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Krankheitsängste - geht das auch von der Depression aus? Was kann ich noch tun?

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  • Krankheitsängste - geht das auch von der Depression aus? Was kann ich noch tun?

    Mahlzeit!

    Ich muss noch etwas loswerden und vielleicht kann mir da ja jemand seine Meinung oder Erfahrung mitteilen.

    Ich bin jetzt Anfang 5 Woche mit AD. Es geht bergauf. Ich hadere einfach so sehr mit den Schwankungen. Ich nehme jetzt nur mehr das Antidepressivum ein, Trittico zum schlafen und die Bromazepam habe ich abgesetzt bzw. ausreichend ausgeschlichen.

    Wie schon geschrieben, habe ich fallweise so einen diffusen Druck hinter der Stirn und auch mal Augenbrennen. Jetzt habe ich nächte Woche einen Termin bei einem bekannten Neurologen. Leider bin ich auch etwas Hypochondrisch geschaltet und entwickle im Moment wegen jeder Körperreaktion schei.. Krankheitsfantasien und Krankheitsängste. Manchmal kribbeln mir dir Unterarme (viel vor PC) und die Finger zittern leicht, schon überlege ich was das nicht für eine schlimme Krankheit sein kann.

    Oder gestern Abend bin ich 1,5 Stunden im Finsteren Wandern gewesen. Ich komme heim bin glücklich und voll motiviert, auf einmal beginnt es wieder im Stirnbereich zu ziehen und ich hab so das Gefühl als hätte ich Watte im Kopf. Ich kann aber auf einem Bein stehen und das auch mit geschlossenen Augen. Ich lenke dann natürlich die Aufmerksamkeit dermaßen auf mich selbstm, dass dann auch wieder die Depersonalisationsgefühle zunehmen. 15 Kg habe ich seit Mai abgenommen (habe aber auch begonnen regelmäßig und viel mit dem Mountainbike zu fahren!)

    Die Nacht habe ich eher durchwachsen geschlafen. Vielleicht spielt auch die Situation eine Rolle, dass der Arbeitsbetrieb unserer ältesten Tochter die im letzten Jahr der Lehre ist wie wir am Dienstag erfahren haben quase kurz vor dem Konkurs ist und wir dementsprechend reagieren müssen. Ich in der Arbeit gibt es im nachhinein noch Ärger mit einer Abwicklung wo es zwischen Käufer und Verkäufer noch Ungereimtheiten gibt und die Nerven blank liegen.

    Psychiaterin meinte diese Woche am Montag auch noch dass diese Empfindungs und Befindlichkeitsstörungen normal sind und es sich immer mehr Stabilisieren wird.

    kann sich eine Depression so auswirken, dass man so wenig Selbstvertrauen in den eigenen Körper hat? ich bin in letzter Zeit zum Teil auch ein wenig schusselig und vergesse schnell was und dann kommt mir schon der Gedanke, was wenn du einen Alzheimer hast!

    komisch ist nur, dass wenn ich eine 1/8 oder 1/4 Beruhigungstablette nehme, dann gehts mir so wie die 4 Tage auf Urlaub gut und ich habe keine Krankheitsfantasien. Die ist doch eigentlich der Beweis dass es rein von meiner BIRNE ausgeht und ich mich zuviel reintheatere.

    Lg

  • Re: Krankheitsängste - geht das auch von der Depression aus? Was kann ich noch tun?

    Hallo NatureBoy,

    5 Wochen AD sind quasi noch "nichts" was die Langzeitwirkung angeht. Man spürt zwar in der Regel nach 2-4 Wochen eine erste Besserung, nach rund acht Wochen ist diese zusehends stabiler. Aber selbst bei mir, der ich mein Fluoxetin fast drei Jahre durchgängig genommen habe, sind Stimmungsschwankungen nicht ausgeblieben. Seit August nehme ich es wieder, bin seit fast vier Wochen auf 40 mg hoch, und ich hab fast immer noch im Wochenwechsel gute und schlechte Phasen...

    Bzgl. des AD kommen zwei Dinge zusammen:
    Nicht jedes AD wirkt gleich. Falls Du Dich da noch nicht mit beschäftigt hast, solltest Du das bei Gelegenheit mal tun.
    Und zweitens reagiert nicht jeder Mensch auf das gleiche AD gleich - bei dem einen wirkt es, bei dem anderen nicht.
    Der wesentliche Haken ist, daß die meisten gängigen AD im Prinzip "Beiprodukte" anderer medizinischer Forschungen nach Medikamenten für andere Krankheiten sind. Was nicht heißt, daß man sich nicht um Medikamentenforschung bzgl. Depressionen bemühen würde - aber die Wirkmechanismen und Wechselwirkungen gerade auch im individuellen Menschen sind dermaßen komplex und von so vielen Faktoren abhängig, daß die meisten Behandlungserfolge eher zufällig entdeckt werden: Da hat man ein neues Mittel gegen Krebs, probiert es aus und stellt durch Zufall fest, daß es den Probanden auch stimmungstechnisch plötzlich deutlich besser geht.
    Dummerweise hat ein individuelles AD nach allem, was ich so gelesen und im Netz an Erfahrungsberichten gefunden habe, eine Erfolgschance von ca. 40 bis bestenfalls 66% - bei den übrigen Patienten schlägt es nicht an. Diese haben aber Erfolg mit einem anderen AD, welches wiederum bei ersteren keine Besserung bringt...

