhöhen können. Ab sofort hatten wir HABENKONTEN und bei 0 am Konto war Schluss.
                          Wieder übernahm ich die ganze Last und Sorgen aller auf mich und hängte mich noch mehr in alles rein damit wir nur ja nicht finanziell Schiffbruch erlitten. Der Umstand, dass mein Elternhaus für den Privatkredit bürgte verschärfte die Gesamtsituation noch mehr. Wenns nicht klappt, ist das Haus weg und meine Eltern sprichwörtlich ohne Dach über dem Kopf.

                          2012 und 2013 war geprägt von viel Arbeit, aber Urlaube gingen sich trotzdem aus. Antidepressiva wurde mit Juli 2013 abgesetzt. Citalopram von 20mg auf 10mg die nächsten 4-8 Wochen und dann komplett aufgehört.

                          Mit Ende 2013 hörte ich zu rauchen auf und begann abzunehmen. Ich war nicht dick fühlte mich trotzdem nicht wohl. Bis Frühling 2014 nahm ich 12kg ab. Mit Herbst 2014 hatte ich dann fast 24kg weniger. Ich fühlte mich wie ein neuer Mensch. Aber fast kein Jahr ohne Hiobsbotschaften. Im Sommer 2014 baute meine Mutter körperlich und nervlich sehr ab. Mein Vater unterschätzte die Situation völlig und ich griff ein und veranlasste alle notwendigen Untersuchungen bis wir im November wussten, dass meine Mutter beginnende Demenz/Alzheimer hat. Es war ein Schlag ins Gesicht und zog mir sprichwörtlich den Boden unter den Füßen weg. Es unseren älteren Kindern zu erklären, dass ihre Oma sie irgendwann mal nicht mehr erkennen wird, war für mich sehr schwer. Ich lenkte mich mit Arbeit ab und beschloss erst im Weihnachtsurlaub mich damit selbst intensiv auseinander zu setzen. Dass das für mich gesundheitlich und psychisch nicht gut ausgehen kann war ja fast abzusehen.

                          2015
                          begann ich nach fast 2 Jahren ohne Antidepressiva wieder damit es einzunehmen da ich körperlich und psychisch wieder alle Symptome und Beschwerden hatte. Ich begann aber gleichzeitig auch wieder regelmäßig bei meinem Therapeuten Sitzungen abzuhalten, welche mir sehr gut taten.

                          Weiters stellte ich einen neuen Mitarbeiter ein damit ich endlich in der Arbeit entlastet werde. Bis Juli 2015 dauerte die Ausbildung die er auch positiv Abschluss. In Summe war das Jahr sehr abwechslungsreich und beruflich sehr erfolgreich. Antidepressiva wurde mit Juli abgesetzt. Citalopram von 20mg auf 10mg die nächsten 4-8 Wochen und dann komplett aufgehört.

                          Im Herbst stand dann fest, dass meine Eltern eine Barriere freie Wohnung bekommen werden und wir mit Mitte 2016 das elterliche Einfamilienhauses verkaufen werden.

                          2016
                          Anfang Jänner siedelten und organisierten wir den Umzug meiner Eltern, krankheitsbedingt durch den Alzheimer meiner Mutter in Ihre neue Wohnung.

                          Unser, ein Jahr zuvor eingestellter tüchtiger Verkaufs Mitarbeiter verlernte ab Jänner 2016 fast das Verkaufen, war aber mit Fixum eingestellt, sodass ich den finanziell auch noch bis Anfang August mitschleppte bis wir uns trennten.

                          Von März bis Juni 2016 räumten und renovierten wir das Elternhaus, welches ich neben meiner beruflichen Arbeit innerhalb eines Monats dann im August verkauft habe.

                          Im Zuge des Hausverkaufes regelten wir die finanzielle Situation in unserer Firma und Privat neu und wechselten die Bank. Ende des Jahres 2016 war ich auf Kur. Ich war noch nie solange so weit weg von Zuhause. Im Juli 2016 habe ich mit den Antidepressiva aufgehört, welche ich mit Unterbrechungen von bis zu 2 Jahren immer wieder seit 2006 einnahm. In der letzten Woche begannen leichte Magenprobleme und ein Gefühl der Schwäche und innerer Unruhe spürte ich. Durch Reduktionskost und viel Wandern in der Freizeit verlor ich fast 7kg in den 3 Wochen Kuraufenthalt. Das ging anscheinend auch auf die Psyche, den in den letzten Tagen der Kur hatte ich einmal beim Wandern und einmal abends auf dem Zimmer eine leichte Panikattacke. Dies reichte aus, dass ich wieder in meine alten Verhaltensweisen zurückfiel, welche bis heute immer wieder nach demselben Muster ablaufen.

                          Ich komme zurück zur Kur und die Heimreise. Am 21.12 kam ich nachhause. Ich freute mich sehr wieder bei meiner Familie zu sein. Dennoch war es für mich wieder eine Umstellung meine 3 Kinder und Frau um mich zu haben. Weihnachten feierten wir mit meinen Eltern und Schwiegermutter. Es war speziell für mich sehr emotional. Seit der Kur haben sich meine Magenbeschwerden verstärkt.

                          Am 26 Dezember wurden aber von der Früh weg meine Oberbachbeschwerden und andere Symptome stärker, bis ich dann Beschloss zur Sicherheit ins Krankenhaus zu fahren. Na ja aufgeregt wie ich war, war auch der Blutdruck in anderen Sphären. Die üblichen Untersuchungen gingen los, Blutabnahme und Check, Abdomen Untersuchung und Herz-EKG. Wie durch ein Wunder war alles ohne Befund. Die diensthabende Oberärztin meinte sogar Scherzhaft, ich sei bei weitem fitter als Sie selbst (wir beide sind gleich alt). Trotzdem vereinbarten wir für den 29.12 eine Magenspiegelung und Ultraschalluntersuchung der gesamten inneren Organe.
                          Am 29 hatte ich dann die Untersuchungen, wobei die Magenspiegelung (meine erste) nicht ohne war. Die allein hätte mich bei Herzschwäche ins Jenseits befördert.

                          Beim Magen kam raus, dass ich eine leichte Gastritis habe. Es wurden Gewebeproben entnommen. Die Ergebnisse waren ebenfalls o.B. Ich nahm dann für ca. 4 Wochen Magenschoner.

                          Das Ende vom Lied - keine signifikanten organischen Krankheiten bis auf Gastritis zu finden. Auch der Cortisolwert und Serotoninwert waren ebenfalls im Normalbereich.

                          2017
                          Trotz der Diagnosen die allesamt in Ordnung waren, fühlte ich mich nicht danach. Meine altbekannten physischen und psychischen Symptome und Reaktionen blieben vorhanden. Ich begann wieder mit der Einnahme von Citalopram, was sollte ich sonst tun? Ich bin selbstständig und trage Verantwortung über mich, meine Firma und meine Angestellten.

                          Mit Mitte Mai 2017 schlich ich das Citalopram mit der Überzeugung und dem Ziel aus, egal was daherkommt, alles durchzustehen, durchzuleben und mir und meinem Leben die Chance zu geben endgültig darüber hinweg zu kommen. Ich will kein Antidepressivum mehr einnehmen! Es muss auch für mich einen Weg geben ohne Medikamentenunterstützung.

                          Ich muss hier anfügen, dass ich an die 20 Bücher über Angst, Depression und Burnout gelesen habe. Darunter auch einige Bücher von Betroffenen (wie z.B. Miriam Meckel "Brief an mein Leben"). Ich konnte daraus viele Erkenntnisse und Hilfestellungen erfahren. Und trotzdem fand ich für mich bis heute noch nicht restlos "meinen Weg den ich gehen muss".

