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ein alter und doch aktueller Gelehrtenstreit

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  • ein alter und doch aktueller Gelehrtenstreit

    Ich möchte in diesem Beitrag auf einen Gelehrtenstreit eingehen, den wir während des Studiums erzählt bekommen haben.
    Robert Koch fand einst eine Mikrobe, von der er annahm, dass sie die Tuberkulose verursacht. Er meinte zu wissen, der alleinige Nachweis einer Mikrobe sei die Ursache und Beweis gleichzeitig für eine KrankhEit. Zeitgleich mit ihm lebte Louis Pasteur. Er war ganz anderer Meinung und postulierte, das einzig und allein das Milieu bestimmt, welche Krankheit ausbrechen kann und dass es an dem Milieu liegt, wie aggressiv ein Keim sein kann und das auch nur dies den Krankheitsverlauf bestimmen kann. Dieser Gelehrtenstreit entflammte sich über viele Jahre. Erst auf dem Sterbebett soll Robert Koch nachgegeben haben und gab Louis Pasteur mit seinem Vermächtnis recht: die Mikrobe es nichts, das Milieus alles! Le microb , ce n est rien , c est le Milieu !
    Ein Beispiel dafür: der Mensch besteht aus mehr Keimen, Viren und Bakterien wie aus Zellen selber. So sind wir zum Beispiel überall auch voller Pilze und Pilzsporen. Wenn wir eine Milieuverschiebung produzieren, wie zum Beispiel die Gummistiefel 7 Tage und sieben Nächte nicht auszuziehen, entsteht ein Milieu „feuchte Hitze“ in den Schuhen. Dadurch erhalten wir ein Milieu, welches das Wachstum von Pilzen stark begünstigt. Diese wachsen dann auch. Nur weil wir dann viele Pilze nachweisen können, dürfen wir aber nicht sagen: der Pilz hat diese Krankheit verursacht. Schließlich haben wir diese Pilze auch in der Nase und können Sie überall nachweisen. Der alleinige Nachweis reicht also nicht aus um rück zu schließen, dass eine Mikrobe die Ursache einer Krankheit ist. Natürlich bessern sich unsere Symptome, wenn wir das Übermaß an Mikroben behandeln, die Ursache ist dann damit aber nicht behoben. Alternativ könnte man die Gummistiefel ausziehen, dies würde ebenfalls zur Genesung führen.
    Interessant ist es mittlerweile, dass der Satz : „wir sterben nicht an Covid, sondern mit Covid“ an diesen alten Gelehrtenstreit und den Sieger erinnert, und das soll eben nicht Robert Koch gewesen sein.
    Wie auch immer man es sehen will: sein eigenes Milieu zu stabilisieren, ist immer hilfreich. Die vorgeschriebenen Abstands- und Rückzugsvorschriften entsprechen sehr dem, was unsere Gesundheit stabilisieren kann: Reisen unterlassen, den rechten Wohlfühlabstand einhalten, häusliche Ruhe genießen. Wenn jetzt für alle noch ein gesundes, ausgeglichenes, ruhiges „geistiges Milieu“ dazukäme, wären wir alle bereits einen Schritt weiter. Denn auf die Frage, was uns denn eigentlich krank machen kann, antwortete mir eine junge Mitarbeiterin aus der Coronaambulanz: eigentlich wir nur uns selber.
    Was ist es bei Ihnen, was Sie krank werden lässt und wo liegt Ihre Chance dauerhaft gesund zu bleiben ?


    ich freue mich über ihre Beiträge




  • Re: ein alter und doch aktueller Gelehrtenstreit

    Was war zuerst da, die Mikrobe oder die Krankheit?
    Sicher die Mikrobe, aber nicht als Krankheit.
    Wenn ich von mir ausgehe, dann ist die psychische Verfassung einer der größten Faktoren, wie man eine Krankheit übersteht und manchmal auch, wie man mit dieser Krankheit stirbt.
    Meine Verfassung dahingehend, ist nun so, dass es eher nicht so gut überstanden wird und dass wenn es dann wirklich ernst wäre, das Sterben auch nicht so gut abliefe.
    Ich glaube, es ist auch eine Einstellungssache, inwieweit Viren und Bakterien unser Empfinden beeinflussen, wie sehr man unter einer Grippe leidet weil die Symptome Angst machen, oder wie gut man sie übersteht, weil man fest daran glaubt dass es wieder gut wird.
    Die Psyche bestimmt darüber, ob man sich trotz Krankheit relativ gut fühlt, oder sogar ohne physische Krankheit den Hauch des Todes spürt.
    Wer sich nicht sorgt, der hat nur am Ende den Teil des Lebens der schwer wird, vielleicht aber auch nicht, wer sich viel sorgt, der hat ein ganzes Leben dass schwer ist.