    Lange Rede, kurzer Sinn:
    Wenigstens bis zur 10./12. Woche herum solltest Du dem AD auf jeden Fall noch geben. Nach rund 6-8 Wochen würde ich den Psychiater mal auf eine leichte Dosiserhöhung ansprechen; manchmal liegt es auch an einer zu niedrigen Dosierung.
    Wenn Du auch nach rund drei Monaten noch keine wesentliche Besserung verspürst, wäre es eventuell Zeit den Psychiater auf einen AD-Wechsel anzusprechen - wie gesagt: Die wirken alle (leicht) unterschiedlich. Ich persönlich könnte bspw. darauf schwören, daß mir das Citalopram zu Anfang meiner Behandlung vor vier Jahren besser geholfen hat als das Fluoxetin jetzt - dummerweise durfte ich das Citalopram wegen Wechselwirkungen mit dem Herzen schon vier Monate später nicht mehr nehmen...

    Also:
    Nach nur fünf oder sechs Wochen ist das bei Dir noch alles im grünen Bereich Leider... oder zum Glück - je nachdem, wie herum man es betrachtet


    Ansonsten, ja, kann ich Dir aus eigener leidvoller Erfahrung der letzten Jahre nur bestätigen, daß das alles aus der "Birne" kommt. Bzw. aus dem Unterbewußtsein. Oder noch genauer wahrscheinlich aus der Amygdala (im Deutschen auch Mandelkern), dem Teil des Gehirns, der automatisch negative Gefühle wie Angst, Wut, Trauer oder auch Depression erzeugt, wenn bestimmte negative Gedanken, Sorgen, Bedrohungsbefürchtungen etc. überhand nehmen. Meiner Meinung nach liegt da viel in unserem individuellen Werdegang begründet - frühe Kindheit, Schulzeit, Jugend, aber auch die ersten Berufsjahre, eventuelle Mobbingerfahrungen usw. All solche negativen Erlebnisse tragen offenbar dazu bei, die Aktivität der Amygdala im Laufe des Lebens tendenziell zu steigern - man ist irgendwann quasi permanent in Alarmbereitschaft.

    Dummerweise trägt unsere moderne, westliche Lebensweise nicht gerade dazu bei, dem im Alltag gut gegensteuern zu können - unsere Tage sind in der Regel von morgens bis abends terminlich durchgeplant, was zusätzlichen Streß und Hektik erzeugt. Viele von uns haben das Gefühl, die Dinge nicht erledigt zu bekommen, nicht kontrollieren zu können, etwas zu verpassen, zu Terminen immer mindestens fünf Minuten zu spät zu kommen usw. - such dir was aus Und dann kommen noch individuelle Ereignisse obendrauf wie eben bspw. die Sache mit der Lehre Deiner Tochter, der Ärger auf der eigenen Arbeit, eventuell ein Chef der einen mobbt, ein Trauerfall, etc.

    Alles Dinge, die unsere Amygdala "alarmieren" und die blöderweise nicht mit dem technologischen und gesellschaftlichen "Fortschritt" mitgehalten hat, sondern noch genauso tickt wie vor Hunderttausenden und Millionen von Jahren. Für unser Gehirn gibt es nur "Bedrohung" - es kann nicht unterscheiden zwischen der frühzeitlichen realen Bedrohung durch einen Säbelzahntiger oder der scheinbaren Gefährdung des eigenen Kindes durch einen bankrotten Betrieb... beides scheint den eigenen Fortbestand und den unserer Familie zu bedrohen.


    Ich bin nach vier Jahren leider auch noch lange nicht so weit wieder "runter" wie ich das gern hätte...
    Aber meiner stets auf Neue bestätigten Überzeugung geht es wirklich nur und ausschließlich über "langsam treten", "ruhig machen", "eins nach dem anderen" - und vorzugsweise einem beruhigenden Ausgleich wie Yoga, Meditation u.ä. Es gibt medizinische Untersuchungen an buddhistischen Mönchen, bei denen die Amygdala im Zuge ihrer jahrzehntelangen Meditationspraxis so klein ist im Vergleich zu uns hektischen Industriemenschen, daß sie selbst im Angesicht von jahrelangen Schicksalschlägen vergleichsweise gelassen, ruhig und unberührt bleiben! :-O

    Ich kann das ansatzweise bestätigen von vorletztem Samstag, als ich selbst einen vierstündigen Meditationskurs mitgemacht habe und mich ab der zweiten Runde dermaßen tiefenentspannt, ruhig und friedlich gefühlt habe, daß glückliche Bilder durch meinen Kopf schossen wie schon lange nicht mehr

    Dummerweise macht auch hier wohl Übung den Meister, und ne vierstündige Meditationspraxis im Alltag zu etablieren, ist leider nicht möglich Trotzdem habe ich mir vorgenommen, mir - und damit meinem Gehirn - soviel Ruhe wie möglich zu gönnen - und wenn es nur fünf Minuten am Tag mit einer Kerze sind. Irgendwann wird sich der Erfolg zeigen


    Also:
    Laß Dich nicht kirre machen, mach Dich selbst nicht kirre!
    Dein Körper funktioniert genau so, wie er es soll. Du bist grundsätzlich kerngesund, es ist - sofern alles körperliche abgeprüft worden ist (?) - wirklich "nur" die Psyche. Du bekommst keinen Alzheimer und auch sonst keine andere Krankheit, Du hast "nur" Depressionen und Ängste - es könnte schlimmer sein (auch, wenn ich das in manchen Momenten selbst kaum glauben kann - aber es ist so).

