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großer tumor ohne veränderte Zellen

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  • großer tumor ohne veränderte Zellen

    Sehr geehrter Dr. Hennesser,
    bei meinem Vater (69) ist am 21. Mai eine Koloskopie versucht worden. Leider ist dabei ein Tumor entdeckt worden, an dem der Arzt mit seinem Gerät nicht vorbei konnte. Typische Anzeichen, wie Durchfall, Schleim im Stuhl usw. waren bereits seit vor Ostern vorhanden. Nun mußte er wegen der Gefahr eines Darmdurchbruches im Krankenhaus bleiben. Eine Gewebeprobe wurden eingeschickt. Es wurde festgestellt, daß es sich um eine Vorstufe handelt, bzw. wohl noch keine veränderten Zellen festzustellen sind. Es wurde eine 2. Probe sowie heute eine 3. Probe entnommen. Die 2. Probe hat das gleiche Ergebniss wie die 1. ergeben. Der derzeitige Stand der Dinge ist, daß der Tumor deshalb nicht bestrahlt, bzw. keine Chemo gemacht werden kann.
    Es gäbe Tumorarten, die den Krebs im Inneren verkapseln, u. das kann man nicht untersuchen. Wenn die 3. Probe nichts anderes ergibt, soll nächste Woche operiert werden. Der Tumor befindet sich im unteren Bereich (Rektal). Mein Vater hat nun Angst, daß der Tumor, dadurch daß dieser nicht verkleinert werden kann, nicht ganz wegzumachen ist u. er den künstlichen Darmausgang, den er bereits gelegt bekommen hat, behalten muß.
    Über eine Stellungsnahme wäre ich Ihnen sehr dankbar!

  • Re: großer tumor ohne veränderte Zellen


    Gerade wegen der Enge ist eine OP ohne Alternative, selbst wenn die Proben nichts Eindeutiges beweisen können. Da droht ein Darmverschluß. Ein bleibender Anus praeter ist meist notwendig, wenn der Tumor weniger als 4 cm entfernt vom Anus liegt. Egal ob er vorher verkleinert werden kann oder nicht, das ist für die Entscheidung AP ja oder nein völlig unbedeutend.

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    • Re: großer tumor ohne veränderte Zellen


      Sehr geehrter Dr. Henesser,

      mein Vater ist nun operiert worden und der Befund liegt vor.
      Leide für mich unleserlich. Könnten Sie mir die wichtigsten Details übersetzen!

