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dickdarmkrebs,chemo

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  • dickdarmkrebs,chemo

    sg herr doktor
    meiner freundin wurde im juni ein dickdarmkarzinom operativ entfernt. metastasen in der leber bzw im bauchfell sind leider nicht operabel. die durchgeführte chemo zeigt insofern erfolge, indem die metastasen in der leber ca. 30 % an volumen abgenommen haben. die behandelnden ärzte machen ihr hoffnung , dass die metastasen weiter zurückgehen.
    meine fragen : besteht eine berechtige hoffnung, dass diese metastasen sich vollständig zurückbilden (durch die chemo) und eine vollständige heilung erzielt werden kann, oder muss damit gerechnet werden, dass es sich hiebei um die ruhe vor dem sturm handelt und die metastasen dann irgendwann einmal "explodieren".
    ich bitte um ihre wirklich ehrliche meinung!
    vielen dank

  • RE: dickdarmkrebs,chemo


    Die gegenwärtigen Erfahrungen im von Ihnen beschriebenen Stadium lassen eine vollständige dauerhafte Heilung nicht erwarten. Jedoch muß immer der individuelle Therapieverlauf abgewartet werden, oft können Hoffnungen auch darin bestehen, den Tumor zum Stillstand zu bringen oder zu verkleinern. Eine "Explosion" ist nicht zu erwarten, im Gegenteil, wenn wie hier die Therapie erfreulicherweise zur Verkleinerung geführt hat kann es durchaus sein, daß diese oder andere Therapieregime zu einer längerfristigen "Ruhephase" des Tumors führen.

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    • RE: dickdarmkrebs,chemo


      Hallo Gerlinde, sehr geehrter Herr Dr. Hennesser!

      Darf ich noch einen Gedanken in diesem Zusammenhang hinzufügen. Es könnte doch durchaus denkbar sein, dass aufgrund der Verkleinerung der Metastasen nach durchgeführter Chemo doch noch eine operative Entfernung der Metastasen uU möglich ist. Das wäre dann eine sog. neoadjuvante Chemo, bei der nach der Chemo eine Operation mit kurativem, also heilendem Ziel, ins Auge gefasst wird. Wenn die Metastasen zwar auf beide Leberlappen verstreut sind aber aufgrund der Chemo an Grösse abgenommen haben, dann kommen immer noch die ablativen Operationsmethoden zB mit Radiofrequenz in Betracht. Sind die Metastasen auf eine Leberhälfte beschränkt, dann kann auch der entsprechende Leberlappen entfernt werden. Es sollte also unbedingt nicht nur auf eine Verkleinerung der Metastasen hingearbeitet werden, sondern auf eine mögliche Operation mit kurativem Ziel. Der zuständige Onkologe sollte mit dem Chirurgen und dem Radiologen absprechen, unter welchen Voraussetzungen eine Operation doch noch möglich ist. Allenfalls sollte eine Uni-Klinik aufgesucht werden.
      Grüsse
      Vinnie

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      • RE: dickdarmkrebs,chemo


        Natürlich ist dieser neoadjuvante Ansatz denkbar, in der Vergangenheit wurden die größten Erfolge damit ja gerade bei Lebermetastasen gemacht. Anders verhält es sich leider bei Bauchfellmetastasen. Außerdem sind Verfahren wie die Radiofrequenzablation bisher vom Stellenwert und von den Ergebnissen eher den palliativen Ansätzen zuzuordnen. Ich finde ihre Einwände dennoch begrüßenswert. Jedoch bleibe ich nicht zuletzt wegen der Bitte um eine offene ehrliche Stellungnahme bei meiner Einschätzung.

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        • RE: dickdarmkrebs,chemo


          Sehr geehrter Herr Dr. Hennesser!

          Verzeihen Sie mir bitte meinen laienhaften Einwand, ich bin leider kein Mediziner. Ich kann nur aus Erfahrung mit der Krankengeschichte meiner Mutter sprechen. Aus meiner Wahrnehmung kann ich dazu lediglich anmerken, dass das beste Ergenis erzielt wird, wenn nach neoadjuvanter Chemotherapie eine völlige operative Entfernung der Lebermetastasen erfolgt (R0) und anschließend eine adjuvante Chemotherapie mit kurativem (heilendem) Ziel noch "draufgesetzt" wird, um restliche (nicht sichtbare) Krebszellen völlig auszuschalten. Dass nun Bauchfellmetastasen nicht operabel sind, habe ich nicht gewusst, weshalb ich um Nachsicht ersuche.
          Mit freundlichen Grüssen
          Vinnie

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          • RE: dickdarmkrebs,chemo


            Sie brauchen sich nicht entschuldigen, es ist gut und erfreulich, daß Sie hier aus Ihren Erfahrungen berichten und Beiträge leisten. Wirklich!!!
            Ich wünsche Ihrer Mutter weiter Alles Gute und weiterhin Ihre Unterstützung!
            Dr.Dirk Hennesser

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