                          So das ist jetzt genug Zeitreise und Information über mich. Ein bewegtes Leben oder? Das heurige Jahr werde ich dann mal separat schreiben.

                          LG Natureboy





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                          • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                            "..dass der Großteil der Depressionen von alleine verschwindet ob mit oder ohne Medikamente."

                            Das stimmt glücklicherweise, wenn man den Großteil meint, wie Sie schreiben.

                            Es findet z.Z. auch endlich ein Umdenken in der Psychiatrie statt, in dem man versucht, die psychische Krankheit oder Störung mehr ganzheitlich zu sehen und dieses Denken auch in die Therapie einfließt.

                            Und jetzt muss ich Ihren langen Bericht erstmal richtig verdauen...

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                            • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                              .....

                              Und jetzt muss ich Ihren langen Bericht erstmal richtig verdauen...
                              genau, machen Sie mal ein paar Tage frei, Sie haben sich das echt verdient, nicht dass Sie auch noch ein Burn-out entwickeln

                              wer soll sich dann um die Ratsuchenden kümmern??? Tired kann auch nicht alles alleine machen oder vielleicht doch?

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                              • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                                Langer Bericht...jetzt weiß ich, was dir so widerfuhr, die letzten Jahre...aber ich weiß nicht wer du bist, was du suchst, welche Träume und Wünsche du hast? Weißt du es, wer du bist?

                                Das einzige was ich rauslesen kann, was ein Teil von dir ist...Angst vor dem Tod, vor der Vergänglichkeit? Kostet dich glaub viel Kraft und Energie?

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                                • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                                  Hallo Natureboy,

                                  ja, das ist in der Tat eine schon ziemlich lange Leidensgeschichte. Tut mir echt leid für Dich

                                  Einzig schmunzeln mußte ich allerdings beim verflixten 7. Jahr - denn es war auch bei meiner Frau und mir das siebte Ehejahr, als meine Depression im Sommer 2014 zurückkam und wir das erste Mal ne richtige Krise hatten, bei der sogar schon das Wort "Trennung" in der Luft lag.
                                  Infolge einer Fehlgeburt des gerade bei meiner Frau sehnsüchtigen Wunsches nach einem zweiten Kind hatten wir dann auch im letzten Quartal 2017 ziemliche Schwierigkeiten und erneut eine Krise am Rande des Abgrunds.
                                  Es sieht aber so aus, als würde es sich langsam wieder einrenken.

                                  Ansonsten lese ich aus Deinem Bericht in der Tat eine ganze Menge Belastungen heraus: Führungsebene, schwieriger Chef, Familie, Kind(er), kranke Mutter - kommt mir bis auf den Hausbau (den meine Frau nicht möchte) alles ziemlich bekannt vor: Streß, Dauerbe- und -überlastung, emotionale Anspannung, keine Zeit, all die Geschehnisse einfach sacken zu lassen und zu verdauen... :-/

                                  Ich denke nach wie vor, daß das zu einem großen Teil einfach auch der Fluch der modernen Zeit ist: Es ist alles soviel schneller und schnellebiger geworden, und wie Du es selbst schreibst: Man muß eigentlich immer irgendwie funktionieren. Sobald man das nicht mehr schafft, kommen Unverständnis, Vorwürfe, Schuldzuweisungen. Vom Ehepartner, vom Chef, von Kollegen, evtl. auch von Freunden.
                                  In vergangenen Jahrhunderten war das Leben für die Menschen nicht einfacher, keine Frage. Insbesondere mangelte es da natürlich noch sehr viel mehr existentiellen Grundlagen wie Dach über'm Kopf, essen, Gesundheit etc. Trotzdem denke ich, nach allem, was ich noch von meinen Großeltern gehört habe, die ja nun auch einen Weltkrieg miterlebt haben, und auch, was diese über ihre Eltern erzählt haben: Die Menschen waren auf eine ganz eigene Art und Weise zufriedener, ruhten trotz all der Widrigkeiten mehr in sich. Meine Großeltern und auch mein Vater erzählen auch noch ganz anders über ihre Vergangenheit, da schwingt eine ganz merkwürdige Art von Freude, Wehmut und auch Identifikation mit. Auch die Verbundenheit innerhalb der Familie war früher noch wesentlich inniger, man konnte sich im Schnitt mehr aufeinander verlassen, war füreinander da, hat sich mehr unterstützt und sich dadurch viel selbstverständlicher gegenseitig aufgefangen. Der Spagat zwischen Beruf und Familie war nicht so groß, scheint mir. Und es gab ein sehr besseres, spirituelles "Sicherheitsnetz", welches vor allem alles Unerklärliche und Unbeeinflussbare aufgefangen hat.

                                  Der Eindruck kann natürlich auch täuschen, keine Frage. Eventuell romantisiere ich da was hinein, was so auch nicht stimmt

                                  Heutzutage dagegen sind wir zu aufgeklärt und über alles benachrichtigt, bekommen gleichzeitig von Kleinauf erzählt, wir könnten alles erreichen, wenn wir uns nur anstrengten. Erst ganz zum Schluß, ganz am Ende einer sehr langen Kette von Erklärungsversuchen, wissenschaftlichen Analysen und Studien heißt dann irgendwann, "das ist halt so". Unerklärliches und Unbeeinflussbares gibt es im normalen Alltag nicht mehr - für alles gibt es einen rationalen Grund, und wie gesagt, wenn man sich nur anstrengt, immer fleißig lernt und arbeitet, wird man es im Leben auch zu was bringen. Gleichzeitig zeigen wir mit dem Finger auf die Aussteiger, Arbeitslosen und Sonderlinge in der Gesellschaft und schüren somit die allgemeine Angst, bloß nicht in solche Gefilde abzurutschen - "mir passiert sowas nicht".

                                  Damit kreiert sich unsere Gesellschaft einen permanenten Teufelskreis - eigentlich eher eine Teufelsspirale - aus anhaltendem Druck und Streß, bloß niemals zu versagen - "wir sollen es ja schließlich besser haben als unsere Eltern"... In der Konsequenz ergehen wir uns dann gegenseitig schnell in Vorwürfen, Zurechtweisungen und Gegenvorwürfen, keiner steckt zurück, womit der Druck auf dem Kessel gehalten wird.

                                  Jetzt packen wir noch die größeren, zumeist beruflich bedingten Entfernungen und Entwurzelungen der Familien hinzu (weniger Unterstützung) dazu, die moderne Ernährung aus industrieller Herstellung (Vitaminmangel, Nährstoffarmut, Pflanzen- und Insektengifte etc), Bewegungsmangel und die digitale Allzeit-Bereitschaft, in der jeder endlich rund um die Uhr von jedem Menschen auf der Welt erreichbar ist - und der Angst- und Depri-Cocktail ist perfekt. Da braucht es dann mitunter keine großen kindlichen Traumata mehr, wobei die es im Zweifel nicht besser machen.


                                  Was mich schließlich zu Deiner Feststellung bringt:
                                  Und trotzdem fand ich für mich bis heute noch nicht restlos "meinen Weg den ich gehen muss".
                                  Ich denke, der Weg ist heutzutage wirklich schwer zu finden:

                                  Spiegel Online: Was wir tun müssen...

                                  Einfach, weil das Problem so komplex geworden ist und man wirklich den sprichwörtlichen Spagat zwischen allem möglichen machen muß, um bloß nirgends anzuecken. Glücklich diejenigen, die es schaffen, daß ihnen das meiste am A**** vorbeigeht... Für alle anderen, die nur halbwegs sensibel, mitfühlend und harmonisch eingestellt sind, mindestens mühsam.

