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Unaufhaltsamer Gewichtsverlust nach Infektion

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  • Unaufhaltsamer Gewichtsverlust nach Infektion

    Liebe Experten, liebe Mitglieder,

    ich hatte vor ca. 3,5 Wochen eine bakterielle Infektion mit Campylobacter Jejuni (nachgewiesen durch Stuhlprobe, EHEC fraglich positiv).

    Beschwerdebild: 1 Tag Erbrechen, 41 Grad Fieber, Schüttelfrost, Gliederschmerzen | 3-5 Tage starken Durchfall mit starken Bauchkrämpfen und hellem Blut im Stuhl. 2-3 kg Gewicht verloren. Blutbild: hohe CRP- und LDH-Werte. Dann Besserung der Symptomatik. Blutwerte rückläufig.

    Therapie: fiebersenkende Mittel (Novuminsulfon?), Elektrolyte

    Verlauf: Stuhlgang nach ca. 14 Tagen wieder normal, bis dato aber teilweise auch Verstopfung und breiiger Stuhlgang im Wechsel. Appetit gut. Ausgewogene und gesunde Ernährung. Ca. 2800 kcal täglich. Trotzdem kontinuierliche Gewichtsabnahme (inzwischen 6 kg in 3 Wochen)

    18.09.2016: Bauschmerzen so stark, dass ich ins KH gefahren bin. Kein Durchfall.
    Stationäre Aufnahme bis 22.09.2016.

    Untersuchungen im KH: Ultraschall Abdomen, EKG, Schilddrüse, Test auf Diabetes, Magen- und Darmspiegelung, MRT Sellink mit Kontrastmittel i. v. und zusätzlich 2 Liter oral, Blutbild soweit unauffällig.

    Koloskopie:

    Kolon: Regelrechte SH-Verhältnisse im Rektum. Im distalen Sigma fleckiges SH-Erythem ohne ulzerösen Veränderungen. Im Sigma bei ca. 35 cm ab ano eine gestielte entzündlich veränderte polypoide Formation DD Pseudopolyp, vorerst belassen. Im gesamten restlichen eingesehenen Colon und Rektum regelrechte Schleimhaut, Haustrierung und Gefäßzeichnung. Ausschluss von Divertikeln und entzündlichen Veränderungen. Die IC Klappe zeigt sich mit flachen ulcerösen Schleimhautveränderungen, gut passierbar. Gute Intubation und Einsicht ins terminale Ileum, hier regelrechte Schleimhaut und Gefäßzeichnung im terminalen Ileum.

    Histologie:

    1)Terminales Ileum: weitgehend unauffällige Ileumschleimhaut. Kein Anhalt für eine Enteritis.

    2)Bauhin'sche Klappe: Schleimhaut mit schlanken Zotten sowie becherzellreichem Epithel und Kryptenanteilen, das Stroma fibrinoid verquollen, etwas vermehrtes entzündliches Infiltrat, kleinherdiger Epithelverlust.

    3)Coecum: Colonschleimhaut mit regelrechter Kryptenarchitektur, im Stroma und Epithel etwas vermehrtes entzündliches Infiltrat, an einer Stelle ein Kryptenabzess.

    4)Colon ascendens: In den Stufenschnitten eine Colonschleimhaut mit becherzellreichen Krypten und regelrechter Architektur. Kein vermehrtes entzündliches Infiltrat, unauffälliges Oberflächenepithel.

    5)Rechte Flexur, Colon transversum, linke Flexur, Colon descendens, Sigma + Rectum: Gleichartiger Befund.

    Zusammenfassende Diagnose: 2)bis 10)Bei weitgehend unauffälliger Schleimhaut in den Stufenbiospien vom Colon ascendens bis zum Rectum findet sich an der Bauhin'schen Klappe und im Coecum eine entzündlich alterierte Mucosa, an der Klappe zusätzlich eine umschriebene Erosion. Die entzündlichen Veränderungen im vorliegenden Material ohne sichere Chronizitätszeichen, ätiologisch nicht sicher zuzuordnen. Zunächst kommt durchaus eine mikrobiell bedingte Veränderung infrage, dd NSAR. Eine primäre chronische entzündliche Darmerkrankung ist an den hier vorliegenden Erstbiospien jedoch nicht mit Sicherheit auszuschließen. Evtl. Verlaufsbeobachtung.

    Biopsien (jeweils 5): kein Anhalt auf Malignität, kein MC oder CU

    Befund ÖGD:

    Ösophagus: Normale Schleimhaut im gesamten Verlauf, scharfe Z-Linie, kein Nachweis einer Hernie. Fest schließendes Cardia, keine Refluxzeichen.

