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Steter Bauchschmerz links unten, wie ein Tennisball

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  • Steter Bauchschmerz links unten, wie ein Tennisball

    Sehr geehrte Damen und Herren,


    mein Name ist Lars und ich bin 29 Jahre alt. Seit einiger Zeit quälen mich einige physiologische Beschwerden, worauf sich meine Ärzte auch keinen Reim machen können. Ich fange in der Beschreibung am Besten ganz vorne an. Ich bitte zu verzeihen, wenn das jetzt etwas ausführlich wird, aber ich möchte wirklich alle Informationen geben, die ich habe, um Ihnen ein möglichst klares Bild zu verschaffen.


    Im letzten Quartal 2015 begann alles mit Schwindelattacken bzw. dem Gefühl nicht ganz da zu sein und jeden Moment umzukippen. Ich konnte nur noch einen kleinen Teil meines Sichtfeldes wirklich verarbeiten, sodass ich eine Zeit lang auch nicht Auto fahren konnte. Nach EEG, EKG, großem Blutbild und einer CT-Untersuchung, die alle ohne Befund waren, bin ich im August letzten Jahres mit Schmerzen in der Brust zusammengebrochen. Es hat sich angefühlt, als würde jemand mein Herz zusammendrücken. Das erneute EKG war auch hier unauffällig, doch mein Blutdruck war sehr erhöht. Hypertonie kam dann Verdachts- (und vorzeitige End-) heraus. Mir wurde daraufhin Ramipril verschrieben, dass ich zunächst gut vertragen habe (und das auch geholfen hat). Ende März diesen Jahres bin ich auf dem Weg zu Arbeit vor Schmerzen auf der Straße zusammengebrochen und war danach für anderthalb Monate nur bedingt arbeitsfähig. Am 2. Mai 2017 hatte ich eine Colo- & Gastroskopie, die beide ebenfalls soweit ohne Befund waren. Es kam nur heraus, dass ich unter einer Magensäureüberproduktion leide, wodurch ich des häufigeren wohl Magenschleimhautreizungen und -entzündungen habe (ich hatte des häufigeren welche in den letzten 12 Jahren). In diesem Fall wurde mein Zusammenbruch auf die Nebenwirkungen des Ramipril geschoben und ich erhalte seitdem Valsartan (1x täglich). Nach zwei Wochen waren alle Symptome weg und ich habe mich wunderbar gefüllt.


    Anfang Juni waren wir dann auf einem Festival in Leipzig (inkl. schlechtem Essen und Schlafmangel). Einen Tag nach der Rückreise ging es mir dann sehr komisch. Ich hatte grippeähnliche Symptome wie die typischen Kopf- und Gliederschmerzen. Die dazugehörige Abgeschlagenheit fehlte jedoch gänzlich. Am darauffolgenden Tag passierte folgendes: Ich habe mir die Haare kopfüber gefönt, als ich plötzlich krampfartige Schmerzen um den Magen "herum" bekommen habe. Also wirklich am Rippenbogen entlang und nicht der Magen selbst. Nach etwa 10 Minuten und einer von meiner Freundin mir unter Zwang zugeführten Banane, waren die Schmerzen erträglicher geworden, so dass ich mich dazu entschlossen habe, zur Arbeit (Bürotätigkeit mit mäßiger Bewegung) zu gehen. Als ich mir dann (sitzend) die Schuhe anziehen wollte, kam dieser Schmerz in einer Heftigkeit wieder, die mir den Atem nahm. Ich dachte wirklich, ich müsse sterben und meine Lebensgefährtin wollte mich ins Krankenhaus fahren, doch die Schmerzen gingen genauso schnell wieder weg, wie sie gekommen waren und ich bin zur Arbeit gefahren. Mir war etwa bis zum Mittag schlecht und danach ging es mir bis zum Feierabend blendend. Auf dem Sofa habe ich zwischen den Schultern dann Rückenschmerzen bekommen, die sich ringartig ausgebreitet haben, als würde man mir ein Seil um den Brustkorb binden. Es war ein stetiger, aber zu ertragender Schmerz (gerade am Rücken und am gegenüberliegenden Punkt hinter dem

    Brustbein). Ich hatte keine Atemwegsprobleme oder Übelkeit. Es war nur dieser Schmerz. Damit bin ich dann auch zum Arzt, der sich das ganze nicht erklären konnte und es als orthopädisches Problem deklarierte und mir vorerst Ibuprofen 800 verschrieb. Nach drei Tagen waren auch diese Schmerzen verschwunden. Das war letzte Woche.