                                  Klar kann man den Job wechseln. Aber nicht alles, was Gold ist, glänzt, und schei** Chefs und Kollegen gibt's auch in anderen Unternehmen.
                                  Klar gibt's die Aussteiger aus dem Job, die es irgendwie schaffen, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Von denen sind aber viele Single ohne weitere Verantwortung, denn entweder sind sie hartgesottenene Einzelgänger, die Beziehung ging schon früher zu Bruch oder ist spätestens im Zuge dieses "unvernünftigen und realitätsfernen Selbstverwirklichlichungstrips" über die Wupper gegangen...
                                  Klar kann man sich von seinem Partner trennen, weil die Differenzen (scheinbar) unüberbrückbar sind. Aber sind sie das wirklich? Will man stattdessen lieber allein sein? Und was ist mit den Kindern - womit schützt man sie, womit fügt man ihnen mehr Schaden zu?

                                  Ich denke ferner, wir sind mit 40 auch an einem Punkt im Leben, an dem man nicht mehr viel ohne größeres Risiko ausprobieren kann. Es gibt für die großen Dinge in unserem Leben einfach kein Trial&Error mehr, viele Entscheidungen haben einen Point-of-no-return und damit Konsequenzen. Mal eben versuchen, was einem im Großen helfen könnte, geht nicht ("sorry Chef, das mit der Kündigung war nur mal zum Gucken, ob's mir woanders besser gefällt. Is aber nicht. Nehmt ihr mich zurück?"). Und letztlich birgt keine der Entscheidungen eine Garantie auf den Stein der Weisen und die große Erleuchtung.

                                  Im Zuge all dessen können wir - kurz gesagt - einfach nicht mehr so einfach die Menschen sein, die wir im Kern eigentlich sind bzw. sein wollen, sein sollten: Nur soviel arbeiten, um genug zu Essen zu haben, ein Dach über'm Kopf und ansonsten "leben und leben lassen", mit Spaß, mit Ruhe, mit Frieden.

                                  Ich habe mal in einem Hörbuch die Geschichte von einem Bootsbesitzer gehört, der mit seinem kleinen Bötchen Ausflugstouren für Touristen angeboten hat. Als der Einmal kam der Autor des (Hör)Buchs eines Tages zu ihm kam und wissen wollte, wieviel eine Tour kosten würde, war die Antwort des Bootsbesitzers nur, er hätte schon gegessen. Auch auf weitere Anfragen und Angebote des Autors ging der Mann nicht ein, sondern soll in Seelenruhe am Pier gesessen und den Tag genossen haben. Bis dem Autor schließlich die Erkenntnis kam, daß der Bootsbesitzer für diesen Tag einfach genug gerarbeitet hatte, um für die nächsten Stunden einfach nichts tun zu müssen. Er hätte natürlich rausfahren können, und jeder deutsche Tarifangestellte einer Schiffahrtsgesellschaft mit festen Arbeitszeiten hätte das auch tun müssen - aber dieser Mann war nur für sich selbst verantwortlich, mußte sich niemandem gegenüber rechtfertigen, hatte grundsätzlich genug Kundschaft, um sich nicht sorgen zu müssen, und ist einfach nach Bedarf mit Touris rausgefahren, wie es im gefiel.

                                  Ob diese Geschichte so stimmt, weiß ich natürlich nicht
                                  Aber die Botschaft, die darin steckt, finde ich schon recht vielsagend gerade für unsere moderne, hektische Industrie- und Dienstleistungsgesellschaft, in der keiner von uns jemals genug haben kann...


                                  Einfach mal ein paar Gedanken, die mir während des Lesens Deines Berichts und danach dazu eingefallen sind. Ne schöne Lösung habe ich natürlich auch keine Aber ich glaube schon, wenn wir uns dem Ideal in kleinen Schritten hier und da annähern, ist das für uns hier heute womöglich besser als den großen Kahlschlag zu (ver)suchen. Irgendwann werden der Schmerz und das Leid hoffentlich weniger

                                  LG,
                                  Alex

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                                  • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                                    SO LETZTER TEIL

                                    Mein Therapeut (den ich heuer von Februar bis Juli wieder mal konsultierte), meinte, nachdem er mich seit 2006 immer wieder begleitet hatte - um meine Situation restlos zu verarbeiten/überwinden ist ein Verhaltenstherapeut zielführender, da ER so etwas nicht anbietet bzw. nicht ausgebildet ist. Spannende Erkenntnis nach 10 Jahren Gesprächstherapie! Egal ich bin ihm trotzdem für vieles dankbar.

                                    Generell war 2017 ein sehr durchwachsenes Arbeitsjahr, das mir viel Einsatz und Engagement abverlangte. Die älteste unserer Töchter zog Anfang Juli aus und die Demenzkrankheit meiner Mutter schreitet ebenfalls voran.

                                    Ich investierte sehr viel in die Werbung, bildete und integrierte auch unsere erste Sekretärin aus. Bis jetzt hatten wir heuer viele komplizierte und umfangreiche Immobilientransaktionen, tiefgreifende Umstellungen und Erneuerungen in der gesamten IT, welche sich leider seit letztem Jahr hinzögerte. Daneben half ich öfters am Wochenende meiner Schwägerin beim Hausbau und ab Juli fing der Umzug und das Einrichten der Wohnung unserer Tochter an.

                                    Ende Juli waren wir nur 1 Woche auf Urlaub in Kroatien. Das erste Mal im Urlaub ohne der Einnahme von einem Antidepressivum, für mich ein Meilenstein des Selbstvertrauens.

                                    Trotzdem hätte ich gar nicht fahren sollen. Durch das intensive Arbeitsjahr und das Wohnungseinrichten bei der Tochter war da nicht mehr viel Energie übrig.

                                    Ich lag nur herum und meine Magenbeschwerden begannen Wieder. Ich hatte eine bleierne Müdigkeit und fühlte mich wie ausgelutscht. Da die Magenbeschwerden relativ stark waren, habe ich die ganze Woche Tee getrunken und Magenschoner eingeworfen. Wir waren auf einer Insel.

                                    Am vorletzten Tag hatte ich dann am Abend in der Hafenstadt bei 34 Grad unter allen Menschen eine Panikattacke die innerhalb von nicht mal 5min wieder vorbei war. Toller Urlaub!

                                    Die darauffolgende Woche nach dem Urlaub war ich noch Zuhause.
                                    Wir waren jeden Tag im Freibad wo ich nur herumlag und meine Ruhe haben wollte. Nach 2 Wochen "Urlaub " begann ich wieder zu arbeiten. Ich hatte noch nicht so viele Termine bzw. stand auch noch ein großer Liegenschaftsabschluss vor mir der mich voll einnahm.

                                    Wie sah es mit meinem Wohlbefinden, meinen Symptomen und psychosomatischen Beschwerden aus? Seit dem ich auf Urlaub war, holte ich mir aus dem Internet und durch das nochmalige Lesen vieler Meiner Bücher und auch neu gekaufter Bücher, alles an Informationen und Wissen, was zur Aufklärung meines Zustandes beitragen könnte.

                                    Irgendetwas muss ich übersehen haben.
                                    Irgendetwas begreife ich nicht
                                    Irgendetwas lasse ich noch nicht zu.
                                    Was an mir, an meinem Denken, Fühlen, handeln läuft noch nicht in die richtige Richtung, damit ich darüber noch nicht hinweg gekommen bin?


                                    AKUTER VERLAUF MEINES BESCHWERDEBILDES


                                    Anfang Mitte Mai Citalopram relativ rasch ausgeschlichen.

                                    Habe darauf mit den Nullertagen wieder angefangen (1 Tag Essen, 1 Tag nichts Essen wegen Gewicht). Das bekommt mir nicht mehr so gut.

