• *** Aus aktuellem Anlass ***

    Haben Sie Fragen zum Coronavirus, die Sie gerne von einem Experten beantworten lassen würden? In unserem neuen Corona-Forum beantwortet unsere Expertin Frau Dr. med. Athanassiou kostenlos all Ihre Fragen zum Thema!

  • Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

CUP - Progression

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • CUP - Progression

    Sehr geehrter Herr Hennesser, ich wende mich an Sie mit einigen Fragen zur Behandlungsstrategie bei einem progredienten mediastinalen CUP.

    Bei meiner Mutter (70) wurde im Oktober 2004 eine mediastinale Lymphmetastase (~2 X 3 cm) bei unbekanntem Primaertumor (PET, CT, Bronchoskopie, Blasenspiegelung etc. o.B.) entdeckt. Histologisch handelt es sich um ein Plattenepithel CA mit kleinzelligen neuroendokrinen Anteilen, all das wenig differenziert. Nach der Lage der Metastase und der Anamnese (Raucherin) am ehesten BC. Die Metastase liegt am Aortenbogen und hatte eine Einflussstauung ausgeloest.

    Nach eine unmittelbaren Bestrahlung wurde im September 04 eine Chemotherapie begonnen, zunaechst mit Vinorelbin+Cisplatin. Wegen Unverträglichkeit wurde auf Gemzitabin+Cisplatin und im letzten Zyklus (März 05) auf Carboplatin mono umgestellt.

    In einem PET-CT wurde Ende März weiterhin bestehende Aktivität in der Metastase nachgewiesen, nach wie vor bestehen aber keine Hinweise auf Manifestationen außerhalb des Mediastinums.

    Seit April 05 nimmt sie im Rahmen einer Studie Iressa ein. Die Strategie der behandelnden Ärzte ist es, nach einer Erholungsphase wieder aggressivere Chemotherapie durchzuführen und in der Zwischenzeit zu probieren, ob sie eventuell auf Iressa anspricht.

    Der CEA Wert ist von 440 (5.11.04) ueber 192 (22.11.04) auf 68 (4.1.2005) abgefallen und bis zum Ende der Chemotherapie auf ca. 90 angestiegen.


    Heute wurde nun ein starker Anstieg des CEA Wertes auf 295 festgestellt und ein CT für den 10. Juni anberaumt.




    Ist dieser Hinweis auf Progression auch ein Hinweis auf ein Nichtansprechen auf Iressa?

    Wäre es sinnvoll und möglich, weitere neure Medikamente auszuprobieren?

    Ich habe die behandelnden Ärzte auf Tarceva angesprochen, diese meinten jedoch, dass die Einschlusskriterien für Tarceva-Studien zu streng wären (BC muss vorliegen), um meine Mutter zu behandeln. Könnten wir das Medikament selbst beschaffen?

    Darüber hinaus habe über vielversprechende Ergebnisse zu Avastin bei fortgeschrittenem BC gelesen. Würden Sie einen Versuch mit diesem Medikament für sinnvoll halten?

    Welche weiteren Behandlungsstrategien würden Sie in Betracht ziehen?

    Schon vorab vielen Dank für Ihre Bemühungen,

    R. Deutsch





  • RE: CUP - Progression


    Der Tumormarker sagt wenig über den Verlauf aus, da sind das Staging im CT sowie vor allem der Zustand Ihrer Mutter - über den erfahre ich gar nichts - wesentlich aussagekräftiger. Offenbar handelt es sich um einen Mischtumor aus kleinzelligem und Nichtkleinzelligem BC, da die kleinzelligen Anteile erfahrungsgemäß wesentlich aggressiver sind halte ich von Tarceva bei dieser Indikation wenig, insbesondere nach Vorbehandlung mit Iressa ist davon kein Effekt zu erwarten. Ich wäre sehr zurückhaltend, bei fehlender Progression untentwegt eine Chemotherapie durchzuführen. Dies wird nicht zu einer Heilung führen. Da der Ansatz palliativ ist könnte man bei Progreß bspw. ein Taxan (Paclitaxel oder Docetaxel) einsetzen, was sowohl beim Kleinzeller als auch beim Platteneptihel -Ca gut hilft. Außerdem ist das Potential von Etoposid bei der bisher gewählten STrategie noch nicht ausgeschöpft.

    Kommentar