• Sie können sich hier registrieren, um Beiträge zu schreiben. Registrierte Nutzer können sich oben rechts anmelden.

Was ist das denn für eine Therapie?

Einklappen

X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

  • Was ist das denn für eine Therapie?

    Hallo!
    Bei meiner Schwiegermutter wurde 1998 eine malignes Melanom entdeckt.Ich schreibe Ihnen mal die Untersuchungsergebnisse auf,damit sie einen besseren überblick haben!
    Epikrise:
    03/98 ED li. Oberarm (Clark Level 4;TD 1,5mm)
    06/01 Excision von In-Transit-Metastasen am li. Oberarm
    12/01 erneut Excision von In-Transit-Metastasen am li. Oberarm
    07/00-03/01 adjuvante Interferon-Therapie mittels 3maliger s.c.-Injektion/Woche
    04/01 isolierte hypertherme Extremitätenperfusion des li. Oberarmes mit Melaphalen und TNF-alpha bei erneuter In-Transit-Metastasen
    10-11/01 Restagingräauriculär links RF (1cm)
    links hochaxillär LK bis 3cm
    mediastial LK bis 3m,V.a. 3
    intapulmonale Filiae
    26.11.01-03.05.02 4KurseChemoTIC/Cisplatin/
    BCNU/Tamofix...+Interferon
    02.03 Rezidiv mit mediastialen und pulmonalen Raumforderungen
    28.03.03 wiederaufnahme der chemotherapie nach o.g. Schema
    26.04.03 Immunblock des 1. Kurses nach Wiederaufnahme
    16.05.03 6.Kurs o.g. Chemo (2.Kurs nach wiederaufnahme)
    11.08.03 Staging:V.a. mediastialer Progress, Festlegung: erneute Immuntherapie n. Mc-Klay(2x)sowie ambulante 3x/Woche.
    Nun wurde leiter wieder festgestellt,das der Krebs in der Lunge von 2 auf 3 cm gewachsen ist.
    Nun wurde ihr mitgeteilt,das sie nur noch eine Chemo im Ärmel hätten.Und da bestände auch nur eine 20% Chance,das die anschlägt.
    Weiteres könnte man dann nicht mehr tun.Man könne ihr auch nicht sagen,wie lange es dann dauern würde.
    Nur leider finde ich über die Therapie nix im Internet.
    Der Arzt meinte,das die Muforan hieße.
    Die wird einmal in 4 Wochen gemacht,und das dann 2 mal.Und dann wollen sie sehen,ob es was genützt hat.
    Ich hätte gerna mal eine andere Meinung zu ihrem Krankheitsbild.
    Sie wurde bis jetzt in der Siloah Klinkik in Hannover behandelt.
    Gibt es denn nix anderes mehr?
    Und welche Aussichten gibt es.
    Ich möchte aber die Wahrheit,da meine Schwiegermutter entlich wissen will,wie es nun weitergehen soll.
    Mit freundlichen Grüßen
    Tanja

  • RE: Was ist das denn für eine Therapie?


    Sie meinen die Muphorantherapie, die Substanz heißt Fotemustin. Diese wird in den ersten 3 Wochen wöchentlich gegeben, danach folgt eine Pause bis zur Wiederholung die nach meinem Kenntnisstand dann alle 3 Wochen stattfindet. Die Verträglichkeit ist gut, jedoch erfolgt der Vorschlag dieser Einzeltherapie eher der Tatsache, daß dieses Medikament bisher noch nicht bei Ihrer Schwiegermutter eingesetzt wurde. Die Erfolge liegen zwischen 10 und 47 %, wahrlich ein breiter Spielraum, wobei man ehrlicherweise sagen muß, daß die 47 % allenfalls bei Hirnmetatstasen gesehen wurden. Dennoch, die bisherige Therapie ist absolut korrekt verlaufen und Ihre Schwiegermutter hat die bestmögliche Therapie erhalten. Man muß leider eingestehen, daß das Maligne Melanom ein aggressiver Tumor ist gegen welches bei Metatsasierung außerhalb einer OP-Fähigkeit langfristig kein Kraut gewachsen ist.

    Kommentar


    • RE: Was ist das denn für eine Therapie?


      Hallo!
      Und warum genau wird das bei meiner Schwiegermutter nur einmal in 4 Wochen gemacht?
      Bedeutet das dann nicht,das die Therapie nicht voll wirkt?
      Tanja

      Kommentar


      • RE: Was ist das denn für eine Therapie?


        Hallo!
        Was mit gerade noch eingefallen ist,darf meine Schwiegermutter bei dieser Art Chemo denn mit Schwangeren und kleinen Kindern Kontackt haben?
        Und könnte man denn mit eine Ernährungsumstellung noch etwas Lebensverlängerung bewirken?
        Was für eine Lebenserwartung hätte meine Schwiegermutter denn,wenn diese Therapie nicht anschlägt?
        Tanja

        Kommentar



        • RE: Was ist das denn für eine Therapie?