                                    Im Juni spitzte sich der Druck und Stress in der Arbeit zu. Bauernhausverkauf, 2x Wohnungen. Da beide Wohnungsverkäufe über Treuhandkonto bzw. nach Auszahlung kommen, spitzt sich auch der finanzielle Druck zu. Seit März bin ich an Samstagen mit Unterbrechungen auch immer wieder auf Baustelle der Schwägerin.

                                    Ab Juli beginnt der Aus- und Umzug unserer ältesten Tochter in ihre eigene Wohnung. Diese richteten wir komplett ein was auch neben der Arbeit passierte. 1 Tag vor Urlaubsantritt waren wir fertig ich auch sprichwörtlich. 2 Wochen vor Urlaub Gesunden Untersuchung mit Belastungs-EKG. O.B.
                                    In der letzten Woche vor Urlaub mache ich das wichtige Kaufanbot zum Bauernhaus

                                    Ich wollte wegen einer Woche Urlaub nicht nach Kroatien. Am 2 Tag im Urlaub ging es los. Starke Magen-Darmbeschwerden, Der Magen rebelliert, ich bin zum Teil unruhig und fühle mich so schwach. Dann spielt auch etwas die Angst mit. Am Morgen ist es am schlimmsten. Ich komme nicht in die Gänge und fühle mich so unendlich erledigt bis ich gefrühstückt habe. Ab dem 2 Tag nehme ich Magenschoner. Am vorletzten Tag hatte ich eine leichte Panikattacke. Ich überlebe den Urlaub.

                                    Zuhause noch eine Woche Urlaub, jeden Tag ins Freibad. Ich liege nur herum und tu nicht viel. Gehe wieder zum Arzt mache nochmals großes Blutbild (O.B) wegen der anhaltenden Magen-Darmbeschwerden und dem allgemeinen Schwächegefühl.

                                    Fange mit 11.08 wieder mit Arbeit an. Fühl mich als gesamtes nicht fit, bin schnell erregt. Habe psychosomatische Beschwerden.

                                    PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE Symptome IM JUNI/JULI
                                    Ohrrauschen und speziell am Morgen ein pulsierendes Ohrgeräusch im linken Ohr. Teilweise meldete sich auch der Magen am Morgen durch verkrampfen, schnürren und leichter Übelkeit. Nach dem ich etwas gegessen hatte wurde es besser. Teilweise knirschte ich auch mit den Zähnen in der Nacht und unter Tags wurden gerade bei Kundenterminen leichte Verspannungen und Rückenschmerzen wieder mehr.

                                    PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE SYMPTOME IM AUGUST

                                    Mit den Magenschoner wurde es mit dem Magen besser, aber im Allgemeinen fühle ich mich so schwach, müde, ruhebedürftig, kraftlos. Außentermine strengen mich sehr an, aber eher im Vorfeld. Im August habe ich 8x Yoga gemacht, welches mir die notwendige Ruhe und Ausgeglichenheit gibt. Teilweise Schwächegefühle - Müdigkeit - kraftlos - Übelkeit, Blähungen, Magendrücken – Gastritis - teilweise Schwitzen auf den Fußsohlen - teilweise hartnäckige Rückenverspannungen mal oben mal unten, traue mich im Moment nicht Mountainbiken oder laufen gehen aus Angst der Kreislauf könnte zusammenbrechen und keiner kann mir helfen, obwohl mein Hausarzt gesagt hat ich kann das bedenkenlos machen. (Hatte Mitte Juli umfangreiche Gesundenuntersuchung mit LEISTUNGS-EKG am Ergometer, Differenzialblutbilduntersuchung). Ich bin davor 3-4-mal die Woche Biken gewesen. Bin aufgrund der allgemeinen Körperlichen Erschöpfung zum Teil sehr ängstlich und bekomme diverse Krankheitsphantasien mitunter nicht aus dem Kopf.




                                    PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE SYMPTOME IM SEPTEMBER

                                    Am Abend und am Morgen, wenn es ruhig ist nehme ich ein pulsierendes Pochen im linken Ohr war. Es ist kein Pfeifen, sondern ein pulssynchrones Pochen. Bei akuter Überarbeitung macht sich auch der Magen bemerkbar. Ich schwitze schnell, Auf Stress reagiere ich sehr rasch mit Nervosität und Unruhe. Krankheitsängste beginnen. habe sehr oft keinen festen Stuhl aber auch keinen Durchfall. Ich mache Yoga (in den letzten 2 Wochen jedoch nicht) und gehe wieder 2-3-mal die Woche Mountainbiken. Einmal habe ich einen Termin bei derselben Immobilie wo ich Symptome von Herzklopfen, leichtes Ohrrauschen, Schwitzen, Rückenverspannung, leichte Unkonzentriertheit und Kopfkino habe. 2 Tage später die selbe Situation in der gleichen Immobilie und ich habe nichts. Ich werde daraus nicht schlau. Was soll ich davon halten.

                                    PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE SYMPTOME IM OKTOBER

                                    Meine 2 vordergründigen Symptome sind zum einen Konzentrationsschwierigkeiten/neben sich stehen zum anderen die mittlerweile niedrige Stresstoleranz. Immer ist irgendetwas damit ich mich mies fühle.
                                    Einmal sind es Rückenverspannungen, mal mehr mal weniger. Einmal im unteren Rücken, einmal im oberen Rücken. Dann zieht es in den Bauchraum oder die Brust ist verspannt. Ein 3/4 Tag geht es gut und auf einmal ohne ersichtlichen Grund, wie wenn man einen Schalter umlegt fühle ich mich körperlich so schlecht und unwohl, als wenn gleich was passiert. Ich bin hibbelig, nervös, spüre so einen Druck in mir, als ob es mich zerreißen würde. Ich hasse diese Zustände, weil ich sie schon so lange habe. Meine Verdauung streikt auch und seit dem Sommer habe ich immer wieder Tinnitus bzw. pochende Ohrgeräusche im linken Ohr.

                                    SYMPTOME
                                    vermehrtes Schwitzen - innere Unruhe - innerer Druck – Nervosität – Beklemmungsgefühl - Magendrücken - Der Rücken verspannt sich - Arbeit erfordert im Moment große Überwindung - Unkonzentriertheit - teilweise neben sich stehen

                                    PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE SYMPTOME IM NOVEMBER
                                    Seit 13.11.2017 habe ich wieder mit der Einnahme des Antidepressivums Citalopram 20mg auf anraten meiner Psychiaterin Dr. Sitter begonnen. Nach ca. 4 Wochen ging es leicht aufwärts und ich fühlte mich allgemein besser. Trotzdem bin ich noch nicht dort wo ich hinmöchte.

                                    Aber dieses mal stelle ich fest dass die Depression, sofern es eine überhaupt ist, stärker ist als sonst und eventuell über eine Winterdepression hinausgeht. Vielleicht bin ich nach knapp 2 Monaten zu ungeduldig, oder aber das Antidepressivum mit der Dosis reicht mittlerweile nicht mehr aus.

                                    Eine Morgentief wie jetzt hatte ich früher nie
                                    Besser wird es immer erst am Nachmittag und am Abend bin ich zu 95% der Alte.
                                    Im Moment überfordert mich schnell was
                                    Ich grüble sehr viel nach
                                    Schlafen könnte ich mehr als sonst
                                    Die Stimmung schwankt sehr unter Tags
                                    Habe oft Schwierigkeiten mich auf etwas zu konzentrieren.
                                    Bin öfters Gedankenverloren
                                    Fallweise Tinnitus

                                    Ich ziehe mich aber nicht zurück, gehe fast jeden Tag große Runden von bis zu 12Km Spazieren oder unternehme mit meinen Freunden schöne Schneeschuhtouren. Ich vermeide nichts und versuche alles wie vorher zu machen. Ich habe auch nicht diese Losigkeitsgefühle die ja bei einer Depression vorherrschen wie z.B. Lustiglosikeit, Freudlosigkeit, usw.

