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Ernährung und Übelkeit bei Chemo

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  • Ernährung und Übelkeit bei Chemo

    Hallo,

    bei meiner Mutter wurde Ende letzten Jahres Pankreas CA diagnostiziert. Eine Whipple OP wurde versucht, jedoch ohne Erfolg, da der Tumor sich bereits an das Gefäßsystem angelagert hatte.
    Sie bekommt nun eine Chemotherapie, die sie bislang (2x) relativ gut verträgt.

    Das Grundproblem ist allerdings, dass sie nicht essen kann, sich sehr oft erbricht. Es ist für sie schon sehr schwierig, überhaupt ihre Medikamente zu nehmen.

    Sie hat Paspertin gegen die Übelkeit und Schmerztropfen (Nuvosulfon..irgendwas, tut mir leid, weiß ich nicht auswendig).
    Tee und Wasser kann sie bei sich behalten. Joghurt geht auch. Dass sie keine großen Mengen essen kann, ist schon klar. Allerdings ist sie sehr geschwächt.

    Die Chemo ist ambulant angelegt. Vermutlich kann ich sie aber morgen wieder ins Kkhs bringen, damit sie über den Port Flüssigkeit und Nahrung bekommt. Wenn dann am Donnerstag die Chemo ist, kann ich sie vermutlich wieder abholen und Montag dann das gleiche Spielchen.

    Gibt es irgendeine Möglichkeit, dass sie die Übelkeit und die Essstörungen besser in den Griff bekommt? Sie möchte gerne essen, hat auch Hunger und Appetit, aber es bleibt nichts drin.

    Zusätzlich suchen wir jetzt nach psychotherapeutischen Hilfen, da sie natürlich aufgrund der Diagnose massive Schwierigkeiten hat und depressiv geworden ist.

    Für Hilfestellung und mögliche Lösungsansätze wäre ich sehr dankbar.

    Freundliche Grüße KSF


  • RE: Ernährung und Übelkeit bei Chemo


    Erfreulich ist, daß der Appetit vorhanden ist. Dies ist das allerwichtigste. Der Weg geht nur über 6-7 kleine Portionen, über den Tag verteilt. Zur Kalorienförderung würde ich ergänzend Astronautenkost als Trinklösung zugeben, dies stellt zumindest die Grundversorgung mit Eiweißen und Kalorien sicher.

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    • RE: Ernährung und Übelkeit bei Chemo


      Sehr geehrter Herr Dr. Hennesser,

      vielen Dank für Ihre Antwort.. Bleibt nur zu hoffen, dass der Arzt ihr die Astronautenkost aufschreibt.

      Besteht denn noch die Möglichkeit, "normale" Nahrung in Form von Brei oder Flüssigkeit so anzureichern, dass sie sie zu sich nehmen kann und dadurch die entsprechenden Nährstoffe erhält?

      Freundliche Grüße

      KSF

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      • Als wenn ich es geahnt hätte


        Ich habe eben mit dem Hausarzt telefoniert, der mir sagte, dass Astronautenkost nur noch bei bestimmten Krankheitsbildern, wie z.B. Speiseröhrenkrebs aufgeschrieben werden darf.

        D.h. meine Mutter müsste es selbst bezahlen, was finanziell nicht für sie machbar ist (und für mich auch nicht).

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        • RE: Als wenn ich es geahnt hätte


          Als Hausarzt wird er bei der Verordnung tatsächlich Probleme bekommen. Aber ihr Onkologe kann bei dem Verweis auf eine "Tumorkachexie" auf dem Rezept die Kost evtl. verordnen, das hängt im Wesentlichen von dem Bundesland ab.

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          • RE: Als wenn ich es geahnt hätte


            Hier noch ein paar Tips zur besseren Verträglichkeit und zur reichhaltigeren Ernährung bei Tumorpatienten, die ich zuletzt selber mal für einen Vortrag zusammengestellt habe:

            Nicht der Hunger ist der Ernährungsmotor, sondern die Uhr („Esse, weil es 8 Uhr ist“)
            Cremesuppen, Gemüse mit Butter, extra-Öl im Salat, Nuss-Müsli
            Viele Vorräte einkaufen (lassen); immer etwas greifbar haben
            von "Dicken"lernen(Nachbar, Freunde) und kopieren (essen beim Fernsehen, immer etwas dabei)
            Salzgebäck, trockenes Brot am Bett gegen Übelkeit am frühen Morgen
            Strohhalm reduziert Gerüche von Getränken
            Raumtemperierte Getränke sind besser verträglich
            Fleisch kalt oder raumtemperiert Essen
            Süße Früchte, Honig oder Süßes beimischen
            Huhn wird selten mit schlechtem Geschmack assoziiert
            Keine Butter oder Margarine zu Kartoffeln, Reis oder Nudeln hinzufügen
            Speisen mit wenig Eigengeschmack bevorzugen (z.B. milder Käse)

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            • RE: Als wenn ich es geahnt hätte


              Vielen Dank!

              Das hilft mir schon sehr weiter. Da ich meine Mutter heute wieder ins Krankenhaus bringen werde (sie ist völlig entkräftet), werde ich versuchen, den Arzt zu sprechen, auch in bezug auf die Astronautenkost.

              Ich werde meiner Mutter aber auch nahe legen, sich zu überlegen, ob sie nicht den Arzt wechseln will. Ich habe versucht, den derzeitigen Arzt gestern zu einem Hausbesuch zu bewegen, da ich Mutter nicht transportieren konnte. Er hat abgelehnt und meinte nur so lapidar, ich könne sie ja ins Krankenhaus bringen, das ginge auch ohne Einweisung.

              Vielen Dank nochmals!

              Freundliche Grüße

              KSF

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              • RE: Als wenn ich es geahnt hätte


                hallo kingsizefairy,
                ich habe deine texte gelesen und mich macht es wütend wie sich manche hausärzte verhalten . Du brauchst ihn gar nicht zu wechseln, du bleibst mit deiner mutter in behandlung bei ihrem onkologen,der mit sicherheit die qualifizierteste versorgung deiner mutter gewährleisten kann. Dort ist sie gut aufgehoben und DU hast einen ansprechpartner und vertrauensperson zugleich, weil auch für dich die situation eine schreckliche ist.
                alles gute von sonja

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                • RE: Als wenn ich es geahnt hätte


                  Hallo Sonja,

                  Onkologe...hm... der einzige, mit dem ich zu tun hatte, wenn es denn einer ist, ist der Arzt im Krankenhaus. Dann sollte ich wohl besser nach einem niedergelassenen Onkologen suchen, denn die Ärzte im Krankenhaus dürfen nichts verschreiben und keine Rezepte mitgeben, so wie ich das mitbekommen habe. Das dürfen dann z.B. nur der Hausarzt.

                  Danke für deine Antwort )

                  KSF

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