    Mach weiter Sport, aber übertreibe es nicht (zuviel kann auch irgendwann zur Erschöpfung führen).
    Und beschäftige Dich im Ausgleich wirklich mal mit dem Buddhismus und Meditation, alternativ auch gern natürlich mit christlicher Kontemplation. Auf jeden Fall mit etwas, was Dir wirklich zuverlässig für einige Zeit am Tag echte Ruhe und Entspannung bringt


    LG,
    Alex

    Kommentar


    • Re: Krankheitsängste - geht das auch von der Depression aus? Was kann ich noch tun?

      alex_77

      Guten Morgen und schon mal danke für deinen ausführlichen Bericht!

      Wo soll ich anfangen? Tabletten! Ich habe in den letzten 11 Jahren immer wieder durch die berufliche und familiäre Verantwortung, gerade als Selbstständiger und Unternehmer immer Phasen gehabt wo ich an Grenzen kam, körperlich wie psychisch (hängt ja eh alle zusammen).

      Citalopram habe ich 4-5 mal in der Vergangenheit eingenommen und das klappte nach einigen Wochen auch immer sehr gut und ich konnte mich gut stabilisieren.

      Leider habe ich heuer das Medikament (Einnahme von 01/17-05/17) zu kurz eingenommen und auch sicherlich viel zu schnell ausgeschlichen. 2 Monate nach Beendigung war ich wieder wie am -Anfang. Es könnten auch verzögerte Absetzsymptome des Medikamentes sein. Meine Psychiaterin meinte, dass es natürlich sein kann, dass bei wiederholten Beginn der Einnahme auch die Wirkung länger braucht, bis sich der Spiegel aufgebaut hat. Im gegensatz zu am Anfang bin ich auf jeden Fall schon weiter. In der Einschleichphase war ich Zuhause und machte nur das notwendigste. Zwischenzeitich waren wir 4 Tage auf Winterkurzurlaub auf unserer Hütte.

      Heuer versuchte ich fast 3 Monate lang nach dem wiederauftreten der Beschwerden ohne Medikament irgendwie durchzukommen. Aber ich merkte wie es in Wellen schlechter wurde. So viel wie heuter habe ich mich noch nie mit mir selbst und der gesamten Materie beschäftigt. Bücher gelesen, Internet, youtube, Foren usw.

      In Summe waren es wie schon in der Vergangenheit mehrere Dinge die mich ausgelaugt haben.

      1. Ein sehr durchwachsenes 1 Berufhalbjahr
      2. Demenzkrankheit meiner Adopitvmutter
      3. älteste Tochter zog im Sommer aus
      4. Schwägerin beim Hausbauen geholfen

      Im einwöchigen Urlaub brach dann alles aus und ich war voll ausgelaugt und schwach.
      Ich wollte wegen einer Woche Urlaub nicht nach Kroatien. Am 2 Tag im Urlaub ging es los. Starke Magen-Darmbeschwerden, Der Magen rebelliert, ich bin zum Teil unruhig und fühle mich so schwach. Dann spielt auch etwas die Angst mit. Am Morgen ist es am schlimmsten. Ich komme nicht in die Gänge und fühle mich so unendlich erledigt bis ich gefrühstückt habe. Ab dem 2 Tag nehme ich Magenschoner. Am vorletzten Tag hatte ich eine leichte Panikattacke. Ich überlebe den Urlaub.

      Zuhause noch eine Woche Urlaub, jeden Tag ins Freibad. Ich liege nur herum und tu nicht viel. Gehe wieder zum Arzt mache nochmals großes Blutbild (O.B) wegen der anhaltenden Magen-Darmbeschwerden und dem allgemeinen Schwächegefühl.

      Fange mit 11.08 wieder mit Arbeit an. Fühl mich als gesamtes nicht fit, bin schnell erregt. Habe psychosomatische Beschwerden.

      PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE Symptome IM JUNI/JULI
      Ohrrauschen und speziell am Morgen ein pulsierendes Ohrgeräusch im linken Ohr. Teilweise meldete sich auch der Magen am Morgen durch verkrampfen, schnürren und leichter Übelkeit. Nach dem ich etwas gegessen hatte wurde es besser. Teilweise knirschte ich auch mit den Zähnen in der Nacht und unter Tags wurden gerade bei Kundenterminen leichte Verspannungen und Rückenschmerzen wieder mehr.

      PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE SYMPTOME IM AUGUST

      Mit den Magenschoner wurde es mit dem Magen besser, aber im Allgemeinen fühle ich mich so schwach, müde, ruhebedürftig, kraftlos. Außentermine strengen mich sehr an, aber eher im Vorfeld.

      Im August habe ich 8x Yoga gemacht, welches mir die notwendige Ruhe und Ausgeglichenheit gibt. Teilweise Schwächegefühle - Müdigkeit - kraftlos - Übelkeit, Blähungen, Magendrücken – Gastritis - teilweise Schwitzen auf den Fußsohlen - teilweise hartnäckige Rückenverspannungen mal oben mal unten, traue mich im Moment nicht Mountainbiken oder laufen gehen aus Angst der Kreislauf könnte zusammenbrechen und keiner kann mir helfen, obwohl mein Hausarzt gesagt hat ich kann das bedenkenlos machen. (Hatte Mitte Juli umfangreiche Gesundenuntersuchung mit LEISTUNGS-EKG am Ergometer, Differenzialblutbilduntersuchung). Ich bin davor 3-4-mal die Woche Biken gewesen. Bin aufgrund der allgemeinen Körperlichen Erschöpfung zum Teil sehr ängstlich und bekomme diverse Krankheitsphantasien mitunter nicht aus dem Kopf.

      PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE SYMPTOME IM SEPTEMBER
      Am Abend und am Morgen, wenn es ruhig ist nehme ich ein pulsierendes Pochen im linken Ohr war. Es ist kein Pfeifen, sondern ein pulssynchrones Pochen. Bei akuter Überarbeitung macht sich auch der Magen bemerkbar
      Ich schwitze schnell, Auf Stress reagiere ich sehr rasch mit Nervosität und Unruhe. Krankheitsängste beginnen. habe sehr oft keinen festen Stuhl aber auch keinen Durchfall. Ich mache Yoga (in den letzten 2 Wochen jedoch nicht) und gehe wieder 2-3-mal die Woche Mountainbiken
      Einmal habe ich einen Termin bei derselben Immobilie wo ich Symptome von Herzklopfen, leichtes Ohrrauschen, Schwitzen, Rückenverspannung, leichte Unkonzentriertheit und Kopfkino habe. 2 Tage später die selbe Situation in der gleichen Immobilie und ich habe nichts. Ich werde daraus nicht schlau. Was soll ich davon halten.

      PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE SYMPTOME IM OKTOBER

      Meine 2 vordergründigen Symptome sind zum einen Konzentrationsschwierigkeiten/neben sich stehen zum anderen die mittlerweile niedrige Stresstoleranz. Immer ist irgendetwas damit ich mich mies fühle.

      Einmal sind es Rückenverspannungen, mal mehr mal weniger. Einmal im unteren Rücken, einmal im oberen Rücken. Dann zieht es in den Bauchraum oder die Brust ist verspannt. Ein 3/4 Tag geht es gut und auf einmal ohne ersichtlichen Grund, wie wenn man einen Schalter umlegt fühle ich mich körperlich so schlecht und unwohl, als wenn gleich was passiert. Ich bin hibbelig, nervös, spüre so einen Druck in mir, als ob es mich zerreißen würde. Ich hasse diese Zustände, weil ich sie schon so lange habe. Meine Verdauung streikt auch und seit dem Sommer habe ich immer wieder Tinnitus bzw. pochende Ohrgeräusche im linken Ohr.

      SYMPTOME
      vermehrtes Schwitzen - innere Unruhe - innerer Druck – Nervosität – Beklemmungsgefühl - Magendrücken - Der Rücken verspannt sich - Arbeit erfordert im Moment große Überwindung - Unkonzentriertheit - teilweise neben sich stehen

      So war mein Verlauf in den letzten 4 Monaten. Wie gesagt mir geht es soweit wieder gut die Konzentration wird immer besser und auch diese Depersonalisations- und Derealisationsgefühle werden besser. Ich hatte in den letzten 2 Jahren bis auf die Weihnachtszeit im Sommer nur jeweils nur 1 Woche Urlaub was auch dazu beigetragen hat.

      Ich werde eher nervös und unrund wenn ich nichts zu tun habe. Ich bin auch nicht depressiv,fühle mich eigentlich nicht danach. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass meine von kindesbeinen an angelernte übertriebene Ängstlichkeit und Körperfixierung durch 3 einschneidende Erlebnisse geprägt wurden.

      Mein Therapeut sagte auch ich müsse wieder Vertrauen in meinen Körper finden und mit einem gewissen Restrisiko umgehen lernen. Aber es spielen viele Faktoren da rein.

      Lg

      Kommentar


      • Re: Krankheitsängste - geht das auch von der Depression aus? Was kann ich noch tun?

        alex_77

        Guten Morgen und schon mal danke für deinen ausführlichen Bericht!

        Wo soll ich anfangen? Tabletten! Ich habe in den letzten 11 Jahren immer wieder durch die berufliche und familiäre Verantwortung, gerade als Selbstständiger und Unternehmer immer Phasen gehabt wo ich an Grenzen kam, körperlich wie psychisch (hängt ja eh alle zusammen).

        Citalopram habe ich 4-5 mal in der Vergangenheit eingenommen und das klappte nach einigen Wochen auch immer sehr gut und ich konnte mich gut stabilisieren.

        Leider habe ich heuer das Medikament (Einnahme von 01/17-05/17) zu kurz eingenommen und auch sicherlich viel zu schnell ausgeschlichen. 2 Monate nach Beendigung war ich wieder wie am -Anfang. Es könnten auch verzögerte Absetzsymptome des Medikamentes sein. Meine Psychiaterin meinte, dass es natürlich sein kann, dass bei wiederholten Beginn der Einnahme auch die Wirkung länger braucht, bis sich der Spiegel aufgebaut hat. Im gegensatz zu am Anfang bin ich auf jeden Fall schon weiter. In der Einschleichphase war ich Zuhause und machte nur das notwendigste. Zwischenzeitich waren wir 4 Tage auf Winterkurzurlaub auf unserer Hütte.

        Heuer versuchte ich fast 3 Monate lang nach dem wiederauftreten der Beschwerden ohne Medikament irgendwie durchzukommen. Aber ich merkte wie es in Wellen schlechter wurde. So viel wie heuter habe ich mich noch nie mit mir selbst und der gesamten Materie beschäftigt. Bücher gelesen, Internet, youtube, Foren usw.