                                    Ich habe gestern 6 Therapeuten angeschrieben und denen s

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                                    • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                                      und denen meine gesamte Geschichte + detailliertem Verlauf vom 2017 Jahr geschickt.
                                      Ich werde mit allen jeweils einen kennenlerntermin machen und mich dann für den für mich richtigen/richtige entscheiden. Man kann sich die bei uns in Ö nach Spezifikation und Therapierichtung die richtigen Therapeuten suchen. Diese 6 sind alle spezialisiert auf Ängste, Burnout, Depression und ausgebildete Traumatherapeuten wo Sie die EMDR Methode anwenden (auch arbeiten am inneren Kind)

                                      Ich glaube nach wie vor das das Beschwerdebild eher in Richtung Erschöpfungsdepression mit Ängsten geht die sich einfach lebensgeschichtlich aufgebaut haben. Ich habe in einem Angstbuch (Die 10 Gesichter der Angst) gelesen, dass durchaus nichtverarbeitete Ängste und Panikstörungen irgendwann mal in eine Depression münden können.


                                      Hat jemand von euch schon mal eine Familienaufstellung therapeutisch gemacht?

                                      So jetzt ist meine Story erzählt und DANKE schon jetzt für durchlesen.

                                      PS; Ich war heute mit einem langjährigen Freund das 2x diese Woche Schneeschuhwandern. Wir hatten strahlenden Sonnenschein, Plustemperaturen und gingen 800 Höhenmeter auf eine Alm hoch. Heute war ich super gut drauf und ich konnte viel Sonne tanken. Soviel gelacht wie heute habe ich die letzten 2 Wochen nicht, auch dadurch, dass mein Freund mit einem neuen Prototypen eines Schneeskis 2x richtig bei der Abfahrt im Gelände "eine Brezn gerissen hat" (Sturz auf Hochdeutsch).

                                      Lg von einem müden Natureboy

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                                      • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                                        Wie geht's mir im Moment.Ich schlafe sehr schnell ein
                                        Ich Träume in letzter Zeit sehr viel und muss 2x in der Nacht aufs WC. gegen Morgen wird dann der Schlaf zerhackter. Das persönliche Empfinden ist am Morgen großteils am schlechtesten, außer ich stehe zwischen 5-6 Uhr auf und gehe Wandern, Schneeschuhwandern oder sportle.

                                        Dieses Gefühlszustände sind schwer zu beschreiben aber ich versuche es einmal.

                                        Trotz Schlaf fehlt am Morgen die Energie aber eher psychisch als physisch.

                                        Irgendwie habe ich innerlich eine Unruhe/ Getriebenheit oder Stress.

                                        Die Konzentration ist noch sehr im Keller.

                                        Gespräche strengen mich an egal mit wem.

                                        Es fehlt irgendwie einfach die Power, der Elan zu vielen.

                                        Arbeiten im Haus oder handwerkliche Dinge strengen mich total an obwohl sie nicht kompliziert sind.

                                        Durch diese Zustände fühle ich mich zum Teil so abgespalten und getrennt von der normalen Welt.

                                        Ich benötige im Moment sehr viel Ruhe. Am Nachmittag wird es sukzessive besser und am Abend fühle ich mich großteils sehr wohl.

                                        Fernsehen und kuscheln mit meiner Frau und das stundenlang bis nach Mitternacht ist am schönsten und ich fühle mich dabei sehr wohl.

                                        Das komische ist, das ich es weiß wie es anders sein kann, aber ich schaffe es noch nicht wieder ans andere Ufer zu gelangen.

                                        Phasenweise spüre ich von innen heraus wieder dieses alte Gefühl das alles wieder passt, aber noch nicht durchschlagend.

                                        Ich merke selbst das ich im Moment einfach ein anderer Mensch bin.

                                        • ruhiger - grüble mehr - bin verschlossener - ängstlicher - nachdenklicher - das Fenken und Handeln ist beeinträchtigt langsamer.

                                        Mittlerweile gelange ich auch mehr und mehr zu der Erkenntnis, dass man so eine, nennen wir es mal depressive Episode, nicht so einfach abkürzen kann.
                                        Wenn's eine leichte bis mittelgradige Depression ist kann das funktionieren. Wenn's einen richtig erwischt hat glaube ich kann man nicht einfach zu sich sagen: "so jetzt will ich aber wieder gut drauf sein".

                                        Ich verstecke mich nicht und versuche einen geregelten Tagesablauf zu haben, raus zu gehen und Sport zu betreiben. Auch wenn vieles sich noch nicht so wie früher anfühlt mache ich alles.

                                        Heilt wirklich die Zeit alles + Medikamente?
                                        Und wenn dann im Frühling alles auf einen Schlag weg ist war's dann doch nur eine Winterdepressionen???




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                                        • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                                          Dieses Gefühlszustände sind schwer zu beschreiben aber ich versuche es einmal.
                                          Trotz Schlaf fehlt am Morgen die Energie aber eher psychisch als physisch.
                                          Irgendwie habe ich innerlich eine Unruhe/ Getriebenheit oder Stress.
                                          Die Konzentration ist noch sehr im Keller.
                                          Gespräche strengen mich an egal mit wem.
                                          Es fehlt irgendwie einfach die Power, der Elan zu vielen.
                                          Arbeiten im Haus oder handwerkliche Dinge strengen mich total an obwohl sie nicht kompliziert sind.
                                          Durch diese Zustände fühle ich mich zum Teil so abgespalten und getrennt von der normalen Welt.
                                          Ich benötige im Moment sehr viel Ruhe. Am Nachmittag wird es sukzessive besser und am Abend fühle ich mich großteils sehr wohl.
                                          Du beschreibst da 1:1 meine schlechteren Tage und Phasen, kann ich 100% genau so unterschreiben.

                                          Wenn Du mich fragst, ist es genau das, was Du selbst auch schon vermutest: Eine Erschöpfungsdepression infolge von Überlastung, in deren Fahrwasser dann auch eine gesteigerte Sensibilität und Ängstlichkeit mit hochkommt.

                                          Und gerade Deine Beschreibung Deiner Situation, die meine eigene in vielen (akuten) Momenten wie gesagt ziemlich exakt beschreibt, beruhigt mich gleichzeitig: Es geht nicht nur mir so! Es bestätigt mich vielmehr darin, daß das echt ein modernes Massenphänomen ist, und das wird - gesellschaftlich gesehen - in den nächsten Jahren und Jahrzehnten eher weiter zu- denn abnehmen...

                                          Das komische ist, das ich es weiß wie es anders sein kann, aber ich schaffe es noch nicht wieder ans andere Ufer zu gelangen.

                                          Phasenweise spüre ich von innen heraus wieder dieses alte Gefühl das alles wieder passt, aber noch nicht durchschlagend.
                                          Jepp, dito!

                                          Ich verstecke mich nicht und versuche einen geregelten Tagesablauf zu haben, raus zu gehen und Sport zu betreiben. Auch wenn vieles sich noch nicht so wie früher anfühlt mache ich alles.
                                          Das ist auf jeden Fall der richtige Weg, so handhabe ich es auch.