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    • Re: ein alter und doch aktueller Gelehrtenstreit

      Ich gebe meinem Vorredner recht. Ich stecke aktuell auch in einer Krise aus Angst und Panikattacken was natürlich sehr belastet und einschränkt.
      Man geht weniger an die Luft, bewegt sich wenig und grübelt viel. Das alles wirkt sich auch auf den Körper aus und lässt Beschwerden besser durch und die Beschwerden schüren wieder die Angst.

      Diesen Teufelskreis gilt es zu durchbrechen, auch wenn es verdammt schwer und anstrengend ist.
      Ich bin dabei an mir zu arbeiten und es zu schaffen.
      ​​​​​​
      Denn:
      Ist die Seele gesund, geht's dem Körper auch gut

      Liebe Grüße

      Kommentar


      • Re: ein alter und doch aktueller Gelehrtenstreit

        Liebe Frau Dr. Athanassiou,
        danke für diesen wertvollen Beitrag!
        Dies ist die allererste Pandemie, über die 100% über technische Medien (Internet & Co.) berichtet wird, 24/7, immer "topaktuell", gleichgültig, ob das zu Berichtende bereits ausreichend recherchiert ist oder nicht, mal seriös, mal nicht, und aufgrund der Neuheit (in jeder Hinsicht) sind Berichte teilweise widersprüchlich... das verunsichert zwangsläufig die Medienkonsumenten, die wir ja alle sind. Natürlich ist eine Pandemie auch ein Politikum mit den entsprechenden möglichen Folgen.
        Mich fasziniert und stresst der mediale Umgang mit der Pandemie - ich verfolge die Berichterstattung in diversen Sprachen in meiner Rolle als frischgebackene Medien- u. Kulturwissenschaftlerin und natürlich schaue ich mir nicht nur die Leitmedien/Mainstreammedien an, sondern alles, was so kursiert.
        Unsere Technokratie macht uns das Leben auch nicht leichter, denn statt mit Wissenschaftskollektiven zu arbeiten, werden (besonders in Deutschland) einzelne Experten medial präsentiert und wenn es sich dabei um eine "Kassandra" handelt, zittert das ganze Land vor Furcht vor dem Tode... (dabei gibt es viel Schlimmeres als den Tod, nämlich ein leidvolles vereinsamtes verängstigtes Leben ohne Hoffnung auf Besserung...)
        Ich würde mir wünschen, Menschen würden in der Schule lernen, wie ihr Körper inkl. Immunsystem funktioniert (und gerne auch was zu Volkswirtschaft,) damit die wichtigsten "Systeme" verstanden werden, mit denen wir uns in unserem Leben beschäftigen müssen. (Über unser mega-kapitalistisches Gesundheitssystem ist auch mehr Aufklärung nötig - und vor allem Maßnahmen, die Situation von Krankenhauspersonal zu verbessern.)
        Und jetzt brauchen wir Aufklärung, und einen rationalen Blick auf die Lage. Ich habe manchmal Angst vor der Angst meiner Mitmenschen - dass die Angst in der Öffentlichkeit so um sich greift, dass den Menschen die Empathie verlorengeht und auch die Sicht auf andere wichtige Dinge. Wenn sich jeder vor dem anderen fürchtet, weil der einen potenziell mit einer potenziell tödlichen Krankheit anstecken könnte (und vielleicht wird man ja unbemerkt infiziert, bleibt symptomlos - steckt andere an...) - was soll aus einer solchen Gesellschaft denn werden? Da bekommen ja selbst diejenigen, die bisher keine Angsterkrankungen hatten, doch noch welche...
        Ich bin mal gespannt, wie und woher eine "Beruhigung" kommt... und ich meine damit ganz gewiß nicht eine Impfung! Und schon gar keine "Corona-App"...!!!
        Ich wünsche mir mehr medizinische Aufklärung - das würde auch die Ärzte entlasten, wenn Menschen mit sich selber sorgsamer umgehen.
        In der Zwischenzeit halte ich mich an die "Regeln", weniger, weil ich an deren Wirksamkeit glaube (abgesehen vom Händewaschen und Personen bitte nicht Anhusten/-niesen, was eine Selbstverständlichkeit sein sollte!), sondern weil ich meine Mitmenschen nicht verunsichern will. Es ist schon viel zu viel Angst in der Welt. Eins meiner Mottos ist "Es kann immer noch alles gut werden". Also...Mut und Kraft und Ausdauer wünsche ich uns allen! Und ein paar sinnvolle Lektionen aus allem...!
        Herzliche Grüße
        V


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        • Re: ein alter und doch aktueller Gelehrtenstreit

          hier ein musikalicher Beitrag mit einer Geschichte dazu

          https://youtu.be/q31-izwQAEM


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