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Chron. Ohrenschmerzen @ Dr. Wachter

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  • Chron. Ohrenschmerzen @ Dr. Wachter


    Sehr geehrter Herr Dr. Wachter!

    Ich habe ein ziemlich schwerwiegendes "Ohrenproblem":

    Ich habe eine chron. Otitis media bds., links mit überschießender Granulationsbildung und Wundheilungsstörung retroaurikulär (ca.3x1cm groß). Z.n. Gaumenspaltenverschluß im Kleinkindalter. Ich hatte vor 2 Jahren eine Liquorleckage, die jedoch erfolgreich vor ca 1 1/2 Jahren operativ verschlossen wurde. Mittlerweile bin ich 12mal am Ohr operiert worden (in der Uni-Klinik Münster als auch in der Uni-Klinik in Würzburg; von 1996 bis 2003): Radikalhöhlen-Op mit mehrfacher Revision, Bestrahlungen wegen der Granulationen (10x3Gy, insges. 30Gy) und mehrfache Versuche, die Wundheilungsstörung, die nach den Bestrahlungen aufgetreten sind, zu verschließen.
    Jedoch hat keine OP den richtigen Erfolg erbracht.
    Seit etwa 4 Jahren,meiner Meinung nach der Zeitpunkt, an dem die Liquorleckage entstanden ist,, habe ich sehr sehr starke Ohrenschmerzen: Die Schmerzen traten direkt nach der OP auf und wurden damals mit Dipidolor behandelt. Die Ärzte dachten damals noch, das ist der postop. Wundschmerz und wird nach ein paar Tagen wieder besser, aber das taten sie leider nicht. vor 1 1/2 Jahren wurde das Liquorleck geschlossen,(die Schmerzen sind auch ein wenig besser geworden), jedoch leider nicht so sehr, als das ich ohne Medikamente auskommen könnte.
    Ich nehme z. Zt. MST 2x10mg/die ein und 1 Aponal 5mg zur Nacht. Das MST habe ich von 60 auf 10mg reduziert. Ich war immer müde, unkonzentriert und mir war ständig übel. Wenn die Schmerzen mich wortwörtlich "umgehauen" haben (bin vor Schmerzen kollabiert) habe ich zwischenzeitlich auch Dipidolor Infusionen bekommen. Medikamente wie Neurontin, Celebrex, Novaminsulfon, Paracetamol etc.habe ich auch probiert,, blieben jedoch ohne bzw. mit wenig Wirkung. Auch andere Opioide (Temgesic, Palladon) habe ich ausprobiert. Auch Pollamidon und Dronabinol Tropfen. Dazu habe ich auch die Entspannung nach Jacobsen und auch das autogene Training erlernt. Mit der Entspannung klappt es sehr gut, jedoch hilft es mir nicht mit meinen Schmerzen. Das TENS-Gerät beruhigt etwas.

    Ein Schmerzspezialist aus der Uni-Lübeck hat mir empfohlen, dass ich das Actiq einmal ausprobieren sollte + dazu das Lyrica. Ich habe jedoch Angst, wie das mit der Abhängigkeit ist, als ich das MST reduziert habe, habe ich den "Entzug" doch ganz schön bermerkt (schwitzen, unruhig). Fentanyl habe ich noch nicht genommen, deshalb habe ich da doch etwas Angst vor. Wie wirkt es? Macht es auch so müde?

    Haben Sie vielleicht Erfahrung mir "Ohrenschmerzpatienten"?

    Meine Schmerzen sind sehr stark (6-8), immer wieder einschießend, heiß, ziehend, pulsierend, baut sich auf und schießt immer wieder mal durch(8-9). Die Ärzte sagen, es wäre ein neuropathischer Schmerz.
    Haben Sie vielleicht noch eine Idee, (medikamentös oder andere) die ich versuchen kann? Ich bin mittlerweile ziemlich verzweifelt und weiß nicht mehr weiter und meine HNO-Ärzte auch nicht!!!

    Ich bin 26 Jahre und möchte eigentlich diese Art von Medikamenten nicht einnehmen, aber was bleibt mir anderes übrig? Ich habe arbeite Vollzeit in einer Arztpraxis und muss halt immer fit sein.

    Es wäre echt nett, wenn Sie mir noch einen Rat geben können. Vielen Dank im voraus.

    Mit freundlichen Grüssen
    Jessica.


  • RE: Chron. Ohrenschmerzen @ Dr. Wachter


    Es ist schwierig auf eine so komplexe Frage ohne persönliche kenntnis eine Stellungsnahme zu geben. Ich will es trotzdem kurz versuchen.
    Ich kann keinen Vorteil von Actiq als nicht-retardiertes Opiat gegenüber MST erkennen. Es gibt jedoch einen großen Nachteil: eine mögliche Abhängigkeitsentwicklung (welche bei retardierem MST nicht vorkommt). Lyrica ist ein neues Medikament, mit dem wir jedoch teilweise sehr positive Erfahrungen sammeln konnten. Ein Versuch ist dies bei Ihrer Krankengeschichte allemal wert !!
    Gute Besserung!

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    • RE: Chron. Ohrenschmerzen @ Dr. Wachter



      Guten Abend, Herr Dr. Wachter!

      Vielen Dank für Ihre Antwort!
      Die Idee der Uni-Klinik Lübeck war, dass ich ein Medikament bei den sog. Schmerzspitzen zur Verfügung habe. Das MST hilft zwar bei den ständig vorhandenen Schmerzen, jedoch wenn er "einschießt", habe ich sozusagen nichts in der Hand, was ich dagegen nehmen kann. Aber die Abhängigkeitsentwicklung ist schon ein Problem. Denn das ist etwas, was ich auf keinen Fall möchte, ich habe auch so schon genug Probleme.

      Ich finde es gut, dass Sie mir das Lyrica empfehlen können, ein Versuch ist es auf jedenfall Wert.
      Nochmal vielen Dank für Ihre Auskunft und noch einen erholsamen Abend.
      Gruss, Jessica.

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