                                          Heilt wirklich die Zeit alles + Medikamente?
                                          Ein klares und eindeutiges "Jein" - meiner Erfahrung nach:

                                          Eine Erschöpfungsdepression / Burnout und vergleichbares entsteht "schlicht und einfach" durch Dauerüberlastung, durch Dauerstreß. Das ist wie der Rhein heute Morgen, der infolge des Tauwassers und Regens der letzten Tage und Wochen über die Ufer getreten ist: Die Situation kann sich im wesentlichen nur durch drei Dinge entspannen: Man errichtet höhere Deiche, es fließt hintendran schneller ab, oder es hört auf zu Tauen und zu regnen.

                                          Auf unsere Situation übertragen bedeutet das für mich:
                                          Höhere Deiche (= höhere Resiliation gegen Streß) errichtet man nicht über Nacht, das dauert einige Jahre, erst Recht über eine so große Gefährdungsstrecke hinweg. Das dauert in der Tat einfach seine Zeit.
                                          Ein schnelleres Abfließen (= konstant schnellerer Streßabbau) dürfte kurzfristig schwer möglich sein, dafür müßte man den Rhein über Hunderte von Kilometern hinweg verbreitern o.ä. Auch das dauert Jahre bzw. Jahrzehnte. Auch das ist "einfach" eine Frage der Zeit, bis das Flußbett wieder auf Normalniveau ist.

                                          Worauf wir allerdings einen gewissen Einfluß haben, ist, wieviel es taut oder regnet (= weniger neuer Streß). Ich weiß: Hier hinkt das Bild ein bißchen , trotzdem ist es so: Wir können am effektivsten versuchen, was uns die Überlastung verursacht und uns dann bemühen, diese Faktoren zu reduzieren, den Zulauf an neuem Streß zu regulieren:

                                          - Was muß ich wirklich unbedingt tun, wo geht es wirklich nicht ohne mich (gerade jetzt, in einer Phase der Erschöpfung)?
                                          - Was muß zwar eigentlich gemacht werden, kann aber auch langsamer erledigt werden?
                                          - Was kann ich vielleicht auf morgen, übermorgen oder nächste Woche verschieben?
                                          - Was kann ich delegieren?
                                          - Was kann ich liegenlassen; ist nicht so dramatisch, wenn es nicht erledigt wird?

                                          => Mehr Ruhe, mehr Entschleunigung, mehr Effizienz. Du schreibst es ja selbst:
                                          Ich benötige im Moment sehr viel Ruhe.
                                          => Dann höre auf diese innere Stimme, dieses Bedürfnis, und kämpfe nicht dagegen an. Es ist im Augenblick so. Punkt.
                                          Davon bist Du kein anderer Mensch als vorher, kein schlechterer Mensch, kein faulerer Mensch.
                                          Du bist schlichtweg überlastet, erschöpft und brauchst Zeit und Ruhe. Viel Zeit und viel Ruhe!

                                          Und wenn dann im Frühling alles auf einen Schlag weg ist war's dann doch nur eine Winterdepressionen???
                                          Ich würde es Dir wünschen
                                          Aber im Ernst: Aufgrund Deiner Leidensgeschichte seit 2002 habe ich da so meine Zweifel dran, daß es nur eine Winterdepression bei Dir und auch mir ist. Es kommt ja immer wieder, und zwar nicht nur, wenn ab Oktober die Tage kürzer und trister werden.
                                          Sicherlich ist es so, daß die dunkle Jahreszeit als Katalysator in der Hinsicht fungiert: Wenn man eh schon erschöpft und latent niedergedrückt ist, dann sind Lichtmangel und trübe Wolken-Regen-Nebel-Tage eher in der Lage, einen noch zusätzlich zu deprimieren. Nicht ohne Grund gibt es ja nun auch zahlreiche Studien, die belegen, daß Sonnen- und Tageslicht unbedingt notwendig sind für eine ausgeglichene Stimmung und die Gesundheit als Ganzes.

                                          Aber wie gesagt: In unseren Fällen ist eine Winterdepression (leider) nicht der ausschlaggebende Hauptfaktor

                                          Trotzdem kein Grund, den Kopf in den Sand zu stecken und zu verzagen:
                                          Wie schonmal beschrieben, ist die Welt einfach zu schnell und hektisch für den Menschen geworden. Der Trend zur Entschleunigung, Meditation und Achtsamkeit hat nicht ohne Grund eingesetzt! Wichtig ist nur, daraus nicht die falschen Schlußfolgerungen zu ziehen: Mein Meditationslehrer sagte einmal, die meisten Menschen gingen recht entspannt und energetisiert aus der Meditation raus - und stürzten sich dann sofort wieder mit vollem Elan in die nächste hektische Aufgabe, die "dringend" zu erledigen sei. Nachdem ich etwas darüber nachgedacht habe, stimme ich ihm zu: Das ist wie ein Smartphone, daß Du vom Ladekabel trennst, kaum, daß der Akku 11% anzeigt und die rote Leuchte ausgegangen ist: Es reicht zwar für ein Telefonat und nen kurzen Chat via WhatsApp - aber nach ner Stunde spätestens in normalem Gebrauch ist der Akku dann doch wieder leer, und das Smartphone schaltet sich aus.
                                          => Genauso gehen wir heutzutage mit uns um.

                                          Und falls Du Dich noch daran erinnerst, gab es vor zehn Jahren noch Akkus, die den sogenannten "Memory-Effekt" entwickeln konnten: Regelmäßig den Ladeprozeß zu früh unterbrochen, konnte es dazu führen, daß der Akku sehr bald nicht mehr in der Lage war, sich noch voll aufzuladen - er speicherte quasi den 10/20/30%-Zustand irgendwann als scheinbar "voll" ab, und als Nutzer ärgerte man sich dann, wenn das Handy nach drei Stunden Betrieb schon wieder leer war.
                                          => Auch wir haben über Jahre und Jahrzehnte gelernt, daß es "normal" ist, sich hier und da mal ein bißchen auszuruhen und dann wieder voll durchzustarten. Echtes Nichtstun, faulenzen, "Akku aufladen" bis 100%, haben wir komplett verlernt. Noch nichtmal mit "SingleTasking" geben wir uns zufrieden - es muß immer "MultiTasking" von wenigstens 3-4 Aufgaben gleichzeitig sein. Was unseren Akku ebenfalls schneller wieder entleert, genau wie das Smartphone, wenn gleichzeitig Kalender, Smartphone, ein Spiel, WhatsApp, der Browser und ein YouTube-Video gestartet sind...

                                          Deswegen:
                                          Heilt wirklich die Zeit alles + Medikamente?
                                          Ja, Zeit (und Medikamente) können alles heilen - wenn Du selbst Dir vor allem die Zeit auch wirklich als solche zugestehst! Gestehe Dir die Überlastung und die Erschöpfung wirklich bis in die letzte Zelle ein und handle entsprechend. Nimm den Druck aus dem System, nimm Aufgaben raus, mach langsamer, bewußter, achtsamer und ruhiger - und dann wird es mit der Zeit auch wirklich besser.
                                          Der "Alte" im Sinne von 150/200%-Tatendrang mit Multitasking, tonnenweise Verpflichtungen und Überforderung wirst Du aber wahrscheinlich nicht mehr werden. Die Frage ist nur: Würdest Du das überhaupt so wollen, wenn Du weißt und Dir eingestehst, daß Dich das überhaupt erst in diese Situation gebracht hat...?



                                          LG,
                                          Alex

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                                          • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                                            alex_77


                                            Heute und Morgen werde ich mal mit allen 6 Therapeuten ein telefonisches Vorabgespräch führen und dann mal die vom Gefühl her besten 3 Besuchen. na ja schau ma mal.