    Magen: Normale Schleimhaut in allen Abschnitten, unauffälliges Faltenrelief, Pylorus regelrecht. Lediglich im Antrum kleinkurvaturseitig eine flache gut abgrenzbare zirkuläre weißliche SH Läsion welche biospiert wurde.

    Duodenum: normaler, gut aufdehnbarer Bulbus. Doudenum bis pars discendens unauffällig.

    Histologie:

    1)Duodenum/Bulbus: ohne eindeutigen pathologischen Befund. Kein Anhalt für eine Zottenatrophie oder einen Morbus Whipple, kein histologischer Nachweis von Mikroorganismen.

    2.)Antrum kleinkurvaturseitig: minimale chronische Gastritis mit foveolärer Hyperplasie. Helicobacter pylori sind mikroskopisch nicht nachweisbar. H.p. negativ.

    3)Antrum: Geringgradige chronische (inaktive) Gastritis. H.p negativ.

    4)Corpus: minimale chronische Gastritis. H.p negativ.

    Biospien (jeweils 5): HP negativ, kein Anhalt auf Malignität

    Befund MRT Enteroklysma:

    Kein Pleuraerguss. Leber ohne suspekte Leberherdbefunde. Gallenblase ohne Konkrementnachweis. Intra- sowie extrahepatische Gallenwege nicht erweitert. Beide Nieren regelrecht. Kein Harnstau. Milz nicht vergrößert. Pankreasorgane sowie übrige Oberbauchorgane regelrechte Darstellung. Das terminale Ileum zeigt sich allenfalls diskret wandbetont mit diskret vermehrten Kontrastmittelenhancements. Nach i.v. Kontrastmittelapplikation, vereinbar mit gering entzündlichen Veränderungen z. B. im Rahmen einer CED. Die übrigen Darmstrukturen regelrecht zur Darstellung. Kein Hinweis von höhergradigen Stenosierungen und prästenotischen Dilatationen. Kein Nachweis von freier Flüssigkeit im Abdomen.


    Fragestellung:

    1. Warum nehme ich weiter an Gewicht ab trotz normaler Nahrungszufuhr?
    2. Kann ich meinem Darm etwas Gutes tun?
    3. Seit der Endoskopie habe ich Bauschmerzen, so eine Art Nüchternschmerz und Druck im (Ober)Bauchraum, besonders nachts immer um die gleiche Uhrzeit. Tagsüber habe ich das nicht. Woher kommt das?

    Angaben zu mir: männlich, 27 Jahre, keine Vorerkrankungen

    Vielen Dank für Ihre Hilfe.
    MfG

  • Re: Unaufhaltsamer Gewichtsverlust nach Infektion

    Ergänzung:

    Ich verspüre tagsüber des Öfteren Rückenschmerzen auf Höhe des Sternums und wache seit einigen Tagen jede Nacht mit einem Nüchternschmerz (Ziehen) auf. Ich schlafe dann aber meist relativ schnell wieder ein. Tagsüber habe ich den Nüchternschmerz NICHT.

    Könnte auch die Bauchspeicheldrüse dahinterstecken? Laut Bericht vom MRT Sellink scheint damit aber alles soweit in Ordnung zu sein...

    Ich habe einfach nur große Angst, weil ich wirklich jeden Tag ca. 0,5 kg Gewicht verliere.

    Das Kuriose: Mir geht es sonst sehr gut. Ich esse sehr viel und fühle mich körperlich ansonsten auch gesund/fit.

    Ich freue mich, von Ihnen zu lesen, Dr. Hennesser.

    Kommentar


    • Re: Unaufhaltsamer Gewichtsverlust nach Infektion

      Daß Ihre kürzlich erlebte Infektion noch nachwirkt ist absolut normal. Angesichts der durchgeführten Untersuchungen können Sie beruhigt sein und jegliche Sorge vor etwas Bösartigem ist wirklich unbegründet. Ich würde den Verlauf abwarten.

      Kommentar


      • Re: Unaufhaltsamer Gewichtsverlust nach Infektion

        Vielen Dank für Ihre Einschätzung. Das beruhigt mich doch sehr.

        Ist es unbegründet, an eine Pankreasinsuffizienz zu denken? Das MRT Sellink hatte ja laut Befund eine unauffällige Pankreas dargestellt. Ist ein unauffälliger MRT-Bericht sicher genug, um etwas Bösartiges an diesem Organ auszuschließen?

        Ich habe nach dem Stuhlgang auch immer einen Fettfilm auf dem Toilettenwasser beobachten können.

        Wenn Sie mir das noch beantworten könnten, wäre das klasse. - Vielen Dank.

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        • Re: Unaufhaltsamer Gewichtsverlust nach Infektion

          Leider gibt es beim Pankreaskarzinom KEINE Untersuchung die sicher genug ist um danach zu sagen daß ein Krebs ausgeschlossen ist.

          Kommentar