        In Summe waren es wie schon in der Vergangenheit mehrere Dinge die mich ausgelaugt haben.

        1. Ein sehr durchwachsenes 1 Berufhalbjahr
        2. Demenzkrankheit meiner Adopitvmutter
        3. älteste Tochter zog im Sommer aus
        4. Schwägerin beim Hausbauen geholfen

        Im einwöchigen Urlaub brach dann alles aus und ich war voll ausgelaugt und schwach.
        Ich wollte wegen einer Woche Urlaub nicht nach Kroatien. Am 2 Tag im Urlaub ging es los. Starke Magen-Darmbeschwerden, Der Magen rebelliert, ich bin zum Teil unruhig und fühle mich so schwach. Dann spielt auch etwas die Angst mit. Am Morgen ist es am schlimmsten. Ich komme nicht in die Gänge und fühle mich so unendlich erledigt bis ich gefrühstückt habe. Ab dem 2 Tag nehme ich Magenschoner. Am vorletzten Tag hatte ich eine leichte Panikattacke. Ich überlebe den Urlaub.

        Zuhause noch eine Woche Urlaub, jeden Tag ins Freibad. Ich liege nur herum und tu nicht viel. Gehe wieder zum Arzt mache nochmals großes Blutbild (O.B) wegen der anhaltenden Magen-Darmbeschwerden und dem allgemeinen Schwächegefühl.

        Fange mit 11.08 wieder mit Arbeit an. Fühl mich als gesamtes nicht fit, bin schnell erregt. Habe psychosomatische Beschwerden.

        PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE Symptome IM JUNI/JULI
        Ohrrauschen und speziell am Morgen ein pulsierendes Ohrgeräusch im linken Ohr. Teilweise meldete sich auch der Magen am Morgen durch verkrampfen, schnürren und leichter Übelkeit. Nach dem ich etwas gegessen hatte wurde es besser. Teilweise knirschte ich auch mit den Zähnen in der Nacht und unter Tags wurden gerade bei Kundenterminen leichte Verspannungen und Rückenschmerzen wieder mehr.

        PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE SYMPTOME IM AUGUST

        Mit den Magenschoner wurde es mit dem Magen besser, aber im Allgemeinen fühle ich mich so schwach, müde, ruhebedürftig, kraftlos. Außentermine strengen mich sehr an, aber eher im Vorfeld.

        Im August habe ich 8x Yoga gemacht, welches mir die notwendige Ruhe und Ausgeglichenheit gibt. Teilweise Schwächegefühle - Müdigkeit - kraftlos - Übelkeit, Blähungen, Magendrücken – Gastritis - teilweise Schwitzen auf den Fußsohlen - teilweise hartnäckige Rückenverspannungen mal oben mal unten, traue mich im Moment nicht Mountainbiken oder laufen gehen aus Angst der Kreislauf könnte zusammenbrechen und keiner kann mir helfen, obwohl mein Hausarzt gesagt hat ich kann das bedenkenlos machen. (Hatte Mitte Juli umfangreiche Gesundenuntersuchung mit LEISTUNGS-EKG am Ergometer, Differenzialblutbilduntersuchung). Ich bin davor 3-4-mal die Woche Biken gewesen. Bin aufgrund der allgemeinen Körperlichen Erschöpfung zum Teil sehr ängstlich und bekomme diverse Krankheitsphantasien mitunter nicht aus dem Kopf.

        PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE SYMPTOME IM SEPTEMBER
        Am Abend und am Morgen, wenn es ruhig ist nehme ich ein pulsierendes Pochen im linken Ohr war. Es ist kein Pfeifen, sondern ein pulssynchrones Pochen. Bei akuter Überarbeitung macht sich auch der Magen bemerkbar
        Ich schwitze schnell, Auf Stress reagiere ich sehr rasch mit Nervosität und Unruhe. Krankheitsängste beginnen. habe sehr oft keinen festen Stuhl aber auch keinen Durchfall. Ich mache Yoga (in den letzten 2 Wochen jedoch nicht) und gehe wieder 2-3-mal die Woche Mountainbiken
        Einmal habe ich einen Termin bei derselben Immobilie wo ich Symptome von Herzklopfen, leichtes Ohrrauschen, Schwitzen, Rückenverspannung, leichte Unkonzentriertheit und Kopfkino habe. 2 Tage später die selbe Situation in der gleichen Immobilie und ich habe nichts. Ich werde daraus nicht schlau. Was soll ich davon halten.

        PSYCHISCHE UND KÖRPERLICHE SYMPTOME IM OKTOBER

        Meine 2 vordergründigen Symptome sind zum einen Konzentrationsschwierigkeiten/neben sich stehen zum anderen die mittlerweile niedrige Stresstoleranz. Immer ist irgendetwas damit ich mich mies fühle.

        Einmal sind es Rückenverspannungen, mal mehr mal weniger. Einmal im unteren Rücken, einmal im oberen Rücken. Dann zieht es in den Bauchraum oder die Brust ist verspannt. Ein 3/4 Tag geht es gut und auf einmal ohne ersichtlichen Grund, wie wenn man einen Schalter umlegt fühle ich mich körperlich so schlecht und unwohl, als wenn gleich was passiert. Ich bin hibbelig, nervös, spüre so einen Druck in mir, als ob es mich zerreißen würde. Ich hasse diese Zustände, weil ich sie schon so lange habe. Meine Verdauung streikt auch und seit dem Sommer habe ich immer wieder Tinnitus bzw. pochende Ohrgeräusche im linken Ohr.

