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Hilfe, Chemoflüssigkeit ausgelaufen!!!!

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  • Hilfe, Chemoflüssigkeit ausgelaufen!!!!

    Hallo, ich schreibe hier im Namen von meiner Tante, der bei ihrer vorletzten Chemo die Vene durchgestochen wurde und so Chemoflüssigkeit in das umliegende Gewebe austreten konnte. Seither hat sie sehr starke Schmerzen und eine geschwolene Hand; keiner ihrer behandelnden Ärzte wußte wirklich Rat- auch in der Onkologischen Klinik (Kuraufhalt) stellte sich keine Besserung ein. Was solln wir denn bloß tun??? Sind wirklich ratlos und hoffen auf jeden Tipp, den uns jemand geben kann....

  • RE: Hilfe, Chemoflüssigkeit ausgelaufen!!!!


    Hier kommt es darauf an, welche Flüssigkeit ausgelaufen ist. Es gibt an die hundert Chemotherapeutika, für viele sieht die Behandlung anders aus. Bei z.B. Vincristin sind die Probleme am größten, hier stehen spezielle Salben und Medikamente zur Unterspritzung zur Verfügung. Außerdem hilft trockene Wärme, in keinem Falle feuchte Umschläge. Dies kann aber bei anderen Präparaten schon wieder gegenteilig aussehen. Was ist denn das für eine Klinik, bei der man Ihnen dazu nichts sagen kann? Zur Beruhigung kann ich jedoch erwähnen, daß bei den meisten Chempotherapeutika durch ein sog. Paravasat keine gravierenden Langzeitfolgen entstehen und Rivanol-Salbe hilft. Wenden Sie diese jedoch aus o.g. Gründen keinesfalls ohne Rücksprache mit den Ärzten Ihrer Tante an!

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    • RE: Hilfe, Chemoflüssigkeit ausgelaufen!!!!


      Hallo Herr Dr. Hennesser,

      bei meinem Vater ist das zum Glück noch nicht mit der Chemotherapie-Flüssigkeit passiert, aber schon mit einer Nährlösung. Zwar schmerzhaft, aber ungefährlich. Also ist das wohl gar nicht so ungewöhnlich, weswegen ich gerne wüßte, wie wir für den Fall der Fälle uns vorbereiten können, damit wir dann sofort handeln können. Denn da die Chemotherapie ambulant verabreicht wird, d.h. angelegt und dann läuft sie zuhause über 24 h durch, kann uns das ja passieren, während mein Vater zuhause ist, und dann muß man wohl schnell handeln. Er erhält Oxaliplatin und 5-FU und ich glaube auch noch Folinsäure.

      Kleiner Kommentar zu Nicole's Frage: auch wir haben während des Krankheitsverlaufs meines Vaters bereits sehr schlechte Erfahrungen mit Ärzten und Kliniken machen müssen, man mag es oft nicht glauben, wie unzureichend man behandelt wird. Mittlerweile sind wir glücklicherweise in einer Klinik in Behandlung, in der wir uns (zum ersten Mal nach Monaten) kompetent behandelt fühlen. Eigentlich sollte man meinen, dass es für Krebserkrankungen und deren Behandlung einigermaßen verbindliche Richtlinien und Standards in Deutschland gibt, unsere Erfahrungen sind leider nicht so.

      Vielen herzlichen Dank für Ihre Hilfe.

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      • RE: Hilfe, Chemoflüssigkeit ausgelaufen!!!!


        Die Probleme bei Paravasaten durch 5FU, Folinsäure und Oxaliplatin sind glücklicherweise weniger gravierend. In diesem Falle würde ich bei Problemen sofort die Infusion (vermutlich via Port!) stoppen und zum Arzt gehen. Bis dahin können Sie die Region um den Port intensiv kühlen. Spezielle Salben oder Gegenmittel stehen nicht zur Verfügung, aber bis auf eine schmerzhafte Schwellung für einige Tage bleiben Paravasate hier folgenlos.

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        • RE: Hilfe, Chemoflüssigkeit ausgelaufen!!!!


          Vielen Dank für die schnelle Antwort, Herr Dr.Hennesser!! Haben den Namen der Chemoflüssigkeit rausfinden können: Epirubicin/ Cyclophosphamid.. Meine Tante bekommt zur Zeit nur irgendwelche Schmerzmittel mit teils enormen Nebenwirkungen verabreicht und ich bezweifle, ob das der richtige Weg zur Regeneration ist.. Hoffen sie haben noch einen besseren Rat für uns...wären ihnen mehr als dankbar!!!!

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          • RE: Hilfe, Chemoflüssigkeit ausgelaufen!!!!


            Cyclophosphamid ist nicht dramatisch, Epirubicin kann jedoch leider längeranhaltende Probleme bereiten und ist die verantwortliche Substanz für die gegenwärtigen Probleme. Als eine Art Gegenmittel mit teilweise guten Erfolgen steht DMSO zur Verfügung (Konzentration 80 ml DMSO + 20 ml Aqua), welches mindestens 14 Tage angewendet werden sollte. Sprechen Sie Ihren Onkologen darauf an.

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