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Rektumkarzinom

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  • Rektumkarzinom

    Nachdem ich zuerst 8 wochen lang auf eine Analfissur hin behandelt wurde, (trotz rektoskopie) wurde bei mir vor 2 Wochen ein Rektumkarzinom diagnostziert. Um den Fehler des Kollegen wieder gut zu machen hat die Ärztin in der Klinik alles dran gesetzt MRT, CT, Blut, Ultraschall etc., so dass ich jetzt schon stationär aufgenommen bin und schon 2 Tage Bestrahlung, 2x 24 Stunden chemo fu5 bekommen habe. MORGEN GEHT ES FÜR WEITERE 3 TAGE MIT DIESEM SCHEMA WEITER. Dann 3 Wochen reine Bestrahlung 5 x Woche. Dann ein weiterer 5 Tageblock chemo und bestrahlung. Dann 5 Wochen Pause mit Blutbildkontrollen und dann op. Die Verkleinerung des Tumors soll zum erhalt des anus beitragen. Man spricht von einer Tumorgröße T3 der die Darmwand durchbrochen hat. In den Lymphknoten sind keine Metastasen. Auch sonst im gesamten Körper von Locke bis Socke alles ok.
    Die Ärzte sprechen von Heilung und guten Chancen. Für eine Zweitmeinung blieb jetzt keine Zeit, da man die Wochen des Nichtentdecken des Tumors aufholen wollte. Die ersten beiden Tage chemo habe ich gut und ohne nebenwirkungen vertragen. Zusätzliche Erkrankungen habe ich nicht. Habe immer versucht gesund zu leben. Ach ja. Ich bin weiblich und 56 Jahre alt. Sehen auch Sie für mich gute Chancen. Ich bin noch so verunsichert. Es ging jetzt alles so schnell. Vor 14 Tagen noch dachte ich, ich sei toppfit und gesund.


  • Re: Rektumkarzinom

    Die Statistik liegt bei etwa 80% Chancen auf eine dauerhafte Heilung unter Ausnutzung der Strahlen-und Chemotherapie vor und der Chemotherapie nach der OP. Das Vorgehen ist absolut in Ordnung und entspricht den Leitlinien. Man kann davon ausgehen daß der Tumor seit vielen Monaten besteht, seine Vorstufen (polypen) möglicherweise schon seit vielen Jahren. Insofern geht es nicht so sehr ums "Zeit aufholen" sondern um eine jetzt vernünftige Therapie, das ist offenbar der Fall.

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    • Re: Rektumkarzinom

      Sehr geehrter herr dr. Hesser, vielen lieben dank für ihre antwort. Habe nun 25 bestrahlungen und den 2. Chemozyklus hinter mich gebracht. Letzte bestrahlung mittwoch 17.08.. habe jetzt seit ca. 2 wochen starke durchfälle z. T. mit etwas blut. Und sehr starken stuhldrang. Kaum beherrschbar. Wie lange dauern diese durchfälle an oder was kann ich sonst noch tun. Nehme 4 x 2 Tannacomp, 4 x immodium und gegen die schmerzen novalgin. War sehr unzufrieden mit dem arztgespräch zwecks der operation, die im oktober terminiert ist. Ich wurde nicht wirklich aufgeklärt. Arzt meinte nur... da machen wir einen bauchschnitt. Alles weitere sei zu schwierig. Tumor ist 5 bis 7 cm vom anus entfernt. Ich denke es wäre angebracht eine zweite meinung einzuholen. Was meinhen Sie? Vielen Dank!

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      • Re: Rektumkarzinom

        Onkologisch ist das Vorgehen in Ordnung. Ihre Probleme während der Bestrahlung werden mit Ende derer schrittweise weniger, die Bestrahlung dieser Region bleibt fast nie ohne Nebenwirkungen. In der Tat wird Ihr Operateur sich vorab nicht festlegen ob ein Stoma notwendig ist, dafür ist die Lage zu knapp am Anus. Bei 5-7cm haben Sie aber gute Chancen daß ein Stoma nicht notwendig sein wird.

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        • Re: Rektumkarzinom

          Sehr geehrter Herr Dr. Hennesser, auch um anderen Patienten Mut zu machen:
          Ich wurde im Oktober 2016 operiert. Der Tumor wurde entfernt. 10 Stunden OP. Ich bekam ein temporäres Stoma, an das ich mich schnell gewöhnt hatte. Das Ergebnis der OP war - kurz gefasst - T3 M0 N0 R0 V0 G2.
          Nach ca. 8 Wochen begann die 1. ambulante Chemo. Capecitabin. 2 Wochen Tabletteneinnahme, 1 Woche Pause.
          4 Blöcke habe ich gemacht. Den 5. habe ich abgelehnt, da ich merkte, dass es mir an die Substanz ging. Ab diesem Zeitpunkt habe ich eine Misteltherapie begonnen, die ich bis heute - mit Pausen - weiterführe. Anthroposophische Klinik in Öschelbronn.
          Im Juni 2017 wurde mir das Stoma wieder rückverlegt, was anfänglich auch nicht ganz unproblematisch war, aber (bis heute) mit 2 x täglich Loperamid und 2 x täglich Mucofalk relativ gut funktioniert. Ich gehe zur Lymphdrainage und Krebsrehasport.
          Seit Ende August bin ich wieder im Arbeitsleben und meine 1. große Nachuntersuchung habe ich hinter mir. Tumormarker, Lebersono, Koloskopie. Alles ok. Und ich hoffe, es bleibt so.

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          • Re: Rektumkarzinom

            Sehr geehrter Herr Dr. Hennesser, eine Frage habe ich, die mir nicht ganz klar ist und die ich auch nirgends "rauslesen" kann.
            Ich hatte im November 2017 eine komplette Darmspiegelung die ohne Befund war. Der Proktologe sagte, im gesamten Darm seien keine Anzeichen eines Rezidivs oder neuen Polypen oder ähnlichem. Erst in 3 Jahren soll ich wieder zur nächsten Spiegelung kommen
            Man liest ja immer wieder, dass die meisten Rezidive in den ersten zwei Jahren (OP war im Oktober 2016) wiederkehren. Muss ich mir da jetzt keine Gedanken machen?
            Vielen Dank!

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