        SYMPTOME
        vermehrtes Schwitzen - innere Unruhe - innerer Druck – Nervosität – Beklemmungsgefühl - Magendrücken - Der Rücken verspannt sich - Arbeit erfordert im Moment große Überwindung - Unkonzentriertheit - teilweise neben sich stehen

        So war mein Verlauf in den letzten 4 Monaten. Wie gesagt mir geht es soweit wieder gut die Konzentration wird immer besser und auch diese Depersonalisations- und Derealisationsgefühle werden besser. Ich hatte in den letzten 2 Jahren bis auf die Weihnachtszeit im Sommer nur jeweils nur 1 Woche Urlaub was auch dazu beigetragen hat.

        Ich werde eher nervös und unrund wenn ich nichts zu tun habe. Ich bin auch nicht depressiv,fühle mich eigentlich nicht danach. Ich gehe nach wie vor davon aus, dass meine von kindesbeinen an angelernte übertriebene Ängstlichkeit und Körperfixierung durch 3 einschneidende Erlebnisse geprägt wurden.

        Mein Therapeut sagte auch ich müsse wieder Vertrauen in meinen Körper finden und mit einem gewissen Restrisiko umgehen lernen. Aber es spielen viele Faktoren da rein.

        Lg

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        • Re: Krankheitsängste - geht das auch von der Depression aus? Was kann ich noch tun?

          Ich finde mich in zahlreichen Deiner Symptome wieder, wenn Dich das etwas beruhigt
          Gastritis hatte ich im Vorfeld des Ausbruchs meiner Depri-Angststörung von 2011 bis 2013 für rund anderthalb Jahre. War gar nicht schön. Ich wußte zwar, daß es am Streß liegen mußte, wußte damals noch überhaupt nicht, wie ich damit umgehen und was ich streßtechnisch ändern sollte - das Hamsterrad hatte mich voll im Griff. Abgesehen davon, Pantoprazol zu schlucken...

          Was mir da aber durchaus sehr geholfen hat, war, meine Ernährung ein kleines bißchen anzupassen, gerade in der akuten Phase der Gastritis: Massive Reduzierung von Kohlehydraten, Brot oder Müsli nur morgens, vorzugsweise Vollkorn (Knäckebrot, getoasteten Toast, Roggen, Dinkel, Chia, etc.). Vor allem keine "weißen" Brötchen mehr seitdem. Praktisch keine Friteusen-Kantinen-Pommes mehr, keine Friteusen-Kantinen-Schnitzel mehr. Überhaupt deutlich weniger Kartoffeln, stattdessen zu Mittag gern mal Nudeln oder Reis, aber max. 1/3 der Gesamtmahlzeit - der Rest eben Fisch, Fleisch, Gemüse. Möglichst keine Kantinen-Großküchen-Saucen - da sind mehr Geschmacksverstärker und Glutamat drin als irgendwas anderes. Süßkram sowieso nur noch in Maßen. Abends meistens Salat, gemischt, mit Thunfisch oder Mozzarella, auch mal mit Schinken oder Käse - aber Hauptsache viel Grün und Gemüse. Oder ne Avocado und ein Knäckebrot mit Kassler oder so. Bananen gingen bei mir eigentlich immer, auch, wenn ich total down war und praktisch null Appetit hatte => basisches Lebensmittel, reguliert den Säurehaushalt im Magen sehr gut. Mit sauren Obstsorten wie Äpfeln und Orangen etwas vorsichtig sein, vor allem mit den entsprechenden Säften!

          Diese Ernährungsanpassung (von Umstellung möchte ich eigentlich nicht sprechen) halte ich im Wesentlichen bis heute, vor allem was unnötige Kohlenhydrate ab Mittag und den Salat abends angeht. Mittlerweile ist mein Magen die meiste Zeit ruhig genug, daß auch Süßkram wieder besser geht - gerade zur Weihnachtszeit jetzt eine meiner Schwächen Auf jeden Fall brauche ich Pantoprazol nur noch ein paar Mal im Jahr für ein paar Tage, ansonsten tun es bei Bedarf Iberogast oder Zirkulin Magenpastillen.

          Klar - ich hab trotzdem meine Angst-Depri - aber wenigstens der Magen gibt die meiste Zeit Ruhe

          Und: So blöd es klingt: Kaugummi-Kauen hilft mir seltsamerweise auch etwas gegen Völlegefühl und Magenbeschwerden, solange es nicht zu heftig ist. Keine Ahnung warum; vielleicht kurbelt das ständige Kauen irgendwie die Verdauung besser an...

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          • Re: Krankheitsängste - geht das auch von der Depression aus? Was kann ich noch tun?

            Ansonsten: Rückverspannungen, Schwitzen, Ohrenklingeln / -pochen / -sausen, Müdigkeit, Schlappheit - könnte mein Tagebuch an (zu) vielen Tagen sein Bis vor nem Jahr auch häufiger Herzklopfen / -drücken, das ist aber seltsamerweise in den letzten Monaten kaum noch aufgetreten.

            Meiner Erfahrung nach hilft da wirklich nur: Annehmen, akzeptieren, sich nicht kirre machen.
            Das sind keine körperlichen Leiden, das ist unser inneres Alarmsystem, das mit der ständigen Bereitschaft immer wieder überfordert ist.