                                            Wenn du meine Geschichte inkl. 2017 gelesen hast dann weißt du ja was so los war in den letzten Jahren. Ich bin ein Mensch der egal was er tut bestrebt ist eine optimale und zufriedene Lösung zu finden, ob das jetzt bei der Arbeit ist oder bei mir selbst. Ich bin jetzt Anfang 9 Woche mit meinem Antidepressivum. Übertriebene Ängste oder Panikattacken haben ich keine mehr. Das was ich schon noch merke und spüre sind diese Situationsabhängigen Dissoziationen.

                                            Depersonalisation am ehesten unter vielen Menschen, in Einkaufstempeln oder an Orten, wo ich noch nicht wahr. Zuhause habe ich das gar nicht mehr (war am Anfang schon noch sehr ausgeprägt). Mich ängstigt dieses Gefühl nicht mehr, weil ich weiß, dass es zu einer Erschöpfungsdepression oder zu einer Depression dazugehört.

                                            Das was für mich und auch für den nächste Therapeuten wichtig ist, ist schon die Tatasache, mit was für einer Krankheit man es zu tun hat.

                                            Burnout - Depression oder einer Angsterkrankung.

                                            DER BURNOUT
                                            an sich ist noch keine Krankheit, aber die daraus resultierenden körperlichen und geistigen Reaktionen führen unweigerlich in eine ERSCHÖPFUNGSDEPRESSION. Und eine Erschöpfungsdepression ist ja in vielen Symptomen gleichzusetzen wie eine "normale Depression".

                                            DEPRESSION?
                                            Ich bin mir nicht sicher ob ich an einer Depression leide. Da ist doch alles scheisse und man hat nicht mal Energie zum Zähneputzen, Kochen, rausgehen, Freunde treffen und so, oder nicht? Oder kommt es hier auch auf den Schweregrad an? Wie schon mal geschrieben gehe ich fast jeden Tag wandern/spazieren, vernachlässige nicht mein äußeres und pflege meine sozialen Kontakte.

                                            Angst/PANIKATTACKEN
                                            Ja hatte und habe ich immer wieder in der Vergangenheit gehabt. Wobei ich sagen muss, dass ich nie eine Agoraphobie hatte. Auslöser waren früher mal 2-3 Panikattacken. Ich habe keine Angst vor bestimmten Orten, Plätzen oder Situationen.

                                            Meine Symptome oder Überforderung bauen sich fast immer gleich auf dass im Natureboy-Körperhaus bildlich gesprochen irgend wo ein Kabel durchschmort. Dies wird zwar registriert, aber es nutzt nichts, ich bin Selbstständig und es wird munter weitergearbeitet. Aus dem durchgeschmorten Kabel entsteht ein Kabelbrand mit Rauch.

                                            Ich spüre diese Symptome, rede mir aber ein, dass ich eh bald Urlaub habe bzw. mit einem ruhigen Wochenende bringe ich wieder alles in Ordnung. Der Stress in der Arbeit bleibt gleich oder wird durch unvorhergesehene Situationen oder schwierigere Verkaufsprozesse mehr. Weil so viel zu tun ist werden Arbeitszeiten mehr (arbeiten am Wochenende) und Pausen immer weniger. 12 Stundentage sind dann keine Seltenheit mehr. Zusätzlich kommt immer wieder auch im privaten Bereich eine zusätzliche „Belastung/Situation dazu (Elternhausverkauf, Eltern Wohnung suchen, Schwägerin beim Hausbauen am Wochenende helfen, langjährige Freundschaft geht in die Brüche, Mutter bekommt Alzheimer, älteste Tochter zieht aus, Umsatzeinbußen durch sich verändernde Märkte, usw usw)und es brennt bereits das Zimmer. Danach beginnt die Phase wo das Körperhaus schön langsam anfängt in Vollbrand zu geraten. Alles und jeder Termin in der Arbeit erfordert eine enorme geistige und körperliche Anstrengung. Termine können nur mehr unter enormer innerlicher und äußerlicher Anstrengung abgehalten werden. Entspannung gelingt nur mehr Zuhause. Der Griff zum Alkohol wird schneller. Obwohl ich merke, dass ich fast keine Energie habe, arbeite ich weiter.


                                            Verschmortes Kabel =Verspannungen, meistens Schulter-Nackenverspannungen. In dieser Phase mache ich auch viel Sport

                                            Kabelbrand = weniger Ruhezeiten, kurzfristiges Ohrenpfeifen bzw. pochen im Ohr oder ganz leichter Tinnitus, Ärger in und wegen der Arbeit wird mehr

                                            Zimmerbrand = verstärkte Müdigkeit auch unter Tage, unkonzentriert auf Termin bzw. Außentermine fallen aufgrund von hartnäckige Verspannungen immer schwerer, Zähneknirschen im Schlaf. Körperliche Defizite und mangelnde Entspannung kompensiere ich durch vermehrten Sport um abzuschalten

                                            Vollbrand = starke körperliche Erschöpfung, eventuell eine Panikattacken. Angst übernimmt das Kommando (Aufgrund verschiedenster, Körperliche Missempfindungen entstehen Krankheitsfantasien und es werden diverse körperliche Untersuchungen durchgeführt), Gastritis wird wieder akut, geistige Leere, körperliche Schwächegefühle, den Tag zu bewältigen wird immer mehr eine Herausforderung. Beginn Einnahme von Antidepressiva.

                                            Ich glaube nach wie vor, das es bei mir eine Kombination aus Burnout - Erschöpfungs- und Depressionssyndrome. Die daraus resultierenden plötzlich auftauchenden psychosomatischen und psychischen Überreaktionen meines Körper und Geistes lassen mich dann mangels Erklärung in die Angstspirale abgleiten.

                                            Ich habe im Moment das Gefühl, dass gar nicht so viel fehlt, dass ich mich wieder rundum wohl fühle. In manchen belangen möchte ich schon wieder der Alte werden. Das gesund werden ist ein Prozess, das habe ich schon verstanden. Leider kann ich als Selbstständiger viele Dinge in der Krankheit nicht so umsetzen als ein unselbstständiger.

                                            Warst du schon mal auf REHA? Ich Frage mich ob es für mich Sinn macht?

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                                            • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                                              We
                                              Warst du schon mal auf REHA? Ich Frage mich ob es für mich Sinn macht?
                                              Nein, war ich nicht. 2014 allerdings für dreieinhalb Wochen in einer LVR-Klinik.

                                              Grundsätzlich auch hier ein klares Jein:
                                              Wenn Du die Zeit in der Reha-Klinik nutzt, um Dir über etwaige Baustellen klar zu werden bzw. Dir überlegst, wie Du sie entschärfst, ja.
                                              Wenn Du aus der Reha zurückkommst und weiterhin 12-Stunden-Tage kloppst zzgl. Verpflichtungen im privaten Umfeld, wird es nicht lange dauern, und die Burnout-Depri-Angst wird wiederkommen.

                                              Warum?
                                              => Unser Gehirn ist extrem lern- und anpassungsfähig, gleichzeitig aber auch in der Hinsicht "faul" als daß es gern in Automatismen verfällt, um Energie zu sparen. Bedeutet: Das, was Du über Jahre und Jahrzehnte hinweg geübt, trainiert und tagtäglich gemacht hast, hat Deine "Gedanken-Autobahnen" im Gehirn geprägt, im Denken, im Handeln und im Fühlen. Diese Autobahnen legst Du nicht so schnell und vor allem nicht dauerhaft still; das ist ähnlich wie mit (ehemaligen) Alkoholikern: Du lernst in den Reha-Wochen vielleicht neue Denk- und Verhaltensmuster, das fällt Dir aufgrund der anderen Umgebung eventuell sogar relativ leicht. Über Deine alten "Autobahnen" ist etwas Gras gewachsen, hier und da streckt ein Gestrüpp bereits seine Äste aus, um drüberzuwachsen. In fünf bis zehn Jahren ist oberflächlich genug Erde angeweht worden, daß ein kleines Wäldchen gewachsen ist Dafür hast Du anderenorts begonnen, eine schöne Umgehungsstraße zu errichten - erst eine einspurige Gasse, dann eine Landstraße, vielleicht bist Du nach ein paar Monaten kurz davor, daß es eine vierspurige Schnellstraße wird.