    Dienstag (27.06.2017) habe ich dann wieder Beschwerden gehabt:

    Im Büro habe ich einen Apfel gegessen, der sehr mehlig in der Konsistenz war. Da jedoch weiter nichts am Apfel auszumachen war, habe ich ihn gegessen. Kurz darauf ereilte mich dann der Durchfall und heftige Darmschmerzen. Woraufhin ich zwei Bananen und Iberogast (25 Tropfen) zu mir genommen habe. Das hat erst einmal geholfen, um den Durchfall zu relativieren. Ich habe ein paar Stunden später jedoch noch einmal Iberogast zu mir genommen, da die Schmerzen im Darm nicht aufgehört haben. Ich hatte den restlichen Tag das Gefühl, ich müsse dauernd auf die Toilette. Doch egal wann ich diese aufgesucht habe, es kam nichts. Nicht mal eine Flatulenz oder ähnliches. Ich habe mich gefühlt, als wäre der Darm abgeschlossen. Am Abend war ich dann auf einem Mitarbeiterabend und wir waren mexikanisch Essen. Da ich eine Obstipation schon in Verdacht hatte kam mir das ziemlich
    gelegen. Ich hatte dauernd das Gefühl als würde ich einen Tennisball im Enddarm haben. Bis zum Schlafen gehen, ging dieser auch nicht weg. Ich habe mir schließlich ein Kirschkernkissen auf die Stelle gelegt. Heute morgen war der Schmerz immer noch da, nur ist dieser gewandert: Ich würde ihn jetzt links vom Bauchnabel lokalisieren. Der Stuhlgang war fast ohne "Erfolg". Auf der Arbeit habe ich dann in voller Hoffnung zwei Becher Kaffee
    getrunken, die den gewünschten Erfolg zwar erbrachten, aber das Gefühl des Tennisballs war immer noch da und ist auch wieder gewandert nach dem Toilettengang. Seither tut es im linken Unterbauch durchgehend weh bzw. habe ich dauernd das Gefühl als würde sich eine übergroße Flatulenz ankündigen. Gerade beim Aufstehen, Lachen, Aufstoßen oder ähnliche kurzfristige und plötzliche Bewegungen verspüre ich einen leicht stechenden Schmerz (das gleiche hatte ich übrigens auch bei den Ringschmerzen um den Brustkorb).

    Ich bin inzwischen ziemlich verzweifelt und habe das Gefühl, meine Ärzte nehmen mich auch nicht mehr ernst, da ich so häufig etwas habe und nie etwas physiologisches gefunden wird.

    Ich möchte abschließend nochmal (ausgeschlossene) Diagnosen aufzählen, damit Sie sich ein komplettes Bild machen können. Ich bitte Sie, das nicht als Hypochondrie abzutun, denn ich bin wirklich verzweifelt und habe dauernd andere Leiden, die mein Leben inzwischen stark beeinflussen.


    Untersucht und ausgeschlossen wurden bisher:
    Darm- und Magenkrebs (liegt in der Familie beiderseitig)
    Magengeschwüre
    Zwölffingerdarmgeschwüre
    Pankreatitis
    Pankreaskarzinom
    Divertikel (liegt in der Familie väterlicherseits)
    Polypen
    Epilepsie
    Hirntumore
    Schildrüsenunter- und überfunktion
    Schlaganfall
    Myokardinfarkt
    Diabetes (Typ I & II)


    Diagnostiziert bin ich bisher mit folgendem (und damit auch in Behandlung bzw. sind die psychischen Diagnosen austherapiert):
    Magensäureüberproduktion
    Hypertonie
    Reizdarm (ich reagiere hier hauptsächlich auf Prüfungssituationen und Überraschungen [mein Junggesellenabschied war diesbezüglich die Hölle])
    Posttraumatische Belastungsstörung (bedingt durch starkes Mobbing in der Schulzeit; einhergehend mit sozialer Phobie)
    Manische Depression
    Asthma bronchiale; Hausstauballergie (seit meiner Kindheit)


    Ich rauche seit Juli 2016 nicht mehr (bedingt durch das zurückgekehrte Asthma), trinke generell nur wenig bis überhaupt keinen Alkohol, habe eine sitzende Tätigkeit und auch meine Hobbies übe ich meist im Sitzen aus. Des Weiteren heirate ich in drei Wochen (aufgeführt wegen dem Reizdarmsyndrom) und bin natürlich langsam aufgeregt, jedoch passen diese Symptome nicht wirklich zu den mir bekannten. Was das Reizdarmsyndrom

    anbelangt, habe ich in den letzten Monaten überhaupt nicht mehr das Gefühl, dass Dinge die mich vorher tangiert haben wirklich eine Rolle in meinem bewussten Denken spielen.

    Ich bedanke mich im Voraus herzlichst, dass Sie sich meines Problems annehmen!

    Freundliche Grüße

    Lars M.

  • Re: Steter Bauchschmerz links unten, wie ein Tennisball

    Die Beschwerden sind extrem unspezifisch, alle Untersuchungen waren ohne signifikantes Ergebnis, dies sollte Sie doch erst einmal beruhigen !
    Manche Menschen reagieren sehr empfindlich auf Krämpfe und Spasmen im Darm, z.B. beim spastischen Reizdarm, deshalb empfehle ich in Ihrer Situation Mebeverin (Rezeptpflichtig) oder einen Versuch mit Carminativum Tropfen.
    MfG
    Dr. E. S.

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