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Darmkrebs!

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  • Darmkrebs!

    Sehr geehrtes Team,

    Ich bin 49 Jahre, bekam am 27.12.2009 Bauchbeschwerden, welche sich in den folgenden Tagen nicht besserten, sondern zunahmen. Ich ging in ein Krankenhaus und man stellte einen Darmverschluß fest (Ileus). Ich wurde sofort in den CT geschoben und man sah einen stenosierenden Dickdarmtumor. Wurde noch in der selben Nacht operiert. Als ich aufwachte, merkte ich, dass ich keinen kleinen Schnitt hatte (endoskopische Operation) sondern einen großen Bauchschnitt. Auch war ein Sack auf meinem Bauch und ich dachte: "Sch..., jetzt hab ich auch einen künstlichen Ausgang!". Aber das war Gott sei Dank nur eine Drainage.
    Ich erholte mich dann aber sehr sehr rasch und gut von der Operation und konnte bald wieder zu arbeiten beginnen.

    Dann wurde ich zu einem Gespräch gerufen zur Besprechung der Histologie. Es bestätigte sich ein Karzinom. Das schlimme aber war, dass viele Lymphknoten befallen waren, obwohl man davon nichts im CT gesehen hat. Nun soll ich also Chemo erhalten. Nach den ersten Tagen, die ich nur in einem Schockzustand verbrachte, habe ich mich nun wieder etwas gefangen, aber ich weiß nicht, wie ich das unterkriegen soll. Ich steh voll im Berufsleben und das bedeutet mir viel. Ich sollte alle 2 Woche für 2 Tage zur Chemo. Weiß noch nicht, ob ich diese Tage ganz ausfalle, oder nur teilweise, oder sogar auch die Zeit dazwischen! Hat jemand von Euch selbst das FOLFOX Schema erhalten? In welchem Stadium?Wie ist Euch damit gegangen?

    Ich bin dankbar für jeden Bericht!!!
    Tamara


  • Re: Darmkrebs!


    Liebe Tamara,

    Ich hatte vor einem Jahr Nämliches. Auch ich hatte riesige - im nachhinein unbegründete - Angst vor der angekündigten, ein halbes Jahr dauernden adjuvanten Chemo.

    Es war alles halb so schlimm.

    Auch ich hatte Folfox4, bestehend aus 5FU und Oxaliplatin. Jeweils zwei Tage ambulant in der onkologischen Ambulanz unseres Krankenhauses. 1. Tag ca. 4-5 Stunden, 2. Tag 2-3 Stunden und eine Pumpe, die 48 Stunden anhielt und die ich am 3. Tag zu hause entsorgte. Den Port hatte ich mir stationär legen lassen. Ich habe ihn im Augenblichk immer noch.

    Aufgrund meines Berufes, ich war Lehrer und Mitarbeiter in der Schulleitung meines Gymnasiums, ließ es sich nicht machen, dass ich während der Chemo arbeitete. Es wären zu viele Vertretungen nötig und kein geordneter Betrieb möglich gewesen.

    Ich habe aber in der Ambulanz eine ganze Reihe von Leuten kennen gelernt, die - bis auf die zwei Vormittage ihrer Behandlung - voll oder teilweise gearbeitet haben.

    Von den medizinischen Nebenwirkungen her wäre das auch bei mir möglich gewesen.

    Ich hatte - durch Oxaliplatin - Probleme mit kalten Gegenständen und Speisen. Augen-, Mund-, Darmschleimhäute waren empfindlich und/oder bluteten gelegentlich. Aber es war nicht schlimm und spektakulär. Ich konnte nebenher Krafttraining machen und Sauna, und mein Appetit war ausgezeichnet. So habe ich während der Chemo 10 Kilo zugenommen.

    Was bei mir allerdings meine Pensionierung (ich bin 63) ausgelöst hat, war die Tatsache, dass ich aufgrund von Oxaliplatin eine leichte Polyneuropathie bekommen habe (Kribbeln bzw. Taubheit in Fingern und Vorderfüßen). Des weiteren muss ich im Verlauf des Vormittags mehrfach aufs Klo. Beides hat mich in meinem Beruf doch ein bisschen behindert ;-). Da ich aufgrund der Krankheit 80 % Schwerbehinderung bekommen habe, durfte ich mit 63 Jahren "gehen", was ich a) getan und b) nicht bereut habe.

    Die Chemo ist jetzt 1/2 Jahr vorüber, ich betreibe jeden Tag Nordic Walking (9 km in einer Stunde), die Nerventaubheit ist fast vorbei und ich kann auch sehr gut Krafttraining machen. Der Stuhldrang ist immer noch vorhanden, aber wo ein Bedürfnis ist, ist auch ein Gebüsch ;-).

    Ich wünsche Ihnen alles Gute und kann Ihnen versichern, dass alles halb so schlimm wird.

    Herbert.P

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    • Re: Darmkrebs!


      Hallo Herbert,

      vielen herzlichsten Dank!
      Natürlich ist es bei jedem anders, aber solche Berichte helfen einfach enorm, sich das Ganze ein wenig vorstellen zu können und nicht so ganz dem Galopp seiner Phantasien ausgeliefert zu sein!

      Und echt super, dass Sie so fit sind und so viel machen!

      Die Port-Implantation ist nun für 29.1. geplant und am 5.2. soll ich die erste Chemo erhalten. Ich bin schon noch ziemlich nervös, aber ich konnte doch jetzt sehr viel klären und ich bin auf jeden Fall schon viel gelassener.

      Ich denke, auch ich werde es schaffen und drücke Ihnen alle Daumen und Großzehen, dass Sie das nun wirklich auch überstanden haben!

      Liebe Grüße
      Tamara

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      • Re: Darmkrebs!


        Vielen Dank, liebe Tamara, für die guten Wünsche.

        Was dem Port angeht, so ist das normalerweise eine Kleinigkeit, die auch ambulant und in örtlicher Betäubung durchgeführt wird. Man sollte aber darauf achten, da der Port ja länger drin bleibt, dass er an eine Stelle komt, wo er beim Autofahren nicht stört. In der Regel kommt er unterhalb vom Schlüsselbein, wo der Gurt - zumindest bei mir mit meinen kurzen 1,65 nicht hindrückt. Ich habe ihn links, da ich Rechtshänder bin.

        Allerdings musste ich beim Krafttraining zunächst alle extremen Streckungen und Belastungen des linken Brustmuskels vermeiden, damit er nicht verrutscht. Aber auch das geht jetzt wieder. sichtbar ist nur eine kleine Erhebung, spürbar waren bei mir leichte - daher zu vernachlässigende - Spannungs- oder Nervenschmerzen im linken Halsmuskelbereich, da bei mir das Röhrchen in die Halsvene kam, weil alle anderen Venen zu klein waren.

        Ich wünsche Ihnen alles Gute únd dass die Chemo ein Recidiv verhindern möge und dass Sie sie genauso gut vertragen wie ich.

        Liebe Grüße

        Herbert.P

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        • Re: Darmkrebs!


          Hallo Herbert,

          ist ja lustig, da scheint ja noch eine Gemeinsamkeit zu sein: Körpergröße im kurzwelligen Bereich! ;-)))
          Danke für Ihre Tipps bez. Port! Daran hätte ich ja nicht gedacht!

          Ich melde mich wieder nach der Port-Implantation bzw. nach der ersten Chemo - darf ich?

          Liebe Grüße
          Tamara

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