      Makroskopie:
      Ein eröffnetes, 16 cm langes Colonteilresektat. Anhägend 7 cm starkes Fettgewebe, Kein Coning. Klassifikation nach Mercury 1. Grad. Die beiden Resektionsränder klammernahtverschlossen. 2 cm vom aboralen Resektionsrand, genau auf Höhe der peritonealen Umschlagsfalte entfernt ein stenosierender, fast die gesamte Zirkumferenz umfassender, zentral ulcerierter, 7 x 6,5 x 0,9 cm gr., flach polypoider Tumor mit Wachstum bis 1,8 cm tief in das perikolische Fettgewebe. Mesorectumbreite auf Höhe des Tumors bis 1 cm. Die übrige Darmwandung makroskopisch unauffällig.
      A. Tumor, Querschnitt verschiedene Bereiche (I u. II).
      B. Mit Bezug zum Fettgewebe (III).
      C. Mit Bezug zum blau markierten Peritoneum (IV).
      D. Mit Bezug zur unauffälligen Schleimhaut (V).
      E. Aboraler Resektionsrand (VI).
      F. Oraler Resektionsrand (VIII).
      G. Gefäßabsetzungsrand (VIII).
      Beiliegend im selben Gefäß: Ein 8 cm langes Colonsegment. Anhängend 3 cm starkes Fettgewebe. Der eine Resektionsrand klammernahtverschlossen. In der Darmwandung einzelne Divertikel.
      H. Darmwandung mit Divertikel (IX).
      I. Der eine Resektionsrand (X).
      K. Der andere Resektionsrand (XI).
      Beiliegend ein 1 cm langer Darmanteil. Ein Resektionsrand klammernahtverschlossen. In der Darmwandung ein Divertikel.
      L. Darmwandung mit Divertikel (XII).
      M. Absetzungsrand (XIII).
      N. Getr. übersandt ein 2 x 1,4 x 1 cm gr. distaler Anastomosenring (XIV).
      O. Getr. übersandt eine 4 cm lange grau verfärbte Appendix. Distal ein 0,9 cm großer knotig gelber Wandbezirk. Angängend 1 cm starkes Perityphlium (IV+XXVII); Absetzung (XXVI) Perityphlium mit fraglichen Knoten (XXVIII - XXX)
      P. 42 Knoten im Fettgewebe, tumornah (XVI - XX) und übrige Knotenhälfte (XXI u. XXII).
      Q. 14 Knoten, tumorfern (XXIII u. XXIV) und übrige Knotenhälfte (XXV).
      Histologie:
      A. - D. Colonwandung mit Infiltration durch Carcinomgewebe. Die Carcinomzellen in atypischen glandulären und kribriformen Formationen angeordnet. Große entrundete Zellkerne mit grobem Chromatinmuster u. wechseld breitem Cytoplasma. Stellenweise aausgeprägte extrazelluläre Verschleimung u. frei in Schleimseen flottierende Tumorzellkomplexe. Zur Darmoberfläche ausgedehntes tubuläres Adenom mit leichter Dysplasie, fokal auch schwerer Sysplasie, Infiltration bis in das perikolische Fettgewebe u. hier Lymphgefäßinvasion u. eine Lymphknotenmetastase. Dichte Infiltration durch segmentkernige Granulocyten u. ein kleiner Abszess. das Peritoneum viscerale ist tumorfrei.
      E., F., I. u. K., M. u. N. Jeweils vitale entzündungsfreie Colonwandung.
      G. Tumorfreies Fett mit Gefäßen.
      H. u. L. Dickdarmwandung mit tiefer Ausstülpung bis in das perikolische Gewebe. Regelrechte Schleimhaut, geringgradige chronische Entzündung.
      O. Appendixwandung mit Infiltration durch Tumorgewebe. Die Tumorzellen in kompakten Inseln u. Ballen angeordnet. Mittelgroße entrundete, relativ uniforme Kerne u. ein mäßig breites Cytoplasma. Keine Mitosen nachweisbar. Einzelne tubuläre Strukturen. Mit Antikörpern gegen Ber-EP4, Chromogranin u. Synaptophysin jeweils zytoplasmatische Reaktion. Mit Ak gegen S-100 Protein nur zwischengelagerte Sustenakularzellen angefärbt. Mit Antikörpern gegen den Proliferationsmarker MIB minimale Kerneaktion. Die Absetzungszone ist tumorfrei. Keine eindeutige Invasion des Perityphlions u. kein Peritonealdurchbruch. Tumordurchmesser 9 mm. Im Perityphlium 5 winzige metastasenfreie Lymphknoten.
      P. 42 Lymphknoten, von denen 3 durch das oben beschriebene Adenocarcinom infiltriert sind.
      Q. 14 weitere metastasenfreie Lymphknoten.
      Beurteilung u. kritische Stellungnahme:
      Rectumresektat mit einem vollständig entfernten, bis 18 mm in das perikolische Gewebe infiltrierenden, mittelgradig differenzierten, partiell extrazellulär verschleimenden Adenocarcinomdes Rectums (auf dem Boden eines ebenfalls vollständig entfernten) tubulo-villösen Adenoms mit fokal schwerer Dysplasie entstanden (A - D).
      Insgesamt 4 Lymphknotenmetastasen (B u. P) von 57 regionären Lymphknoten (B, P u. Q). Tumorfreie orale, aborale u. mesocolische Absetzung sowohl am Hauptpäparat (E - G) als auch im Bereich der beiliegenden Colonsegmente (I, K u. M). Einzelne Divertikel im Bereich der beiliegenden Segmente mit geringgradiger chronischer Divertikulitis (H u. L).
      Appendix mit einem vollständig entfernten, 9 mm großen, auf die Damwand gegrenzten gut differenzierten neuroendokrinen Tumor (Karzinoid) der Appendixspitze u. 4 metastasenfreie, winzige Lymphknoten im Perityphlium (O).
      Tumorstadium des Rectum-Cacinoms, TNM Klassifikation 6. Auflage 2002:
      pT3d-pN2 (4/57) - RO - L1 - VO.
      TNM-Klassifikation 7 Auflage 2010:
      pT3d-pN2a (4/57) - RO - L1 - VO.
      Malignitätsgrad: 2
      Nach der TNM-Klassifikation 6. Auflage 2002 ist eine Sadieneinteilung für Appendixcarcinoide nicht vorgesehen. TNM Klassifikation für Carcinoide der Appendix, TNM-Klassifikation 7. Auflage 2010:
      pT1a-pNO (0/5) - RO - LO - VO.
      Die Festlegung eines Malignitätsgrades ist nicht vorgesehen.

      Vielen Dank im vorraus.

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      • Re: großer tumor ohne veränderte Zellen


        Möglicherweise hat man Ihnen berichtet, daß es sich um 2 Tumore handelt. Ein sehr kleiner im Blinddarmbereich und ein größerer im Enddarmbereich. Beide sind vollständig entfernt! Wegen der Gefahr evtl. verstreuter Tumorzellen (diese kann man mit nichts nachweisen, man weiß nur daß diese in 50% der Situationen vorhanden sind) wird man Ihrem vater eine NAchsorge-Chemotherapie inklusive einer Bestrahlung vorschlagen. Dies geht über ein knappes halbes Jahr und kann ambulant erfolgen.

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        • Re: großer tumor ohne veränderte Zellen


          s.u.

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          • Re: großer tumor ohne veränderte Zellen


            Sehr geehrter Dr. Henesser,

            danke für Ihre Antwort. Es ist ein Problem aufgetreten.
            Bei meinem Vater sind solche innerlichen Schwellungen aufgetreten (auch am Penis Bluterguss -vielleicht durch den Blasenkatheter?), daß er ca. 2 Wochen Probleme beim Wasserlassen hatte. Inzwischen gehts wieder. Seine Füße waren, trotz Bewegung, unheimlich geschwollen (Wasser). Auch hat er über Appetitlosigkeit geklagt. Doch das schlimmste ist, daß er seit 2 Tagen nichts mehr bei sich behalten kann (sowie dauernd Schluckauf). Nachdem er erbrechen mußte sind seine Füße komischerweise wieder ageschwollen.

            Über eine Stellungnahme wäre ich Ihnen dankbar.

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            • Re: großer tumor ohne veränderte Zellen


              Die Einlagerungen gehen oft auf Lymph-und Wasserstau nach der OP zurück, sie sind jedoch kein dauerhaftes Problem. Es wird sich alles bessern - auch der Schluckauf - wenn er wieder mobil ist und sich regelmäßig bewegt.

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