          Kontakt mit Schwangeren+Kleinkindern ist kein Problem, allenfalls für Ihre Schwiegermutter, falls bei den Kontaktpersonen eine schwere ansteckende Erkrankung besteht.
          Man kann die Dosierung frei wählen, mein genanntes Konzept ist ein erprobtes und bewährtes, die Dosierung läßt sich jedoch auch variieren ohne daß dadurch die Wirksamkeit herabgesetzt wird.
          Eine "Ernährungsumstellung" wird keine Lebensverlängerung bewirken. Wichtig hinsichtlich der Ernährung ist in erster Linie eine kalorienreiche Kost. Außerdem sollte das Blutbild kontrolliert werden, um einen Hb-Abfall (Fatigue-Syndrom) rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln. Hinsichtlich der Lebenserwartung können Sie in diesem Forum keine Aussage erwarten, da wird sich jeder seriöse Arzt selbst bei persönlicher Kenntnis eines Patienten sehr zurückhalten, weil sie einfach individuell nicht vorhersagbar ist.

          Kommentar


          • RE: Was ist das denn für eine Therapie?


            Hallo!
            Danke für Ihre Antworten.Das war wirklich sehr hilfreich.
            Kennen Sie vielleicht noch eine Seite,wo man noch mehr über diese Muphoran Therapie lesen kann?
            Mit Nebenwirkungen und allem!
            Tanja

            Kommentar


            • RE: Was ist das denn für eine Therapie?


              Die Detailangaben zu Muphoran/Fotemustin sind leider nur registrierten Fachkreisen zugänglich. So will es das Arzneimittelgesetz. Es gibt aber einen hervorragenden link, bei dem Sie viel über das Melanom und die Therapie im metastasierten Stadium erfahren:

              http://www.krebsinfo.de/ki/empfehlun...om/065-071.pdf.

              Kommentar



              • RE: Was ist das denn für eine Therapie?


                Leider kann ich den Link nicht öffnen.
                Aber trotzdem Danke.ich werde mich mal so auf der Seite umsehen.
                Eine Frage habe ich aber dann doch noch!
                Wie würde sich die Krankheit denn entwickeln?
                Damit meine ich eigendlich,welche weiteren Symtome auf meine Schwiegermutter noch zukommen,wenn die Chemo keine Wirkung zeigt!
                Das beschäftigt meine Schwiegermutter nämlich ziemlich,da sie nicht weiß,wie sie sterben wird.
                Ob sie doll leiden muß,oder nicht.
                Tanja

                Kommentar


                • RE: Was ist das denn für eine Therapie?


                  Ein "Leiden" kann sehr oft mit den Möglichkeiten des best supportive care gelindert oder vermieden werden. Dazu zählen neben einer Blutbildkontrolle mit ggf. Blutersatz oder Behandlung einer Blutarmut z.B. mit Darbepoetin auch die Sicherstellung einer Ernährung und Schmerzbehandlung. Am wichtigsten ist meist die seelische Betreuung durch Abgehörige. Da sich der individuelle Krankheitsverlauf nie vorhersagen läßt vermag ich nicht über zu erwartende Symptome zu spekulieren, zumal ich Ihre Schwiegermutter nicht kenne nicht einschätzen kann. Ich wünsche Ihnen und ihr Alles Gute!

                  Kommentar


                  • RE: Was ist das denn für eine Therapie?


                    Danke für Ihre Antworten.Sie haben mir sehr damit geholfen.
                    Mit freundlichen Grüßen
                    Tanja

                    Kommentar



                    • RE: Was ist das denn für eine Therapie?


                      hallo tanja!

                      ich bin zwar nicht wg. einer krebserkrankung in der hämatologie am siloah in behandlung, aber ich habe schon vergleichsmöglichkeiten zu anderen hämatologisch/onkologischen einrichtungen sammeln "dürfen"! (bei manch einer einrichtung muss man wirklich eine pferdenatur haben, um diese zu durch- und überleben ....)

                      also, der laden hat einen sehr guten ruf und ist meines wissens auch auf dem neuesten wissenschaftlichen stand (ist mir selbst von einem prof, der früher an der mhh tätig war, empfohlen worden) - was nicht heisst, dass die nicht mal was behandlungstechnisch falsch machen. aber v.a. finde ich auch, dass es dort sehr menschlich zugeht - wendet euch bei behandlungstechnischen problemen auf jeden fall an den chef selbst oder an oa dr. sosada (habt ihr auch schon vom psychologischen angebot gebrauch gemacht?); gerade letzterer versucht einem beim nachfragen alles auseinanderzuklamüsern und sollte euch auch bei euren zukunftsfragen helfen können. fühlt ihm mal richtig auf den zahn! wenn sie sich mit einer behandlung nicht sicher sind, wird auch kreuz und quer durch deutschland telefoniert ....

                      wenn ihr ansonsten eine zweitmeinung sucht - vielleicht die mhh selbst? (die einrichtung im siloah ist allerdings meines wissens damals aus der mhh ausgegliedert worden ...) falls ihr noch einen niedergelassene praxis aufsuchen wollt, nehmt nicht jene in der calenberger esplanade ... ich habe selten einen so unmenschlichen umgang mit patienten beobachten können ....

                      alles gute, christiane!

                      Kommentar