            Ich hatte in den letzten 2 Jahren bis auf die Weihnachtszeit im Sommer nur jeweils nur 1 Woche Urlaub was auch dazu beigetragen hat.
            Das erscheint mir wirklich krass zu wenig... da solltest Du auch etwas dran ändern, wenn es nur irgendwie geht.

            Mein Therapeut sagte auch ich müsse wieder Vertrauen in meinen Körper finden und mit einem gewissen Restrisiko umgehen lernen. Aber es spielen viele Faktoren da rein.
            Sagten mir mein Arzt und mein Therapeut auch: "Alex, Sie haben Ihr Urvertrauen in sich und in Ihr Leben verloren."

            => Das ist meiner Meinung nach auch ein Erbe unserer schnellebigen, stressigen Zeit, in der eben keine Zeit und Gelegenheit mehr bleibt, Luft zu holen, richtig zu verschnaufen, mal wirklich tage- und wochenlang nicht irgendeine dringende Aufgabe vor der Brust zu haben. Wir kommen nicht mehr dazu, in uns hineinzuhorchen und festzustellen, daß alles ok und in Ordnung ist - die nächste Pflicht ruft; ein Anruf von der Schule, das Kind hätte sich verletzt; die Nachricht über die Krankheit oder den Tod eines Angehörigen; das kaputte Auto, auf das man angewiesen ist, usw.

            Ich denke deswegen wirklich, daß der einzige Weg zur Heilung unserer Beschwerden und zur Wiederentdeckung dieses verloren gegangenen Vertrauens in der Ruhe, der Stille und der Meditation liegt. Ich kann Dir nur empfehlen, Dich mal in die Materie etwas einzulesen - das ganze also weniger von der wissenschaftlich-medizinischen Seite aus anzugehen, sondern mehr von der menschlich-spirituellen. Falls Du da Anregungen haben möchtest, gib mir Bescheid - ansonsten will ich Dich hier mal nicht unnötig zuballern

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            • Re: Krankheitsängste - geht das auch von der Depression aus? Was kann ich noch tun?

              ja danke schicke mir mal ein paar Anregungen oder einen link bzgl. Meditation. ich mache seit 2 Wochen eine Atemmeditation wo ich mich nur auf den Atem konzentriere und das tut gut so. Leider bin ich ein ungeduldiger Mensch der am liebsten schnell wieder der Alte/gesund sein will, aber das geht halt nicht so schnell, vielleicht auch gut so.

              Angst und Panik habe ich ja keine mehr, jedenfalls nicht bewusst, aber das die Konzentration ist noch nicht auf 100 Prozent. Wenn ich Angst hätte, dann würde ich doch nicht 2 Stunden im finsteren mit der Stirnlampe im Wald und Berg spazieren oder wandern gehen, oder???

              Ich bin ja auch nicht typsich depressiv das mich alles auf der Welt am Arsch geht und ich keine Freude mehr an Sachen habe. Ich habe spaß am Sex mit meiner Frau und verkrieche mich auch nicht Zuhause.Was ich merke ist,dass ich seeeehr die Ruhe und die Stille am Abend genieße, ein paar Kerzen ruhige Musik, dann mache ich mal progressive Muskelentspannung nach Jackobsen und meine Atemmeditation. Ich merke einfach das ich am Morgen gerne länger schlafe und

              Hattest oder hast du auch in deiner Phase auch diese Anflüge von neben sich stehen, Unwirklichkeitsgefühle,Watte im Kopf, nicht ganze bei der Sache zu sein, da zu sein?

              ich habe darüber schon viel gelesen und mir auch ein Buch gekauft und weiß dass das wieder weggeht wenn man nicht den Fous darauf legt. Wenn das nicht mehr ist, dann bin ich zu 100 Prozent weider hergerichtet.

              Lg

              Kommentar



              • Re: Krankheitsängste - geht das auch von der Depression aus? Was kann ich noch tun?

                Angst und Panik habe ich ja keine mehr, jedenfalls nicht bewusst, aber das die Konzentration ist noch nicht auf 100 Prozent. Wenn ich Angst hätte, dann würde ich doch nicht 2 Stunden im finsteren mit der Stirnlampe im Wald und Berg spazieren oder wandern gehen, oder???
                Doch, womöglich schon
                Angst und Panik kannst Du so nicht verallgemeinern:
                Angst entsteht da, wo wir Kontrollverlust befürchten. Bei welchen Situationen im Leben das für den Einzelnen der Fall ist, ist verschieden: Der eine kann nicht mehr unter Menschen gehen, kriegt Panik im Supermarkt. Der nächste kann sich nicht mehr entscheiden, was er kochen soll, kriegt Panik. Ein Dritter hat in der Tat Angst vor der Dunkelheit, kann nur noch tagsüber vor die Tür gehen. Wieder andere - so wie bspw. ich - haben offenbar ganz pauschal Angst vor dem Leben im Allgemeinen, vor zukünftigen Ereignissen, vor Verlusten, fühlen sich im Dunkeln vielleicht auch nicht immer wohl - haben aber trotzdem keine ausgesprochene Angst, durch einen dunklen Wald zu laufen. Weil sie darüber glauben, gewissermaßen die Kontrolle zu behalten, sie können ja jederzeit abbrechen und wieder nach Hause gehen. Die Zukunft - ganz gleich ob Alltagsstreß oder Schicksalsschläge - allerdings können sie nicht beeinflussen, das liegt außerhalb der Kontrolle von jedem von uns.