                                              Dummerweise reicht "altes" Denken und Verhalten "von früher", das nur lange genug unregistriert wirkt, daß das entstandene Wäldchen wie durch einen Orkan weggeweht wird - und innerhalb von ein paar Wochen bis Monaten nimmt der Verkehr auf der Autobahn wieder seinen gewohnten Betrieb auf. Da geht's eben doch noch etwas schneller und (scheinbar) energie-sparsamer als auf der kürzlich eröffneten Schnellstraße, wo man max. 120 fahren darf...

                                              Das was für mich und auch für den nächste Therapeuten wichtig ist, ist schon die Tatasache, mit was für einer Krankheit man es zu tun hat.
                                              Du weißt es doch schon: Eine Mischung aus Burnout, Depression und Angststörung.
                                              Da Du Dich in die Materie eingelesen hast, weißt Du ja wahrscheinlich (und sagst es ja auch selbst), daß das eine oft zum anderen führt: Dauerhafte Ängste können einen so sehr zögerlich machen, daß man sich gar nichts mehr zutraut und hilflos fühlt. Auf Dauer gesehen entsteht daraus eine Depression (vgl. die Theorie der "erlernten Hilflosigkeit"). Umgekehrt kann man durch Überlastung und Streß in einen Burnout geraten, der wiederum einem suggeriert, man würde nicht mehr alles gebacken bekommen => mehr Streß, Angst (weil Angst im Prinzip nichts anderes als eine übersteigerte Streßreaktion ist). Man sieht sich dem Ganzen hilflos gegenüber und gerät in die Depression. Schließlich machen die Symptome eine Depression von sich aus schon Angst - so kennt man sich nicht, man fühlt sich unwohl, und wenn das anhält, hat man irgendwann schon deshalb permanent Angst, weil man glaubt, die Depression und die Symptome nie mehr loszuwerden...

                                              usw.

                                              => Es ist ein Kreislauf.
                                              Und am Ende spielt es keine Rolle, woran Du genau leidest, weil Du Deine Ursache eigentlich schon exakt kennst und immer wieder selbst beschreibst.
                                              Ein Arzt wird mit den Medikamenten nur die Symptome behandeln und erträglicher machen.
                                              Ein Therapeut wird Dir helfen, den Ursachen auf die Spur zu kommen und Hinweise für Veränderungen geben.

                                              Aber wenn Du 100% ehrlich zu Dir selbst bist, hast Du Dir die erforderlichen Antworten schon lange selbst gegeben. Genauso, wie ich selbst mir auch.

                                              Die spannende Frage ist nur: Wie gehen wir mit den (offensichtlichen) Lösungsmöglichkeiten um? Akzeptieren wir die Situation und die Lösungsoptionen? Oder lehnen wir sie ab? Wie weit sind wir bereit zu gehen...?

                                              Was ich vor dem Hintergrund all dessen von 12-Stunden-Tage halte und dem Sich-über-Wasser-halten bis zum nächsten Wochenende oder 1-wöchigen Urlaub, kannst Du Dir sicher denken...

                                              => Du bist ausgebrannt, Dein Akku ist am Anschlag - aber Du hältst verzweifelt an all dem Streß und Multitasking fest, das Dich dahingeführt hat!

                                              Überlege Dir wirklich mal, wo Du nachlassen kannst.
                                              Und wenn schon aus offensichtlichen Gründen nicht im Beruf ist, dann müssen eben im privaten Umfeld Aufgaben wegfallen, wie bspw. die Unterstützung beim Hausbau des Schwagers o.ä. Was nicht geht, geht nicht. Setze Dir Prioritäten, überlege Dir, wofür Dein Akku reicht - und streiche, was nicht geht!

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                                              • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                                                alex_77

                                                Spannend! Was fehlt mir den, du weißt es anscheinend, ich bin mir da noch nicht so sicher. Also was vermutest du mal?

                                                Ab dem Absatz Angst- und Panikattacken ist die Beschreibung eine Aufzählung dessen, wie es bisher in der Vergangenheit war und sich immer alles Aufgebaut hat.

                                                Seit Oktober bin ich eh schon auf Sparflamme unterwegs. Mein Glück bisher ist, dass ich aus dem Bestand heraus bis kurz vor Weihnachten noch gute Umsätze machen konnte. Jetzt ist 2018, die Fixkosten im Betrieb und Privat bleiben nicht stehen. Auch als kleiner Betrieb haben wir inkl. Einkommenssteuer/Umsatzsteuer/Sozialversicherungsvorschreibungen an die 10.000 Euro Fixkosten und da sind die Privaten noch nicht dabei. Das ist schlicht und ergreifend meine Missere!

                                                Wir haben keine Betriebsausfallsversicherung bzw. Betriebsunterbrechungsversicherung.Die laufen erst ab Jänner 2018 weg. Ein längerer Krankenstand oder Ausfall würde die Schließung des Betriebes bedeuten.

                                                UND DAS IST DER GRÖßTE KACK AN DER GANZEN GESCHICHTE

                                                Es gilt einfach abzuwägen was für mich alleine in Zukunft das beste ist

                                                Nachhaltig Gesund zu werden oder an der Selbstständigkeit festzuhalten bzw. auch für den jetzigen Moment eine Mittelweg zu finden, wie ich in Anbetracht meiner gesundheitlichen Situation trotzdem weiterarbeiten kann und mir gleichzeitig die notwendige Erholung zum gesundwerden freischaufeln kann. Eine REHA wäre grundsätzlich schon interessant ist aber wiederum als Selbstständiger eine rein finanzielle Sache ob man sich darübertraut. Als Arbeiter oder Angestellter hat man es in solche einer gesundheitlichen Situation einfach einfacher und da fällt auch ein enormer Druck weg.

                                                Ich würde mir so wünschen einmal ausreichend Zeit zu haben um über meine Zukunft nachdenken zu können aber wo die ausreichende Zeit hernehmen.

                                                Natürlich muss sich im Alltag und im Job und bei mir selbst einiges ändern damit es in Zukunft besser wird. Aber du merkst es ja auch selbst wie schwierig es in der heutigen Zeit ist aus seinen Verpflichtungen und Verantwortungen heraus zu kommen.

                                                Im Moment kann ich mir einfach auch (noch) nicht vorstellen etwas anderes zu arbeiten, bzw. den Schritt zu gehen. Aber vielleicht muss ich es auch gar nicht und "kommt Zeit kommt Rat".

                                                Einsteins Definition des Wahnsinns möchte ich auch nicht beschreiten welcher dieser wäre

                                                "Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten."


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                                                • Re: Depression u. Unwirklichkeitsgefühle gehören zusammen?

                                                  Was ich noch anfügen möchte ist einfach der Umstand erkennen zu können was in der jetzigen Situation das richtige ist ohne mit Vollgas ins Verderben zu rasen.

                                                  Darüber werde ich mir eine, so blöd es klingt Plan machen und mir wirklich die Woche beruflich wie privat versuchen einzuteilen. Diesen Balanceakt zu handeln ist die Kunst.

                                                  Bei meinen Kernursachen bin ich mir noch nicht ganz sicher. Fakt ist das ich wiederkehrende Situationen von geistiger und körperlicher Überforderung habe bzw. nicht adäquat darauf reagiere und der Beruf eine große Rolle dabei spielt.

                                                  Lg

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