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Chemotherapie und Depression

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  • Chemotherapie und Depression

    Guten Abend,
    meine Frau (56) hat drei Tumore in der linken Brust. Die Lymphknoten sind aber alle in Ordnung, Metastasen haben die Ärzte zum Glück nicht gefunden.
    Verordnet wurde eine Chemotherapie (8x im 3-Wochen-Abstand) mit Epirubizin und Cyclophosphamid. Anschließend sollte dann operiert werden.
    Jetzt, nachdem 3 Chemos gegeben wurden, hat sie massive Probleme, die eine Fortführung der Chemotherapie sehr unwahrscheinlich werden lassen. Zwar konnte der Arzt schon nach zwei Sitzungen berichten, die Chemo zeige beachtlichen Erfolg. Doch muss sie andererseits mit Herzrhythmusstörungen und massiven Schlafstörungen kämpfen, auch mit Schlaftabletten schläft sie nachts kaum mehr als zwei Stunden. Das machte sie in den letzten Tagen zunehmend depressiv, sodass sie jetzt stationär im Krankenhaus beobachtet wird.
    Meine Frage an Sie ist: Gibt es wissenschaftlich nachgewiesene Belege, dass eine Chemotherapie Depressionen erzeugen kann? Was könnte man Ihrer Meinung nach dagegen tun? Die Auskunft der Ärzte, man müsse jetzt einfach mal abwarten, ob bestimmte Medikamente Wirkung zeigen, hilft uns momentan nicht weiter.


  • Re: Chemotherapie und Depression


    Hat Ihre Frau psycho-onkologische Unterstützung? Es ist meist die Krankheitsverarbeitung in Zusammenhang mit Nebenwirkungen einer Therapie, die Depressionen auslösen kann. Ein Abbruch der Chemotherapie führt nur sehr selten zu einer Besserung und ist kein adäquater Weg, um Depressionen zu bessern. Hinsichtlich der Therapie muß man auch nicht 8mal E+C durchführen sondern darf bei Symptomen die Zusammensetzung ändern, bspw. auf Taxol. Auch dies ist ein möglicher Weg, die psycho-onkologische Unterstützung halte ich jedoch für anabdingbar.

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    • Re: Chemotherapie und Depression


      Vielen Dank für Ihre Antwort, Dr. Hennesser!
      Für die nächsten Wochen wird meine Frau stationär in einer neurologischen Klinik sein, das heißt, die psychoonkologische Betreuung ist mittlerweile gewährleistet.
      Das Problem ist jetzt, dass sie keine Fortsetzung der Chemotherapie mehr möchte, weil sie in ihr die Ursache für ihre Depressionen vermutet und dauerhafte Schädigungen des Nervensystems befürchtet. Der behandelnde Arzt rät dagegen ganz klar zur Fortsetzung, weil er die Ursache ihrer Depressionen nicht in der Therapie und ihren Nebenwirkungen, sondern in der lebensbedrohlichen Krankheit selbst sieht. Er befürchtet, dass ein Abbruch der Chemotherapie ihre Chancen deutlich reduziert.
      Für uns steht eine schwierige Entscheidung an.

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      • Re: Chemotherapie und Depression


        Das sehe ich genauso. Ein Abbruch wird keine Heilung der Depressionen bewirken, im Gegenteil irgendwann verstärken (Gefühl nicht "alles" getan zu haben gegen den Tumor, erhöhte GEfahr des Wiederauftretens)

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