                Wenn Du aktuell keine Angst und Panik mehr hast, ist das sehr gut
                Sollte da was wiederkommen, müßtest Du allerdings mal sehen, woher sie kommt. Gut möglich, daß Du trotz Angst im Wald spazieren gehen kannst und Dich dabei sogar verhältnismäßig entspannst

                Was ich merke ist,dass ich seeeehr die Ruhe und die Stille am Abend genieße, ein paar Kerzen ruhige Musik, dann mache ich mal progressive Muskelentspannung nach Jackobsen und meine Atemmeditation. Ich merke einfach das ich am Morgen gerne länger schlafe und
                Leider bin ich ein ungeduldiger Mensch der am liebsten schnell wieder der Alte/gesund sein will,
                Wenn das nicht mehr ist, dann bin ich zu 100 Prozent wieder hergerichtet.
                Ja, ich weiß, was Du meinst. Geht mir genauso.

                Ich glaube aber auch, das ein wesentlicher Schritt zur Heilung hin der ist, sich klarzumachen, daß es unter Umständen nie wieder so wie vorher sein wird. Wir setzen uns selbst zusätzlich unter Druck, wenn wir versuchen, wieder "der Alte" werden zu wollen, einfach, weil das womöglich nie wieder der Fall sein wird.

                Anhand Deines Nicks vermute ich mal, daß Du um die 39 herum bist, 1-2 Jahre jünger als (werde im Februar 41). Ich mache mit meiner Depri-Angst und dem ganzen Streß seit vier Jahren herum, da war ich Mitte 36.
                Ich denke, wir müssen lernen uns damit abzufinden, daß wir mit knapp 40 und darüber eben keine 20 mehr sind. Natürlich sind wir auch noch keine 50, 60 oder 70, und wir haben noch eine Menge Leben vor uns. Aber unser Körper ist eben schon rund 40 Jahre alt, hat einiges mitgemacht, und auch unsere Psyche ist schon rund 40 Jahre alt und hat etliches erlebt. Manche stecken all solche Erfahrungen und schlimmeres weg, kriegen niemals solche Probleme wie wir, oder erst mit 50, 60 oder 70. Andere sind zwar nicht psychosomatisch gestreßt, kriegen aber mit 35 oder 48 Krebs oder nen Schlaganfall... Wieder andere werden schon in der Jugend oder Anfang 20 von Ängsten und Depressionen gebeutelt und leben am Ende noch 50, 60, 80 Jahre damit... (google mal nach Winston Churchill!).

                Ich will damit einfach darauf hinaus, daß wir in der Mitte unseres Lebens eben genau sind, wo wir sind: In der Mitte unseres Lebens. Wir sind keine 20 mehr, keine 30 mehr. Wir haben Erfahrungen gemacht, die uns zu dem gemacht haben, was wir sind. Sich mit aller Gewalt zu wünschen und dahin zu drängen, wieder "der Alte" werden zu wollen, macht nur zusätzlichen Streß. "Der Neue" Alex oder Natureboy muß aber nicht zwangsläufig schlecht sein - er ist der Alte plus neue Erfahrungen und Überzeugungen minus etwas Ballast, den man im Verlauf der Zeit gelernt hat über Bord zu werfen.


                Klingt jetzt alles vielleicht einfacher als es ist... kann ich ein Lied von singen. Ich wünschte, ich wäre auch nur ansatzweise in der Umsetzung so weit, wie es sich vielleicht lesen mag. Trotzdem übe ich mich darin, die Dinge und mein Leben, meine "Krankheit" bzw. Wahrnehmungsstörung oder was-auch-immer-es-ist, immer wieder so zu sehen: Als einen Abschnitt in meinem Leben, der aktuell (leider) dazugehört (und nicht immer schön ist *seufz*).
                Ich denke, ich habe es geschafft, wenn ich die eingeklammerten, negativ wertenden Worte nicht mehr so benötige - kein "leider" und kein "nicht schön". Derzeit kommen sie allerdings immer noch immer wieder mit hoch.

                Also, in der Tat: Übe Dich in Geduld, lege den Fokus auf andere Dinge. Wobei Dir Meditation, Kerzen und ruhige Musik und PME nach Jacobson garantiert sehr helfen werden

                Links suche ich Dir noch raus, muß jetzt flitzen Sohnemann abholen (Alltagsstreß läßt grüßen *g*).

                LG

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                • Re: Krankheitsängste - geht das auch von der Depression aus? Was kann ich noch tun?

                  Danke, mit "der Alte werden" ist vielleicht ein wenig falsch formuliert. Ich darf auch Ängste haben und Befindlichkeitsschwankungen. Nur diese Gefühl des neben sich stehen, Unwirklichkeitsgefühle, nicht richtig bei der Sache zu sein brauche ich nicht wirklich.

                  Ich will einfach psychisch fit und gesund sein und gebe zu das ich mich vielleicht viel zu viel Stress, wer kanns mir verdenken?

                  Ich müsste mir so wie meine Frau ein Leck mich am A..... Gefühl aneignen. Aktuell habe ich keine Schmerzen und keine Panikattacken. Jahreszeitlich bedingt is schon der Antrieb weniger aber ansonsten könnte ich mich nicht Beschweren bis auf meine in abgeschwächter Form noch vorhandener Depersonalisation und Derealisation

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                  • Re: Krankheitsängste - geht das auch von der Depression aus? Was kann ich noch tun?

                    alex_77

                    Schreiben wir bitte auf dem Tread weiter

                    https://www.onmeda.de/forum/psychiat...ahrungen/page3

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