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adjuvante Therapie

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  • adjuvante Therapie

    Hallo ihr Lieben,
    bei mir wurde ein 17 mm großer, postiv ER 6 und PR 6 bei Skala 12, Score 1 +, keine Überexpressio des HER 2 Proteins, festgestellt. Lymphknoten waren nicht befallen. Daraufhin wurde mir als adjuvante Therapie 6 mal Chemo mit FEC I und Strahlentherapie, sowie anschließend über 5 Jahre Tamoxifin vorgeschlagen. Habe meine Chemo hinter mich gebracht und fange bald mit der Strahlentherapie an. Das alles, nachdem ich noch nicht im Wechsel bin. Meine große Frage ist nun, wenn ich nach meiner Strahlentherapie auch nocht Tamoxifen nehmen soll, komm ich doch automatisch in den Wechsel mit all seinen Nebenwirkungen. Für was benötigt man den Tamoxifin noch, wenn man doch durch die Chemotherapien den ganzen Körper bereits von evtl. Mikrokrebszellen gereinigt hat und dann auch noch durch die Strahlentherapie vor Ort alles vernichtet wird. Kann man sich dann nicht dieses Tamoxifen sparen. In meinem Fall gibts evtl. Probleme, da ich mit 20 Jahren eine Venentrombose mit anschließender Lungenembolie erlitt und das Tamoxifen evtl. Trombosen auslösen könnte.
    B)Gabi


  • Re: adjuvante Therapie


    Liebe Gabi,

    hier meine Geschichte für Dich - vielleicht als Entscheidungshilfe:
    Ich war letztes Jahr mit meinem ersten Kind schwanger - und glücklich ohne Ende. Am 21.07.2008 spürte ich, dass etwas mit meinem Kind nicht stimmt und bin sofort zum Arzt. Mein Kleines war tot, sein Herz schlug nicht mehr.

    Keine drei Wochen später spürte ich den Knoten in meiner Brust und spürte, dass er nicht gutartig ist und bin gleich zum Arzt. Naja, das Ergebnis war leider wie ich vermutete: Krebs. Nach brusterhaltender OP und Sentinel Node Entnahme und Diagnose erfolgte wenige Tage später die Nach-OP mit Entnahme weiterer Lymphknoten und Portimplantation. Man fand insgesamt in 2 von 10 Lymphknoten Mikrometastasen.

    Mein Tumorstatus:
    pT2 (2,4cm) G2 L1 (intratumoral) pN1a (2/10) V0 pM0 R0
    Östrogenrezeptor positiv (IRS=12)
    Progesteronrezeptor positiv (IRS=6)
    HER2-Neu negativ

    Ich bekam auf mein Drängen hin Ovarschutz mit Zoladex (den ich derzeit immer noch habe, aber er läuft gerade aus) und sollte 6 x TAC bekommen. Ich habe es auf 5 x TAC geschafft, dann hat sich alles in mir gewehrt und ich lag mit a-typischer, beidseitiger Lungenentzündung knapp 2 Wochen im Krankenhaus. Eine sechste TAC hätte ich nicht mehr geschafft (aber das ist eine andere Geschichte). Meine Strahlentherapie habe ich - wie bereits geschrieben - heute abgeschlossen

    Die Krankenhausärzte waren ganz wild drauf, mir Tamoxifen und Zoladex für fünf Jahre zu verpassen, was ich von vorne herein abgelehnt hatte. Dann bin ich 43 Jahre alt, befinde mich dann wahrscheinlich für immer in den Wechseljahren und kann keine Kinder mehr bekommen. Zum Glück unterstützt mich mein Frauenarzt in meiner Entscheidung, keine Antihormontherapie zu machen.

    Ich bin der festen Überzeugung, dass mich ein glückliches Leben mit Kind(ern) wesentlich besser vor Krebs schützt, als ein unglückliches Leben mit Tamoxifen und Zoladex mitsamt den ganzen Nebenwirkungen und ohne Kind(er).

    Ich freue mich schon darauf, wenn ich das Zoladex nicht mehr wirkt und ich mich wieder wie eine halbwegs junge Frau fühlen kann. Und dann - sobald ich mich soweit fühle - mit dem wundervollen Mann an meiner Seite das Glück unseres gemeinsamen Kindes ermpfangen darf.

    Dir alles Gute und vertraue darauf, dass Du selbst die richtige Entscheidung triffst.

    Viele Grüße

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    • Re: adjuvante Therapie


      Ich bezeichne die Antihormonbehandlung gern auch als "Lebensvericherung" für fünf Jahre. Es ist eine sehr wirksame Behandlung mit vergleichsweise wenig Nebenwirkungen.
      Bezüglich des Tamoxifens muss man sehen, ob es geht. Ansonsten mus man neu nachdenken. Wenn die Ursache der Thrombose nicht bekannt ist, wäre eine Untersuchung auf Gerinnungsstörungen ratsam. Ist die unauffällig, sehe ich keine argen Bedenken.

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      • Re: adjuvante Therapie


        Guten Tag, Herr Dr. Glöckner,
        erstmals vielen Dank für die Information.
        Habe in meinem Fall jetzt die Blutwerte erhalten, die tatsächlich ein 25-faches Risiko birgen, eine Thrombose bei Einnahme von Tamoxifin zu bekommen. Jetzt stellt sich die Frage, ob man die Menopause, die durch die Chemo und Strahlentherapie ausgelöst wurdeerstmal ausnützt und mir eine Aromatasetherapie verabreicht oder ich das Medikament Tamoxifin mit einem Herzmittel zur Blutverdünnung bekomme. Möchte eigentlich noch nicht in den vorzeitigen Wechsel geschickt werden und dort die nächsten fünf Jahre bleiben, weiß aber auch nicht genau, welche unterschiedliche Wirkung Tamoxifin und Aromatasetherapien haben. Auch kam mir zu Ohren, dass hochdosiertes Vitamin E die Adern und auch das Blut wieder in Schuss bekommen würde. Könnten sie mir über die verschiedene Wirkung dieser Therapien Aufklärung geben. Vielen Dank bis bald
        Gabriele

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        • Re: adjuvante Therapie


          Vitamin E bringt bei echten Gerinnungsstörungen leider nichts. Ich persönlich würde wohl am ehsten zu einem Aromatasehemmer raten. Da ist das Risiko einer Thrombose nicht so hoch. Ggf. wäre zu überlegen, ob man zusätzlich einen "Blutverdünner" nimmt. Das sollte aber der Gerinnungspezialist entscheiden.

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